Übersicht der Kommentare von Rudolf Dangl / radia-therm im Fachwerkhausforum.

Alle 38 Kommentare von Rudolf Dangl / radia-therm

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Wandheizung vs. konventionelles Heizkörpersystem

26.09.2006, Hallo Norbert, hier ein paar Überlegungen zu deinen Fragen: "1. Da keine Heizkoerper vorhanden sind (momentan Warmluftheizung mit Kachelofenauslass)und wir sowieso neue, innliegende Zwischenwaende errichten: ist unter dieser Voraussetzung eine Wandheizung vom Gewerkepreis her konkurrenzfaehig mit konventionellen Heizkoerpersystemen?" Unabhängig von der Preisfrage ist hier zu sagen, dass es die Außenwände sind, die kalt werden und daher erwärmt werden sollten. "2. Kann ich als Laie selbst eine grobe Berechnung vornehmen, wieviele Quadratmeter Wandheizung ich pro Zimmer benoetige? (man/frau will ja auch noch ein paar Schraenke stellen, Bilder aufhaengen ;-)" Am sinnvollsten ist es, die Oberflächentemperatur der gesamten Innenfläche der Außenwand zu erhöhen, was Wandheizungen bewirken. Die Wärme kann man von der Zimmerseite an die Wandoberfläche bringen, dazu verwendet man Heizleisten, die die Wärme mittels eines leichten wandnahen Warmluftstroms an die Wandoberfläche abgeben, oder man bringt die Wärme von hinter der Wandoberfläche an diese, was entweder mit Warmluft geschehen, zB mittels eines Heizleistenkonvektors in einer Täfelung, oder mit Warmwasserrohren knapp unter Putz. Theoretisch richtet sich die benötigte Oberfläche nach der Temperatur (niedrigere Temperatur bei größerer Oberfläche und umgekehrt). Wesentlich ist aber die Heizlast eines Raumes, denn die abfließende Wärme muss ersetzt werden. Deshalb kann man mit "Niedertemperatur" keine Energie sparen, es sei denn, man verringert damit vermeidbare Wärmeverluste, d.h. Wärmeströme, die den Bewohnern letzlich nicht zugute kommen und aus dem Haus fließen. Energiesparen kann man höchstens durch Systeme, die die eingesetzte Wärmemenge besser in Wärmeempfinden umwandeln. Nachdem unser Körper die meiste Energie über Strahlung abgibt, nimmt er auch am meisten über Strahlung auf, was der Grund für die höhere Energieeffizienz von Strahlungsheizungen sein dürfte (was sich bloß aus vergleichenden Verbrauchsmessungen ergeben hat). Die zugeführte Wärmemenge ergibt sich aus Wassermenge (pro Zeiteinheit) mal Temperaturabfall (Spreizung). "3. Ist es moeglich (ratsam) Wandheizung und Heizkoerper zu kombinieren (falls nicht ueberall Wandheizung moeglich)?" Die Kombination ist möglich, aber nicht nötig, die Heizkörper als Luftumwälzer zerstören weitgehend das angenehme Strahlungsklima, der Installationsaufwand verdoppelt sich, die Anlage wird viel komplizierter, die Regelung ist umständlich, etc. etc. Gruß Rudolf Dangl radia-therm

Hallo Herr Göb,

Wärmedämmung in Fachwerkhaus von 1925

19.08.2006, gehen wir es vielleicht schrittweise durch: Punkt 1: können wir uns darauf verständigen, dass eine Heizung, genauer ein Wärmeverteilsystem all die Wärme abgibt, die ihm von der Wärmequelle zugeführt wird? Gruß RD

Erdkeller zB,

Architekt meint: Wäremedämmung im Keller sinnlos

19.08.2006, sind ja so gebaut, dass man von oben einsteigt, damit keine feuchtwarme Luft eindringt und das Lagergut beeinträchtigt. Na ja, zumindest am Tag führt Lüften zwangsweise zu den unerwünschten Wirkungen, in der Nacht, wenn es ausreichend kühl ist, wird es sicher gehen. Ich habe ja nur die Grundproblematik dargestellt und Möglichkeiten aufgezeigt. Welche Maßnahmen man vorzieht oder welche Zustände man duldet, habe ich nicht vorgegeben. Entfeuchten kostet Energie, Heizen kostet Energie. was da günstiger ist, muss im Einzelfall entschieden werden. Wo wäre da das prinzipielle Problem bei einer leichten Oberflächentemperaturanhebung (mit Hilfe von Solarenergie, die da ohnehin im Überfluss verfügbar ist)? Viel braucht es dazu ja nicht. Hast du die tolle Lösung mit Null-Aufwand? Da lerne ich gerne dazu. Gruß Rudolf Dangl von radia-therm

Hat diese halb-akademische Diskussion...

Wärmedämmung in Fachwerkhaus von 1925

19.08.2006, ...irgendeine einfacher verständliche Bedeutung für die praktischen Belange in der Heizpraxis? Wenn jemand mit Mathematik jongliert, mag das interessant sein, wenn er aber die Zusammenhänge nicht praxisgerecht und anhand der Alltagserfahrungen nachvollziehbar darstellen kann, dann scheint er von der Sache selbst, um die es hier geht, doch nicht wirklich etwas zu verstehen. Was soll also, @Markus Göb der Hinweis auf die abstrakten Ausführungen von Herrn Ebel? Was sollte ich daraus lernen können? (Herrn Fischers Ausführungen sind jedenfalls auch ohne den Rückgriff auf höhere Mathematik und theoretische Physik -- die Faktor 2 Diskussion mal ausgeblendet -- gut nachvollzieh- und als mit der Erfahrung übereinstimmend feststellbar). Gruß Rudolf Dangl von radia-therm

Woher kommt die Feuchtigkeit?

Architekt meint: Wäremedämmung im Keller sinnlos

19.08.2006, Hallo, warme Sommerluft enthält meist sehr viel Feuchtigkeit (besonders spürbar wird das, wenn es schwül ist), und die kondensiert an Oberflächen, deren Temperatur unter dem gerade aktuellen Taupunkt liegt. Mit viel Lüften holst du immer frische feuchte Luft herein. Dies Luft ist wärmer als die Wandoberfläche und enhält eine gewisse Menge Feuchtigkeit. Ist diese Menge größer als die, die die Luft bei der Oberflächentemperatur aufnehmen kann, so schlägt sich die Differenz an deinen Wänden nieder. Du kannst alo nur zwei Dinge dagegen tun: - entweder die Feuchtigkeitszufuhr unterbinden oder - die Oberflächentemperatur über den Taupunkt anheben. Als Drittes könnte man auch überlegen, ob es gelingt, die Überschussfeuchtigkeit vorübergehend in einem adsorbierenden Material zu binden, vorausgesetzt, dass diese rechtzeitig wieder abgegeben werden kann. Ein Entfeuchtungsgerät ist prinzipiell auch nicht undenkbar (Klimaanlagen sammeln auch so ein Kondenswasser und lassen es abrinnen). Dieses Problem ist übrigens der Grund, warum man Keller im Sommer nicht lüften sollte, wenn man die Oberflächentemperatur nicht (zB durch leichtes Heizen) entsprechend anhebt (es ist nicht undenkbar, dass so ein Heizen konstengünstiger ist als eine andere Maßnahme, Nichtlüften ausgenommen). Gruß Rudolf Dangl von radia-therm

Rauchgase etc.

Sancal-Öfen

19.08.2006, Hallo, nun, ich versuche mir eine quasi greifbare Vorstellung von den Verhältnissen zu machen und sie genauer zu verstehen, auch in den Größenverhältnissen. Außer dem durch Temperatur entstehenden Auftrieb sehe ich keine andere Energiequelle für das Aufsteigen der Rauchgase. Natürlich spielt jetzt der Schornsteinquerschitt für die Auftrittsgeschwindigkeit eine wesentliche Rolle (diese beiden sind ja gegenläufig). Mich hätte eben interessiert, ob es hierfür irgendwelche Daumenwerte gibt, damit man eine Situation einmal einigermaßen abschätzen kann, wobei ein paar einfache Kopfrechnungen ausreichen müssen. Die Sache mit dem Feinstaub ist ja mehr als eigenartig. Gibt es da außer dem Schlagwort irgendwelche Begriffsbestimmungen. Sollen jetzt die Winde verboten werden, weil die ja auch -- zwangsläufig -- Staub und Feinstaub transportieren (zB aus der Sahara zu uns her)? Und warum wird der bei weitem allergrößte Feinstaubverwirbler, der wirklich unsere Lungen gezielt bomardiert, nämlich die Luftheizung, nie erwähnt? Gruß Rudolf Dangl von radia-therm

Zu Ihrer Frage:

Dielen + Fussbodenheizung ?

18.08.2006, Sehr geehrter Herr Böhme, solche Projekte berechnen wir laufend, wenn uns Grundrisspläne, Lage der Wärmequelle und -- wenn möglich -- Heizlast oder Leistung der Wärmequelle zur Verfügung gestellt werden (wenn Letzteres nicht bekannt ist, gehen wir von plausiblen Annahmen aus, denn letztlich ist nur wichtig, dass die Wärmeleistung nicht geringer als die Heizlast ist; dann gibt es immer eine funktionsfähige Lösung, denn alles was ich hineinstecke, bekomme ich auch im Wärmeverteilsystem wieder heraus, d.h. es stellt sich zwangsläufig eine physikalisches Gleichgewicht ein; die Begrenzung bewerkstelligt die Regelung). Die Materialien gibt es bei uns, bzw. die Standardelemente (Rohre, Fittings, Armaturen...) auch im Baumarkt o.ä. Ein Prospekt bzw. Anschauungsmuster ist auch erhältlich. Zu Ihrer Frage: " Meinen Sie aber nicht auch, daß auch eine Fußbodenheizung durch ihre gleichmäßige und großflächige Wärmeabgabe einiges zur besseren Temperierung der Wände leistet?" Schon, aber... Der Fußboden ist normal keine Abkühlungsfläche, bestenfalls der unterste Boden, der die Erde berührt, aber die wird auch nicht so kalt wie die Außenwände. Am Angenehmsten ist es halt, wenn wir seitlich warm angestrahlt werden, bzw. genauer, unsere Abstrahlungsverluste richtig dosieren -- das entspricht auch in etwa der Situation, die wir in der Natur vorfinden und für die wir gebaut sind. Wenn der Fußboden erwärmt wird, überträgt sich die Wärme auf die angrenzende Luftschicht, was zu warm unter kalt führt. Das ist entgegen der natürlichen Schichtung, weshalb sich diese periodisch umkehrt, wobei je nach Temperaturdifferenz ein mehr oder minder starker Luftschwall in die Höhe steigt, unter Mitnahme auch des Feinststaubes am Boden (mir haben einige Mütter gesagt, dass sie ihre Krabbelkinder nicht mehr auf beheizten Fußböden spielen lassen, ich weiß allerdings nicht, wie diese ausgeführt waren -- das soll kein Pauschalurteil sein). Ähnliches gilt für die häufigen Klagen über Venenprobleme (vor allem bei älteren Personen). Nur wenn man die Temperatur sehr niedrig halten kann, sieht es so aus, als könnten diese Effekte schwach genug gehalten werden, dass sie nicht als unangenehm wahrgenommen werden. Nur wird sich dann der Eine oder Andere vielleicht fragen, wozu der doch große Installationsaufwand, mit relativ aufwändiger Regelung, Versottungsgefahr (wir haben einmal eine nicht mehr frei zu bekommende Fußbodenheizung durch eine Heizleiste ersetzen müssen), etc. Auch bei Heizleisten wird über den Strahlungsaugleich der Fußboden miterwärmt, wie Infrarottemperaturmessungen zeigen, sodass man auch hier keine Abstriche an der Behaglichkeit machen muss. Mir erscheint es auch als technisch unaufwändiger, aber das wird der Eine oder Andere vielleicht anders sehen. Ich hoffe, das hilft einmal weiter, wenn nicht, bitte nachfragen. Grüße Rudolf Dangl von radia-therm
18.08.2006, Hallo Herr Langhorst, danke für die Ausführungen. Ich will meine Frage präzisieren. Es ist klar, je weniger Wärme oben hinausgeht, umso mehr bleibt mir. Natürlich gibt es materialbedingte Unterschiede bei der Dimensionierung von Öfen und Schornsteinen. Nachdem die Stoffe, die bei der Verbrennung entstehen, mit Ausnahme des Wasserdampfes schwerer als Luft sind, sinken sie letztlich zu Boden (CO2 als Gärgas in Weinkellern etwa). Treten sie mit sehr niedriger Temperatur am Schornstein aus, fließen sie wie eine unsichtbare Flüssigkeit wieder am Dach herunter, wo sie sich leicht zu Atemluft mischen, was ja vermieden werden soll. Daher sollen diese Abgase in eine gewisse Höhe getragen werden, wo sie mit Luftströmungen ausreichend verteilt und davongetragen werden (und auch nicht beim Nachbarn herunterkommen, wie wir es von Grillgerüchen her gut kennen). Der nötige Auftrieb kann nur von der Temperatur kommen (Gebläse wie bei Brennwertthermen stehen uns dafür ja nicht zur Verfügung). Meine Frage geht daher dahin, wie hoch muss diese Temperatur am Schornsteinaustritt sein (der Ofen befände sich nach einer gewissen Zeit im Gleichgewicht), damit die Abgase ausreichend hoch hinaufbefördert werden. Ich vermute, dass es da Richtwerte geben müsste, die nicht unterschritten werden sollten, abhängig auch von der Schornsteinhöhe, deren Zug ja mit der Höhe zunimmt, wenn mir das richtig in Erinnerung ist, und vermutlich unter Annahme eines Niederdruckwetters, also abgestimmt auf die schlechtesten Bedingungen. Vielleicht können Sie oder jemand anders mir da weiterhelfen. Rudolf Dangl von radia-therm

Lebensstil

Wie baut man einen Kachelofen ab?

17.08.2006, Hallo Helene, Der Kachelofen gehörte auch zu einem gewissen Lebensstil (er wurde die ganze Heizperiode hindurch warm gehalten), der heute vielleicht nicht mehr gegeben ist. Die Kombination mit Zentralheizung muss auch sorgfältig überlegt sein, denn die Wärmeentnahme aus den Abgasen kann schnell zu unvollständiger Verbrennung führen mit entsprechenden Folgen. lg Rudolf von radia-therm
17.08.2006, Sehr geehrter Herr Langhorst, lässt sich die zu hohe Abgastemperatur des san-cal-Ofens auch in Grad angeben? Und was wäre eine passende Abgastemperatur (wenn möglich auch warum)? Grüße Rudolf Dangl von radia-therm