Übersicht der Kommentare von Haböck & Weinzierl Holz- und Bautenschutz KEG im Fachwerkhausforum.

Alle 33 Kommentare von Haböck & Weinzierl Holz- und Bautenschutz KEG

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12.05.2006, Hallo Fam. Horbank! Ich muss in diesem Fall Lutz korrigieren, was nicht oft vorkommt (meist hat er schon alles Wichtige vor mir gesagt, womit sich ein Kommentar von mir erübrigt). Prinzipiell ist eine beschädigungsfreie Abtötung der Holzschädlinge in Möbeln und Kunstwerken mit Wärme möglich und wird auch laufend von uns durchgeführt. Damit dies aber funktioniert, ist es notwendig, neben dem langsamen Aufheizen und Abkühlen auch die Luftfeuchtigkeit genau zu steuern, damit es zu keiner Austrocknung des Objektes und damit zu Schäden kommt. Außerdem ist eine Umgebungstemperatur von 100°C viel zu hoch. Lackschäden, Risse und Fassungsablösungen sind bei diesen Temperaturen so sicher wie das Amen im Gebet. Auch das Aufstellen eines Wassergefäßes im Backofen ist bei weitem zu wenig und hat nicht die erwünschte Wirkung einer Befeuchtung. Ich kann Ihnen daher nur dringend davon abraten, Ihr Möbel in dieser Form zu behandeln. Das Verfahren, das hier eingesetzt werden muss, heißt feuchtekontrolliertes Warmluftverfahren (auch Thermo Lignum Warmair Verfahren). Neben einer Anlage in Heidelberg, steht in Salzburg eine Anlage. Nähere Informationen finden Sie unter www.thermolignu.de Ich hoffe, Sie mit dieem Hinweis vor Schaden bewahrt zu haben. Gruß aus Salzburg B. Schachenhofer P.S. Sorry Lutz, mußte aber diese Anmerkung machen. Kommt ja nicht oft vor, dass ich Dich korrigieren muss (eigentlich erst das erste mal).

Hausbockbefall in neuem Holz!

Fragen zum Hausbock

16.01.2006, Leider ist es entgegen der Meinung von Hrn. Reifferscheid recht häufig, dass Hausbock mit frischem Holz mit eingebaut wird. Man kommt nur erst ziemlich spät drauf, da es i.d.R. mehrere Insektengenerationen dauert, bis es zu größeren Schäden kommt und der Befall entdeckt wird (oft bei Dächern die so ca. 10 Jahre alt sind). Grund für den Befall am frisch geschnittenen Holz ist, dass Holzlagerplätze häufig in der Nähe von Wäldern sind und frisches Holz für Insekten, speziell für Hausbock sehr gut riecht. Die schönsten Hausbockexemplare findet man übrigens im Wald, vorwiegend dort, wo viel Totholz herumliegt. Aus diesem Grund empfehle ich kammergetrocknetes Holz zu verwenden. Vom Aufwand her ist dies nicht allzu groß, da Sägewerke und große Zimmerein normalerweise sowieso eine Trockenkammer besitzen. Gruß aus Salzburg B. Schachenhofer

Missverständnis!

Fragen zum Hausbock

08.01.2006, Um ein Missverständnis aufzuklären! Das Aufheizen von Dachstühlen, Gebäuden, Räumen etc. (Heißluftbehandlung) ist nicht!!! verboten. Weder in Österreich, noch in Deutschland, noch sonstwo in Europa! Rein die Behandlung mit Giftgas ist an strenge Auflagen gebunden und in gewissen Bereichen verboten! Zu Ihrer geplanten Vorgangsweise: Dies ist eine sehr aufwändige und auch kostspielige Sache. Die Heißluftbehandlung einer mit Holz vollgeräumten Hütte ist mindestens genauso teuer, wenn nicht sogar teurer als die Behandlung eines Dachstuhls. Grund: Um die nötigen Abtötungstemperaturen von 55°C über 1h in alle Holzteile zu bekommen, ist es aufwändiger einen kompletten Holzstoß zu behandeln, als freiliegende Teile. Was Sie allerdings tun können, ist den alten Dachstuhl luftdurchgängig zu stapeln und das Holz anschließend in eine Trockenkammer eines benachbarten Sägewerks oder Zimmerei zu bringen und dort behandeln zu lassen. Der Einbau von reinem Lärchenkernholz, oder Eiche im neuen Dachstuhl ist ebenfalls eine teure Angelegenheit! Wenn es mein Dachstuhl wäre würde ich entweder den alten Stuhl Heißluftbehandeln lassen, oder bei Abriss sämtliches Holz entsorgen und beim neuen Dachstuhl darauf achten, dass das Holz nachgewiesenermaßen in der Trockenkammer war und die Abtötungstemperaturen erreicht hat. Eventuell kann man überlegen, ob man den neuen Dachstuhl mit einem Borpräparat vorbeugend schützt, oder getrocknetes und imprägniertes Holz verwendet (sollte hier ein Befall auftreten, haftet der Lieferant!). Eine 100%-ige Sicherheit gibt es aber in diesem Fall nicht und es wird immer ein gewisses Restrisiko bleiben (wir haben es nunmal mit Lebewesen und der Natur zu tun!). Mfg Schachenhofer

Fragen zum Hausbock

06.01.2006, Hallo, ich würde Ihnen empfehlen, erst einmal abzuklären, wie stark der Dachstuhl bereits geschädigt ist und ob die Tragfähigkeit beeinträchtigt ist. Wenn Sie den Dachstuhl nicht sowieso austauschen, weil er den neuen Nutzungsanforderungen nicht mehr genügt (z.B. Geometrie für Ausbau ungeeignet etc.), sollten Sie eine Bekämpfungsmaßnahme durchführen. Ich ersehe aus Ihrer E-mail Adresse, dass Sie aus Österreich sind. Somit erübrigt sich eine Begasung, da dies für EFH hier nur unter sehr aufwändigen Sicherheitsvorkehrungen in Ausnahmefällen erlaubt ist. Außerdem kommen hier hochgiftige Gase zum Einsatz, die nicht nur die Hausböcke umbringen, sondern durchaus auch für Menschen tödlich sein können (Bsp. Begasungsunfall Bayern!). Eine Behandlung mittels Injektion würde ich ebenfalls nicht empfehlen, da diese bei einem großflächigen Einsatz ebenfalls aufwändig und teuer ist; außerdem ist das Problem der schlechten Tränkbarkeit von Fichte auch bei einer Injektionsbehandlung vorhanden. Somit bleibt eigentlich als Alternative nur die Heißluftbehandlung. Um Ihnen hier einen Preis nennen zu können, bräuchte ich etwas detailliertere Informationen. Was die Flugzeiten des Hausbockes betrifft, ist diese durchaus früher als Juli / August. In Österreich beginnt diese z.T. schon im März/April (Osten von Österreich), kann aber im alpinen Raum durchaus erst im Juli/August stattfinden. Das mit dem Lagerfeuer, sollten Sie den Dachstuhl abreissen, wäre sicher die beste Lösung, hat aber den großen Nachteil, dass Sie das in Österreich selbst nicht dürfen und die Wahrscheinlichkeit, dass die Nachbarn die Feuerwehr holen sehr groß ist. Die Lagerung der Teile im Holzschuppen ist, wie bereits gesagt, eine neuerliche Brutstätte. Sollten Sie weitere Fragen haben, bzw. ein Anbot für eine Heißluftbehandlung benötigen, können Sie mich gerne telefonisch kontaktieren: Meine Telefonnummer: 0676-7337437.
14.02.2005, Hallo Ulrich, was Lutz gesagt hat, ist so weit o.K. Du solltest aber beachten, dass Hausbockkäfer sehr gut fliegen können und man daher davon ausgeht, wenn ein Befall entdeckt wird (sieht man meist erst, wenn Ausfluglöcher vorhanden sind und es rieselt), dieser großflächig vorhanden ist. D.h. im Klartext, dass es wahrscheinlich ist, dass Du die Behandlung an mehreren verschiedenen Balken zu unterschiedlichen Zeiten durchführen musst. Den Zeithorizont, den Lutz genannt hat ist sehr realistisch, ich würde ihn sogar nach oben korrigieren. Alternativ dazu würde ich mir auch eine Heißluftbehandlung des Dachstuhles überlegen. Gruß aus Salzburg B. Schachenhofer
11.01.2005, Hallo Nicole, Ob es sich bei dem Pilz, der Deinen Balken zerstört hat um den Hausschwamm handelt kann ich per Ferndiagnose nicht sagen. Dass es ein holzzerstörender Pilz war ist jedoch gewiss. Die Ursache für die Durchfeuchtung muss auf jeden Fall beseitigt werden. Ob allein die fehlende Dachrinne der Grund war, oder ob noch eine andere Feuchteursache vorliegt. Der abgefaulte Bereich des Holzes muss mit einem gewissen Sicherheitsabstand auf jeden Fall entfernt werden. Ich würde empfehlen, dass Sie einen Fachmann kontaktieren, der sich die Sache vor Ort ansieht. Der kann dann auch beurteilen, ob es sich um den Hausschwamm handelt und welche Maßnahmen zu treffen sind.
11.06.2004, Wie Hr. Malangeri schon sagte, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit andere "Holzfresser" am Werk. Um Ihnen zu helfen brauchen wir aber etwas nähere Informationen; (Lochgröße, Lochform, Fraßgangbeschaffenheit, Bohrmehl etc.) Sie finden einige Informationen über verschiedene Insekten unter www.holzschaedling.com Gruß aus Salzburg

Altes Holz in die Trockenkammer!

Lagern von schädlingsbefallenem Holz

11.06.2004, Hallo Hr. Leyh, es kommt natürlich darauf an, wie stark das alte Holz bereits geschädigt ist; da das Holz ja bereits abgebaut ist, verladen Sie es, führen Sie es zum nächsten Sägewerk, Holzhandel, Zimmermann etc. wo eine Trockenkammer existiert und lassen es darin behandeln. Wichtig ist, dass 55 °C in der Mitte der stärksten Balken über eine Stunde lang nachgewiesen werden. Dies ist kein Problem, da sowieso ein Protokoll geführt werden muss. Je nach weiterer Verwendung, kann das Holz bei dieser Gelegenheit auch noch weiter abgetrocknet oder eben nur aufgeheizt werden. Die Kosten halten sich hierbei im Rahmen (Transport zur nächsten Trockenkammer + Lohntrocknung). Sie haben dadurch auch den Nachweis, das das Holz nicht mehr befallen ist. Die Rinde gehört aber trotzdem runter und das Holz gehört nach der Behandlung in der Trockenkammer entsprechend gelagert. Gruß aus Salzburg
03.06.2004, Man kann sich darüber streiten, ob und bei welchen Anwendungen Holz chemisch geschützt werden soll. In manchen Fällen kann sicherlich auf chemischen Holzschutz verzichtet werden. Wenn er aber notwendig ist, dann muss das Präparat auch wirken, d.h. es braucht auch einen Wirkstoff! Wenn dieser nämlich nicht vorhanden ist, dann erzielt es auch keine vorbeugende bzw. bekämpfende Wirkung gegen die entsprechenden Organismen (Insekten, Pilze etc.). In diesem Fall ist es dann überhaupt besser, man spart sich die Arbeit und das Mittel und verzichtet auf diese Art von Holzschutz (das Ergebnis kann dabei auch durchaus ein zerstörtes Holz sein. Der Wirkstoff ist in den meisten Fällen für den Menschen unschädlich, d.h. aber nicht, dass er generell ungiftig ist; für den entspr. Organismus muss er auf alle Fälle eine "Giftwirkung" haben!. Der Grundsatz hat zu lauten: so wenig chemischer Holzschutz wie möglich, aber so viel wie notwendig! Es muss jedes mal, entsprechend den Gegebenheiten die richtige und beste Lösung gefunden sein. Das muss nicht immer chemisch sein. Wo es aber notwendig ist, muss die Chemie gezielt und in ausreichender Menge eingesetzt werden. Gruß aus Salzburg

Erklärungen und Tips für Ihren Weidenbohrer!

Weidenbohrer im Fachwerkhaus

03.06.2004, Sehr geehrter Hr. Schellmann, wie bereits telefonisch mit Ihrer Frau besprochen, halte ich einen Weidenbohrerbefall in der Fertigteilwand für sehr unwahrscheinlich. Es gibt für mich nur 2 Erklärungen: 1. Möglichkeit: Die Raupen haben sich von den angrenzenden, befallenen Bäumen in die Wand verirrt und Sie haben sie zufällig dort gefunden. Die hörbaren Fraßgeräusche stammen von einem Trockenholzinsekt (z.B. dem Hausbock!) Grund für diese Vermutung: Weidenbohrer befallen ausschließlich Laubholz und das muss berindet sein. In Bauwerken in Österreich wird zu ca. 99% Nadelholz (Fichte) als Konstruktionsholz eingesetzt; Ihre Frau bestätigte mir, dass im neuen Teil Leimbinder verwendet wurden. 2.) Möglichkeit: Beim Umbau verwendeten die Handwerker Teile des umherliegenden Holzes (von den abgeschnittenen Obstbäumen bzw. der befallenen Weide) als Unterlage bzw. Steher etc. und haben vergessen, dieses vor dem Verplanken zu entfernen. Aus diesem Holz fressen sich jetzt die fertig entwickelten Insekten aus. In diesem Fall können sich die Weidenbohrer höchstens noch fertig entwickeln; ein Neubefall der Konstruktion ist ausgeschlossen (Weidenbohrer brauchen berindetes feuchtes Laubholz für die Eiablage!). Beobachten Sie auf alle Fälle, ob noch weitere Raupen zum Vorschein kommen, bzw. ob Sie Nagemehl etc. finden. Bei weiteren Fragen stehe ich gerne zur Verfügung: Tel. 0662-87 38 30 Mit freundlichen Grüßen B. Schachenhofer