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Konzept/Verfahren/Idee > Farben/Putz-, Malerarbeiten

Wie Luftkalkmörtel richtig anmischen?

Da ich mich gerne zu allen Arbeiten, die ich ausführe, vorher belese, bin ich auf das Buch vom Harres "Die Schule des Maurers" vom Reprint-Verlag gestoßen.

Dort wird beschrieben, daß beim Anrühren des Luftkalkmörtels so vorzugehen ist, daß als erstes der Kalk mit der benötigten Menge Wasser vermengt und dann die benötigte Menge Sand zugegeben werden soll. Gemischt wird per Hand mit einer Hacke in der Speißpfanne.

"Thunlichst" zu meiden sei, dem Mörtel danach noch Wasser beizumischen. Danach wird noch eine Anleitung gegeben, wie man zum eingesetzten Sand die benötigte Menge Kalkbrei bestimmt.

Das Vorgehen ist mir vom Gips her bekannt, dem man ja auch nach dem Anrühren kein Wasser mehr zusetzen darf, soll er gut werden.

In den Kalkputzregeln habe ich derlei Hinweise nicht gefunden und auf den Baustellen, auf denen ich bisher tätig war, wurde das auch nicht praktiziert. In diversen Anleitungen im Internet wurde geraten, Wasser in den Betonmischer zu geben, dann die benötigte Menge Sand, dann Kalk zugeben. Zuletzt soviel Wasser zugeben, bis die richtige Konsistenz erreicht ist und 3-4 Minuten nachlaufen zu lassen.

Gepfuscht wird oft wohl nicht nur, weil es (erstmal) billiger ist, sondern es auch nicht besser gewußt wird.

Was sagen die Experten zum richtigen Anrühren von Luftkalk?
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Axel Müller | 25.02.09 | 3998x abgerufen | [ Antwort schreiben ]
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Mörtel anrühren

Beide Methoden sind richtig.
Eine fürs Handmischen, eine für den Mischer.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | Georg Böttcher | 26.02.09

Wenn beides richtig ist,

habe ich ein logisches Problem. Harres legt viel Wert darauf, daß das Zugeben von Wasser am Ende des Mischvorgangs (so wie beim Gips auch) die Qualität des Mörtels nachteilig beeinflußt. Seine These ist, der Sand soll vom Kalkbrei benetzt werden, eine nachträgliche Wasserzugabe wäscht den Kalk vom Sandkorn und die Verbindung ist nicht mehr so innig, wie sie sein könnte.

Klar, halten tut's schon irgendwie... Aber die Festigkeit von Luftkalkmörtel wird ja oft als schlecht bezeichnet, weswegen dann Zement zugesetzt wird. Statt Zement würde ich das bessere Mischverfahren bevorzugen.

Was ist vom Anrühren von Kalkmörtel im Betonmischer zu halten? Habe des öfteren gelesen, man solle dafür einen Quirl benutzen. Oder gilt das nur, wenn es um Putzmörtel geht?
Aus Fehlern lernen - den eigenen und denen anderer.
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
Axel Müller | 26.02.09

Hallo,

man kann beim Kalk so einiges zur Verbesserung unternehmen, nur die Zugabe von Zement sollte man eigentlich lassen.
Das Wasserhaltevermögen läßt sich z.B. durch Zugabe von Methylzellulose (Kleister) verbessern. Wieviel muß man probieren, weil der Putzmörtel natürlich nicht kleben soll.
Die Festigkeit, wenn sie überhaupt erwünscht ist, durch Beimischen von Trass, Ziegelmehl oder Holzkohle.
Im Übrigen ist auch die Wahl des Sandes nicht unwichtig: für den Grundputz ein gröberes Korngerüst, für die Glätte ein sehr feines. Und wenn der Grundputz mehr Masse haben soll, kann man noch ein wenig Lehm dazugeben, das bringt den Mehlkornanteil hoch.
Es bleibt also viel zum Probieren.

Grüße vom Niederrhein
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Dietmar Beckmann | Büro für Städtebau+Architektur | D.B. | 26.02.09

Luftkalkmörtel ist kein Gips

Der Gips wird ja schon im Anmachgefäß fest, wenn man zu lange wartet. Das Gleiche passiert auch bei einem hydraulischen Kalk. Deswegen sollte hier kein Wasser später mehr beigemischt werden, weil ja die Abbindereaktion (Karbonatisierung) schon eingesetzt hat.
Der Luftkalk, trocknet, karbonatisiert nur an der Luft (daher der Name). Somit dürfte es hier kaum von Schaden sein deim angemischten Mörtel noch etwas Wasser später beizugeben, wenn man gut untermischt. Im Zweifelsfall würde ich halt mit Kalksinterwasser nachverdünnen.
Allerdings nicht zuerst den Sand und das Wasser mischen, weil es besser ist, dass der Sand gleich mit Kalkwasser umgeben wird, anstatt sich zunächst mit Frischwasser vollzusaugen. Deswegen als erstes den Kalk mit der benötigten Menge Wasser vermengen und dann die benötigte Menge Sand beigeben.
natürlich kreativ
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Handelsvertretung Baustoffe | Hans Landenberger | 26.02.09

Kalk mischen

Ob ich das Schnitzel zuerst esse oder eine Kartoffel, ist völlig wurscht.
Genauso wann etwas in den Mischer gegeben wird.
Man sollte nur nicht zuerst das Bindemittel eingeben.
Zuerst kommt immer das Wasser in den Mischer.
Die Konsistenz wird am Freifallmischer dann durch Nachgeben von etwas Sand und/oder Kalk oder Wasser eingestellt.

Daraus braucht man keinen wissenschaftlichen Disput machen.
Ihr alter Freund im Fachbuch ging von gesumpftem Kalk aus. Der muß beim Handmischen zuerst mit Wasser aufgeschlämmt werden.
Wasser mit der Hand unter einen zu steifen Mörtel rühren vermied jeder Handlanger.
Wenn Sie es selber mal probieren würden, wissen Sie warum
(Ersatzweise geht auch zu fester Hefeteig, in den etwas Milch mit einer Gabel eingeknetet werden soll).
Jedenfalls nicht wegen der komischen Entmischungstheorie.

Viele Grüße
Immer vorher Gehirn einschalten
Premium-Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil, Homepage)
Ingenieurbüro Georg Böttcher | Georg Böttcher | 26.02.09

Aushärten

Ich habe mal eine allgemeine Verständnisfrage:

Bis zu welchen Fugentiefen härtet der Kalkmörtel durch die Karbonatisierung aus? Ist der Luftabschluss nicht durch das Aushärten der Oberfläche abgeschlossen und in tieferen Schichten passiert dann nichts mehr? Passiert z.B. bei 5cm Tiefe noch was?

Gruß,

Roland
Change it, love it or leave it!
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
Roland | 17.05.09

Der Kalkmörtel

ist weder wasser- noch luftdicht, somit geht der Karbonatisierungsprozess kontinuirlich weiter. Mit zunehmender Tiefe allerdings langsamer.
MfG
dasMaurer
alt und neu ist kein widerspruch
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
Maurermeister | Ulrich Warnecke | 17.05.09

Könnte man ihn auch als Fugenmörtel für Natursteinplatten im Sandbett verwenden oder geht dann alles bei Frost kaputt?

Ich habe unregelmäßige, dicke Blausteinplatten als Eingangsweg mit offenen Fugen. Hier bleibt man (frau) ab und zu mit dem Absatz hängen, deswegen wollte ich es evtl. zuschmieren.
Muss nicht ewig halten, aber auch nicht direkt auswaschen, wie z.B. Sand....
Von Epoxy-Mischungen wollte ich natürlich absehen.

Gruß,

Roland
Change it, love it or leave it!
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
Roland | 17.05.09
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