Fassaden-Kongress:
Grenzen des Machbaren erreicht?

Mit
dem ersten Fassaden-Kongress "Fassaden - Blick in die Zukunft" betrat das VDI
Wissensforum neues Terrain. Für 150 Fachleute aus Planung, Ausführung und
Entwicklung waren die bekannten Architekten sowie Ingenieure und nicht minder
bekannten Bauprojekte wie die Elbphilharmonie Grund, am Fassaden-Kongress am 22.
und 23. April in Düsseldorf teilzunehmen.
Gemäß dem Veranstaltungsmotto wagten die Kongress-Teilnehmer
einen Blick in die Zukunft. Highlights waren die Präsentationen von
imponierenden nationalen und internationalen Bauprojekten wie "1 Bligh Street"
in Sydney mit dem "green building-concept". Anregend diskutiert wurden die
Themen Energieeinsparung, Revitalisierung und Kosten. Durch die Veranstaltung
führten der Architekt Thomas Pink (Geschäftsführender Gesellschafter
Petzinka Pink Technologische Architektur) und Martin Lutz (Vorstand
DS-Plan AG). "Der Kongress bot eine ideale Kommunikationsplattform für alle
im Fassadenbau beteiligten Personen", so Lutz, und wird in dieser Form am 21. und
22. April 2009 wieder in Düsseldorf stattfinden. Kongress begleitend wird, wie
auch in diesem Jahr, erneut eine Fachausstellung stattfinden, auf der sich
Teilnehmer und Anbieter über neue Produkte und Dienstleistungen aus der Branche
der Fassadentechnik austauschen können.
Neben dem wohl spektakulärsten Projekt, der Elbphilharmonie in
Hamburg (Bild unten), wurden viele weitere spannende fassadenbautechnische
Projekte aus dem In- und Ausland vorgestellt, unter anderem Gebäude in Dubai und
Abu Dhabi. Eine Frage war dabei immer, ob ein wirklicher Technologietransfer aus
anderen Disziplinen in die Architektur stattfindet. Gezeigt hat die Tagung, dass
das Bauwesen zwar noch viel von anderen Disziplinen lernen kann, aber teilweise
auch die Grenzen der zur Zeit wirtschaftlichen Machbarkeit erreicht sind, was in
einigen Vorträgen deutlich wurde.
Für anregende Diskussionen sorgten die Vorträge aus dem
Themenblock Energiesparen, die von den Fachleuten als sehr informativ gelobt
wurden. Zu dem Thema trugen Dr. Michael Bauer (DS-Plan), Prof. Brian Cody (TU
Graz) und Matthias Schuler (Transsolar
Energietechnik) vor. Interessiert wurden ebenfalls die Vorträge über die
Revitalisierung von Fassaden und Gebäuden von Martin Lutz (DS-Plan) und Jens
Nietner (Robert
Vogel) aufgenommen. Es zeigte sich, dass der sanierungswürdige
Gebäudebestand unter anderem aufgrund von energetischen und
brandschutztechnischen Vorgaben stetig ansteigt. Die betroffenen Bauherren sind
dabei jeweils angehalten, Kosten und Nutzeneffekt genau abzuwägen. In diesem
Zusammenhang wurde auch das immer größere Problem verdeutlicht, das sich für
die Auftragnehmer durch die kontinuierlich steigenden Rohstoffpreise ergibt. Da
die Kalkulation für ein Angebot häufig Jahre vor der Auftragsvergabe erstellt
wird, ist es eine wahre Kunst, die stetig massiv steigenden Rohstoffpreise
aufzufangen.
Der nächste Fassaden-Kongress soll am 21. und 22. April 2009
wieder in Düsseldorf stattfinden - übrigens mehr oder weniger parallel zur
Facility Management Messe 2009 (21. bis 23.4. in Frankfurt).
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