Holzgiebel ohne Folie verschalen?

Hallo, auf unserem Gartenhaus ist jetzt ein neues Dach (Balken, Sichtbretter, Holzfaserdämmplatten 10mm, Ziegel) und die Giebel sind neu komplett aus Holz. Von aussen möchte ich Giebel und Kniestock mit Tanne/Fichte Keilspundschalung verkleiden. Die Gefachung werde ich ebenfalls mit Holzfaser Dämmplatten ausfüllen (Gutex Ultratherm), innen dann entweder mit 3 Schichtplatten oder 19mm Nut und Feder Brettern verkleiden. Der Dachboden soll als Lager und Schlafraum genutzt werden können.
Ich möchte eigentlich keine diffusionsoffene Folie zwischen Holzfaserdämmung und Aussenverschalung setzen (so wenig Plastik wie möglich), soweit ich verstanden habe ist dies lediglich ein Schutz der Dämmung gegen z.B. Schlagregen etc bei Rissen oder Astlöchern in der Verschalung. Ist das richtig oder sollte ich da noch etwas bedenken?
Das Gartenhaus ist unregelmäßig beheizt, der untere Teil ist (noch) miserabel gedämmt.

100mm Dämmung

natürlich nicht 10mm.

Eine Vordeckbahn...

...sollte trotzdem angebracht und diese auch gut winddicht an allen Bauteilanbindungen und Überlappungen verklebt werden.
Ist auch ein Schutz gegen Insekten und Kleinvögel.
Diese mögen diese Fasern der Dämmung sehr gern.

Tiere

Ja. Der Punkt mit dem Nistmaterial macht mir auch Sorgen, dass ist definitiv ein Faktor, der dafür spricht. Ich hätte dir Folie überlappend getackert, geht das nicht? Sind nur ca 30qm.

Verlegung

Tackern so wieso und trotzdem eine korrekte Verklebung.
Am besten mit TESCON Vana von pro clima.

Diffussionsoffen

Danke! Da es sich um ein Gartenhaus handelt, dass nur unregelmäßig und kurz benutzt/beheizt wird, denke ich dass es eine stark diffussionsoffene Folie sein sollte, oder?
Es handel sich nur um die Giebelfläche und ca 40cm Kniestock, ich würde gerne auf die Lattung zwischen Folie und Verschalung verzichten und die Schalung direkt auf die Folie und in die Dachbalken schrauben. Ich würde für die kleine Fläche auch gerne die Reste der Unterspannbahn verwenden.
Nicht optimal, aber unter den Umständen ok oder schreit einer "um Himmels willen" weil die Nässe über kalte Schrauben im Holz kondensiert oder ähnliches?

Auch wenn es nur ein kleines Nebengebäude ist....

...man hat nichts zu verschenken und auch dabei sollte ein wenig fachliche Kompetenz man walten lassen.
Kein Baupfusch bitte, sondern auch da etwas mit vertretbarer Akrebie.

Reste der Unterspannbahn...

... gehen aus meiner Sicht auch.

In den Gefachen würde ich Holzflex verwenden, günstiger und leichter zuzuschneiden.

Die Verschalung sollte mindestens minimale Hinterlüftung haben. Platzsparvariante (trägt weniger auf als ein Kreuzrost) -> Doppelstegplatten in Streifen schneiden.

Nicht unbedingt was du hören wolltest - besser leben durch Chemie.

Die fachliche Kompetenz

will ich ja hier bestätigen lassen ;-)
Danke dafür. Es ist ein Gartenhaus und die Kosten sind da eh schon etwas explodiert, daher das Bestreben einen guten Kompromiss zwischen Kosten und Nutzen zu finden. Aber eben ohne Pfuschen. Wenn man es ganz genau nimmt, ist rein wirtschaftlich die Dach Dämmung schon für die Hasen. Aber im Sommer kann ich wenigstens mal den Dachboden für mehr als 5min betreten und im Winter frieren die Äpfel und die Füsse nicht ein.
Das Gutex Ultratherm hab ich schon/noch da, Restbestand.

Holzverkleidung mit Folie?

Bei einer völlig geschlossenen Profilholzverkleidung wie Keilspund-Verbretterung sind zusätzliche Folien darunter unnötig.

Evt Feuchtigkeit kann ohnehin gut austrocknen und auch durch evt offene Astlöcher kommt kaum Wasser an hinter der Konterlattung liegende Schichten.
Wer trotzdem große Bedenken hat könnte als äußere Holzfaserplatte eine Unterdach- oder hydrophobierte Fassadendämmplatte einsetzen, die sicherer als dünne Folien sind.

Sinnvoller ist eine außenseitige, durchgehende Lage wasserbeständiger Holzfaserplatten, schon zur Reduzierung von Wärmebrücken, darauf Konterlattung und die Holzverkleidung.
Vögel etc würden Folien eh problemlos durchlöchern und auch Mäuse nagen problemlos Sperrholzplatten durch.

Nur bei offenen, breiten Fugen wie bei Rhombusschalungen und stärker Schlagregenbelastung können UV-beständige Folien sinnvoll sein.

Innenseitig können Folie als Luftdichtung verwendet werden, was aber bei sorgfältiger Verarbeitung von kapillaren Dämmstoffen nicht zwingend notwendig ist.

Andreas Teich