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Forumeintrag-Eintrag [forum 69390] {PDF / Druck} | | Region: Südböhmen
Allgemein > Sanierung

Böhmisches Kappengewölbe abreissen?

Hallo,
in unserem Stall haben wir ein böhmisches Kappengewölbe aus Ziegelsteinen mit zwei Gurten, die beide in der Mitte defekt sind.
Der eine Gurtbogen zeigt Risse und lockere Ziegel, der Mörtel ist ausgesandet.
Dem anderen Gurtbogen fehlen bereits Steine seitlich der Bogenmitte, auf der anderen Seite sind die Steine noch drin.
Die Bogenfugen über dem rechten Wiederlager an der Rückwand sind hier bereits etwas erweitert, die Wand hat sich mal vor Jahren bewegt, der Bogen hängt nicht durch.
Im mittleren Gewölbeteil zieht sich eine Doppereihe loser Steine zwischen den Gurtrissen hin, am rechten Gurtbogen fehlen bereits ein paar.
Seit drei Jahren hat sich hier definitiv nichts bewegt (Gipsbänder angebracht).
Die Stützen halten lediglich die losen Steine und drücken nicht nach oben.
Das Ganze könnte jetzt ohne weiteres wieder vermauert werden: der Putz entfernt, die Steine ersetzt, die Fugen wo nötig im gesamten Gewölbe verfüllt/ erneuert.
Anschliessend wieder verputzt oder nur geweisst.

Die Frage ist, ob sich das lohnt.

Das Gewölbe ist ziemlich niedrig, der Stall recht dunkel. Die Architektin meint, das es schade wäre, das Gewölbe durch eine Holzbalkendecke zu ersetzen.
(Eine Holzbalkendecke, die das Gewölbe nicht berührt, wird ohnehin oben drüber eingezogen.)
Um das Gewölbe aber hundertprozentig abzusichern, müsste eine bewehrte Betonstützschicht aufgespritzt und die Mauern mit Stahlseilen zusamengezogen werden, was mir gar nicht gefällt.
Da ich aber auch nicht den Familiennachwuchs unter dem zusammengefallenen Gewölbe liegen sehen will, tendiere ich eher zum Abriss.
Die Besichtiger und Architekten/ Experten sind sich nicht einig, einige meinen, ausbessern reicht, andere wollen High-tech einsetzen.

Hat jemand mit solchen Problemen Erfahrungen gemacht?
Die Alten haben sich schon was dabei gedacht...
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Jan F. Schubert | 21.04.07 | 3362x abgerufen | [ Antwort schreiben ]
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Rechte Seite

Hier noch der rechte Gurtbogen.
Die Alten haben sich schon was dabei gedacht...
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
Jan F. Schubert | 21.04.07
Ein Sandsteingewölbe mit Problemen

Ein Sandsteingewölbe mit Problemen Zusammengezogen bekommt man das ganze ohnehin nicht, der Aufwand kann gespart werden. Das Gewölbe ka

Ein Mensch namens Böhme...

...wird natürlich immer für den Erhalt eines böhmischen Gewölbes votieren, bin sozusagen vorbelastet :-)

Die Ursache der Absenkungen wäre interessant, ein schlecht gegründeter Pfeiler etwa? Dort sollte dann etwas getan werden.

Zusammengezogen bekommt man das ganze ohnehin nicht, der Aufwand kann gespart werden. Das Gewölbe kann von oben freigelegt und satt ausgefugt werden. Zusätzlich würde ich die Bogen überspannend die Wände miteinander verspannen, um ein eventuelles "Auseinanderdriften" zu hemmen (Stahlseil, Flachstahl etc.).

Ich hatte ein ähnliches Problem mit einem sandsteinernen Gewölbe. Eine größere Firma kam mit Architekten und Statiker und bot für rund 80.000 Euro die Arbeiten an. Fotografisch dokumentieren, demontieren, ein Pfeiler neu gründen, wieder aufbauen. Das klang dann für mich nach Abriss.

Der Maurermeister um die Ecke hat sich an eine wohlbekannte Stelle gezeigt und losgelegt. Zunachst die Gründung des Pfeilers ertüchtigt (er grenzte an die nun verfüllte Jauchengrube), und die losen Partien abgestützt. Dann haben 2 Hilfskräfte das Gewölbe von oben freigelegt, die Fugen Stück für Stück ausgeblasen und vermörtelt. Parallel dazu hat der Meister die Steine einzeln hochgedrückt. Den ehemaligen Bogen hat er nicht ganz erreicht, der Bogen ist nun 2-3cm flacher, aber das Gewölbe steht. Kostenpunkt: reichlich 4000 EUR und einige Brote, Würste und Biere.

Soweit das anhand der Fotos zu beurteilen ist, sieht's bei Dir nicht annähernd so schlimm aus.

Grüße

Thomas
Mut zum Holz
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Restauratio GmbH | Thomas W. Böhme | 22.04.07
In Südböhmen ...

In Südböhmen ... ...ist ein Böhmisches Kappengewölbe relativ häufig, übrigens ist die einheimische Form von Böhme &qu

In Südböhmen ...

...ist ein Böhmisches Kappengewölbe relativ häufig, übrigens ist die einheimische Form von Böhme "Cech", wie der Keeper von Chelsea...
Abgesenkt sind die Bögen allerdings nicht, eher auseinandergezogen, denn die Stallrückwand hat sich vor Jahren etwas nach aussen bewegt.
An der einen Seite bis 5 cm unter der Decke, sonst weniger. Der Nachbar hat damals neu gebaut, eventuell war das die Setzung.
Die Verspannung der Wände über dem Gewölbe klingt ganz gut, etwa mit Aussenankern?
Dazu könnte ich die Architektin sicher überreden.
Die Verfüllung von oben wird schwierig, hier sandet es vor allem unten heraus, während oben alles fest ist.
Ein Freund in der Nähe, der seinen Stall zum Boheme-Cafe ausgebaut hat, musste auch alle Fugen von unten neuverfugen, dann hat er's geweisst und jetzt ist seit Jahren Ruhe.
Der hat seine Risse von oben mit Beton vergossen, da würde ich schon lieber wieder Ziegel einmauern.

Auf jeden Fall vielen Dank für die Antwort, ich werd mal noch ein bisschen drüber schlafen...

Alles Gute
Die Alten haben sich schon was dabei gedacht...
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
Jan F. Schubert | 22.04.07
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