Frage zur Dämmung / Verschalung einer Holzwand

Frage zur Dämmung / Verschalung einer Holzwand

Moin,

(ersten vielen Dank für die schnelle Aufnahme, ich 44 Jahre alt und komme aus Ostfriesland, lese hier so oft, weil hier so viele gute Berichte sowie Antworten zu finden sind)

Bevor ich meine frage stelle, schreibe ich lieber gleich dazu, das ich KEIN Profi bin, was Dämmung, Wandaufbau, etc. angeht.

Jetzt zu meiner Frage: Ich möchte gerne ein bestehendes Gartenhaus mit 44 Holzdicke optisch verändern (z.B. mit einer Keilstülpverschalung oder Kriech/Decker und dabei gleichzeitig das "Haus" dämmen (oder eben nicht...)

Ohne Dämmung könnte jetzt ja einfach von außen eine Lattung (60x40) senkrecht aufbringen und dann die Keilstülpschalung aufbringen, somit habe ich eine Hinterlüftung und fertig. Aber keine Dämmung.

Und jetzt wirds für mich schwierig. Ich könnte jetzt innen einen Lattung anbringen, zwischenräume isolieren, Dampbremsfolie drauf dann wieder eine Lattung und z.B. Rigipsplatten oder Ähnliches. Das möchte ich aber nicht.

Ich möchte gerne die 44 Wand als Innenwand behalten und alles von außen machen. Wie gehe ich denn jetzt da vor. Muss ich mit Dampfbremsfolie und unterspannbahn arbeiten?

Wenn ja wie?

Ich würde jetzt die Dampbremsfolie sogesehen verkehrherum von außen anbringen, dann eine Lattung, die zwischenräume dämmen und dann die Unterspannbahn drauf, wieder einer Verlattung und dann die Außenverschaltung.

Könnte man das so machen?

Oder kann ich einfach den Aufbau so wie auf dem Bild machen, wo ich das Mauerwerk durch die Holzwand ersetzt habe?

Ganz lieben Gruß im Voraus
Borni

(Quelle für das Org-Bild, hoffentlich ist das kein Problem!?
http://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/fachwerk-aussendaemmung-schalung-241788.html )

Gartenhaus

Auf eine 4,4 cm dicke Wand ca. 17 Zentimeter draufschrauben?
Hier gibt es ein gewaltiges Problem mit der Verhältnismäßigkeit, auch in finanzieller Hinsicht.

Gartenhausnutzung

Wie ist denn die Nutzung des Häuschens? Soll tageweise drin gewohnt werden, auch in der Heizperiode?

Gartenhaus dämmen

Ich würde nur 40/60 mm Latten außen aufschrauben, dazwischen 40 oder 60 mm dicke Dämmung mit Hanf- oder Holzfaserplatten und außen ohne zusätzliche Hinterlüftung zB eine Boden/Deckelschalung anbringen.

Folien etc sind in solchen Fällen unnötig und können die schnelle Trocknung behindern.

Andreas Teich

Frage zur Dämmung / Verschalung einer Holzwand

Moin & Euch einen guten Start in die Woche.

Vielen Dank für die Antworten.

Wegen 17cm Draufschrauben, ja das stimmt, das ganze ist von der Vorgehensweise nicht normal, dem bin ich mir bewußt. Im Normalfall wäre die von mir beschriebene Verlattung ja das "Ständerwerk", welches dann von innen eine Dampfbremsfolie bekommt und dann eine z.B. Holzverschalung mit 16 mm Brettern aus Fichte oder so...
Wegen dem Finanziellen: ein guter Hinweis.

Die Nutzung des Häuschens: Ich möchte darin mich entspannen und darin öfter auch schlafen. Auch im Herbst/Winter.

Zu: "Ich würde nur 40/60 mm Latten außen aufschrauben, dazwischen 40 oder 60 mm dicke Dämmung mit Hanf- oder Holzfaserplatten und außen ohne zusätzliche Hinterlüftung zB eine Boden/Deckelschalung anbringen"

Diese Variante finde ich am schönsten, aber geht denn entstehende Feuchtigkeit von Außen sowie von Innen nicht jeweils durch die Innen bzw. Außenwand und es entsteht Schimmel, vielleicht im am Dämmmaterial selber (weil ja z.B. Naturhanf nicht schimmelt...oder!?) aber an den jeweiligen Holzwänden, die nicht sichtbar von außen sind.

Oder geht Feuchtigkeit von Innen nicht durch eine 44mm Holzwand durch?

Würde man bei der Verlattung dann z.B. einen Rahmen machen und das Dämmmaterial "einsperren" oder nur eine vertikale Verlattung und nach unten hin offen lassen (z.B. mit Fliegengitter (wegen Insekten, etc.).

Sorry, das ich soviele Fragen haben, aber in "Baumärkten" oder im Baustoffhandel bekommt man immer so viele "richtige" Antworten.

Vielen Dank für Eure Geduld.

Dämmung

Eigentlich ist die Schule dafür da Wissen zu vermitteln das man im täglichen Leben braucht. Dazu gehören auch physikalische Grundkenntnisse über Thermodynamik, Teilchenströme, Stoffeigenschaften... Nicht nur bei den Baumarktverkäufern ist da absolut nichts hängengeblieben. Mathematik, Physik, Chemie...schade, wohl alles vergessen. So werden Steuergelder zum Fenster rausgeschmissen.
Ich empfehle Ihnen:
a) die Außendämmung Variante Teich (geschieht selten das ich mit ihm einer Meinung bin, hier schon),
b) innen Rigitherm PS 1- Mannplatte 30 mm grün hohlraumfrei aufkleben, spachteln, fertig,
c) Gar nichts. Die paar Nächte im Winter mit ein paar guten Decken und einem Heizlüfter abfeiern.
Warum? Decke, Fenster, Tür, Fußboden- die Wände sind nur für einen Teil der Wärmeverluste zuständig.

Gartenhausdämmung

Nicht nur im Bauwesen gibt's mehr als eine mögliche Variante-
Dauer-Widerspruch ist eh nicht immer sinnvoll.

Feuchtigkeit ist nur dann ein Problem wenn sie nicht genügend schnell entweichen kann.
Bei diffusionsoffenen, kapillaraktiven Bau- und Dämmstoffen und Konstruktionen ist das in der Regel nicht möglich, sofern der Feuchteeintrag zB durch unkontrollierte Konvektion, nicht übermäßig hoch ist.
Dämmstoffe also fugendicht einbauen.

Wenn die innere Holzwand einigermaßen luftdicht ist wird's funktionieren.

Bei nur unregelmäßigem Bewohnen und ohne Kochen/Duschen gibt's ohnehin keine großen Feuchtebelastungen.

Wenn die Wetterbelastung nicht extrem und die Außenverkleidung nicht mit dichten Anstrichen versehen wird kann auf die Hinterlüftung verzichtet werden-Holz kann auch so wieder austrocknen.

Wie ist das Dach gedämmt?
Zugluft muß auch bei Fenstern/Türen vermieden werden-
sonst kann's auch im gut gedämmten Haus unangenehm werden.

Andreas Teich