Fachung ausbessern oder neu

Fachung ausbessern oder neu

Guten Tag liebe Fachwerkler,

ich bräuchte da mal ein paar Ratschläge bzw Denkanstöße.
Bis dato sind wir bei unserem Vierseitenhof eigentlich problemlos vorangekommen, nun habe ich aber ein Projekt, welches ich nicht mehr länger auf die lange Bank Schieben will.

Folgende "Problemstellung" Giebelwand Scheune und Wand Wohnhaus "stoßen" aufeinander. Nun sind beide Wände (von der Scheune aus)bzw die Fachungen arg in Mitleidenschaft gezogen bzw teilweise nicht mehr mit Lehm ausgefacht. Die dahinter liegende Wand/Fachungen vom Wohnhaus sehen ähnlich aus.

Ich bin mir imo nicht sicher, wie ich das in Angriff nehmen soll/muss. alle fachungen ausräumen und dann erst die Wand vom Wohnhaus neu Fachen, danach die Wand der Scheune?

Die Vorschläge aus der Nachbarschaft, es einfach mit USB Platten zu zu machen, fand ich nicht so prickelnd, zumal da auch sicherlich der Denkmalschutz nicht mit einverstanden sein wird *lach*

Ich lade ein Paar Bilder hoch, da wird die "Problematik" sicherlich sofort erkennbar.

für Anregungen wäre ich sehr Dankbar (im Frühjahr werde ich auch einen Lehmbaukurs besuchen, wurde bis dato nicht gebraucht)

mfg

Michael

Fachwerksanierung

Vermutlich sollte das Fachwerk auf beiden Seiten komplett freigelegt, begutachtet, eventuell instandgesetzt und dann neu ausgefacht werden. HEute würde man Grünlinge, mit Lehm vermauert für die Ausfachungen nehmen. Wenn die Untere Denkmalbehörde da andere Vorstellungen haben sollte, sind diese zu klären, bzw. die Maßnahme vorher mit der UDB abzusprechen.

OSB-Platten sind weder konstruktiv noch bauphysikalisch sinnvoll und bestimmt nicht fachwerk- oder denkmalgerecht. Außerdem wird es fast unmöglich sein, diese Platten mit N+F auf dem buckeligen FW-UNtergrund zu befestigen.

Die Freilegung und Begutachtung des FW würde ich auf jeden Fall durchführen um nicht mit der Gefachesanierung Problempunkte wieder einzubauen, die sich dann vielleicht Jahre später bemerkbar machen. Intakte Gefache, deren Stakung noch hält, können natürlich mit Lehm wieder ausgebessert werden.

Über die konstruktiven Zusammenhänge der Fachwerkwände oder zwischen Giebelwänden und den Dachstühlen kann nur ggf. vor Ort befunden werden. Vielleicht besteht da auch Handlungsbedarf.

Auch die energetische Situation der Giebelwand könnte in dem Zusammenhang verbessert werden, z.B: durch eine fachwerkgerechte Innendämmung.

Nicht kaputtmachen

Ich würde das so behutsam wie möglich restaurieren. Also die noch vorhandenen Gefache mit Lehm ausbessern und auch die anderen wenn möglich mit Geflecht, oder auch mit Leichtlehmsteinen ausfachen.

Andererseits hat das System nicht funktioniert wie man an dem Kaputten Balken sehen kann. Da ist wohl ein Dach undicht gewesen. Ich sehe auch das Problem, dass bei der Ausfachung ein großer Hohlraum entstehen würde. Wenn das Dach sicher dicht ist, sollte da aber nichts passieren wenn dieser Hohlraum da ist. Die Isolierung ist aber wohl nicht ausreichend.

Eigentlich sollten da die Lehmbauer doch etwas dazu sagen können ob das mit Leichtlehm oder einer Schüttung gefüllt werden könnte. Mich würde einfach auch interessieren ob da was passieren kann.