Übersicht der Kommentare von Architekt / Atelier für traditionelles Bauen im Fachwerkhausforum.

Alle 279 Kommentare von Architekt / Atelier für traditionelles Bauen

Seit 2002 online


Dampfbremse?

dachbodenausbau fachwerkhaus

27.01.2006, Auch ich sehe das ohne Dampfbremse nicht so problematisch. Holz hat einen ziemlich hohen Diffusionswiderstand, und wenn die Bretter gespundet sind... Aber die Winddichtigkeit ist ein Problem. Ich würde auch unter der sichbaren Holzschalung eine winddichte Weichfaserplatte einbauen (und vor allem die Anschlüsse winddicht machen), durchaus aber die Hanfdämmung beibehalten. Oberhalb der Dämmung bleibt noch genug Raum für Be- und Entlüftung. Bei so einem ungewöhnlich hohen Aufbau würde auch eine Revisionsöffnung einbauen, um den Raum dahinter kontrollieren zu können. beste Grüsse, jh

Nein,

aussendämmung an fachwerkhaus ???

27.01.2006, ich würde auf keinen Fall eine derartige Kaputtmassnahme durchführen. Besser ist es, zuerst gar nichts zu machen, und dann einen Plan, wie von innen die bauliche Situation nachhaltig verbessert werden kann. Auch innen ist Styropor am Holz nicht unproblematisch, und es mag sein, dass Sie hier schon versteckte Schäden haben. In Verbindung mit Holz(fachwerk) sind immer diffusionsoffene kapillar leitfähige Materialien am besten und dauerhaftesten, vorzugweise mit Lehm, also Leichtlehm mit Hanf/Stroh/Holzhächseln, Blähton o.ä. Das spart auf Dauer Kosten und verbessert das Raumklima spürbar, insbesondere, wenn Sie mit einer solchen Massnahme eine geeignete Heizung (Wand oder Sockelheizung)kombinieren. Denken Sie einmal in diese Richtung und richten Sie vielleicht erst mal einen Raum zur Probe entsprechen her. Sie werden es sicher nicht bereuen. Beste Grüsse aud dem Norden, jh

ausprobieren

Dämmung ohne Dachabdeckung und ohne Unterdeckbahn

26.01.2006, und beobachten. wenns zum Dachraum hin offenbleibt, kanns problemlos sein.
26.01.2006, haben ein besonders reiches changierendes Farbspiel. Wie schon gesagt haben sie inbesondere bei der al-fresco-technik, bei der der Kalkanstrich auf den noch nicht durchgehärteten Putz aufgetragen wird, kaum einen Dampfdiffusionswiderstand, der ja bekanntlich von innen nach ausen abnehmen soll. Nachteil ist die hohe Anfälligkeit gegen Feuchtigkeit. Dies betrifft vor allem den Sockelbereich, an dem ggf. der Anstrich regelmässig erneuert werden muss. Gut gepflegt ist ein Kalkanstrich sehr dauerhaft und sehr zuträglich für das Mauerwerk. Das Foto zeigt eine Detailansicht einer nach altem Befund mit Kalfarben restaurierten Fassade. nur Mut, jh

nicht viel anders

Innenwand aus Ytong vor Fachwerkwand

25.01.2006, Für ytonsteine werdet Ihr hier im Forum nicht viele Freunde finden, denn die haben im Zusammenhang mit altem Fachwerk hauptsächlich schädliche Eigenschaften. Warum soll es denn unbedingt yton sein, wo es doch viel besseres gibt fragt jh

Eindringtiefe

Taupunktberechnung Software

25.01.2006, Ich habe einmal einen Nachweis gelesen (weiss leider nicht mehr wo), nach dem die Feuchtigkeit von innen in massive Bauteile in der praktischen Wirklichkeit nur wenige mm eindringt, um bei trockener Raumluft entsprechend wieder heraus zu diffudieren. Die Taupuntberechnung wäre demnach rein theoretisch, und ein berechneter Feuchtedurchgang durch die Wand werde in der Wirklichkeit nie erreicht. Mag stimmen, wenn man annimmt, dass die Feuchtbelastung von innen stark schwankt. Berichte von lehmgeputzen Badezimmern bestätigen dies. Ich versuche immer, mit einem kapillar wirksamen Gesamtquerschnitt der Wand und speicherfähigen Materialien "auf der sicheren Seite" zu sein-ohne Berechnungen. Eine Taupunkberechnung scheint mir daher lediglich bei nicht speicherfähigen und nicht kapillar wirksamen Konstruktionen (etwa Holzrahmenbauweise) sinnvoll, bei Massivbauweise aber überflüssig. ???

Kreativität

Dämmung ohne Dachabdeckung und ohne Unterdeckbahn

25.01.2006, das ist in der Tat ein Problem, wenn ein Unterdach nicht bis zur Traufe geführt werden kann. Idealerweise endet es auf dem Einhangblech der Regenrinne, sodass ggf. abfliessende Feuchtigkeit auch abgeführt werden kann. Häufig ist es möglich, eine Platte zwischen den Sparren weit genug vorzuschieben. Ich find den Beitrag von Hans-Willi Spix aber auch sehr gut. Kreativität und ein gutes Gespür für die Situation bringt die angemessene Lösung, und ein saisonnales Kinderzimmer auf dem Dachboden... aus diesem Stoff werden Kinderfilme gemacht. Schliesslich sei noch die sehr umstrittene "Expertenmeinung" erwähnt, dass "Gespinstdämmung" sowieso nicht soviel bringt wie eine massive Bauweise, d.h. für die Dachschräge etwa ein dicker Lehmputz auf Schilfmatten und Holzschalung o.ä. ohne eine Dämmung zwischen den Sparren (so wurde es früher gemacht). Feuchtespeicherfähige Materialien sind 1. Lehm und 2. solche Dämmmaterialien, die eine Zellstruktur haben. Bitte lesen Sie die vielen Beiträge zu dieser Thematik. Gutes Gelingen wünscht jh

was nun?

Dämmung ohne Dachabdeckung und ohne Unterdeckbahn

23.01.2006, lieber Herr Huth, da werden wir uns wohl noch lange streiten. Aber so ein Streitgepräch mag ja für den Fragesteller und manch einen im Forum durchaus erhellend sein. Für mich übrigens auch, denn ich lerne gerne dazu. Wenns also genug ist, wäre ein Hinweis von Sandra hilfreich. Einiges möchte ich aber gerne geraderücken: "Konventionelle Dachdeckungen - auch ohne Außenvermörtelung oder Innenverstrich - haben die Sparren Jahrhunderte lang geschützt - eben weil keine schädliche Feuchtigkeit von außen eindringen konnte." Die Tatsache ist richtig, die Begründung falsch. Der Grund für die lange Lebensdauer historischer Dächer ist eher, weil die Feuchtigkeit, die von aussen eindringt, in einem offenen Dachraum sogleich wieder verdunsten kann. Ausserdem kann man Undichtigkeiten viel schneller erkennen. Daher ist die beste Garantie für eine lange Lebensdauer eines Dachraumes, ihn NICHT auszubauen. Wer schon mal bei Regen und Sturm in einem Dachraum war, mag es bestätigen: ein feiner Sprühnebel aus winzigsten Tropfen erfüllt den Raum. Vor eineigen Tagen stand ich in einem "absolut dichten" Dachraum, gedeckt mit grossformatigen Dachtafeln. Auf dem Boden lag Flugschnee, und zwar nicht zu wenig. Woher der kam wusste niemand zu sagen. Die Rahmenbedingungen für die Dachkonstruktion werden aber verändert, wenn man es ausbaut und dämmt. Der schmale Raum zwischen Deckung und Dämmung mag sogar bei guter Be- und Entlüftung ausreichen, man lässt jedoch eine schwer einschätzbare und unkontrollierbare Gefahrenquelle bestehen. Daher ist ein Unterdach auch nicht als "kostengünstiger Nachfolger der vermörtelten Dachziegel" zu verstehen, sondern wird als 2. wasserführende Ebene bezeichnet, die ratsam ist, wenn man das Dach ausbaut. Sie ist also nicht alternativ, sondern zusätzlich. Die eindringende Feuchtigkeit benetzt die darunterliegende Ebene unregelmässig in der Fläche. Wer die Benetzung einer Folie, imprägnierten (hydrophoben) Platte oder Glasscheibe beobachtet stellt fest, dass diese nicht flächig "unter Wasser steht", sondern dass sich aus feinen grössere Tropfen bilden, die bei Neigung in einem wenige mm breiten Rinnsal (Wasserfaden) abfliessen. Es wäre also unsinnig anzunehmen, dass damit die Diffusionsfähigkeit der ganzen Fläche herabgesetzt werde. Fehlt nun eine Unterspannbahn, so bliebe die Feuchtigkeit an den Fasern der Mineralwolle haften und fliesst an diesen in die Dämmung hinein. Der macht das ja aber nichts, denn das Material ist ja "feuchteresistent". Allerdings liegt die direkt an den Sparren, und diesen macht das sehr viel. Es gibt unzählige Beispiele von Dachstühlen, die hunderte Jahre gehalten haben, um nach einer eingbauten Dämmung in wenigen Jahren zu verrotten. Wie Sie sagen ist die wichtigere Feuchtebelastung die von innen, aber deswegen würde ich die von aussen nicht ignorieren. Schon gar nicht, wenn sie als Material Mineralwolle empfehlen, denn diese kann überhaupt keine Feuchtigkeit speichern. Am Ende haben Sie eine heile Dämmung in einem verrotteten Dach. Heil zwar, und unverrottbar, aber Dämmung kann man sie auch schon nicht mehr nennen, denn sie ist ja durchfeuchtet und hat daher keine Dämmwirkung mehr. Nein, ich kann Ihre Empfehlung einer "feuchteresistenten Mineralwolldämmung" ohne Unterspannbahn überhaupt nicht nachvollziehen. Auf ein Unterdach würde ich nur verzichten bei einem besonders feuchtespeicherfähigen Material. Der Aufbau innen ist ein noch mehr diskutiertes Thema, und ich empfehle, die vielen Beiträge hierzu einmal genau durchzusehen. Bin aber auch gerne bereit, auch hier bei Bedarf für natürliche, diffusionsoffene, speicherfähige aber nicht feuchteresistente Materialien zu streiten. mit besten Grüssen, jh

Nachfrage

Dämmung ohne Dachabdeckung und ohne Unterdeckbahn

21.01.2006, 1. Durch eine Schuppendeckung, auch eine mit Mörtel verfugte, dringt sehr wohl Feuchtigkeit. Dies kann z.B. abfliessendes Regenwasser sein dasss durch Winddruck (Sturm) nach oben und seitlich in die Fugen gedrückt wird, oder auch Flugschnee, der durch kleinste Ritzen dringt. In geringen Mengen, aber ja. 2. Wenn dem nicht so wäre, warum empfehlen Sie dann eine "feuchtigkeitsresistenten" Dämmstoff? Was ist das überhaupt, und wie soll der funktionieren? Bleibt die Feuchtigkeit an der Oberfläche (=integriertes Unterdach?). Fliesst sie dann herunter oder sammelt sie sich? wo? oder dringt sie in den Dämmstoff ein ohne ihm zu schaden? Was ist dann mit den Sparren und der Dämmwirkung, die ja bekanntlich bei durchfeuchteter Dämmung dahinschwindet? "feuchtigkeitsresistent" = feuchtigkeitsabweisend? (darunter kann ich mir was vorstellen) aber wo bleibt dann die Feuchtigkeit bis zur nächsten Verdunstungsperiode (Sommer)???? Das möchte der Interessierte doch gerne genauer wissen.

Moment mal

Tiefgrund auf Lehmfarbe ??

21.01.2006, Lehmfarbe oder Leimfarbe? Lehmfarbe ist etwas ganz anderes. Die würde ich unbedingterhalten und ggf. wieder mit Lehmfarbe neu streichen.