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Ketzerische Gedanken zu einem Freudentag

Ich bin in Berlin geboren, mitten drin in West-Berlin, mitten auf der Insel umgeben von einem "imperialistischen Schutzwall" und in der Hand der "Schutzmächte", aber was heute zu diesem (auch meinem) Feiertag an Fernsehbeiträgen im N3/Aktuell lief (Ankündigung: Leben im Sperrgebiet), hat mich mehr erbost, als an die Freude erinnert, die ich im November 1989 empfand.

Im Gegenteil: Zwei Politiker durften ihre Phrasen dreschen, der eine "aus dem Westen", der Andere "aus dem Osten". Vom Leben beiderseits des "Zaunes" damals und heute, keine Spur. Von den Problemen, die die Menschen beiderseits in direkter Nähe des Grenzstreifens beschäftigen, keine Rede.
"Aufbau-Ost" als Schlagwort, dass es auch auf der "Westseite" strukturschwache Regionen gibt völlig ausser acht gelassen. Ich kam mir, mit Verlaub, "verarscht" vor.

1989 war auch für mich eine Chance zum Neuanfang, in West-Berlin gab es für Familien mit Kindern kaum bezahlbare Baugrundstücke mehr, warum also nicht außerhalb den Traum realisieren? Wir (mein Ex und ich) fuhren wochenlang durch den "Speckgürtel", den Traum fanden wir damals im Dunkeln vor und kauften es, das Grundstück, ohne es vorher nochmal bei Tageslicht zu sehen. Damals schon hatte ich Nachbarn, denen es völlig "wurscht" war, wo jemand her stammt, wichtig war "es ist ein Mensch". 15 Jahre später gehen meine Nachbarn mit mir/uns hier genauso um, ganz normal, wie überall, oder?

Haben sie es immer noch nicht begriffen, die "Oberen", die "Regierenden"?
Liberté, Egalité, Fraternité, hiess es vor 215 Jahren, hätten sie es damals gekannt, hätten sie einen anderen Ausruf gewählt, denke wir sollten langsam mal damit anfangen: "Wir sind ein Volk", egal ob im Sauerland oder in Görlitz.

Liebe Grüße aus Ohrsleben
Heide
Ich mache es einfach wie mein Haus: I will survive
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Heide Köller | 09.11.04
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Liebe Heide, bei Deinen Worten wärst Du in früheren Jahrhunderten auch auf dem Scheiterhaufen gelandet. Aber Du hast in allen Punkten recht.!!! Heute darf man alles sagen, aber es hört kaum einer mehr hin.
Daß es mit DE immer weiter bergab geht und daß das so gewollt ist und gefördert wird wissen wir alle. Die Fragen sind: Was kann man dagegen tun? Und wie - ohne weitere Scherben zu hinterlassen?

Liebe Grüße nach Ohrsleben
Dietmar
Es gibt noch viel zu tun, packen wir´s an.
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Dipl.-Restaurator (akad.) | Dietmar Fröhlich | 23.11.04
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