06.05.2009, Hallo Herr Thams,
leider hat uns das Hau jemand vor der Nase weggekauft. Ein anderes wird ggf, folgen. Zum Thema Reetdach gebe ich hier eine fachgerechte Meinung eines Fachmannes wieder, die sich auch mit der holländischen Praxis deckt, die ihre Reetdächer meist ohne Hinterlüftung decken und seit Jhrzehnten angeblich keine Probleme mit Durchfeuchtung haben. Hier sinngemäß der Wortlaut:
"zu den Gründen der Hinterlüftung wurden viele Fachleute aus dem Reetdachdeckerbereich gefragt. Ergebnis: Der Hauptgrund "Hebbt wi immer so mokt" (Haben wir immer so gemacht!). Da das als physikalische Begründung zu dünn war, wurde nachgehakt. Der ursprüngliche Grund war der, daß die Reetdecker früher immer genäht haben und mit der Nadel hinter die Latte kommen mußten. Das wurde dann beibehalten, als Dachgeschosse von Reethäusern ausgebaut wurden und man anfing, zu schrauben.
Bauphysikalisch wurde bis heute keine überprüfbare Begründung vorgebracht. Eine Dämmung z.B. bis ans Reet mit Zellulose ist im Prinzip nichts anderes, als wenn man das Reet dicker aufbringt. Es gibt dünne und dicke Reetdicken. Ich muß aber dickes Reet nicht mehr belüften als dünnes, sonst müßte man theoretisch jeden Halm belüften.
Dazu ist noch zu bemerken, daß der Beruf des Reetdeckers noch bis vor kurzem kein Ausbildungsberuf war und sich der "traditionelle" Reetdecker nicht mit Bauphysik beschäftigen musste (Erfahrung und Praxis). Inzwischen tut sich aber etwas in den Verbänden..."
Auf Ihr Verfahren komme ich gerne zurück, wenn es mit dem neuen Dach bei uns real wird.
Ich hoffe, die Diskussion kommt jetzt erst so richtig in Gang...
Mit freundlichen Grüßen