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Forumeintrag-Eintrag [forum 132341] {PDF / Druck} | | Region: Schwarzwald
Immobilienkauf > Wärmedämmung

Verputztes Heraklith am Fachwerk

Hallo!
Uns wurde ein Fachwerkhaus 'neueren' Baujahres (1963) angeboten. Vor ca. 20 Jahren wurden die Außenwände mit Heraklith isoliert und anschließend ein Verputz aufgebracht. In den letzten Jahren scheint der Verputz gestrichen worden zu sein.
Die Tatsache, dass die Konstruktion aus Fachwerk ist, ist für uns eher abschreckend zumal von der schönen Fachwerkfassade nichts zu sehen ist. Ich habe die Horrorgeschichten bezüglich Feuchtigkeit und Schädlinge in den Balken und Wänden gelesen und habe Bedenken, dass möglicherweise unter dem Putz der Schimmel wütet. Wir konnten bei der Besichtigung weder schlechten Geruch noch andere Anzeichen von Verrottung feststellen. Allerdings sind die Wände verkleidet, und man kann weder von innen noch von außen die Wand begutachten. Der Keller ist trocken und das Haus entspricht eigentlich genau dem was wir suchen aber die Tatsache, dass wir möglicherweise die Katze im Sack kaufen macht uns nervös.
Wir haben überlegt einen Sachverständigen zur Begutachtung zu beauftragen. Der kann aber genau so wenig hinter den Putz sehen wie wir und ganz unbedarft sind wir eigentlich selbst auch nicht.
Wie groß ist bei einem solchen Haus das Risiko, dass innerhalb der nächsten Jahre ein Totalschaden eintritt?
Mich überrascht auch ein wenig, dass bei diesem Baujahr noch Fachwerk verwendet wurde. Hat jemand Erfahrung mit Häusern aus diesem Baujahr? Wie kann man die Qualität der Konstruktion zum damaligen Zeitpunkt einschätzen?
Vielen Dank für alle Antworten.
Julia Kupp | 31.12.09 | 2466x abgerufen | [ Antwort schreiben ]
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Moin Julia,

wir mussten gerade an unserem FW-Haus Anno 1946 an der Wetterseite einiges an Gebälk ausbessern, allerdings hatten sie dort in den 70ern auch Styro/Heraklith/Zementputz draufgebappt - kein Wunder also.

Wenns bei euch "nur" Heraklith und dann Zementputz ist, ist das zwar suboptimal, aber noch kein Ausschlusskriterium sag' ich.

Gibts Fotos von vor der Verkleidung bzw. Baupläne auf denen die Balken zu sehen sind?

Dann könnt' ihr auf ein paar Probebohrungen bestehen, bevorzugt an neuralgischen Stellen: Nord- bzw. Wetterseite, Schwellbalken, Riegel unter den Fenstern. Die Löcher kann man zügig mit Tubenspachtel wieder zumachen, also garnicht auf eventuelles Gejammer eingehen....

Größere Putzrisse können auch auf verdeckte Schäden hinweisen, genauso Reparaturstellen...das ist allerdings was für Fachleute....

Ist der Keller trocken?

Was erzählen die Nachbarn?

Mit ein paar Fotos könnte man mehr sagen....

Gruss, Boris
Wer viel fragt, kriegt viel Antworten....
Premium-Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil, Homepage)
Boris Webler | 31.12.09

Hallo Boris

Danke, guter Tipp mit den Probebohrungen, daran hatte ich nicht gedacht. Eigentlich erwarte ich keine Probleme speziell an der Wetterseite, da der Dachüberstand recht groszügig ist. Aber zumindest geben uns die Bohrungen mehr Gewissheit über den Zustand der Balken. Da werden wir drauf bestehen.

Gruß
Julia
Julia Kupp | 01.01.10

Hauskauf

Hallo Julia,
es ist kein Problem mit einer Endoskopkamera in die Wände zu schauen, mehr wie ein paar Bohrlöcher von 15 - 20 mm Durchmesser braucht es dafür nicht.
Das kann ein Sachveständiger erledigen.
Die Namen erfährt man über die zuständigen HWK und IHK.
Ich empfehle Euch mit dem Verkäufer darüber zu sprechen und dem vorzuschlagen, solch eine endoskopische Untersuchung in Auftrag zu geben. Den Nutzen hat nämlich in erster Linie der Verkäufer, egal ob bei Euch oder einem anderen Käufer.
Wenn er das nicht will, dann geht davon aus, das Schäden vorhanden sein können und er Sie (arglistig) verschweigt.
Sagt ihm dann noch Folgendes:
Entweder der Preis wird wegen dieser Gefahr drastisch gemindert oder Ihr tretet vom Kauf zurück.

Viele Grüße
Immer vorher Gehirn einschalten
Premium-Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil, Homepage)
Ingenieurbüro Georg Böttcher | Georg Böttcher | 01.01.10

Fachwerk

Das Fachwerk war sicherlich nicht als Sichtfachwerk geplant.
Die Ausriegelung wurde vermutlich mit Bimssteinen vorgenommen.
Diese Bauweise gibt es schon lange.
Ich kenne viele Häuser die so gebaut wurden.
Im Schwarzwald werden heute noch Fachwerkhäuser gebaut.

Viele Grüße
Hans-Peter Mast
Holz Pur Manufaktur
Das Leben ist zu kostbar um es dem Kunststoff zu überlassen
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
Holz Pur Manufaktur | Hans-Peter Mast | 02.01.10
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