Streichputz, Pinselputz, Schlämmputz, Scheuerputz, Kalkschlämme

Streichputz, Pinselputz, Schlämmputz, Scheuerputz, Kalkschlämme

Liebe Fachwerkgemeinde,

meine Gartenmauer besteht aus Feldbrand- bzw. Ziegelsteinen. Sie war früher die Innenwand eines 1927 erbauten Stalls, der bis auf Höhe der jetzigen Gartenmauer abgebrochen wurde. Derzeit wird die Mauer mit einer Mauerabdeckung versehen, den Kalkputz habe ich entfernt. Die Fugen (Kalkmörtel) sind zwar weich und sandig, aber nicht ausgebrochen.
Die Mauer wirkt teilweise feucht, möglicherweise durch die Ausdünstungen der Schweine, die dort gehalten wurden, wobei es sich sowieso eher um eine feuchte Stelle meines Grundstücks handelt.

Ich würde gerne die Mauer so „verputzen“, dass die Ziegelstruktur bzw. Verbundstruktur noch gut erkennbar ist. Dabei bin ich durch das Forum auf die Begriffe "Streichputz", "Pinselputz", "Scheuerputz" und "Kalkschlämme" gestoßen, ohne dazu jedoch genaue Definitionen zu finden.

Welches Verfahren und welches Produkt ist für mein Vorhaben (Außenmauer) geeignet?

Reicht es, Weißkalkhydrat mit 0-2mm Sand im Verhältnis 1:3 anzumischen, aufzubringen und mit dem Quast zu verteilen?

Für die Antworten bedanke ich mich bereits im Voraus!

Mauerwerk..

Wenn Sie die MAuer als Sichtmauer erhalten wollen sollte dies erstmal anständig gereinigt werden.

Im Anschluss alle Fugen raus..
Neu Verfugung mit Luftkalkmörtel 2mm Körnung..

Der Anteil der Fugenarbeit an Klinkern und Mauerwerken beträgt je nach Format der Klinker ca. 10-30%. Für die Fugen der Klinker und Mauerwerke gilt generell das "Gebot der Schlagregendichte", verankert durch die DIN 1053. Für die Beanspruchung des Mauerwerks bzw. der Verfugung durch Niederschlag gelten in Deutschland 3 verschiedene Schlagregenbeanspruchungsgruppen nach DIN 4108-3. Die Schwachstellen sind hier die Flanken der Fugen.Bei unsachgemäßer Verfugung (verbrennen, verdursten) ist es durchaus möglich, dass eine Verfugung schon nach einen Jahren dem Wetter nicht mehr standhält, da die Flanken sich schneller ablösen und der Schlagregen durch die Fugenflanken fast ungehindert ins Mauerwerk eindringen kann. Im Rahmen der Schlagregenbeanspruchung geht es hier um die Wasseraufnahme und Wasserabgabe des Mauerwerks bzw. dessen Klinker und Fugen. Die Verfugung der neu verfugten oder zu sanierenden Fassade muss schlagregendicht sein. Hierfür entfernt der Maurer die Fugen zwischen den Klinkern auf die richtige Tiefe. Auch die Tiefe der Fuge von min. 15mm ist wichtig und ist ebenfalls in der DIN 1053-1 Abs.8.4.2.2 verankert.

Fugen

Hier noch ein kleiner Hinweis .. Mal im Video zusammengestellt.https://youtu.be/3ztsp9cEU9c

Vielen Dank, Herr Schneider.
Ich hoffte, dass die Fugen so bleiben können, wie sie sind, und durch den Streichputz/Pinselputz verfestigt werden. Schlagregen ist auf dieser Seite eher nicht zu erwarten, es ist die Ostseite. Auf der anderen Seite meiner Mauer sehen die Fugen schlimmer aus, ist aber beim Nachbarn und da stehen Sträucher vor.

Ich beabsichtige, die Steine mit Zopf- oder Topfbürste für Wineklschleifer oder Bohrmaschine zu reinigen. Mit der Drahtbürste habe ich es schon ein bisschen probiert, sie sind fest genug, so dass es hoffentlich keine Spuren geben wird.

Jetzt möchte ich aber auf die -ggf. neuverfugte Mauer- einen Dünnschicht-, Streich- oder Pinselputz auftragen, wie auch immer die zutreffende Bezeichnung sein mag. Vermutlich wird der Restaurator davon abraten, und "entweder richtig verputzen oder lassen" sagen?!?

Mauerwerksfugen

falls das Mauerwerk tatsächlich durch Schweinegülle salzbelastet sein sollte, sind die Fugen besonders stark betroffen. Diese nicht auszuräumen, könnte ein nachfolgendes Verschlämmen zu nichte machen bzw. wieder schadhaft werden lassen.