Übersicht der Kommentare von Architekt / Atelier für traditionelles Bauen im Fachwerkhausforum.

Alle 279 Kommentare von Architekt / Atelier für traditionelles Bauen

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Ausspanen

Fugenfüller für Eichenboden

16.01.2006, Eine andere bewährte Methode, relativ breite Fugen in einem Dielnboden zu schliessen ist das ausspanen. Sollte man aber nur bei alten, lange liegenden Böden machen, die kaum noch arbeiten. Auch hier gibt es unterschliedliche Methoden. Erkläre ich gerne bei Bedarf. beste Grüsse, jh

gespundet

Fugenfüller für Eichenboden

16.01.2006, @ Michael Eckardt Ohne es auszuschliessen (daher mein Fragezeichen) habe ich noch nie einen Dielenboden ohne Federn gesehen. Selbst dieser etwa 180 Jahre alte aus gebeilten Brettern und mit Holznägeln befestigte hat eingezogene Federn. Aber man lernt ja nie aus.

Systemboden

Massivholzdielen auf Betondecke verlegen aber wie?

15.01.2006, wie Michael Eckardt würde ich es auch machen. In der Regel reicht 40mm Weichfaserplatte mit integrierten Leiste ((Schallschutz). Es gibt sehr gute Bodensysteme (z.B.Gutex, Pavatex, Steico...). Da würde ich mich mal bei einem Fachhändler erkundigen. Wenn man´s dann aus Kostengründen selber machen will, findet man dort aber gute Anregungen zu Abständen, Verarbeitung... Wenn kein Schutz gegen Trittschall nötig ist, kann man die Latten auch mit Zulagen zum Höhenausgleich auf der Betonplatte in Waage ausrichten und verschrauben, und die Zwischenräume dann mit Dämmaterial (z.B. auch Blähton) ausfüllen. Eine Folie ist ggf. nur auf einer Grundplatte nötig. Als Dielenstärke reicht bei den Leistenabständen auch 20-24mm. Ist halt alles eine Kostenfrage. Gutes gelingen wünscht jh

Dichtungsmasse

Fugenfüller für Eichenboden

15.01.2006, Dichtungsmassen zum Verfüllen von Fugen kennt man aus dem Bootsbau, aber doch nicht im Hausbau! Fussböden -auch alte- sind doch immer(!?)gespundet. Wo sind denn die Federn geblieben? Ich würde edie Fugen nicht vergiessen, sonden offen lassen, wenn schon nichts durchfallen kann. Wenns denn aber sein soll, würde ich mich mal bei einem Fachhändler für Bootsbau erkundigen. oder www.dolldichtungen.de beste Grüsse, jh

Verschüsselung

Estrich senkt sich immer weiter ab. Gesetzliche Toleranzen?

13.01.2006, Ihrer Beschreibung nach haben Sie es mit dem sog. Verschüsselungseffekt zu tun, der häufig bei (zu) zügigem Baufortschritt an schwimmenden Nassestrichen auftreten kann. Grob umschrieben passiert folgendes: Nach dem Giessen des Estrich tocknet dieser in den kommenden Tagen an der Oberfläche am schnellsten aus, d.h. er zieht sich hier auch etas zusammen und bildet daher eine "Schüssel". Kaum wahrnehmbar aber tatsächlich wölben sich die Ränder dabei etwas hoch. In diesem Zustand werden die Ausbauarbeiten vorgenommen, Wandverkleidungen, Fliesen, Fussböden. Am deutlichsten markiert sich dieser Effekt in verfliesten Bereichen. Die geforderten Fugen (7mm) zwischen Wand und Boden werden in diesem Zustand genau eingehalten. Aber mit der Zeit kehrt sich das Bild um. Die Unterseite des Estrich trocknet aus, die (verflieste) Oberseite deutlich weniger, aus der Schüssel wird eine leichte Wölbung, die Ränder senken sich, die Fugen zwischen Boden und Wand reissen um 20 oder 30mm auf. Ich bin mir über die zul. Toleranzen nicht ganz im klaren, aber alles über 10mm Unterschied ist m.E.Grund zur Beanstandung. Der beschriebene Verschüsselungseffekt ist aber ein häufiger und anerkannter Bauschaden, der u.U. zur Gewährleistung berechtigt, allerdigs üblicherweise nur bis 2 Jahre nach Bauabnahme. Fragen Sie mal Ihren Architekten.

Salz im Mauerwerk

Feuchte Ziegel-Innenwand

13.01.2006, Osmoseverfahren gehören NICNT zu der anerkannten Techniken zur Trockenlegung. Trockenlegung ist ein sehr komplexes Thema, das kaum in einer anonymen Antwort im Forum behandelt werden kann. Ihre Beschreibungen sind aber sehr plausibel und decken sich mit den belegten Erfahrungen. 1. Nach einer erfolgreichen Horizontalabdichtung (z.B. erfolgreiche Verkieselung) können in den Folgejahren die Salzausblühungen zunächst zunehmen, da die Wand ja langsam austrocknet, und dabei das verbleibende Salz vermehrt an die Oberfläche gelangt. 2. Sanierputzz ist nichts weiter als ein "Opferputz" mit hoher Lebensdauer, der durch sein grosses Porenvolumen in der Lage ist, mehr Salze aufzunehmen als herkömmliche Putze. Aber auch diese Aufnahmekapazität ist irgendwann erschöpft, und dann muss der Putz erneuert werden. 3. Sie haben mit der Verfliesung der Wand den Prozess der Austrocknung vermutlich deutlich verzögert und nach oben "verlängert". Fliesen blockieren die Austrocknung, und so haben sie die typische Salzbildung natürlich dort, wo die Verdunstung aus der Wand stattfinden kann, nämlich in den etwas diffusionsoffeneren Fugen und oberhalb der Fliesen. Fazit: Keine Panik, aber lassen Sie Ihr Haus mal von einem unabhängigen Fachmann und nicht von Scharlatanen begutachten. beste Grüsse, jh

Dachflächenfenster

Dachfenster im denkmalgeschützten Gebäude

12.01.2006, in denkmalgeschützten Häusern sind die industriellen Dachflächenfenster (Velux) in der Regel tabu. Werden auch vom Denkmalpfleger zu Recht nicht genehmigt. Genehmigt werden aber Dachausstiege (4- oder 6-"pfannige"), und zwar auch in erforderlicher Anzahl. Hier bedarf es eines guten Entwurfes für eine konische Ausbildung des Dachaufbaus zum Raum hin und eines geigneten Innenfensters. Ich habe auch schon mal für einen ähnlichen Fall individuelle Atelierfenster für eine denkmalgeschützte Scheune entworfen und gebaut. Dies ist mit dem Denkmalpfleger zu verhandeln. Handwerkliche Lösungen (in traditionellenTechniken) sind jedenfalls eher für ein Denkmal geeignet als Fenster "von der Stange", und finden dann auch offenere Ohren. einfühlsame Kreativität wünscht jh
12.01.2006, traditionell werden die Balken (Mauerlatte) nur auf die Natursteinwände aufgelegt. Später hat man sie dann auch mit Eisenbolzen fixiert. Mauerlatten werden üblicherweise nicht bündig mit der Wandinnenfläche, sondern in Wandmitte aufgelegt, sodass die Wand beidseitig der Mauerlatte weiter hochgemauert und dann ggf. verputzt werden kann. Liegt der Balken büdig an der Wand, und wird verputzt, so ist eine Rissbildung längs der Fuge unvermeidlich. Dann empfielt es sich, diese Fuge z.b. als Schattenfuge gleich deutlich abzusetzen, den Putz von Balken und Wand also voneinander zu trennen. Oder jedes Jahr neu kalken, auch die ist in Griechenland doch traditionell üblich. Oder habe ich die Frage nicht richtig verstanden? beste Grüsse in den warmen Süden aus Norddeutschlands Schmuddelwetter jh

viele Möglichkeiten

Fachwerkwand Dämmen

12.01.2006, Der Ansatz, innen eine zweite Wandschale vor die Aussenwand zu stellen ist schon richtig. Es gibt dafür jedoch so viele verschiedene Konstruktionen, dass man kaum einen "richtigen" Rat geben kann, ohne weitere Rahmenbedingungen Ihres Bauvorhaben zu kennen. Denn eine Sanierung berühert noch viele weitere Aspekte wie Baurecht, Statik, Fundamente, Anschlüsse uvm. Grunsätzlich möchte ich anregen. 1. Nur Materialien zu verwenden, die schon in Ihrem Haus vorhanden sind bzw. traditionell verwendet wurden: Holz, Lehm, Ziegel, Stroh/Hanf... 2. Einen kappillaren Übergang von innen nach aussen zu gewährleisten, also KEINE Luftschicht zwischen den Wandschalen. Holz, insbesondere Fachwerk verträgt sich am besten mit Lehm. 3. Einen fachwerkerfahrenen Planer und Betreuer frühzeitig mit einbeziehen und mit ihm Konstruktion und Details besprechen. Das Honorar spart am Ende des Tages Kosten, Ärger und Schäden aus Unwissenheit. Die Sanierung eines Fachwerkhauses ist für einen Laien zu komplex, um sie mit einzelnen Detailfragen in einem anonymen Forum zu bewältigen. Kompetente Berater finden Sie hier im Forum. Schlau machen können Sie sich ausserdem, indem Sie in den Schwerpunktthemen lesen. Zu Ihrer Frage sind hier schon sehr viele Beiträge geschrieben worden. Gutes Gelingen wünscht, jh

Eichendielen nach 2 Wochen hochgehoben, warum?

12.01.2006, Das ist sicherlich alles völlig richtig, was Ulrich Arnold schreibt. Auf lange Sicht würde ich dennoch eine solche Konstruktion als funktionsfähig sehen, denn 1. hat Schlackeschüttung ein relativ gutes Speichervolumen (?), und 2. hat eine Holzdielung einen ausreichend hohen Diffusionswiderstand , um als Dampfbremse zu wirken. (ggf. die Ränder mit einem Dampfbremsstreifen dichten) Ausserdem würde sich ein solcher Befund als Folge von Kondensat aus der Raumluft nicht so schnell einstellen. Bleibt also eine vermutlich zu hohe Feuchtigkeit der Unterkonstruktion gegenüber den trockenen Dielen beim Einbau. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass die Konstruktionshölzer (gekauft im Baumarkt mit handelsüblicher rel. Feuchte)für so einen Befund genügend Feuchtikeit aufbringen, sondern vermute tatsächlich eine zu hohe Feuchte der Schüttung. Wie auch immer, dies wird sich im Laufe der nächsten Monate ausgleichen. Ich schlage daher vor, dass Herr Collmar eine Revisionsmöglichkeit zur Langzeitbeobachtung vorsieht (ein herausnehmbares Stück Diele), und uns dann mal nach einem halben Jahr informiert, wie sich die Sache entwickelt. Für so einen Fall wäre ein feedback über einen Zeitraum von vielleicht 2 Jahren sehr hilfreich, und wir könnten alle davon lernen. beste Grüsse, jh