Übersicht der Kommentare von Sachverständigenbüro Dipl.-Ing. Boris-A. Blenn GmbH im Fachwerkhausforum.

Alle 162 Kommentare von Sachverständigenbüro Dipl.-Ing. Boris-A. Blenn GmbH

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Schwindmaß längs zur Faser vernachlässigbar

"grünes" Holz für neue Deckenbalken ?

21.09.2013, Das Schwindmaß axial, also längs zur Faser kann man allgemein mit 0,01% je 1% Holzfeuchteänderung annehmen. Bei einem 4,00 m langen Balken also: 4000mm/10000 = 0,4 mm je 1% Holzfeuchteänderung Annahme Rücktrocknung von 30% auf 10% Holzfeuchte: 0,4 mm x (30-10) = 8 mm Schwund in Längsrichtung. ...also vernachlässigbar. Dennoch rate auch ich Ihnen vom Einbau "klatschnasser" Hölzer ab. Gruß Boris Blenn

Pilzbestimmung im Labor - und dann?

oh je, Pilzbefall im Bad...vielleicht weißer Porenschwamm? Ein Rat gesucht

12.09.2013, Hallo. Ein schönes Beispiel für die Probleme einer Probennahme mit einer einzigen Stichprobe. Das Ergebnis aus dem Labor suggeriert einen sicheren Befund und könnte dazu verleiten, falsche Sanierungsmaßnahmen zu treffen. Aber auch eine große Anzahl an Stichproben kann zu irreführenden Ergebnissen führen. Man stelle sich vor: es wird Echter Hausschwamm an der Probe diagnostiziert. Welche Relevanz hat nun eine solche Diagnose, wenn z.B. im beprobten Befallsbereich ausschließlich nur Weißfäule erkennbar ist (Echter Hausschwamm verursacht Braunfäule, wie übrigens auch die Porenschwämme der Gattung Antrodia)? Insbesondere bei der molekulargenetischen Bestimmung kann dies schon einmal vorkommen, wenn in dem beprobten Bereich z.B. Sporen des Echten Hausschwamms ausgekeimt sind. Wenn wir bei dem Beispiel bleiben: ein kleinflächiger Hausschwammbefall von z.B. wenigen Quadratzentimetern Größe auf einer Holzkonstruktion würde inmitten eines großen Befalls eines oder mehrerer Nassfäuleerreger keine Hausschwammsanierung erfordern. Daher sollte immer das Laborergebnis im Kontext des Befallsbildes bewertet werden. Ich will damit nur verdeutlichen, dass apparative Messtechnik, und sei sie auch noch so beeindruckend, nicht das geschulte Auge vor Ort ersetzen kann. Auf der anderen Seite kann aber auch ein Labor in schwierigen Fällen und bei planvoller Beprobung die einzige Möglichkeit zur Feststellung des Schaderregers sein. Und was bedeutet das nun für den Fragesteller? Wahrscheinlich haben Sie bereits alles richtig gemacht und den oder die Nassfäuleerreger zusammen mit dem gesamten Holz ausgebaut. Letzte Gewissheit, ob doch noch Echter Hausschwamm irgendwo mit im Spiel ist (auf den Fotos gibt es dafür erst einmal keine Hinweise), wird Ihnen im beräumten Zustand allenfalls ein erfahrener Holzschutzsachverständiger geben können. Zu prüfen wäre noch, ob sich angrenzend an das Bad Fachwerkwände befinden (bei 20er Jahre-Bau nicht auszuschließen). Dies sollten dann unbedingt untersucht werden. Gruß Boris Blenn

Ausgebreiteter Hausporling "aka" Eichenporling

oh je, Pilzbefall im Bad...vielleicht weißer Porenschwamm? Ein Rat gesucht

06.09.2013, Hallo. Meiner Meinung nach hat da mein Kollege Ulrich Arnold mit seiner Vermutung "Ausgebreiteter Hausporling" bereits ins Schwarze getroffen. Auf Bild 1 scheint mir weißfaules Holz auch recht eindeutig sichtbar zu sein. Entgegen sämtlicher mir bekannter deutschsprachiger Fachliteratur zum Thema dieses Schaderregers kann der Ausgebreitete Hausporling (oder auch Eichenporling) im frühen Entwicklungsstadium strangartige Auswüchse entwickeln. Sie werden aber feststellen, dass diese Stränge nicht in einem Stück abzulösen sind, sondern leicht mit dem Finger zerrieben werden können. In der weiteren Entwicklung entsteht ein flächiger Mycelbelag, der keinerlei Stränge mehr erkennen lässt. Achten Sie bei der Sanierung auch auf Überwachsungen von angrenzenden Baustoffen. Ich habe diesen Pilz schon auf Fliesen und sogar einer Stahltür gesehen. Vor dem Neuaufbau des Fußbodens sollte evtl. noch vorhandene Mycelien abgebrannt oder mechanisch entfernt werden. Übrigens: sollte hier noch ein weiterer Pilz mit im Spiel sein, so kann ein erfahrener Holzschutzsachverständiger sehr wahrscheinlich anhand der angrenzenden Wände und der Decke zumindest den Echten Hausschwamm ausschließen. Das vermag ein Labor nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand zu leisten. Gruß Boris Blenn

Eichenbock

Splintholzlarve

27.07.2013, Hallo, es handelt sich hier sehr wahrscheinlich um einen der größten einheimischen Bockkäfer, dem Eichenbock oder Heldbock, Cerambyx cerdo. Befallen wird stets der stehende Baum. Fraßgänge können bis zu 40 mm im Durchmesser betragen. Grüße Boris Blenn

Notwendigkeit von chem. Holzschutzmitteln noch nicht geklärt

Fachwerk abgeschliffen und morsche Träger endeckt! Was muss man tun?

23.07.2013, Koranol IB ist ein bekämpfend wirksames Holzschutzmittel mit dem Wirkstoff Permethrin. Die Zulassung für tragende Bauteile ist für dieses Produkt jedoch abgelaufen. Außerdem dürfen Permethrin-haltige Holzschutzmittel nicht mehr in Wohnräumen oder deren Nebenräume ohne staubdichte Abdeckung verarbeitet werden. Über Wood-Bliss wurde hier schon einiges geschrieben. Besonders die Ausführungen von Lutz Parisek hier im Forum werden für Sie von Interesse sein. Benutzen sie einfach die Suchfunktion oben rechts in diesem Forum. Ich verstehe den Sanierungsvorschlag Ihres Zimmermanns nicht ganz. Wenn das Splintholz abgebeilt wird, was soll dann injiziert werden? Im Kern- bzw. Reifholz nützt Ihnen eine Holzschutzmittel gegen Hausbock gar nichts, da die Hausbocklarven dieses meiden. Wenn also alle Balken bis auf den Kern abgebeilt werden, brauchen Sie auch keinerlei Holzschutzmittel. Außerdem sollte zunächst einmal der Aktivitätsnachweis erfolgen. Das erfordert viel Erfahrung. Konnte Ihr Zimmermann einen Lebendbefall zweifelsfrei feststellen? Und wenn ja, dann müssten doch auch die Einschubbretter bzw. Staken, die Dielung und die unterseitige Deckenverschalung befallen sein? Also nochmals meine Empfehlung: die Balken von einem wirklich Sachkundigen untersuchen lassen und die Sanierungsmaßnahmen erst danach planen. Holzschutzsachverständige finden Sie z.B. auf der Seite www.dhbv.de. Gruß Boris Blenn
12.07.2013, Hallo. Ich möchte keinen auf den Schlips treten, aber einiges muss ich jetzt mal richtig stellen, um der "Legendenbildung" vorzubeugen: - Ein Radio wird die Larven im Holz gewiss nicht abtöten. Und vertreiben lassen sich diese auch nicht, da sie das Holz nicht verlassen können. Aber vielleicht fühlen sich die Käfer ja bei der Paarung und Eiablage gestört :-) - Der Holzbock ist eine Zecke. Hier ist wohl der Hausbock gemeint. - Die Ausschlupflöcher auf den Fotos stammen nicht vom Hausbock. Ich sehe aber welche vom Bunten Nagekäfer (linsenförmige Kotpillen auf dem Foto mit roten Balken). - Schlupfzeit vom Bunten Nagekäfer war dieses Jahr im Mai/Anfang Juni. Daher waren die Löcher vielleicht doch schon vorher da und wurden durch "Untermieter" wie z.B. kleine Wespenarten wieder freigelegt. - Die Fraßspuren auf dem Fotos mit dem braunen Balken scheinen mir alle übermalt zu sein, daher ist auch ein Altschaden hier möglich. Folgen Sie dem Rat von Frank Lipfert und lassen sie die Balken untersuchen. Dann aber bitte mit Bohrer und evtl. auch Endoskop. Gruß Boris Blenn

Hausbock-Fraßschäden

Fachwerk abgeschliffen und morsche Träger endeckt! Was muss man tun?

22.06.2013, Hallo, ich komme nach Betrachtung der Fotos zu folgenden Schlussfolgerungen: 1. Es handelt sich eindeutig um Hausbock-Fraßschäden. 2. Die Larven des Hausbock ernähren sich nur von Nadelholz-Splintholz. Daher sind die angrenzenden Schwellen und Rähme aus Eichenholz nicht geschädigt. 3. Bei den Larven auf dem dritten Foto handelt es sich nicht um Holzschädlinge. Augenscheinlich handelt es sich um Larven aus der Familie der Dermestidae. Für das Holz völlig ungefährlich. 4. Der Hausbock-Befall kann bereits seit Jahrzehnten erloschen sein, muss aber nicht. Entwicklung ist auch an trockenem Holz möglich (Minimum 8 M-% Holzfeuchte). Wohnraumklima schützt dabei wenig. Im Bereich der Deckenbalkenköpfe an den Außenwänden, liegen deutlich höhere Holzfeuchten vor. 5. Im 2. Bild kann man den geringen Kernholzanteil eines der Deckenbalken erkennen. Ich habe das Kernholz mal grün markiert. Dieses Bauteil weist nur noch eine geringe Tragfähigkeit auf. Ich empfehle Ihnen, einen erfahrenen Holzschutz-Sachverständigen hinzuzuziehen, da ein Aktivitätsnachweis nicht immer einfach ist. Grüße Boris Blenn

Evtl. Ameisen am Fachwerk

Ist das Holzschädlingsbefall?

10.05.2013, Hallo. Für mich sieht das sehr nach Genagsel von Ameisen aus. Wahrscheinlich braunfaules Eichenholz. Auf dem Foto glaube ich außerdem einige Kokonhüllen zu erkennen. Trifft meine Vermutung zu, so sollten mit der Lupe braune Chitinpanzerreste von Ameisenkörpern in dem Genagsel zu erkennen sein. Auch Kotpillen von holzzerstörenden Nagekäfern sind möglicherweise in der Probe vorhanden, jedoch anhand des Bildes nicht zu erkennen. Ein Ameisenbefall kann ein Hinweis auf einen versteckten Fäulnisschaden am Fachwerk sein. Grüße Boris Blenn

Echten Hausschwamm

Hausschwamm im Keller entdeckt!??

15.04.2013, Hallo, der Fruchtkörper an der Holzfaserplatte und die ausgeprägten Mycelstränge weisen eindeutig auf Echten Hausschwamm (Serpula lacrimans) hin. Anhand der Bilder und Ihrer Schilderungen handelt es sich um einen hoch aktiven Befall. Der Pilz hat offenkundig geradezu ideale Lebensbedingungen im Keller vorgefunden. Ihre Erste-Hilfe-Maßnahmen zum Nährstoffentzug waren richtig. Nun muss schnellstens eine fachkundige Untersuchung erfolgen. Mit Wuchsleistungen von bis zu 9 mm pro Tag (bei optimalen Bedingungen) und der Fähigkeit des Pilzes, feuchtes Mauerwerk über größere Strecken zu durchwachsen, ist Ihre Holzkonstruktion im Erdgeschoss definitiv gefährdet. Sie können sich u.a an die Holzforschung Austria in Wien wenden. Weitere Adressen finden sie hier: http://www.holzfragen.de/seiten/holzschutz_ausland.html Gruß Boris Blenn

Ausgebreiteter Hausporling

Balken morsch, Pilz?

03.04.2013, Es handelt sich hier eindeutig um den Ausgebreiteten Hausporling, Donkioporia expansa. Neben dem Echten Hausschwamm der häufigste Gebäudepilz (zumindest bei mir in Norddeutschland). Da er ein Weißfäuleerreger ist, kann er Eichenkernholz relativ schnell abbauen (Braunfäuleerreger haben es bei Eichenkernholz vergleichsweise schwer). Sie sollten einen Holzschutzsachverständigen hinzuziehen, der weitere mögliche Schaderreger bestimmt (wichtig: Ausschluss von Echtem Hausschwamm) und Ihnen mögliche Sanierungsmaßnahmen aufzeigt. Das kann auch in Form einer mündlichen Beratung erfolgen. Kommt die Gebäudeversicherung mit ins Spiel (Wasserschaden), bekommen Sie die Kosten für den Sachverständigen nach vorheriger Absprache mit der Versicherung möglw. sogar erstattet. Sie sollten bedenken, dass der Pilz bei Wiederbefeuchtung sehr wahrscheinlich wieder aktiv werden wird. Der Ausgebreitete Hausporling gilt als besonders schadträchtig und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Um verpiltzes Material in der Holzbalkendecke nicht ausbauen zu müssen, sollten verschiedene bauliche Voraussetzungen erfüllt werden, um das Risiko eines Wiederauflebens zu minimieren. Das muss aber vor Ort beurteilt werden. Gruß Boris-A. Blenn