Aussendämmung anbringen auf Kalk-Zementputz

Hallo,

Ich habe da folgende Frage. Ein Fachwerkhaus wurde schonmal nur gefachweise verputzt und zwar mit Kalkzementputz. Die Balken liegen frei. Den Zementanteil sehe ich ohnehin als etwas kritisch an, deshalb schreibe ich hier.

Nun soll die ganze Wand verputzt und gedämmt werden. Meine Herangehensweise wäre, eine 4x6 cm Lattung aufzubringen, die 2cm Differenzen zw. Balken und Gefachen mit Lehmputz auffüllen (realistisch umsetzbar im Aussenbereich?), zwischen die Lattung eine 60mm Holzweichfaserplatte einbetten und anschrauben, und dann quer dazu noch eine 60mm Platte angeschraubt, die dann wiederum 2 cm über dem gemauerten Sockel ragt.
Dann das Ganze verputzen mit einem Kalkputz.

Die Gefache sind mit Ziegelsteinen ausgemauert. Und Innen kommt womöglich wieder eine dünne Holzweichfaser und Lehmputz zum einsatz.

Kern meiner Frage ist also ob der Aufbau okay ist und ob der Kalkzementputz auf den Gefachen innerhalb des neuen Wandaufbaus bleiben darf. (Ich frage mich ob mir die Gefache nicht alle entgegenkommen wenn ich versuche ihn abzustemmen.

Vielen Dank für Eure konstruktiven Ideen!

Außendämmung

Zuerst alles bündig und eben mit Kalk- oder Lehmputz verputzen.
Dann vollflächig Holzfaser- oder Hanfdämmplatten ansetzen und verschrauben-anschließend verputzen.
Evt als erste Lage eine flexible Hzfaserdämmplatte verlegen, die sich an Unebenheiten anpassen kann.
Es sollten außenseitig keine diffusionsdichten Farben verwendet worden sein- ggf mit Putzfräse oä entfernen.

Wenn eine entsprechende Dämmstärke möglich ist:
16 cm Holzstegträger im Abstand von max ca 62 cm an die Fachwerkbalken schrauben.
Darauf 40 mm Holzfaserdämmplatten schrauben.
Hohlraum mit Zellulose ausblasen (da diese sich an alle Unebenheiten anpaßt kann Ausgleichsputz entfallen)
Mit dafür vorgesehenen mineralischem Putz verputzen und Gewebe einlegen.
Sockelbereich ca 30 cm hoch mit feuchtebeständigen Platten versehen.
Bei geringer Feuchtebelastung genügt evt eine Abdichtungsspachtelung mit rißüberbrückendem MB 2K oÄ.

Andreas Teich

Systemlösung von Steico

Wenn eine entsprechende Dämmstärke möglich ist:
16 cm Holzstegträger (steico wall) im Abstand von max ca 62 cm an die Fachwerkbalken schrauben.
Darauf 60 mm Holzfaserdämmplatten (steico prodect) klammern.
Hohlraum mit Holzfaser (steico zell) ausblasen.
Diese dringt in die kleinsten Ritzen ein und "verzahnt" sich so, dass sie nicht zusammenrutschen kann.
Mit dafür vorgesehenen mineralischem Putz verputzen und Gewebe einlegen.
Am Besten ist es, dies von einer Fachfirma ausführen zu lassen, schon allein wegen der Gewährleistung.
Mal bei steico.com vorbeischauen.

Gerhard Schobig

Erstmal vielen Dank für die guten Ratschläge. 16 cm sind leider nicht so ganz zur Verfügung. Aber ich tendiere jetzt zu einer Lösung, die die Ansätze etwas kombiniert.
Wie wäre es, wenn ich die zurückstehenden Balken bis zum gefach bündig verputze und dann einfach 120 mm Holzweichfaser Putzträger platten auf das Fachwerk schraube? Ich sehe ja noch durch den neuen Putz, wo die Balken liegen. Oder sind das Erfahrungsgemäß zu wenige Schrauben/m²?

Dann würde ich 2 cm über den jetzt 10 cm herausragenden gemauerten Sockel drüber sein. Er ist 1,6 m hoch also kann ich einfach eine Putzschiene dransetzen und die Kante zurück zum Sockel hin mit Putz ausbilden oder?

Außendämmung auf Fachwerk

Wenn bündig geputzt wird sollten die Holzfaserdämmplatten zusätzlich zur Verschraubung mit Ansetzmörtel vollflächig befestigt werden.
Nur Verschraubung genügt nicht.

Den unteren Putzabschluß wie üblich ausbilden.

Andreas Teich