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Alle 46 Kommentare von Sascha

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Raumluftkondensatbildung

SCHIMMEL --- was nun?

07.03.2014, In den Ecken gibt es offensichtlich erhöhte Luftfeuchten durch geringe Temperaturen der Innenwandoberfläche. Im Extremfall bildet sich hier Raumluftkondensat. Für die Raumluftkondensatbilung gibt es zwei in Abhängigkeit voneinander stehende Faktoren: - die rel. Luftfeuchtigkeit - die Wandoberflächentemperatur Durch das regelmäßige Lüften wird die rel. Luftfeuchtigkeit gering gehalten. Dadurch kann die Temperaturspreizung (Raumlufttemperatur - Temperatur der Wandoberfläche) größer ausfallen, bis es zu Problemen kommt. Da es aber keine 0% Luftfeuchte gibt, kann alleine durch die Lüftung das Schimmelrisiko nie auf Null gesenkt werden. Durch das Beheizen soll die Temperatur so gestaltet werden, dass die Kondensatbildung verhindert wird. Hierbei wird aber selten auf die richtige Art der Beheizung hingewiesen. Wird mit einem hohen Anteil an Warmluftkonvektion geheizt, so kühlt sich die warme Raumluft an der Außenwand ab und überträgt dabei die Wärme an die Wand. Kühler werdene Luft bekommt aber ein vermindertes Wasserdampfaufnahmevermögen - die rel. Luftfeuchtigkeit steigt direkt vor der Wandoberfläche an. Ab dauerhaften 70% rel. Luftfeuchte keimen bereits einige Schimmelsporen aus, bei dauerhaften 80% Luftfeuchte, keimen auch die letzten Arten von Schimmelsporen aus und der Schimmel wächst. Die stark konvektive Beheizung (Warmluft) führt also nicht zur Minderung des Schimmelrisikos, sondern steigert das Risiko eher. Raumluftkondensat wird zu 100% durch eine im Vergleich zur Luft wärmeren Wandoberfläche vermieden. Die warme Wandoberfläche wird mittels Wärmestrahlung erreicht. Trifft die Raumluft nun auf die wärmere Oberfläche, erwärmt sie sich daran, die Wasserdampfaufnahmekapazität wird größer, die rel. Luftfeuchtigkeit sinkt und die Luft kann nun die Wand auch noch entfeuchten, was zu einer Verbesserung der Dämmeigenschaft des Ziegelmauerwerks führt. Schon vor Jahrzehnten hat J.S. Cammerer festgestellt, dass bereits 4% Feuchte am Ziegelstein den Dämmwert um 50% midert. Wärmestrahlung bringen alle Flächenheizungen in den Raum, auch Kachelöfen oder der einfache Plattenheizkörper Typ 10 (55% Wärmestrahlungsanteil). Auch bietet sich hier die hydraulische Heizleiste an oder zumindest das warme Heizrohr (Heizrohrschleife) vor der Wand, um die Temperatur der inneren Wandoberfläche zu heben und dadurch Raumluftkondensat zu vermeiden. Das Kondensat und der Schimmel wird auch vermieden, wenn nur wenig geheizt wird. Wichtig dabei ist, dass die innere Wandoberfläche geringfügig wärmer, als die Raumlufttemperatur ist. Natürlich sind dann die Türen zu höher temperierten Räumen geschlossen zu halten, um das Einströmen wärmerer Luft zu vermeiden. Gruss Sascha

Wandputz

Kalkputz, Klappe die 3454562ste

28.07.2013, Hallo Nicole, ich habe mich auch am Wandputz als Laie versucht. Als Spritzbewurf gabs sehr, sehr dünnflüssigen feinen Zementputz (3Teile Sand, 1Teil Zement), der mit der goßen Kelle (die trägt mehr von der Suppe) aud die grob gereinigte (Straßenbesen) und vorgenässte Wand angeworfen wurde. Der Spritzbewurf soll etwa nur 50% decken, sonst leidet die Diffusionsfähigkleit des Wandaufbaus. Alter Literatur entnahm ich, dass man früher auf der Wand übereinander und nebeneinander ca. 20cm große Putzscheiben anwarf und anrieb, welche man mit dem Faden und dem Lot einfluchtete, so dass die Stelle mit der geringsten Putzstärke immer noch ca. 1cm Putz bekommt. Ich habe es mit dem 2m langen Richtscheid gemacht. Drei Scheiben übereinander und mehrer auf gleicher Höhe daneben im seitlichen Abstand von ca. 80cm einfluchten, anreiben und wenn die drei übereinander im Lot sind, diese mit Putz auswerfen und damit zu einer "Putzleiste" verbinden. Die Putzleisten (Kalkputz mit Zementanteil) einen Tag fest werden lassen (sonst reiben sie sich zu schnell aus und die Wand bekommt ggf. doch wieder Dellen). Meinen Unterputz habe ich selbst gemischt (mit dem Betonmischer des Nachbarn) aus 10 Schippen Sand der Körnung 0-4mm, 3 Schippen Kalkhydrat CL90 und einer halben Schippe Zement (bei den Putzleisten waren es eine Schippe Zement). Dann werden die einzelnen Felder von unten nach oben mit Kalkputz mit geringem Zementanteil ausgeworfen und eingeebnet (nur abziehen, noch nicht verreiben). Die Oberfläche ist noch rauh - soll ja schließlich nen Rauhputz werden. Das Anwerfen erfordert etwas Übung, zu dicker Mörtel fällt leicht wieder runter, ebenso, wenn zu stark vorgenässt wurde. Der dünne Mörtel saugt sich mit dem Anmachwasser im Untergrund fest, ggf. 15-20min. ansteifen lassen und eine zweite Lage nass in nass aufbringen. Zwischen den Putzbahnen den frisch aufgetragenen Putz mit dem Richtscheit im Zickzack nach oben hin abziehen. So, bekommt man den Unterputz absolut eben auf die Wand. Der Feinputz (Sandkörnung 0-1mm) wird dann dünnflüssig aufgezogen, so dass er etwa 5mm Stärke hat. Durch die geringere Stärke gehts schneller und der Putz kann nach dem Einebnen, dem Anziehen auch schon verrieben werden (jeweils eine kleine Fläche annässen und sofort mit dem großen Reibebrett verreiben bis zur gewünschten Struktur). Der Putz sollte in der Folge langsam trocknen und keiner Zugluft ausgesetzt werden, da es sonst zu Rißbildungen kommen kann. Je weniger Zement im Kalkputz ist, desto höher ist die Diffusionsfähigkeit. Ein reiner Kalkputz als Feinputzschicht kann auch noch am Folgetage angenässt und verrieben werden. Bis zur vollständigen Erhärtung braucht Kalkputz u.U. Wochen und in dieser Zeit sollte er nicht völlig austrocknen, allerdings darf man ihn auch nicht ertränken. Eine hohe Luftfeuchte ist ausreichend. Einen ebenen Putz mit nur einer Lage hinzubekommen ist für den Laien schwer, denke ich. Gruss Sascha

Deckenaufbau

oh je...Wasserschaden an der Decke

26.07.2013, Ich habe mich bewußt wegen genau einem solchen möglichen Wasserschaden für 4-8mm Kies als Füllung der Balkendecke entschieden und unter die Balken Holzwolle-Leichtbauplatten geschraubt (mit Tellerkopfschrauben preiswert bei EBAY), mit Rabitzdraht vollflächig bespannt (Dachpappenstifte verwenden) und mit Kalkputz (3Teile Sand, 1Teil Kalkhydrat) zweilagig verputzt. Kalkputz läßt Feuchtigkeit sehr gut durch, fällt aber nicht gleich von der Decke bei einem Wasserschaden. Lehm wirkt dichtend gegen Wasser und speichert auch Feuchte über eine lange Zeit und fällt beim Wasserschaden wohl offensichtlich schnell von der Decke. Eine Kiesschüttung kann so gut wie kein Wasser speichern, wirkt jedoch schwingungsdämpfend. Die durchgefeuchtete Decke sollte nun nach oben und unten zum Trocknen geöffnet werden. Die feuchte Schüttung ist zum Trocknen rauszunehmen. Die Holzfeuchte der Balken und des Blindbodens mit dem Meßgerät (gibts preiswert bei EBAY, der Holzheizer hats im Werkzeugkasten) prüfen. Sofern die Holzfeuchte wieder in Richtung 10% tendiert kann die Decke wieder aufgebaut und geschlossen werden. Von OSB-Platten im Deckenaufbau halte ich nicht viel, da diese, wie auch Spanplatten, fast mehr Leim als Holz haben und wie eine Diffusionssperre wirken. Trocknungsprozesse werden hier behindert. Ich plädieren für aufgeschraubte dicke Holzdielen. Wer es komfortabler haben möchte (Trittschallschutz), macht nen Blindboden aus mit den Balken verschraubten Holzbohlen, legt darauf 5mm dicke Holzfaserplatten, darüber kommt dann der schwimmend verlegte hölzerne Fertigbodenbelag (Parkett). Hierbei die Aufbauhöhe beachten, ggf., die Bohlen am Auflager auf den Balken auf halbe Stärke bringen, um die Aufbauhöhe zu verringern. Gruss Sascha

Dachboden

Einfluss Dachdeckung auf sommerliche Dachbodentemperatur

25.07.2013, In Sommer heiß im Winter kalt - der Dachstuhl wird 100 Jahre alt! Mein Haus hat mörtelverschmierte Doppelfalzziegel. Der Dachstuhl ist nun fast 60 Jahre alt und gut in Schuß. Im Sommer ist es unterm Dach heiß, im Winter kalt. Da fühlen sich auch Insekten nicht wohl. Eine Undichtigkeit fällt bei Begehung sofort von innen auf. Defekte Ziegel können auch von innen gewechselt werden. Wollen sie den Insekten eine besseren Lebensraum bieten oder weshalb die Überlegungen? Gruss Sascha

Gratulation

Kerndämmung 2-Schaligen Mauerwerks Altbau mit Holzbalkendecken

23.07.2013, ... zum 115 Jahre alten Haus! Offensichtlich war die Bauweise schon richtig, sonst wäre das Haus nicht so alt geworden. Ich wäre glücklich mit den Mauerstärken, hab leider nur 2x12cm Wände mit 6cm Luft dazwischen. An dem System nun Änderungen vornehmen zu wollen um 10% Heizkosten zu sparen birgt das Risiko der feuchten Dämmung und feuchter Balkenköpfe. Die Luftschicht sammelt im Gegensatz zum Dämmstoff nie flüssiges Wasser, somit ist die Luftschicht von bleibender Dämmqualität und hält die Innenschale trocken. Schon leichte Taupunktverschiebungen können den Tod für die Balkenköpfe sein. Ich hab dazu kürzlich mal nen Text gelesen auf www.ib-rauch.de Gruss Sascha

Kostenschätzung

Schilfrohr-Decke / -Fussboden wie sanieren

23.07.2013, Grundsätzlich - finde ich - ist es einfacher an einem alten unsanierten Haus die Kosten zu schätzen, da es früher kaum versteckte Hohlräume gab, in welchen sich Schimmel und Pilze unbemerkt ausbreiten können. Ausnahme bietet hier die Holzbalkendecke und ein ggf. schon ausgebautes Dachgeschoss. Vorsicht bei alten Fertighäusern in Holzständerbauweise! Die Holzbalkendecke lässt sich kontrollieren, indem man die äußeren Dielen (am Außenmauerwerk) hochnimmt und mit der Taschenlampe und einem Holzfeuchtemeßgerät mal genau die Balkenköpfe (soweit sichtbar) inspiziert. Müssen Holzbalken ersetzt werden, wird es schnell teuer. In der Regel, kann das Dach auch noch von unten begutachtet werden. Ist die Dachhaut dicht, finden sich selten Schädlinge im Holz. Wenn man mit Tapetenleim Papier auf eine verdächtige Holzstelle klebt, sieht man nach kurzer Zeit, ob noch Insekten aktiv sind (Löcher im Papier). Vorbeugend kann das Holz giftfrei mit Kaliwasserglas getränkt werden. Die Holzoberfläche "versteinert" und Insekten erkennen es nicht mehr als Holz und verschonen es. Sind Folien verbaut, können diese ggf. als Kondensationsebene für einen Feuchtestau und entsprechende Schäden sorgen. Ein kleines Loch in der Schilfrohrdecke ist schnell mit Kalkputz (1Teil Kalkhydrat+3Teile Sand) verschlossen. Sanierbar ist grundsätzlich fast alles, die Frage ist, wie viel man selbst machen kann und möchte und wie viel man in Hände von Fachleuten geben muss. Selber machen kostet zwar mehr Zeit, spart nach eigenen Erfahrungen 50-70% der Kosten und man wächst mit seinen Aufgaben. ;-) Gruss Sascha PS: Alte Häuser haben auf Grund massiver und dicker Außenwände oft einen sehr guten sommerlichen Hitzeschutz. So wird heute kaum noch gebaut. Warm bekommt man es im Winter sowieso.
22.07.2013, @ Danilo Ja, er meinte, es ist heute nicht mehr "üblich" den Schornstein in die Trennwand einzumauern. Aber da der Schonstein schon mit dem Fundament in der Wand im Keller sitzt (eingebunden ist) hatte ich gar keine andere Wahl ohne die Rauchrohre verziehen zu müssen oder gleich auch den halben Keller mit abreissen zu müssen. Gruss Sascha

Deckenaufbau

Neuer Deckenaufbau

22.07.2013, Ich hatte mich für zementgebundene Holzwolle-Leichtbauplatten entschieden als Putzträger (hab ne Abneigung gegen Gipskarton entwickelt). Vollflächig Rabitzdraht mit Dachpappenstifte angenagelt und dann von unten in kleinen und recht dünnflüssigen Portionen Kalkputz gegen geworfen. Die Platten aber NICHT vornässen, sonst haftet der Putz so gut wie gar nicht. Den Putz anwerfen geht am Besten, wenn man den Mörtel auf einem Brett (z.B. großes Reibebrett) kurz unter der Decke hält und mit der Spitze der trapetzförmigen Maurerkelle immer kleine Portionen an die Decke wirft. Nach dem Ansteifen (zum Feierabend) kann man die "Stalaktiten" mit dem Richtscheit "absensen" und am nächsten Tag die verbleibenen Hohlstellen mit dem Aufziehbrett (großes Reibebrett) und relativ dünnflüssigem Kalkmörtel ausdrücken/abziehen. So bekommt man eine ca. 1-1,5cm starke Mörtelschicht an die Decke. Nach nochmaligem Abziehen/Begradigen mit dem Richtscheit und ggf. Ausbessern von Hohlstellen kann auch schon die Oberfläche abgerieben werden. Dazu am besten Gummihandschuhe unter die Arbeitshandschuhe anziehen, da die abgeriebene Kalksuppe von der Decke immer über Hand und Unterarm läuft. :-( Ich denke ein Kalk-Zementputz für die erste Putzlage auf der HWL-Platte ist auch okay, da die HWL-Platten kein Wasser saugen und der Kalkputz daher lange Zeit nicht ansteift. Es gibt auch Meinungen, nach denen der Rabitzdraht komplett in Zementputz an die HWL-Platte gelegt werden soll, sozusagen als Ersatz für den zemenären Spritzbewurf. Für die Feinputzschicht an der Decke ist der Kalkputz allerdings ideal, da man den Kalkputz auch noch am nächsten Tag annässen und schön gleichmässig verreiben kann. Auf dem Foto habe ich eine 55 Jahre alte kalkgeputzte Schilfrohrdecke nochmals mit neuem Kalkputz versehen. Es war sehr zeitaufwändig, aber das Endergebnis überzeugt. Finanziell hielten sich die Aufwändungen sehr in Grenzen, da nur Kalkhydrat, Sand und Wasser als Verbrauchsmaterial benötigt werden. Gruss Sascha PS: Meine Erfahrung ist, dass Deckenputzarbeiten mind. doppelt so lange dauern, wie Wandputzarbeiten. Also ausreichend Zeit mitbringen! ;-)

Fußleiste dreiteilig

Sockelleiste: Mdf oder massiv?

22.07.2013, Meine Konstruktion am Heizrohr.

Fußleiste dreiteilig

Sockelleiste: Mdf oder massiv?

22.07.2013, Nach meiner letzten Laminatverlegung im Altbau stand ich vor dem gleichen Problem mit den krummen Wänden. Ich klebte ein der Länge nach halbiertes Stück Laminat (ca. 10cm breit) mit Montagekleber an die Wand und klebte mit farblich passenem Acryl unten einen gebeizten Viertelstab und oben eine gebeizte Abschlussleiste an. Die einzelnen Leisten waren deutlich flexibler und passten sich der Wand an. Natürlich geht das auch mit Vollholz. Sinn war es in meiner Wohnung noch entspechend hohe Scheuerleisten zu bekommen, da teilweise die Heizrohre noch vor der Wand liefen und dort keine handelübliche Scheuerleiste weder dahinter, noch davor passte. Gruss Sascha