Übersicht der Kommentare von Meisinger Ingenieurleistungen im Fachwerkhausforum.

Alle 421 Kommentare von Meisinger Ingenieurleistungen

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Als Erstes ...

Dämmen ja oder nein

04.09.2013, ... bedarf es m. E. einer gründlichen Analyse des vorhandenen Wandaufbaus - gerade in Anbetracht dessen, dass eine Innendämmung hier angebracht erscheint. Auf der Basis der Bestandsanalyse kann dann im zweiten Schritt überlegt und vor allen Dingen auch fachlich fundiert geprüft werden, welche Dämmmaßnahmen bauphysikalisch "verträglich" sind. Aus den möglichen Alternativen sollte dann diejenige ausgewählt werden, die den individuellen Vorstellungen (auch hinsichtlich der Kosten) am ehesten entspricht. Viele Kleinigkeiten sind bei alledem zu beachten bzw. zu berücksichtigen, wozu m. E. ziemlich tief in die Thematik angetaucht werden muss. Gerade die mit neuen Fenstern i. d. R. einhergehenden "klimatischen" Veränderungen (insbesondere die des Feuchtehaushaltes) spielen hierbei eine maßgebliche Rolle. Ebenmalso ganz nebenbei ist dies m. E. nicht zu leisten. Insoweit rate ich aus unserer Erfahrung heraus dringend dazu, sich fachliche Unterstützung zu holen, bevor "das Kind in den Brunnen gefallen" ist. i. V. Dirk Meisinger

Hallo Danilo,

Ausfachungen neu mit Leichtlehm?

04.09.2013, leider ist es in der Tat so, dass bestehende Ausfachungen in der Regel "schwerer" sind als nachträglich angebrachte Innendämmungen. Die dadurch bedingten Risiken bzw. bauphysikalischen Nachteile sind, so denke ich, hinlänglich bekannt. Das, was ich gerade in den letzten Jahren hier schon alles für Schäden zu Gesicht bekommen habe, ist frappierend! Es geht nun mal m. E. nichts an der Erkenntnis vorbei, dass Konstruktionen möglichst so aufgebaut werden sollten, dass von der Warm- zur Kaltseite hin das Gewicht und damit auch die Wärmeleitfähigkeit der Bauteile abnehmen sollte. Wenn man also die Möglichkeit hat, im Zuge von Baumaßnahmen optimale Konstruktionen zu kreieren, ist man m. E. gut beraten, diese Möglichkeiten auch zu nutzen. - Selbst dann, wenn der Aufwand an Zeit und Geld im ersten Moment erheblich erscheint, denn mittel- bis langfristig zahlen sich die Investitionen erfahrungsgemäß immer aus. "Unterlassungssünden" fallen einem hingegen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit früher oder später auf die Füße. Viele Grüße i. V. Dirk Meisinger

Ich denke ...

Holz Fensterbretter außen mit Zink verkleiden?

03.09.2013, ... dass hier nur eine grundhafte Sanierung bzw. eine Erneuerung des Wetterschenkels (der derzeit keiner ist) zielführend sein wird. Dadurch, dass das Wasser vom waagerecht liegenden Brett nicht ablaufen kann, wird selbst bei sorgfältigster Ölung nicht zu verhindern sein, dass Wasser über die Risse des Holzes in dieses eindringt und es über kurz oder lang zerstört. Eine Heilung durch das Aufsetzen eines Zinkbleches wird nach meiner Erfahrung nicht möglich sein. Vermutlich würde man den Schadensverlauf sogar noch begünstigen, da über nicht dicht zu bekommende Anschlüsse und die Flanken eindringende Feuchtigkeit nicht rasch genug verdunsten kann. Es wäre m. E. schade um jedes Quäntchen Zeit und Geld, das in die Erhaltung des vorhandenen Zustandes gesteckt wird. Die Fensterbretter dürften hinüber sein und auch die seitliche Lattung scheint zumindest im unteren Teil dem Ende der Restnutzungsdauer nicht mehr fern zu sein. Hier gehört nach meiner Einschätzung ein richtig ausgeführter und fachtechnisch richtig montierter Wetterschenkel und den gestalterischen und funktionalen Anforderungen entsprechende Fensterlaibungen / Außenfutter angebracht. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass - so wie es Olaf bereits gesagt hat - darauf geachtet wird, nur dort wirklich dichte Verbindungen bzw. Anschlüsse herzustellen, wo es wirklich erforderlich ist. i. V. Dirk Meisinger

Wenn es gar keine ...

Lehmdecke im Bad generell (und über der Dusche?)

03.09.2013, ... andere Stelle im Bad gibt, an der eine kleine Eck- oder eine Raumsparwanne platziert werden kann, und es unbedingt eine Dusche werden muss, sollte auf jeden Fall der Anteil der "versiegelten" Fläche so weit wie irgend möglich reduziert werden. Günstigstenfalls nur Wandfliesen im Bereich der Dusche und ein Fliesespiegel für das Waschbecken. Für die "offenen" Wandflächen gilt dann aber auch, dass keine dampfbremsenden Anstriche - wie z. B. Dispersionsfarben - verwendet werden. Um im Weiteren eine Zwangslüftung zu gewährleisten, wäre wie bereits vorgeschlagen der Einbau eines Lüfters anzuraten. Ein ganz dickes Fragezeichen möchte ich ganz nebenbei hier den Satz "Die hintere Wand ist eine Außenwand mit Hohlraum für Rohre Leitungen etc. davor dann Rigibs-dadrauf die Fliesen." setzen. Ist hier noch niemals eine Leitung eingefroren? - Auch wäre es m. E. ratsam, dort mal nachzusehen, ob sich durch Kondensatbildung nicht schon Schäden eingetreten sind. Da Bilder manchmal mehr als Worte sagen, nebenstehend eine Aufnahme von einer Installation vor einer Außenwand. - Man möchte kaum glauben, wie es hinter einem (abgenommenen) Fliesenbelag aussehen kann. i. V. Dirk Meisinger

Wenn ich es für mich selbst ...

Lehmdecke im Bad generell (und über der Dusche?)

03.09.2013, ... zu entscheiden hätte, würde ich sagen, dass eine fachgerechte Instandsetzung der Lehmdecke die Vorzugslösung ist. Allerdings kommt jetzt das große ABER: Die Reaktion der Lehmdecke auf die Feuchtebelastung ist von vielen komplexen Faktoren abhängig, von denen ich einige kurz anreißen möchte. 1. Wenn ich das Foto betrachte, gehe ich davon aus, dass die Wände raumhoch gefliest sind; womöglich der Boden auch noch einen Fliesenbelag hat. Somit wird sich die Feuchte den Weg des geringsten Widerstands suchend auf die nicht "versiegelten" Deckenbereiche (einschließlich der Holzbauteile !!!) konzentrieren. 2. In einer Duschkabine tritt die feuchte Luft einschl. kleinster mitgerissener Wassertröpchen konzentriert nach oben aus und je niedriger die Decke über Oberkante Duschkabine liegt bzw. hängt, desto massiver sind die Feuchtewirkungen auf die Decke. 3. Lehm im Bad ist an sich kein Problem, da er in der Lage ist, verhältnismäßig viel Feuchtigkeit zu puffern und so ausgleichend wirkt. Allerdings muss er die aufgenommene Feuchte auch wieder abgeben können. Vorteilhaft, ja geradezu Voraussetzung hierfür ist ein vernünftiges Lüftungsverhalten. Ob dies in jedem Fall vorausgesetzt werden kann, wage ich jedoch zu bezweifeln. Fazit: Ich sehe in diesem speziellen Fall das Risiko, dass die Lehmdecke den Feuchtebelastungen nicht gewachsen sein und früher oder später Schaden nehmen wird. - Selbiges gilt prinzipiell auch für die Holzbauteile! Insoweit würde ich darüber nachdenken, ob nicht auf eine Dusche verzichtet und statt dessen eine (Eck)Wanne eingebaut wird. Ich selber nutze seit vielen Jahren keine Dusche mehr, sondern "überspüle" mich sitzend in der Badewanne. Dies hat mehrere Gründe: Zum Einen haben wir in unserem alten Bauernhaus in Kenntnis der v. g. Konfliktpotentiale bewußt auf den Einbau einer Dusche verzichtet - und werden dies auch in unserer neuen, im ehemaligen Stallgebäude entstehenden Wohnung tun -, zum Anderen minimieren wir so das Legionellenrisiko, denn selbige nisten sich gern in Duschköpfen (bevorzugt in solchen aus Kunststoff) ein. i. V. Dirk Meisinger

Leichtlehm in Gefachen ...

Ausfachungen neu mit Leichtlehm?

03.09.2013, ... stellt - sofern bei der Ausführung die Regeln der Technik beachtet werden - m. E. kein Problem dar. Im Gegenteil: Wenn die Innendämmung und die Ausfachung aus nahezu identischem Lehmbaustoff besteht, sind die bauphysikalischen Voraussetzungen geradezu ideal. Schlechter wäre es hingegen, wenn die Ausfachung "schwerer" als die Innendämmung gewählt würde. - Letztlich trifft dies auch auf den Außenputz zu, der zwar eine relativ dünne Schicht bildet, dennoch aber die "konfliktträchtigste" Schicht der Konstruktion sein kann. Von daher würde ich gerade bei günstigen Randbedingungen (z. B. keine Schlagregenbelastung) hier eher einen Lehm- als einen Kalkputz wählen. Wenn es denn allerdings unbedingt ein Kalkputz werden soll, dann würde ich auf jeden Fall zu einem Luftkalkputz raten. Im Übrigen mochte ich auf meine Ausführungen bzw. Beiträge in dem am 06. August zum Thema eröffneten Thread http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/215399$.cfm verweisen. Viele Grüße i. V. Dirk Meisinger

Wie bereits gesagt ...

Fachwerkfelder dämmen und mit Riemchen versehen.

02.09.2013, ... gibt es gute Gründe, Maßnahmen wie die von Ihnen angedachte besser nicht auszuführen. - Es wäre zum Einen schade um Zeit und Geld und zum Anderen würde ich fürchten, dass die alte Bausubstanz leidet, u. U. erheblichen Schaden nimmt. In Abhängigkeit von Material bzw. Art der Ausfachung sowie der inneren Wandbekleidung bieten sich bestimmt andere Möglichkeiten einer Instandsetzung oder Sanierung an. Um diesbezüglich mehr sagen zu können, bräuchte es allerdings eingehendere Informationen zum vorhandenen Bestand. i. V. Dirk Meisinger

Es scheint in der Tat ...

Oberste Geschossdecke dämmen!?

16.08.2013, ... eine "sehr wilde Bauweise" zu sein, was eine konkrete Aussage im Hinblick auf die Frage, ob eine Dampfbremse / -sperre erforderlich ist, nicht gerade einfach macht. Auch fehlt mir eine Angabe, wie stark die Bretter in den Deckenfeldern sind und wie dick die abdeckende Lehmschicht ist. Weiterhin wäre wichtig zu wissen, wie stark die Rauspundbretter sein sollen (abhängig vom Abstand der Balken / Auflager) und welcher WLG die Mineralwolle zugeordnet ist (z. B. WLG 035 / WLG 040). Tendenziell würde ich sagen, dass ohne eine Dampfbremse unter der Decke an der Schichtgrenze zwischen Mineralwolle und Rauspund Tauwasser ausfällt. Vermutlich wird aber die mögliche Verdunstungsmenge höher sein, so dass der Aufbau ohne Dampfbremse OK sein dürfte. Um Sicherheit zu haben, sollte der Deckenaufbau allerdings so genau wie irgend möglich identifiziert bzw. beschrieben / definiert und gerechnet werden. Unabhängig davon sollte in die Überlegungen mit einbezogen werden, welche Auswirkungen die Deckendämmung auf die klimatischen Verhältnisse im Dachboden hat und was dies für Folgen auf die Dachbauteile haben kann. Dieser komplexen Thematik haben wir einen speziellen Beitrag mit dem Titel "Dämmung oberster Geschossdecken gegen unbeheizte Dachräume" auf unserer Website unter der Rubrik "Bauberatung" gewidmet. i. V. Dirk Meisinger

Wenn ...

Sandgestrahlte Fachwerkbalken streichen: Leinöl, Lasur oder nichts?

13.08.2013, ... farblich unterschiedliche Balkenoberflächen auf einen "Nenner" gebracht werden sollen, geht dies m. E. mit Lasur nicht, da diese zu durchscheinend ist. Folglich würde ich in diesem Fall zu Leinölfarbe raten. Die Grundierung sollte mit rohem Leinöl erfolgen. Sehr gute Erfahrungen haben wir mit den Produkten von Leinölpro (http://www.leinoelpro.de/) gemacht. Bei deren Leinölfarben sind viele Farbtöne im regulären Angebot. Auf speziellen Wunsch werden aber auch alle RAL- oder NCS-Farben angemischt. i. V. Dirk Meisinger

Die Idee ...

Suche Abstandhalter Holzlattung

11.08.2013, ... Direktabhänger zu verwenden, halte ich - gelinde gesagt - für sehr gewagt. Diese sind nämlich nur für einen ganz speziellen Verwendungszweck gedacht und zugelassen (Allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen beachten !!!). Sie zweckentfremdet einzusetzen und ganz anderen als den vorgesehenen Lastfällen auszusetzen, kann mächtig "in die Hose gehen". i. V. Dirk Meisinger