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mal ne frage zur mittelfette

also wir haben einen sogenannten ostfaelichen langstreckhof

was mir nun heute bei unserem dritten dachdeckerbesuch aufgefallen ist, ist folgendes:

wir haben keine mittelfette!

ist das normal bei dieser art?
Denkmalgeschuetzter
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Bernd Köller | 07.02.04
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Mittelpfette

Ich hab keine Ahnung aber einige Fragen:
Ist das Dach mal erneuert worden ?
Gibt es alte Mauerwerksanker oder Pfettenlager im Giebel, die auf das frühere Vorhandensein hindeuten ?
Wie lang sind die Sparren (Dachbalken) ?
Welche Dachneigung hat Ihr Haus ungefähr ?
Sind die Sparren anderweitig ausgesteift, z.B. durch Stützen, Hahnenbalken, Zangen etc... ?
Wenn man das weiß, könnte man näheres sagen.
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Premium-Mitglied der Fachwerk.de Community(, Homepage)
Dietmar Beckmann | Büro für Städtebau+Architektur | Dietmar Beckmann | 07.02.04

stimmt

wenn das weiss...

also, ob das dach mal erneuert wurde ist unklar, aber wahrscheinlich, denn wir schaetzen das baujahr so um anfang bis mitte des 19. jahrhunderts. 1827 ist das dorf komplett abgebrannt.

der letzte dachdecker meinte, dass die ziegel bereits ihre einhundert jahre auf dem dach hinter sich haben.

die dachbalken sind geschaetzt 5m bis 5,5m lang, die abstaende dazwischen schwanken zwischen 80cm bis 120cm von der einen giebelseite zur anderen.

es sind stuetzbalken vorhanden, jedoch nicht an jedem dachbalken.

pfettenlager gibt es nicht (jedenfalls konnten wir bislang keine entdecken)
Denkmalgeschuetzter
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Bernd Köller | 07.02.04

mittelpfette ...

mittelpfetten waren im nördlichen barbarenland für die damaligen zimmerleute persönlich uninteressant ..
ging ja auch ohne mit nem Kehlbalkendach , um ein solches könnte es sich hier handeln : Sparren in Balken eingezapft mit für heutige Verhältnisse kriminell wenig Vorholz , Queraussteifung im Gebinde über Kehl- und/oder Hahnebalken , Dachüberstand mit Aufschieblingen . Manchmal wurde später noch eine Längsverbindung unter die sparren gebolzt , bei 5 m Sparrenlänge aber eher unwahrscheinlich .
Längsaussteifung durch Windrispen zw einzelnen Gebinden .
Das Achsmasz , Abstand zwischen den Sparrengebinden , deutet auf ein Hartdach hin , mithin erbaut ab Mitte 19.Jh
FensterEcke Brüggemann + Kube / Brüggemann + Kube ZiMMEREi
Premium-Mitglied der Fachwerk.de Community(, Homepage)
Brüggemann + Kube ZiMMEREi | Anne Brüggemann Jürgen Kube | 07.02.04

hallo juergen :)

du beschreibst es so, als wuerdest du im betreffenden dachstuhl stehen :))

kreisen wir es also weiter ein:
die lattung besteht aus roh behauenen aesten, die deckung aus handstrichlinkskrempern, der dachstuhl ist aus einem "roten" holz (?) waehrend das restliche fachwerk aus eiche ist, welchen zweck hat die verwendung unterschiedlicher hoelzer? *dummfrag*

liebe fragende gruesse
heide
Ich mache es einfach wie mein Haus: I will survive
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Heide Scholz | 07.02.04

unterschiedliche Hölzer...

...soweit ich informiert bin nahm man Eicheholz wegen der Härte und Quertragkräfte für das Fachwerk und Dielenböden. Nadelhölzer hingegen für Dachkonstruktionen wegen ihres guten Druck- und Zugverhaltens...
so sagte man mir...
mit hölzernen Grüßen ;-)
Kay
...gut Ding will Weile haben...
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Kay van Treeck | 08.02.04

Pfetten

Das Dach hat keine Pfetten weil sie in dieser Region nicht üblich ist, dafür gibt es einen Rähm. Sparren, Rähm und Kehlbalken bilden ein aussteifendes Gefüge. Der Rähm (ein auf jeder Dachseite) stützen sich auf Stützen oder Pfosten, die wiederum ausgesteift werden mit Kopfriegel: Das gesamte nennt man einen stehenden (Dach)Stuhl. Das dunkle Holz ist ein Nadelholz, aber welches?
m.f.g
Neubau, Altbau, ökologisches Gedankengut
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Architekt und Planer | J. Hamesse | 08.02.04

Mittelpfette

Dag ok. Grüße na Ohrsle. Wie schon erwähnt, wird die Pfette zumeist im mediteranen und auch im süddeutschen Raum verwendet. In unseren Breiten wurde zumeist das Sparrendach gebraucht, wegen des stabilen Dreiecksverbandes. Erst in neuerer Zeit kam das Pfettendach zur Anwendung, da der Ausbau der Dachgeschosse somit vereinfacht wurde. Zum Alter des Daches möchte ich sagen, mal die Unterseite eines Dachziegels ansehen. Dort ist zumeist ein Firmenzeichen eingepreßt. In der Gegend stand einmal in jedem zweiten, dritten Dorf eine Ziegelei die nicht lange Bestand hatte. So weiß man ungefähr aus welcher Zeit die Dachziegel kommen und woher.Zurück zur Mittelpfette. Beabsichtigt man nun das Dachgeschoß auzubauen zu Wohnraum oder eine Gaube zu errichten, muß man eine Mittelpfette haben oder eine Ersatzpfette einziehen, auf der die abgelängten Sparren aufliegen. Nu den man tau.
"Aus der Zusammenarbeit der Vielen wächst der Wissenstand" Aristoteles
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Siegfried Kurze | 09.02.04

danke fuer die aufklaerenden antworten :)

dummerweise konnten wir bisher keine firmenzeichen auf den handstrichziegeln entdecken, nur auf den bei frueheren reparaturen nachgesteckten ziegeln und diese stammen aus wackersleben.

aber immer noch fehlt uns die verwendete holzart, wie bekomme ich die ohne verletzung des balkens raus?

liebe fragende gruesse
heide
Ich mache es einfach wie mein Haus: I will survive
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Heide Scholz | 09.02.04

na, ihr wollts aber wissen !

Also : rötliches Holz läßt von Fichte über Tanne bis Lärche , Kiefer und Douglasie eine weiten Kreis der Verdächtigen zu ! Könnte mensch jetzt genauer untersuchen : Astigkeit,Splint- oder Kernfarbe wären Parameter zur Bestimmung . Ich stehe allerdings oft selber rätselnd vor manchem Holz und komm nicht dahinter ,was genau das denn ist ..
Handstrichziegel , fast sagt es der Name schon , haben dann doch noch keinen Stempel , allerdings sind hin und wieder "Feierabendziegel" zu finden , mit Namenskürzel und Datum oder Stückzahl .
Gruß jürgen Kube
FensterEcke Brüggemann + Kube / Brüggemann + Kube ZiMMEREi
Premium-Mitglied der Fachwerk.de Community(, Homepage)
Brüggemann + Kube ZiMMEREi | Anne Brüggemann Jürgen Kube | 10.02.04
ja@juergen :) wir sind pingelig *grins*

ja@juergen :) wir sind pingelig *grins* feierabendziegel gibt es, nur leider war der zeichnende wohl analphabet *nicht diskriminierend gemei

ja@juergen :) wir sind pingelig *grins*

feierabendziegel gibt es, nur leider war der zeichnende wohl analphabet *nicht diskriminierend gemeint*, denn sie zeigen nur kreuze und keine jahreszahl, was diesen weg ausschliesst ...

nebenbei, hat das hartdach nicht auch eine schalung? die gibt es bei uns naemlich nicht und die sparrenabstaende schwanken zwischen 90 und 120 cm, vielleicht frueher doch ein strohdach? *gruebel* fragen ueber fragen :)

habe heute nacht die ganze zeit versucht irgendwo im internet eine chronik aufzutun, voellig vergebens, nicht mal bei den genealogen(?) bin ich fuendig geworden. grundsaetzlich hat der ort wohl frueher mal zu schoeningen gehoert (kirchenhistorisch, bistum hildesheim), aber mehr war nicht zu finden und die internetseite unseres ortes selbst ist unergiebig :) kuerzer kann man fast 850 jahre kaum fassen :))

liebe gruesse von einer "nervenden"
heide
Ich mache es einfach wie mein Haus: I will survive
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Heide Scholz | 12.02.04
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