Übersicht der Kommentare von Mario im Fachwerkhausforum.

Alle 784 Kommentare von Mario

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Unterschied Standölfarbe - Leinölfarbe

03.08.2021, Entscheidend ist einem Hersteller zu vertrauen und sich dann deren detaillierten Anleitungen für den Anstrich von Fenstern, die jeder ernstzunehmende Anbieter vorhält, zu studieren und befolgen, . Alles steht und fällt mit der fachgerechten Verarbeitung, die Produktauswahl ist subsidiär, da würde ich nicht so viel Zeit investieren.

Hanfkalk als Innendämmung im Fachwerkhaus?

28.06.2021, Hanfkalkmasse bauseitig hergestellt für beschriebene Vorsatzschale wird eine Dichte von etwa 300 - 320 Kilogramm / Kubikmeter haben Wärmeleitfähigkeit: Lambda = 0,07 - 0,08 W/(m K); spezifische Wärmekapazität: c = 1870 J/kg K; bei 12 cm Phasenverschiebung von 6 Stunden. Eine Vorsatzschale wird vorzugsweise mit 8 bis maximal 15 Zentimetern Stärke erstellt. Mit einem gewissen Aufwand lassen sich auch extra leichte Konstruktionen mit Hanfkalk erstellen, dann um Lambda = 0,06 W/(m K)

Hanfkalk als Innendämmung im Fachwerkhaus?

28.06.2021, Die hier im Zusammenhang gemachten Auslobungen die Verwendung von Lehm betreffend, kann nur sehr begrenzt geteilt werden. Kalkbaustoffe haben eine geringere Ausgleichsfeuchte als entsprechende Baustoffzubereitungen mit Lehm. Unstreitig sind beide Materialien in der Lage Feuchtigkeit aufzunehmen, im Falle von Lehm auch gut zu speichern. Mit dem höheren Feuchtegehalt korrespondiert auch die "höhere" Elastizität von Lehm. Der geschichtete Aufbau der blättchenartigen Tonminerale "quillt" bei Feuchtigkeit und macht die Struktur verschieblich. Die Tonminerale halten die Feuchtigkeit aber auch ganz gut und lassen sich ebenso zur "Abdichtung" einsetzen. Kalk hat soweit vortrefflich zubereitet eine schwammartige, mikroporöse Struktur und ist damit im besondern wasserdurchlässiger und hat somit ein hohes Trocknungspotenzial. Insofern empfehlen sich Kalkbaustoffe dort wo insbesondere ein Übermaß an Feuchtigkeit problematisch ist, Lehm vielmehr dort wo ein temporärer Ausgleich an Feuchtigkeit gewünscht ist. Betreffend der Zubereitung mit pflanzlichen Leichtzuschlägen, wie in diesem Fall mit dem gebrochen Stängelmark der Hanfpflanze und Lehm ist zu bemerken, das vergleichbare Mischungen eine höhere Rohdichte durch Verdichtung aufweisen werden, zumal sie auch noch mit Sand gefüllt sind (Lehm = Stoffgemisch in absteigender Partikelgröße aus Sand, Schluff , Ton bzw. Tonminerale). Die Wärmeleitfähigkeit hängt mit der Dichte zusammen. Luft ist demzufolge ein schlechter Wärmeleiter. So das ich hier, abgesehen von den haufwerksporigen Mischungen mit Kork, sich etwas schlechtere Werte ergeben dürften. Besser wahrscheinlich die Verwendung aufbereiteter (gemahlen und getrocknet) Tone, dann aber auch deutlich teurer. Die "erdfeuchte" Mischungen mit Ton und Hanfschäben rotten verhältnismäßig schnell (Weißfäule). Eher beachtenswert aber ist, das die Baustellenorganisation egal ob Lehm oder Kalk verwendet wird, sich deutlich von der Verarbeitung von Plattenwerkstoffen unterscheidet. Man sollte sich eher Gedanken machen ob man mit dieser "Eskalationsstufe" klar kommt, zu aufwendig darf demzufolge der Aufbau und die Verarbeitung auch nicht sein. Es kommt eben ganz auf die Individuellen Bedingungen an, als das man hier Schlagwortregister bemüht. Da ja hier schon die praktische Materialprüfung begonnen wurde, wäre es ja gleichfalls empfehlenswert diesen Weg weiter zu folgen und auch die anderen Materialien händisch zu erproben. Bezüglich der "Elastizität" sei noch angemerkt, das diese bei Verbundmaterialien mit ganz Überwiegenden Gehalten an faserreichen Leichtzuschlägen gegeben sind, die Bindemitteleigenschaft sind hier hingegen subsidiär. Die Leute von "Cellco Systeme" sind auskunftsfreudig und hilfsbereit und ab und zu hier im Forum präsent, vielleicht kannst du von dort eine Materialprobe erlangen.

Hanfkalk als Innendämmung im Fachwerkhaus?

27.06.2021, Hanfkalk wird seit über 20 Jahren in Frankreich eingesetzt und wurde dort ursprünglich für die Ertüchtigung von Fachwerkausfachungen entwickelt. Mittlerweile sind dort auch Ausführungsregeln etabliert "Les Règles Professionnelles d'Exécution et d'Ouvrage en Béton de Chanvre" Auch in Italien und Großbritannien hat das Verfahren Verbreitung gefunden. Die Ausführung einer Innendämmung als Vorsatzschale ist darstellbar. Hierfür wird eine Stützkonstruktion aus Holzleisten erstellt. Diese Stützleisten werden bevorzugt im Raster von etwa 80 Zentimetern angeordnet und sind entweder trapezförimig ausgeformt oder durch seitliches annageln von kleinen quadratischen Leisten als T-Profil ausgebildet. Die Hölzer werden in die Vorsatzschale mit eingebaut. Die notwendige Überdeckung ergibt sich aus der breite der Hölzer. Die wiederum aus der beabsichtigten Dämmstärke abzüglich der Mindestdicke der Hölzer von etwa 40 Millimetern resultiert. Im übrigen dienen die Hölzer als lot- und wagerecht nivellierte Befestigung für die Kletterschalung. Der notwendige Abstand zum Schalbrett wird einfach mit kleinen Holzklötzern hergestellt. Bei der ersten Lage kann das Schalbrett unten auch am Boden befestigt werden und wird mit jeder weiteren Lage gegen die bereits fertige Fläche gestellt. Die bauseitig herzustellende Hanfkalkmischung richtet sich nach den konkreten Bedingungen vor Ort. Ebenfalls bemisst sich die Art und Menge der Bindemittel nach der angestrebten Verdichtung des Materials. Üblich sind Mischungen aus Weisskalk und Puzzolane oder natürlich hydraulischem Kalk. Für frost-tauwechselbeständige Ausführungen (außen) wird sogenannter Romanzement eingesetzt. Der Einsatz von Portlandzement hat sich nicht bewährt. Eine andere Möglichkeit mit deutlich verringerter Trockenzeit wäre Hanfsteine bzw. -platten zu verwenden und nur den Zwischenraum zum Fachwerk mit Hanfkalk zu verdämmen. Die Steine selbst werden mit Kalk dünn vermörtelt. Auch diese Steine oder Platten könnten individuell bauseitig erstellt werden oder sind in vielen Formaten lieferbar. Ich selbst war schon bei einigen Projekten mit der Ausführung in Hanfkalk befasst und kann dir gerne weiterhelfen. Für geneigten Kontakt kannst du gerne meine Email (Profil) verwenden.

Dampfdurchlässige Holzlasur auf Alkydharzbasis?

16.06.2021, Im Bezug auf die Dauerhaftigkeit würde ich aber bei Lasuren von regelmäßig, in kürzeren Intervallen als bei deckender Beschichtung, notwendigen Anstrichen zur Auffrischung ausgehen. Bei Vergrauung wird man auch wieder mit pigmentierten Öl nachstreichen müssen. Also die einfache Wartung der Fassade sollte schon möglich sein (kleines Gerüst bzw. Leiter).

Mauerwerksanierung / Einfugen von Kalkmauerwerk (Feldbrand)

07.06.2021, Es könnten Mängel bei der Materialauswahl und Verarbeitung vorgelegen haben. Fehlt es beispielsweise am kraftschlüssigen Verbund von Mörtel und Ziegelkante, sind Risse durch Schwund oder Spannung vorhanden, so kann Wasser eindringen und Durchfeuchtung, Ausblühungen oder Frostsprengung tragen dann zur zeitigen Verwitterung bei. Der Einsatz von Zementmörtel ist hier nicht vorteilhaft. Auch sind Trasszemente oder werksgemischte Trassmörtel mit Portlandzement von zweifelhaften Nutzen. Bauzeitlich wird hier wohl ein Kalkmörtel mit Trass angewendet worden sein. Da kann man sich mal auf die Suche am Objekt machen, das dürfte auch mit Blick auf die Sieblinie entsprechenden Aufschluss bringen. Auch könnten Kalk-Bindemittelsysteme mit hohem Belitegehalt (C2S), aus gebrannten Kalkmergel, wie sogenannter Romanzement, der mit natürlich hydraulischem Kalk (NHL) abgemischt wird, Verwendung finden. Wie gesagt wird besonders auf die einwandfreie Ausführung zu achten sein.

Renovierung oder Sanierung der Aussenwand

06.06.2021, Die Materialauswahl und Ausführungsart ist vordergründig von funktionalen Erwägungen getragen. Hier kommt es insbesondere auf ein passendes Feuchteverhalten an um eine geringe Ausgleichsfeuchte der Materialien anzustreben und so den dauerhaften Bauerhalt zu ermöglichen. Nur eine "malermäßige" Instandsetzung bring hier wenig Nutzen. Ungeeignete Materialien trennen sich ja wie schon zu beobachten selbst vom Untergrund. Effektiv wäre also die Konstruktion wieder zu ihrer ursprünglichen Funktionalität und gepflegten Erscheinung zu verbessern. Wenn du das selbst machen willst. solltest du dir jemanden suchen der bereit ist mit dir vor Ort ein Vorgehen nach tradierter Art zu entwickeln, dich in die Handhabung einweist und bei der Materialauswahl und Verarbeitung anleitet. Das ist zeit und deutlich kostensparender und du eignest dir Kenntnisse an, wie mit so einem Häuschen richtig umzugehen ist. Im Internet sind das alles nur Schlagworte es kommt aber auf die richtigen Zusammenhänge an.

Kalkestrich ausbessern/reparieren möglich?

01.06.2021, Grundsätzlich lassen sich Kalkmörtelböden erhalten bzw. instandsetzen sofern das Tragwerk noch tauglich ist. Auch ließen sich die bauzeitlichen Materialien nach einem eventuell erforderlichen (Teil-) Rückbau auch wiedereinbauen. Dieses Materialrecycling mineralischer Baustoffe (sofern ohne Schadstoffe oder mikrobiellen Befall) war auch bauzeitlich Stand der Technik. Insofern könnte die Reminiszenz erhalten werden. Kalkestriche weissen eine hohe Elastizität auf. Manchmal stehen die Estriche noch gut konsolidiert da obwohl das hölzerne Tragwerk schon längst morsch ist. Deswegen ist eine Reparatur oder Wiederherstellung mit Zement genau das Gegenteil einer materialgerechten Instandsetzung. Je nach historischer Nutzung wurden die Kalkestriche vorgesehen um bestimmte raumklimatische - bzw. hygienische Ansprüche (Nagerbefall), bei landwirtschaftlicher Lagerhaltung oder den Feuerschutz betreffend (Küchen, Feuerstätte) sicherzustellen. Die Kalkestrichböden können mit jedem nicht dampfdichten Oberbelag versehen werden. Das kann neben Naturfasern, Holz auch offene Tonbeläge sein. Auch ist eine mineralische Spachtelung aus dem Objektbereich, mit angepasster Materialbasis. denkbar . Solche Einbauten sind immer unikativ, ein Zeugnis tradierter handwerklicher Erstellung, adaptiert auf die örtlich verfügbaren Materialen und Einbausituation. Deswegen wird man sich das im Einzelfall besser immer anschauen müssen um dann gedanklich ein sinnvolles Vorgehen zu ermitteln. Das erfordert ein tiefgreifendes, spezielles Materialverständnis. Es ist demnach nicht besonders sinnvoll hier eine Anleitung zu geben oder Reparaturmaterialien zu empfehlen ohne das besichtigt zu haben. Wie gesagt das ist Handwerk, verbunden mit Materialkenntnis. Es ist aber generell kein Problem vor Ort mal eine Reparatur oder angepasste Ergänzungsmaterialien zu bemustern. Über diese haptische Möglichkeit kommt man meiner Erfahrung nach, auch bei unterschiedlichem Informationsstand oder Erwartungshaltung am schnellsten zu einer einheitlichen belastbaren Erkenntnis. Soweit diese Einbauten vom Denkmalschutz erfasst sind kann man für die auch ein kleines Sanierungskonzept schreiben. Wenn erforderlich kann ich auch Kontakt zu besonders erfahrenen Restauratoren im Handwerk vermitteln. Kostensparend ist auch der angeleitete Selbstbau möglich. Unter meinem Profil ist eine Emailadresse hinterlegt, diese kann bei geneigtem Interesse gerne für weiteren Kontakt verwendet werden.

Kaseinfarbe erkennen / entfernen

Kaseinfarbe erkennen / entfernen

29.05.2021, Wenn ihr in der Verarbeitung von Kalkglätte schon geübt seid ist die Sache doch auf einem guten Weg. Mit Durchschlägen meinte ich vielmehr färbende Salze die aus historischer Belastung stammen und dann durch Feuchtigkeit und Alkalien gelöst werden und in die frische Beschichtung diffundiert, das ergibt dann sogenannte zumeist gelb-braune "Wasserflecken". Das passiert schon recht häufig bei der dünnen Überarbeitung von Altputzflächen, insbesondere Decken. Wenn das bei euch nicht beobachtet wird auch gut. Wie gesagt, mal eine (Haft-) Probe machen. Material antragen und überglätten, wenn es sich dabei nicht abrollt ist das ein erster guter Hinweis. Als Grundierung zur leichten Festigung und Ausgleich der Saugfähigkeit, kann alternativ eine verdünnte Kaseinleinm-Lösung (0.25 %) verwendet werden. Der Untergrund muss aber saugfähig sein.

Kaseinfarbe erkennen / entfernen

Kaseinfarbe erkennen / entfernen

28.05.2021, Wie man hier mit der Untergrundvorbereitung verfährt ist vom Einzelfall abhängig. Für die Kalkglätte benötigt man einen traffähig und saugfähigen Untergrund, der frei von haftbehindernden Verunreinigungen ist. Bei einer Kalkglätte sollte der Untergrund hinreichend egalisiert, aber auch nicht zu glatt sein. Bei der braunen Farbe könnte es sich um eine Grundbeschichtung für eine dekorative Ausmalung sein. Zumeist wurden hier Ölfarben verwendet. Es kann auch sein das es sich um eine Tempera-Kaseinfarbe handelt, diese ist mit Leinölfirnis emulgiert. Ein weiteres Problem bei der dünnlagigen Kalkbeschichtungen ist das Verunreinigungen aus der Wand gelöst und in die frische Kalkschicht diffunfieren. Auch das muss beachtet werden. Es empfiehlt sich eine Probefläche anzulegen, ddnn wird man die Untergrundeignung festgestellen können.