Übersicht der Kommentare von Lehmbauer Marc im Fachwerkhausforum.

Alle 122 Kommentare von Lehmbauer Marc

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Leichtlehm / Stampflehm

Probleme mit Leichtlehm

23.01.2018, ... das klingt nach dem richtigen Vorgehen, ich hoffe, dass sich für dich noch irgendwas Positives ergibt! Ihr habt vom Material her Leichtlehm, die Ausführung erinnert tatsächlich an Stampflehm. Mit Stampflehm baut man massive Wände, die Lasten tragen können. Der Lehm wird hochverdichtet, deswegen braucht man stabile Schalungen wie im Stahlbetonbau. Stampflehm hat eine viel höhere Rohdichte, weniger Anteil an Zuschlagstoffen, eine gröbere Körnung usw. Leichtlehm wird hauptsächlich für dämmende Innenschalen verwendet, aufgrund seiner Zuschlagstoffe hat er eine sehr geringe Rohdichte. Er hat keine statische Funktion. Er wird in dem Sinne nicht gestampft, sondern eher "gestopft", es geht nur darum, größere Hohlräume zu schließen, nicht darum, ihn zu verdichten. Ich selbst habe Leichtlehm nur in Kombination mit Schilfrohr - anstatt wie Du mit Schalbrettern - verarbeitet. Würde ich den Lehm stampfen, wäre im Schilf eine riesengroße Beule :-)

Hohle Stellen

Innenwände neu putzen

23.01.2018, Klingt für mich so, als hätte der Putz keine ausreichende Haftung. Wenn die betroffenen Stellen nicht allzu groß sind (paar cm) könnte ein vollflächiges Armierungsgewebe reichen, wenn sie etwas größer sind wäre eher ein Putzträger (Schilf, Streckmetall etc.) angebracht. Einen Putzträger zu montieren ist wesentlich aufwendiger als ein Armierungsgewebe einzulegen, dazu kommt, das auf den Putzträger erstmal ein Unterputz drauf muss. Dann wäre aber wieder abzuwägen, ob es nicht einfacher wäre, die größeren hohlen Stellen zu auszubessern... :-)

Leichtlehm / Stampflehm

Probleme mit Leichtlehm

23.01.2018, Hallo Flo! :-) Sehr schade zu hören, dass meine / unsere Berufskollegen solche Geschäftspraktiken an den Tag legen! Was die Risse in den Gefachen betrifft könnte es sein, dass Du den Grund dafür herausfindest wenn Du mal um den Riss herum etwas Putz abklopfst. Vielleicht findet sich da was... vielleicht hat es auch doch mit der Leichtlehmschale zu tun. Ich denke für das alles, was Du beschrieben hast, gibt es mehr als eine Ursache. Ich meine auch es wird Zeit, dass Du dir jemanden ins Haus holst, der sich besser auskennt als die ausführende Firma. Mal ganz nebenbei: Leichtlehm ist Leichtlehm und Stampflehm ist Stampflehm! Das sind zwei völlig verschiedene Techniken und Materialien. Viele Grüße Lehmbauer Marc

Hohle Stellen...

Innenwände neu putzen

23.01.2018, Hallo Ralf! Mach doch einfach mal ein paar von den betroffenen Stellen auf und kuck, was sich dahinter verbirgt. Über was für eine Fläche reden wir hier eigentlich, von der 30% hohl klingen. Eine Wand, ein ganzes Haus? Vielleicht reicht's ja wirklich, die Wand / Wände mit Armierungsgewebe vollflächig zu verputzen, ohne größere Vorarbeiten. @ Udo: zum Thema Verputzer, Stuckateure, Gipser.... "Maurer- und Betonbauer erlernen das Mauern und Putzen" - das stimmt auch, allerdings glaube ich, dass das Verputzen im Arbeitsalltag dann zu kurz kommt. Ich selbst bin gelernter Stuckateur und habe in der Handwerkskammer auch Stuckarbeiten erlernt, danach allerdings nie wieder ausgeführt. Die Stuckateure in meiner Region machen hauptsächlich Putz, WDVS und Trockenbau. Und wenn es doch mal Stuckaufträge gibt, dann wird Styropor montiert. Viele kleine Maurer- und Malerbetriebe haben wahrscheinlich noch nicht einmal die Ausstattung, um effizient verputzen zu können. Wenn mich einer fragen würde, welchen Ausbildungsberuf er lernen soll um Verputzer zu werden würde ich antworten: Stuckateur. Du würdest sagen: Maurer ... ? "In süddeutschen Regionen heißt es auch bis heute noch Gipser, obwohl er kaum etwas mit Gips zu tun hat, sondern fast ausschließlich ein Verputzer ist." Und womit verputzen die dann ihre Wände in Süddeutschland? :-)

"hohle Stellen unter dem Putz"

Innenwände neu putzen

18.01.2018, Hallo! ... zwischen hohlen Stellen und losen Stellen gibt es einen großen Unterschied... Lose Stellen sollten schon entfernt werden, hohle nicht unbedingt. Kommt ja auch auf die Menge drauf an... 30% sind viel :-) Wenn Du die anderen 70%, die in Ordnung sind, behalten möchtest, könntest Du die anderen 30% ja einfach mit dem gleichen Material wieder beiputzen. Eventuell auch "mit dem, was gerade da ist und sowieso nur rumsteht"... "Eine zweite Frage wäre: Werden solche Putz-Arbeiten eher von Malern oder doch lieber von Maurern ausgeführt?" Von Verputzern! :-) (oder "Stuckateuren", wie sich heute Verputzer am liebsten nennen, so heißt auch der Ausbildungsberuf) Besser gesagt: von jemandem, der Ahnung vom Verputzen hat. Das kann manch ein Maler oder Maurer oder Zimmermann besser als ein Stuckateur... Dann kommt es noch auf das zu verarbeitende Material drauf an: Stuckateure sind Fans von Gips und Kalkzement, Lehmbauer sind Fans von Kalk und Lehm ... mal ganz einfach ausgedrückt. Viele Lehmbauer sind gute Verputzer und kommen ursprünglich aus anderen Gewerken... Viele Grüße Lehmbauer Marc

Asche als Dämmung

Obere Geschossdecke dämmen

11.01.2018, Hallo Haiko! Deine Einstellung finde ich sehr sympathisch! :-) Mir fällt nichts ein, was dagegen sprechen könnte... Gesundheitliche Bedenken sehe ich nicht. Ich persönlich würde allerdings auf die Kohleasche verzichten, wenn möglich, und stattdessen evtl. kucken, ob ich die Asche mit irgendetwas anderem "strecken" könnte. Was mir eher Bedenken bereiten würde wäre die Tragfähigkeit der Staken. Kuck erstmal, ob die überhaupt für so eine Last geeignet sind. Die Bauherren von früher haben auf jeden Fall darauf geachtet, dass das Haus so gebaut wird, dass es lange hält, und dass es günstig und somit aus regionalen Baustoffen gebaut wird (oder eben auch aus "Abfall"). Bei den nicht ganz so reichen zumindest... als Rieselschutz wurde dann z.B. Zeitung verwendet. Und warum Asche heute nicht mehr verwendet wird...?! Vielleicht weil die meisten Bauherren und Baubeteiligten heutzutage das Vertrauen in die Natur verloren haben und glauben, ein guter Baustoff müsse industriell hergestellt sein und viel Geld kosten. Oder vielleicht auch, weil wenige Menschen so eine Geduld haben wie Du ;-) Viele Grüße Lehmbauer Marc

Lehmputz... edel ... rustikal...

Lehmputz auf Laklputz?

24.12.2017, Oft habe ich den Eindruck, dass das Wort "edel" im Bezug auf Lehmputz ausschließlich mit den Adjektiven "eben, rechtwinklig, feinkörnig und gefilzt" in Verbindung gebracht wird. Am interessantesten finde ich persönlich die Lehmputze, die man vielleicht nicht sofort als "edel" bezeichnen würde. Erstens aufgrund des Materials: man kann soviel mit Körnungen, Fasern und anderen Zuschlagstoffen rumspielen. Zweitens aufgrund der Verarbeitung: neben gefilzt, gerieben und geglättet gibt es noch tausende andere Möglichkeiten, einen Putz zu bearbeiten. Und es muss auch nicht immer "strack" und rechtwinklig sein. Ich bin mal so arrogant und behaupte, dass die meistens Bauherren garnicht so genau wissen, was sie eigentlich wollen... bezogen auf die Oberflächengestaltung. Oft haben sie das "Standard-Programm" im Kopf, weil sie auch die Alternativen nicht kennen. Da liegt es an uns Handwerkern rauszufinden, was die Bauherren wirklich (!) mögen. Oft helfen verschiedene Musterflächen: "ach das ist ja wirklich ganz schön, das hätte ich nicht gedacht, ja so machen wir das!"

Unterputz / Oberputz

Lehmputz auf Laklputz?

21.12.2017, Natürlich kannst Du den Unterputz auch als Oberputz verwenden, dann hast Du einen dickeren Auftrag aber sparst wahrscheinlich etwas Geld. Der Unterschied zwischen Ober- und Unterputz ist nur die Größe der Körnung und der Faseranteile. Die Oberfläche ist dementsprechend "rustikaler". Ich selbst bin ein großer Freund von "Unterputz als Oberputz". Wenn man die Oberfläche mehrfach mit einem Schwammbrett "filzt" kommen die goldenen Strohfasern richtig schön zur Geltung. Allerdings nur, wenn die Oberfläche ungestrichen bleibt.

Lehmputz

Lehmputz auf Laklputz?

18.12.2017, Das hängt davon ab was für eine Oberfläche Du am Ende haben möchtest, wieviel Zeit und wieviel Geld Du investieren möchtest und natürlich wieviel Erfahrung Du mit Lehmputzen hast. Das Schilf auf den Balken steht doch dann sowieso hervor oder? Bei einem vollflächigen Aufträg mit Lehm-Unterputz könnte evtl. auf eine zusätzliche Armierung verzichtet werden, da der Lehm genug Faseranteil hat. Wobei eine vollflächige Armierung natürlich für einen besseren Schlaf sorgt. Wenn Du den Lehm-Unterputz nur auf das Niveau des Kalkputzes bringen und darauf einen Oberputz machen möchtest wäre eine Armierung auf jeden Fall sinnvoll. Allerdings würde ich das dann zweilagig machen. Und da kommt dann wieder das Geld ins Spiel, weil Unterputz günstiger ist als Oberputz. Diese Variante ist auch mehr "Fuddelei". Ich denke die einfachste und günstigste Variante ist folgende: Mauerwerk beiputzen und trocknen lassen, Kalk aufrauen (zeitintensiv) oder grundieren (kostenintensiv), Schilf auf die Balken, vollflächig Unterputz (evtl. mit vollflächiger Armierung - bei Unterputz nicht zu feinmaschig!) und dann den Oberputz. Insbesondere wenn Du noch nicht allzu viel Erfahrung hast würde ich dir dazu raten. Den Unterputz kannst Du, wenn er etwas angetrocknet ist, nochmal "in Form bringen", sofern keine Armierung drauf ist, z.B. mit einem Rabot oder Nagelbrett. Beim Oberputz ist dann das gleichmäßige Saugverhalten sehr von Vorteil. Auch von Vorteil wären aussagekräftigere Bilder :-)

Stakendecke

Lehmdecke entfernen - Probleme für die Statik?

18.12.2017, Stakendecken gibt es schon häufig, nur meistens freuen sich die Hausbesitzer darüber und arbeiten damit weiter :-) Verstehe ich das richtig... Du willst die vorhandenen Bretter durch Rauspund ersetzen und darauf eine Lage Dämmung machen? Aber nur für 2-3 Jahre, dann kommt irgendwie noch eine FBH dazu, dadrauf?! Und dazwischen irgendwo OSB? ... und das soll alles noch ausgeglichen werden?! Wie kamst Du auf diesen Aufbau? :-) Zugegeben, mein Spezialgebiet sind Wände und Decken, nicht Böden. Aber für mich klingt das alles komisch. Rauspund direkt auf den Deckenbalken ausgleichen, ohne Konterlattung, stelle ich mir sehr kompliziert vor. Eigentlich jedes Material, auch OSB etc. Ich würde direkt auf die Balken eine Konterlattung aufbringen, mit vielleicht max. 60cm Abstand. Darauf von mir aus OSB. Dann wäre da schonmal ein ebener Boden, mit dem man weitermachen kann. Zwischen die Konterlattung kann dann auch etwas Dämmung. Vielleicht wäre es auch eine Überlegung wert, ein wenig auf die "volle Pracht der Balken" zu verzichten und davon noch ein paar cm der Dämmung zu schenken. Dann wird der Fussboden auch nicht ganz so hoch. Was für eine Oberfläche soll von unten denn dann sichtbar sein? Um den Ausgleich, die "Klötzchen", nicht mehr zu sehen muss da ja sowieso etwas passieren. Als Lehmbauer schlage ich vor: Stakendecke! ;-)