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Bodenseife für Holzdielen - Laugen oder nicht

Bin kurz vor Ferstigstellung meiner Dielenböden (Eiche/Douglasie/Fichte Kiefer/Lärche ) und will sie in den nächsten Wochen schleifen. Im Datenblatt von Auro wurde erwähnt das man Sie vorher laugen soll. Habe ne Sodalauge gemacht und an einigen Brettern ausprobiert - Eiche wurde kohlrabenschwarz und die Fichte unangenehm gelb - danach bin ich dann mit der weißen Bodenseife von Auro drauf was den Zustand dann wieder etwas verbessert hat. Ich möchte alle Böden seifen! Wie macht man es richtig - hat jemand von Euch Erfahrung Tipps und Tricks ??? Ich bin etwas am verzweifeln da in Franken es nicht üblich ist - jedenfalls hab ich noch keinen gefunden.
Was nicht passt wird passend gemacht !
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Claus Rudolph | 03.11.04
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Dielen säubern

Tag zusammen, das Problem ist eigentlich nich so schwer zu beheben: Die Sodalauge, auch unter Metallseife bekannt, reagiert mit den Extraktstoffen der Hölzer. In Verbindung mit der Gerbsäure der Eiche verfärben sich die Fasern: schwarz-bläulich, und Nadelhölzer (versch.Harze) bekommen eine farbeigene Verstärkung / je nach Holzart gelb bis feuerrot.
Zitronensäure aus dem Haushalt kann den Effekt bei Eiche aufheben. - Zum seifen von Dielen verwende ich Venizianerseife, oder einfache Kernseife. Aufgelöst in Wasser, kurz, aber KRÄFTIG in Faserrichtung mit einer harten Kunststoffbürste (keine Metallbürste!!) einbürsten und anschließend mit einem Tuch trocken abziehen (ideal zum Abziehen eignet sich auch ein Naßsauger). Die Seifenlauge darf nicht längere Zeit auf der Oberfläche stehen, damit das Holz nicht unnötig aufquwillt. Wenn das Holz abgetrocknet und geschliffen ist, kann man es noch mit Leinölfirnis einstreichen, das bring die natürliche Farbe wieder in Schuss!
Gewusst wie?! ;o)
Grüße
Christian Schulte
Ausbildungstipp: Techniker der Denkmalpflege am Felix-Fechenbach-Berufskolleg in Detmold
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Mühlenhof-Restaurierungen | Christian Schulte | 03.11.04

Also alles in Seife

Hi Christian,
danke für Deinen RAT - sehr gut - wennst amol nach Franken kummst kriegst a Bier!
würde das auch heissen das ich die Fussboeden seifen könnte; wenn es im Eingangsbereichen nicht so gut wäre könnte ich nach einiger Zeit auch mit Fussboden Hartöl einlassen - was ist denn die Seife eigentlich?
Was nicht passt wird passend gemacht !
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Claus Rudolph | 04.11.04

Seifenlauge, passt schon! Aber Soda ist kohlensaures Natrium - Nun, und DAS reagiert. Hartöl? Schlechter Schutz allein, mehr etwas für Möbel. Also: Wachs darüber! (Canauber-, Bienenwachs) Und schon klappt´s: "Biertrinken im Hausflur"
Zosch!
Christian Schulte
Ausbildungstipp: Techniker der Denkmalpflege am Felix-Fechenbach-Berufskolleg in Detmold
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Mühlenhof-Restaurierungen | Christian Schulte | 04.11.04

BIerlache

Bei uns wird des gute Biberter nicht verschütet!!
Es ist witzig das hier fast jeder nur das Triptrap Hartöl empfiehlt - aber das hat halt die Macke das es nachdunkelt - ausser Bier- was ist eigentlich bohnern? ist das auch seifen ?
Danke nochmal
Was nicht passt wird passend gemacht !
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Claus Rudolph | 05.11.04

Bohnern empfand ich als Kind ne Schinderei

Hallo Claus,
Gewachste und geölte Holzböden bieten Ihren Schutz durch schmutzabweisende Fettschichten leider nicht ewig. Die Schichten nutzen sich ab. Wie das Profil am Autoreifen, immer viel zu schnell.

Deshalb muß während der laufenden Nutzung ein gewachster Boden ständig "Nachgefettet" werden. Das nennt man bei uns in Sachsen Bohnern.

Für Regelmäßige Nachpflege bieten die Wachs- und Ölhersteller entsprechende Produkte an. Früher war Bohnerwachs in jedem Haushalt präsent. Holzdielen und Linoleum wurden alle 2-4 Wochen mit einem Lappen und Bohnerwachs "eingecremt".

Das Klebrige Wachs bekam 1-2 Stunden Zeit zum trocknen. Lösemittel und Parfümierungsstoffe verdunsteten. Das obligatorische Schild für´s Treppenhaus "Vorsicht frisch Gebohnert" erübrigte sich eigentlich durch den Geruch. Nach Trocknung mußste das Bohnerwachs poliert werde. Ohne Politur blieb frischer Dreck, sofort und hartnäckig kleben. Für´s polieren gab es die sogenannte "Blockerkeule" oder Poliermaschienen (aboluter Luxus). Die Blockerkeule besteht aus einer ca 15x25cm Flachbürste mit einem Gußblock darauf, mit Besenstiel daran. Ein ideales Fitnessgerät.

Ich glaub heute noch, der einzige zum Bohnern verdonnerte war immer ich. Als Kind sieht´s man als sinnlose Strafarbeit. Heute ist es als prima Fitnesseinsatz für alternatives Leben zu bewerten.

Mit farbenfrohen Grüßen PSei
....mehr Farbideeen, mehr Lebensqualität
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Gestaltungsservice Peter Seifarth | Peter Seifarth | 07.11.04
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