Chris21

Was man nicht kann, kann man lernen - positiv denken und an sich selber glauben

Chris21


Ich bin Chris und bastle gerne - als Kind waren die Projekte überschaubar, jetzt bin ich groß geworden und auch mein aktuelles Projekt ist groß - groß genug um zukünftig als Lebensaufgabe herzuhalten :-)
Vor vier Jahren habe ich mit meiner Frau ein älteres Anwesen, ehemaliger Bauernhof, gekauft. Etwas Arbeit, okay, aber machbar. Geplant war das Wohnhaus zu renovieren, die ein oder andere energetische Optimierung und dann einziehen. Die Fachleute grinsen jetzt bestimmt schon. Nach dem Abbruch einer Überflüssigen Innenwand konnte man in eine der Außenwände schauen...der Anfang der Eskalation. Um es kurz zu machen, hier ein Beispiel, alles andere ging etwa in die gleiche Richtung: Aussenputz Zement, dann 6 Zentimeter Styropor, der Kleber und so weiter, gefolgt vom alten Aussenputz mit Farbe, jetzt kommt die Fachwerkwand aus Eiche und Bruchstein/Lehm, diese wurde innen mit bis zu 15 cm Gipspampe egalisiert und Tapete drauf, gefiel dann aber nicht mehr, also darauf noch eine Lattung ergänzt mit Pressspan, Rigips und noch einer Tapete. Wunderschön. Wunderschön vergammelt. Faszinierend, dass wenn man sich Mühe gibt, man tatsächlich in einer Hauswand eine Kompostieranlage mit einbauen kann. Die Fachleute fühlen sich bestätigt, dass ihr Grinsen vorhin gerechtfertigt war. Wie gesagt, der Rest des Traumhauses war bauphysikalisch mindestens genau so optimiert worden, ebenso statische Gegebenheiten, eigentlich gab es nichts, an dem nicht irgendjemand Hand angelegt hatte. Ein halbes Jahr später haben wir bei 160 Tonnen Entkernungs-Material aufgehört zu Zählen, jeder Statiker hätte sofort einen Kardiologen gebraucht, normale Häuslebauer aus dem Freundeskreis wollten sich vor Züge und von Brücken stürzen, wäre es ihr Haus. Das ist jetzt drei Jahre her. Mit der Idee das alles selber zu schaffen und der Hilfe einiger Freunde die teilweise Fachwissen aus der Baubranche mitgebracht haben wurde einiges bewegt. Alles raus was marode ist, alles Alte was zu retten war gerettet, nochmal 55qm Bodenplatte mit ran gebaut, das komplette Haus somit in der Breite um 5 Meter erweitert, alles in Holzbau mit Weichfaser, Zellulose und so weiter. Aktuell ist der Rohbau fast fertig und mit Fleiß und Schweiß schaffen wir es dieses Jahr noch alles von Außen fertig zu bekommen. Das Haus selbst, Sandsteinsockel mit kleinem Gewölbe dabei, darauf 1,5 Stockwerke und ein Spitzboden aus Fachwerk, ergänzt und erweitert mit Holzständerbaukunst. Baujahr nicht genau bekannt, die Vorbesitzer denken 150 Jahre. Das Haus ist jedoch aus Bauteilen diverser anderer ehemaliger Bauwerke zusammengebaut, an sehr vielen Spuren und der Mischung z.B. der Sandsteine oder der verwendeten Bautechniken lässt sich erahnen, dass es wesentlich älter ist. Jetzt habe ich mich hier angemeldet, da ich hier auch sehr viel lese. Mal sehen, vielleicht schreibe ich in Zukunft auch das eine oder andere :-)