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Historische Baustoffe
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Fotos und weitere Details [img 24609]
© MatthiasGrubo
Upload am 24.02.11 / 934x angezeigt
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Also, die Fotos werden einiges erklären, dennoch ein paar Details, die vielleicht interessant sind: Haus 14x11m, Bj 1872 (laut Ortschronik), Feldstein/Ziegelkeller, DDR-Beton- oder gar kein Kellerboden, keine Seitenabsperrung, keine Drainage, Grundstück mit 4m Niveaudifferenz nach hinten auf 60 Meter, leider genau der Durchfluss von Regenwasser für die überm Haus liegenden Felder und (interessant wegen Bodenverdichtung) unserer Pferdekoppel. Schichtenwasser vorhanden auf 170 cm, Grundwasser zwischen 4 und 9 Meter da, Haus steht (wie gesamtes Grundstück auf Lehmader. Früher bis 1990 ofenbeheizt, Brotofen im Keller, Räucherkammer im Dach, Holzfenster, Holzböden, Holztüren, Kaltdach, jahrzehntelang ohne Dachrinnen. Vollkeller, EG, VollOG, Darüber 1/2 OG, darüber Spitzboden (weil Kniestock genialerweise 110 hoch). 4m neben Haus Stall, dazwischen Feldsteinpflaster-Einfahrt, wo nach Wolkenbruch schon mal 30-40cm Wasser auf die Dorfstraße laufen.
1997 nach 7 Jahren Leerstand Sanierung EG: Plastik-Fenster und -türen (leider!) Fliesenboden, keinerlei Trocknungsmaßnahmen oder Absperrung, stattdessen innen alles tapeziert (worst thing you can do!), Einbau Ölheizung, Brotofen, Kachelöfen, Holzböden ist leider alles raus. 2002 alle Dachrinnen endlich neu (eine aber mit unzureichendem Ende), 2004 (nach Tiefschnee am Dachboden!) auf Betreiben hin neue Verlattung mit Unterspannbahnen, Dachstuhlausbesserungen, Abriss aller außer Betrieb befindlichen Kamine bis unter Dachhaut, Eindeckung mit Tonziegelpfannen. Boden nicht isoliert, Decke zum EG nicht isoliert.
2009/2011: in den meisten Zimmern Tapeten ab, Wände mit mineralischem Spachtel behandelt, mit Mineralischer Farbe bzw Kalk gestrichen, Treppenhausdecke (früher pfiff es vom Keller bis zum Dach) isoliert (Treppe von unten mit Papierisolierung, Sperre und OSB12er versehen, Ränder verschlossen und schon ist bei Sturm Ruhe im Haus.
Das Haus war von 1998 bis 2001 von einer Familie mit 1 Hund und 2 Kindern bewohnt, es wurden da nach der Sanierung noch keine Feuchteschäden bemerkt in der Wohnung. Nachbarn (die schon immer hier leben) fragten sich "Wie haben die die Bude wieder trocken bekommen"
2002 zeigten sich erste Schimmelbildungen, die Wände in drei Räumen waren feucht, Putz schwarz oder Tapete schwarz.
2003 wurde (siehe Bilder, wenn ich es schaffe, die zu laden) eine meiner Meinung und auch anderer Leute Meinung nach von einer "günstigen Wald- und Wiesen-Firma" völlig verhunzte drucklose Injektion völlig unzureichend und stellenweise auch undurchgängig durchgeführt, drei fehlende Kellerfenster eingesetzt und ein großer Raum im Keller erhielt (von der gleichen Firma) einen auf Baufolie gegossenen Betonboden. Effekt: Stehhöhe weg, Wasser kam zwischen Boden und Feldsteinwand.
Und zwar kommt es immer nach Starkregen und/oder bei der Schneeschmelze. Das muss auch zu DDR-Zeiten so gewesen sein, denn in die bereits 2001 vorgefundenen Böden sind an drei Stellen Pumpensümpfe eingeladen, die auch zeigen, dass die Betonschicht, die hier eingegossen wurde, gute 35 cm dick ist.
So, da die Injektion nichts (!) brachte, haben wir mit den Vermietern beschlossen, auf Elektroosmose zu setzen, da bei Feldsteinkeller bekanntlich das Problem besteht, dass man nicht einfach bis zum letzten (ersten, Ansichtssache) Stein runter abgegraben werden kann, ohne die Statik des Hauses zu gefährden. Außerdem gab es da ja schon besagten Riss. Sägeverfahren fiel wegen unterschiedlich hoher Feldsteinmauer im Keller aus, teilweise gehen die Feldsteinwände bis zum Beginn der Gewölbebögen... Was die so alles gebaut haben... und noch hält es...
Die E-Osmose führte zu einem leidlichen, aber bei weitem noch nicht befriedigendem Ergebnis, Folge: Dauerhafte Mietreduzierung, da sowohl wir als auch Vermieterin ziemlich am Verzweifeln sind, was noch gemacht werden kann...
Es hieß: Nach einiger Zeit sollte versucht werden, den Putz zu entfernen, das mache ich nun. Und stellenweise kommen dabei sehr sehr schlechte, teilweise (eher im "inneren" des Hauses, also keine Außenmauern, irgendwie auch logisch nachvollziehbar) sehr gut erhaltene Wände zum Vorschein, nur trocken ist da unten noch lange nichts und ich frage mich, ob es das jemals wird. Würde am liebsten den Keller abreißen und neu bauen lassen (hier fuhr schon eine Kirche auf einem Lastwagen spazieren, warum soll man dann nicht den kompletten Keller austauschen können?
So und nun versuche ich noch ein paar Bilder hoch zu laden, sollte das nicht klappen, ich verschick die auch gerne an ähnlich Erfahrene oder Fachleute gerne per email!
Das Angebot von Georg Böttcher übrigens würde ich gerne aufgreifen, vielleicht verständigen wir uns darüber per mail - wir sitzen hier 80 km südwestlich von Berlin...
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Dank Althaus niemals Langeweile!Mitglied der Fachwerk.de Community( Profil) MatthiasGrubo | 24.02.11
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Quelle: Forum
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