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Damals, vor zwei Jahren:
Historische Baustoffe
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Forumeintrag-Eintrag [forum 92165] {PDF / Druck} | | Region: Schaumburger Land
Wand > AllgemeinInnenwände verkleiden Fachwerkhaus
Liebe Community,
ich renoviere gerade mein Elternhaus,Fachwerkhaus Baujahr 1899. Mein Wohnzimmer und Schlafzimmer habe ich mit Lehm verputzen lassen, jetzt möchte ich aber in den restlichen Räumen (Bad, Küche und Kinderzimmer) die Wände begradigen undzwar NICHT mit Lehm. Meine Frage ist, ob ich vor die Innen und Außenwände Platten aus Rigips oder Fermacell bauen kann, ohne dass es zur Schimmelbildung kommen kann. Die Außenwände werden noch in diesem Jahr eine Außendämmung, wahrscheinlich mit Lärchenholz bekommen. Ich muss innen also keinerlei Dämmung vornehmen.
Ich weiß aus vielen anderen Beiträgen, dass Mitgliedern immer wieder geraten wird, doch keinen Rigips, sondern Lehm zu nehmen, ich möchte in diesen Räumen jedoch definitiv keine Lehmputzarbeiten ausführen.
Zwischen den Fachwerkbalken befinden sich gemauerte rote Steine, die innenseitig mit einer ca. 2cm dicken Lehmschicht verkleidet sind. Es ist aber alles sehr lückenhaft, krumm und instabil ausgeführt.
Was für einen Wandaufbau empfehlt Ihr mir? Welche Platten würdet ihr nehmen? Gibt es bei Fermacell oder Rigipsplatten ein Schimmelproblem, wenn ich auf die krummen Wände zunächst eine gerade Lattung und anschließend dann darauf die Platten mache? Brauche ich eine Dampfsperre?
Vielen Dank im Voraus,
Gruß
Marcel
Hinweis: Bitte beachten Sie, dass alle Antworten als freie Meinungsäußerungen und nicht als Beratung angesehen werden müssen. Weitere Informationen: Forumsregeln / Haftungsausschluss
Innenseiten der Außenwände im Fachwerkhaus Hallo Marcel,
eine Dampfsperre ist bei dieser Art der Wandverkleidung zwingend erforderlich.
Wenn warme und damit feuchte Innenluft in den Spalt zwischen Außenwand und Vorsatzschale gelangt, kondensiert die Luftfeuchte an der kälteren Innenfläche der Außenwand; Schäden sind vorprogrammiert.
Ich empfehle Dir, keine Vorsatzschale einzusetzen.
Die Dampfsperre verhindert Feuchtepufferung, die von dem bisschen Gipskarton nicht übernommen werden kann.
Besser ist der Einsatz von klassischen Putzen wie Lehm- oder Kalkputz.
Um größere Unebenheiten auszugleichen, kann auch ein mineralischer Leichtputz als Unterputz eingesetzt werden.
Gestalterisch ist m.E. eine etwas krumme Wand in einem Fachwerkhaus nichts Verwerfliches, es gehört zur Identität von solchen alten Häusern nun mal dazu.
Mit aller Gewalt ein über 100- jährigem Haus auf Neubau zu trimmen, kann schon sehr befremdlich wirken.
Aber das ist meine prsönliche und subjektive Meinung.
Viele Grüße
Na denn @ Thomas Böhme: Tipp: Auch Glühwein färbt die Birne rot.
@ Markus Göb: Irgendwie verstehe ich die Fr
Da hat Kollege Böttcher aber recht. Und auf dem Bild zeigt sich, wie eine Holzwand nach einigen Jahren Innenverkleidung dann aussehen kann.
Natürlich sind da noch andere Zusammenhänge wie Heizung und Lüftung zu beachten. Aber auf dauerhaft "luftdichte / gar intelligente" Dampfsperrfolien in einem bewegungsfreudigen Holzbauwerk zu vertrauen - da wäre mir der Nikolaus und Osterhase lieber.
Und die Grundregel bei sparsamer Altbausanierung wäre auch bedenkenswert: Keine Änderung erfolgreicher / bewährter Konstruktionen. Und Anpassung an neue Nutzung wie Naßräume nur mit kritischem Verstand und ohne Reinfall auf Verkäuferargumente.
Viel Glück!
Konrad Fischer
Wenn die Außendämmung fachgerecht ausgeführt wird, wird es nicht zu bei der beschriebenen Gipsbeplankung nicht zu Kondensatbildung kommen. Folglich ist auf Grund einer solchen konstruktion nicht mit Schinmmelbildung zu rechnen. Die Luftdichte muss gewährleistet werden.
(Das Horrorbild von Herrn Fischer stammt mit Sicherheit nicht von einem außen gedämmten und beheizten Wohnhaus)
tolles ... Fassadenbiotop, aber nicht immer die Regel. Zudem ist in diesem Fall die Wand nicht gedämmt (Mauerwerk zeichnet sich im Fugenbild ab)
Erhalten und GestaltenMitglied der Fachwerk.de Community ( Profil) denkmal konkret | Thomas Hunkel, Restaurator | 15.05.08
Das 2. Horrorbild passt natürlich genauso wenig. Ob tatsächlich eine Dämmung vorhanden ist ... ? Aber mit Sicherheit ist diese Konstruktion nicht mit einer Außendämmung unter einer Lärchenholzschalung zu vergleichen.
Zurück zur Fragestellung! Warum Rigips oder Fermacell? Warum nicht einen zweilagigen Kalkputz mit geglätteter Oberfläche?
Argumente gibt es in diesem Forum doch genug?! Und es gibt auch genügend Beiträge zum Thema Innendämmung, Dampfbremsen und Schäden durch Kondensfeuchte.
Ganz nebenbei: Wie stark wird eigentlich die Lärchenholzlattung/- beplankung an der Fassade, dass man von einer Aussendämmung sprechen kann?
Erhalten und GestaltenMitglied der Fachwerk.de Community ( Profil) denkmal konkret | Thomas Hunkel, Restaurator | 15.05.08
Und das war tatsächlich eine Wärmedämmung mit hinterlüfteter Vorsatzschale? Der Aufbau würde mich interessieren. Irgendwie habe ich mit den Fotos so meine Probleme. Liegt aber bestimmt an mir.
Ich stimme Georg zu... ...und rate auch von so einer Vorsatzschale ab. Und ich bin gewiß einer von denen, die auch mal eine Gika-Platte einsetzen. Allerdings überlege ich mir sehr wohl, wo.
Es sieht immer verführerisch aus, mit den Platten eine gerade Wand zu fabrizieren. Aber nur weil es vermeindlich für den Laien besser handhabbar ist, heißt es noch lange nicht, daß es gut für den Anwendungsfall ist. Einen Kotflügel würde kein Mensch nur deshalb mit Holzlasur bepinseln, nur weil das am Jägerzaun so schön als heimwerker geklappt hat. Und lassen wir bauphysikalische Probleme, die Georg benannt hat, mal außer Acht, kommen noch genug andere Probleme (Anbindungen von Fensterlaibungen, Türrahmen sind nicht erhaben genug, und so weiter).
Gruß Patrick.
Neu bauen kann jeder...Mitglied der Fachwerk.de Community ( Profil) Patrick Neika | 16.05.08
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