Übersicht der Kommentare von Architekt / Atelier für traditionelles Bauen im Fachwerkhausforum.

Alle 279 Kommentare von Architekt / Atelier für traditionelles Bauen

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Fliesen freilegen

Freilegen von alten Fliesen von 1900

15.12.2005, Was für ein Putz ist denn da auf den alten Fliesen? Nach meinen Erfahrungen gibt es zwei Möglichkeiten: Die Oberfläche der alten Fliesen ist zur besseren Haftung des Putzes zerstört, angepickelt oder aufgerauht. dann lohnt sich das Freilegen nicht. Oder die Oberfläche ist noch intakt, also die Glasierung ungebrochen. In diesem Falle lässt sich der Putz in der Regel recht leicht mechanisch entfernen. Man kann ihn mit einem Hammer leicht anschlagen (ohne die Fliesen darunter zu verletzen), um das Putzgefüge zu brechen, und dann mit einem Spachtel vorsichtig abheben, am Ende mit einem Kunststoffspachtel die Fliesen abziehen. Hat sich schon oft gelohnt, die Arbeit. Gerade in alten Metzgerei-Verkaufsräumen sind oft wunderbare Verlegearten zu finden. Aber wie gesagt, das hängt vom Putz ab. Kuststoff -(Kleber)"vergütete" Putze mögen so nicht entfernbar sein. Versuch macht klug. Gutes Gelingen wünscht

Ehrliche Architektur

Haus Wärme Dämmung mit Fachwerk- Optik

14.12.2005, Dem kann ich mich nur anschliessen. Auch ich bin ein ausgesprochener Fan von "ehrlicher Architektur", also von solcher, die zeigt, was ist und nicht vortäuscht, was nicht ist. Schon gar nicht im Altbau. Wenn Sie tatsächlich so umfangreich investieren wollen, rate ich, zuerst mal einen altbauerfahrenen Architekten zu engagieren. Das Honorar wird sich am Ende des Tages kostensparend auswirken, da bin ich mir sicher. Und Sie bekommen etwas dafür, das dann auch funktioniert, das ihr Haus nicht kaputtmacht und das Sie dann auch guten Gewissens vorzeigen können. Machen Sie keinen Kitsch uns keine Verschandelungen, dafür ist Ihr Haus zu schade. Für eine gute Beratung stehe ich Ihnen, wie manch anderer Kollege hier im Forum sicherlich auch, gerne zur Verfügung.

nicht schleifen

Dielen anschleifen

13.12.2005, glatte neue Hobeldielen (werksmässig geschliffen?) würde ich auf keinen Fall noch mal schleifen, und schon gar nicht mit einem teller, denn die kreisförmigen Spuren sind in jedem fall hinterher sichtbar. Das sieht nicht schön aus. Im übrigen halte ich den Rat für sehr zweifelhaft. Schleifern ist nicht dfür gedacht, das Holz aufzurauhen. Eine rauhe Oberfläche nimmt zwar mehr Öl an, die Eindringtiefe des Öles wird dadurch aber nicht gefördert, sondern das Öl bleibt in den aufgerissenen Fasern. Es geht doch eher darum, die Hölzoberfläche zu glätten. Ein Schleifen emfpielt sich dann, wenn die Dielen nur gehobelt sind und sich der Hobelschlag, also die Spuren der Hobelmesser (gleichmässige Querrillen in der Oberfläche ) zeigen. Das sieht nicht so gut aus, und um diese zu glätten würde ich den Boden schleifen, und zwar mit einer Walze oder einem Band. Erst grob, dann fein. Gutes Gelingen wünscht,

Alte Malerei?

Haus von 1864 teilweise Fachwerk

09.12.2005, Wenn ich eine alte Malerei (oder ähnliches) unter einer Tapete finde, freue ich mich zunächst wie ein Scheekönig und das Entdeckerherz schlägt höher. Dann revidiere ich meine ürsprünglichen Gestaltungspläne und versuche zunächst zu retten, was zu retten ist. (siehe Foto: eine restaurierte Überraschung unter einer Tapete im Treppenhaus von 1872) Wie ist der Zustand? Wie alt ist die Farbfassung? Ist sie aus der Bauzeit? Welche Materialien und Pigmente? Welchen handwerklichen Wert hat die Fassung? Steht das Gebäude oder Teile unter Denkmalschutz? In jedem Falle würde ich erst mal feststellen, welche Materialien vorhanden sind, kurz welche Anstrichschichten sind auf der Wand. Erst danach kann einen Rat geben. Alte Kalkfarben auf Kalkputz würde ich mit Wasser und einem neuen Anstrich auf Kalkbasis behandeln. Jedenfalls nicht mit chemischen Keulen. beste Grüsse,

Ofenbauer zu Rate ziehen

schwedischer, runder kachelofen

09.12.2005, Wenn man so ganz unbedarft ist, sollte man nicht an einem Ofen herumbasteln. Ein Ofen birgt immerhin grosse Sicherheitsrisiken für das Haus. Und Ofenbau ist eine sehr spezielle Handwerkskunst, bei der viele Details genau zu beachten sind, will man sich nicht durch Unwissenheit Brand- und Gesundheitsgefahren einbauen. Ich würde also einen erfahrenen Ofenbauer engagieren und ihm genau auf die Finger schauen, und viele Fragen stellen, dann kann man das nächste Mal vielleicht auch selbst mal eine einfache Reparatur ausführen. Gutes Gelingen,
08.12.2005, Ob Feldsteine kapillar wirksam sind oder nicht kann man nicht pauschal sagen. Wie immer gibt es solche und solche. Man kann das Thema Mauerwerksfeuchte durchaus in einem Forum diskutieren, aben m.E. nie eine seriöse Diagnose für einen konkreten Fall geben. Man kommt nicht darum herum: Wenn Mauerweksfeuchte zu einem Problem für die Nutzung eines Hauses wird, muss man einen kompetenten unabhängigen Fachmann vor Ort zu Rate ziehen. Soweit ich das beurlteilen kann gehört Osmose Verfahren nicht zu den nachhaltigen und anerkannten Verfahren zur Trockenlegung. Viel Erfolg wünscht

Aussteifung

Aussteifung eines Fachwerks

08.12.2005, Das ist alles richtig. Um noch etwas präziser zu sein: Im Fachwerk sind Aussteifungen alle diagonalen Bauglieder, also Streben, Kopf- und Fussbänder, (Anreas-)Kreuze und dergl., eben alle Glieder, die die Belastungen aus dem Dach und den oberen Geschossen/ Stockwerken nicht nur vertkal, sondern auch horizontal bzw. diagonal in das Fundament ableiten können. Sonst fällt das Haus um wie ein Bündel Mikadostäbe. beste Grüsse,

in Ehren altern lassen

Neue Dachziegel etwas "altern" lassen.

07.12.2005, Hallo miteinander, ich finde die natürliche Alterung immer noch am schönsten. Und spart Zeit und Mühe. Ich bin ein ausgesprochener Fan von "Ehrlicher Architektur", und eine Reparatur ist eine Raparatur ist eine Reparatur... was soll man daran herummanipulieren. bereits nach Monaten hat sich der Unterschied eh angeglichen. Bei gutem Material sowieso. Alle Beispiele einer künstlichen Alterung, die ich kenne sehen auch "gekünstelt" aus. beste Grüsse, Jan Hülsemann

Verlegung:

Eichendielen verlegen wenn nur wenig Aufbauhöhe machbar ist

05.12.2005, Nur mit Latten, Zulagen und Dielen. Keine Ausgleichsmassen, -Platten oder andere aufwendige zusätzliche Konstruktionen. Die Latten (40x60mm) werden im richtigen Abstand auf dem Rohboden ausgelegt (ca. 50cm bei 20mm Dielung, 35cm bei 16mm Dielung). Die höchste Stelle des Rohbodens gibt die Höhe vor (ggf. kann man hier die Latte etwas nachhobeln). Die Latten werden alle 40 bis 50cm auf dem Untergrund verdübelt und verschraubt(bei etwa 40mm Lattenstärke, bei dickeren Latten entsprechend kann der Abstand grösser sein. Versuch machen und gewünschte Durchbiegung / Elastizität des Bodens selbst bestimmen) Die jeweils richtige Höhe der Fixpunkte kann man dann mit der Wasserwaage und verschieden dicken Zulagen / Keilen (vorzugsweise aus Eichenholz oder Hartholzfurnier- /-Plattenstücken, sogar Hartfaserplattenresten) sehr genau festlegen. Unebenheiten sind so praktisch unbegrenzt ausgleichbar. Auch die Lage der Fixpunkte, ob parallel oder versetzt kann man bestimmen. Ich würde sie versetzt anordnen. Ggf. kann man auch Gefälle oder andere örtliche Höhenunterschiede einbauen. Man kann auch die fertig fixierten Latten hier und da noch mit Zulagen unterfüttern, wenn sie zu sehr federn. Gesanmthöhe des Bodens demnach: höchste Stelle des Unterbodens + Lattenstärke (40mm) + Dielenstärke (20mm). Wenn aus Gründen besserer Dämmung erforderlich, kann man den Raum zwischen dem Latten mit z.B. Blähton auffüllen. Mit ein wenig handwerklichem Verständnis und Geschick wirds schon gelingen, wünscht,

Wandheizung

Wandheizung, aber wie?

05.12.2005, @Gerd Meurer welches Verbundrohr und aus welchen Gründen? fragt