Übersicht der Kommentare von Tilman im Fachwerkhausforum.

Alle 287 Kommentare von Tilman

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Fensterabdichtung

Fensterfuge am Mauerwerk außen und innen

08.06.2022, Eine korrekte Fensterabdichtung erfolgt nach dem RAL Standard. Dieser sieht 3 Ebenen vor: - Außen eine schlagregendichte Ebene. Das kann eine Apuleiste oder Kompriband sein. - In der Mitte eine dämmende Ebene - Innen eine winddichte Ebene, damit keine Feuchtigkeit mit der warmen Raumluft eingebracht wird Silikon hat da nichts zu suchen. Bei so einem schmalen Spalt und relativ gleichmäßigem Mauerwerk wäre ein Kompriband wohl die beste Wahl gewesen. Dazu müsste das Fenster nun aber nochmal raus. Stopfhanf ist als Dämmebene eine gute Wahl, zumal es eventuell eindringenede Feuchtigkeit ins Mauerwerk abführen kann. Innen sollte ein Winddichtband verklebt werden. Wenn die Laibung zu stark sandet, gibt es von den gleichen Herstellern in der Regel auch einen passenden Butylprimer, um das Mauerwerk entsprechend klebefähig zu machen. Ich würde beim Winddichtband darauf achten, dass es ein überputzbares Vlies ist. Wir haben hier im Haus Illbruck verarbeitet. Das ließ sich erstklassig überputzen. Viele Grüße Tilman

Dosen und Module

Elektrik über Fußboden verteilen, Kappendecke mit Holzkonstruktion

08.06.2022, Jep, mit Klemmraumdosen geht's definitiv einfacher. Allerdings hast Du heute nicht mehr die Quälerei, 16 Adern in einer Doppeldose mit einem LSA-Werkzeug auflegen zu müssen. CAT-Module (z.B. von Dätwyler) sind ohne weiteres Werkzeug ratzfatz montiert und werden von hinten einfach in den Montagerahmen eingeklinkt. Zeitersparnis gegenüber LSA-Dosen ca. 50%, Stressersparnis ca. 80-90%. :) Viele Grüße Tilman

Leerrohre

Elektrik über Fußboden verteilen, Kappendecke mit Holzkonstruktion

07.06.2022, >> Ah, danke! Also heißt das die Verteilung der Leerrohre ist nur von Raum zu Raum >> und innerhalb der Räume geht es wieder über die Wand? Das Leerohr geht einfach vom Boden in einem nicht zu scharfen Knick in die Wand (deshalb besser in der Schüttung verlegen) zur ersten Dose und anschließend von Dose zu Dose. In Backsteinwänden kann man in der Regel ganz einfach eine vorhandene horizontale Fuge in Höhe der Installationszone rundum im Zimmer ein wenig aufkratzen oder stemmen, so dass das Leerrohr darin etwas versenkt wird. Es muss ja nicht vollständig in den Backsteinen verschwinden, da ja in der Regel auf eine alte Backsteinwand eh ein relativ dicker Putz aufgetragen werden muss. Das Leerrohr wird im Mauerwerk mit Mörtel (kein Putz oder noch schlimmer Gips!) befestigt. Anschließend kann die Wand neu verputzt werden. Das Netzwerk kann auf die gleiche Weise verlegt werden. Allerdings müssen Strom und Kommunikation in getrennten Rohren verlegt werden. Das ist Vorschrift. Entweder beide Rohre parallel verlegen oder wie wir es gemacht haben: Die Kommunikationsleitungen an vorbestimmten Stellen senkrecht durch alle Stockwerke vom Dachboden runter (alternativ auch vom Keller nach oben) führen, so dass die stromführenden Rohre nur gekreuzt werden. Hier sind die Leerrohre meine Ansicht nach sogar noch von größerer Wichtigkeit, wenn man bedenkt, wie schnell sich die Technik ändert. Vor 10 Jahren hat man nur 3 oder 4 Netzwerkanschlüsse im Haus gebraucht. Heute laufen schon Telefon, TV und andere Geräte darüber und in weiteren 10 Jahren wird es vermutlich nicht mehr CAT8/9/10 sein, sondern Glasfaser. Mit Leerohren und genügend geplanten Anschlussplätzen kann man mit dem Fortschritt mithalten, ohne später einen nennenswerten Aufwand zu haben. wir haben einen fast voll belegten 32-Port Switch im Dachboden und das gesamte Netzwerk dürfte problemlos irgendwann einmal innerhalb eines Tages gegen Glasfaser ausgetauscht sein. Anbei noch ein Bild mit zwei Beispielen, wie wir auf einer Höhe Strom und Kommunikation verlegt haben. Das obere Beispiel ist nur fachlich korrekt, wenn zwischen den beiden linken Dosen (Kommunikation) und der rechten Dose (Strom) die Durchbrüche nicht herausgebrochen wurden. Es darf keine offene Verbindung zwischen den beiden Leitungsnetzen geben. Viele Grüße Tilman

Verlegung Leerrohre

Elektrik über Fußboden verteilen, Kappendecke mit Holzkonstruktion

07.06.2022, Wie Herr Teich schon anmerkte: Heute verkabelt man eigentlich nicht mehr im Stern, also mit Abzweigdosen, sondern führt die Leitungen vom Verteilerkasten in das entsprechende Zimmer zum ersten Punkt (meistens direkt neben einer Tür, wo eh eine Steckdose oder ein Lichtschalter sitzt) und von dort aus horizontal von Dose zu Dose. Hoch in die Decke für die Deckenbeleuchtung geht man dann entweder direkt von der Dose mit dem (oder einem) Lichtschalter oder aber von einer beliebigen anderen Dose im Strang. Eventuelle Türdurchbrüche werden dabei einfach übergangen, also vor dem Durchbruch hoch, über den Durchbruch und dahinter wieder runter. Ich habe mal eine Grafik unserer Verrohrung aus drei Räumen angehängt. Viele Grüße Tilman

Einzugseil

Elektrik über Fußboden verteilen, Kappendecke mit Holzkonstruktion

02.06.2022, Von bereits gefüllten Leerrohren bin ich auch nicht ausgegangen. Ich dachte, hier geht es um die Verlegung von LEERrohren, die anschließend gefüllt werden. :) Wenn bereits ein Haufen Einzeladern im Rohr sind, kann es im Einzelfall schon mal nervig werden, das Einzugseil noch einmal durchzukriegen. Das hängt stark davon ab, wie gut man die Einzeladern beim Einziehen glattgezogen hat. Viele Grüße Tilman

Einzugseil

Elektrik über Fußboden verteilen, Kappendecke mit Holzkonstruktion

01.06.2022, Hallo Karl-Heinz, das ist überhaupt nicht nötig. Ein ordentliches Einzugseil kommt problemlos durch jedes Wellrohr und kostet keine 10 Euro. Ich habe bei uns alle Leitungen erst nach dem Verputzen eingezogen und das geht selbst über lange Strecken mit mehreren Winkeln problemlos. Das Limit ist eigentlich nur die Länge des Einzugseils aber selbst mit einem 10m-Seil schafft man in der Regel alles, da die erste Dose selten weiter entfernt ist. Viele Grüße Tilman

Elektrik im Boden

Elektrik über Fußboden verteilen, Kappendecke mit Holzkonstruktion

31.05.2022, Die Leitungen im Boden zu verlegen ist grundsätzlich völlig in Ordnung. Allerdings würde ich dann an Eurer Stelle unbedingt auf Einzeladern in Leerrohren bestehen. Eine solche Elektrik kostet nur geringfügig mehr, erlaubt aber jederzeit Korrekturen oder Reparaturen. Irgendwann schneidet mal jemand eine Ader zu knapp ab oder Ihr wollt eine Stehlampe in der Zimmerecke an der Steckdose statt einer Deckenlampe über den Lichtschalter schalten oder im Treppenhaus will man doch eine intelligentere Lichtsteuerung. Solche Sachen sind in dem Fall in weniger als 20 Minuten erledigt, ohne dass jemand den Boden wieder aufreißen oder die Wand aufstemmen muss. In beiden Stockwerken würde ich die Leerrohre in der Perlite-Schüttung verlegen. So gibt es kein Gequetsche und die Rohre müssen auf dem Weg nach oben nicht so brutal abgeknickt werden. Sanftere Bögen erleichtern das Einziehen der Adern. Viele Grüße Tilman

Fugenprobleme

Backsteinmauer verfugen und festigen

24.05.2022, Hallo Karl-Heinz, >> Ich würde über die Fugen zuerst mal mit Druckluft drüber gehen, damit alle losen Mörtelbrocken möglichst schnell und für mich kommod raus fliegen. Mich würde nicht wundern, wenn die Fugen danach leer, sprich: nicht mehr existent sind. Der ursprüngliche Mörtel ist so weich, dass man theoretisch endlos mit dem Handfeger nachbürsten kann. Er rieselt einfach immer weiter. Was auch immer es für ein Mörtel war, ob nur Kalk oder mit Zementzuschlag: Binden tut da nichts mehr. Aus dem Grund lassen sich auch so viele Steine bewegen, auch wenn die Fugen größtenteils kaum tiefer als vielleicht 4 Zentimeter sind. >> Die Fugen einfach mit Putz zuzuwerfen ist zwar machbar, aber eher suboptimal. Du musst schon sehr fest anwerfen und immer einer größere Masse an Mörtel auf der Kelle haben, damit der Mörtel auch wirklich überall tief in die Fugen fliegt und dort durch den Aufprall des eigenen Massegewichts halbwegs verdichtet und somit auch lasttragend wird. Was ja nicht schlimm wäre mit der vollen Kelle. Den Überschuss kann man ja wieder abnehmen. Geweißelt werden soll anschließend nichts. Als Inspiration, wie es später aussehen sollte, dient mir das Klosterrestaurant in Irsee. Hier ein Bild aus dem Netz: https://www.holidaycheck.de/hm/bilder-videos-hotel-irseer-klosterbraeu/658d10bb-33a2-3754-93d1-5fcba19e8864/-/m/picture/mediaId/54065f05-d020-3d6a-a7a1-ef0fa818589e Ob es farblich später eher heller Kalkputz oder gräulicher Kalkzementputz ist, ist mir gleich. Ich will noch eine leichte Struktur erkennen können und die Backsteine sollten nicht komplett bedeckt sein. Aus der Nähe heraus betrachtet sieht es aus, als wenn man die Fugen nach dem Füllen mit einem nassen Pinsel verstrichen hat. Das ist allerdings nur geraten. :) Viele Grüße Tilman

Unterspannbahn

Stalldecke dämmem

23.05.2022, Hallo Karl-Heinz, >> So dicke HWF-Platten sind steif wie ein Brett, die kriegst zu nicht zusammen gedrückt um sie zwischen die Balken zu stecken. Andererseits, wenn du sie zu schmal/kurz schneidest, hast du offene Fugen zwischen Platte und Balken. Das ist durchaus ein gutes Argument pro USB. >> Dazu kommt, wie, bzw. mit was willst du 15 - 20 cm dicke HWF-Platten schneiden? Das geht nur mit einer großen Zimmerer-HKS, oder einer TKS, oder einer BS, jeweils mit ordentlicher Absaugung! Die Maschinen wären hier zwar vorhanden aber das Argument mit den Fugen zieht immer noch. ;) >> Die weichen Hanf-/Holzflex-Matten kann man gut mit dem Alligator schneiden und mit 0,5 - 1 cm Übermaß auch noch so viel zusammendrücken dass sie zwischen die Balken schlüpfen, aber dann trotzdem oben bleiben, bis die Dampfbremse drunter gespannt ist. Hanf hatte ich hier im Haus bisher nur in Form von Stopfhanf und Hanffilz verarbeitet. Der Filz ließ sich gar nicht schön schneiden aber wenn Du schreibst, dass sich Hanfdämmmatten gut schneiden lassen, ist mir das fast noch sympathischer, als HWF. Vielen Dank für Deine ganze Mühe. Mir reicht es leider nie, zu wissen, was ich am besten mache, sondern muss auch wissen, warum es so am besten ist. ;) Viele Grüße Tilman

Unterspannbahn

Stalldecke dämmem

21.05.2022, >> Zum Einen, die USB muss diffusionsoffen sein, damit die Feuchte aus der Dämmung nach oben raus kann. Somit kann sie auch aus den evtl. feucht gewordenen Balken raus. Zum Anderen, wenn du die USB in einzelne Streifen schneidest, die ca. 15 -20 cm breiter als die Gefache sind und sie dann nur jeweils seitlich an den Balken 7,5 - 10 cm runter verlegst und verklebst, wären die Balken nicht komplett "eingepackt". Sorry, dann hatte ich Dich missverstanden. In Bahnen seitlich angeklebt ist natürlich viel von den Balken frei. >> Steter Tropfen höhlt den Stein. Heißt, es ist nur eine Frage der Zeit/Dauer der zugigen Witterung bis die Kälte durch ist. Und, die USB hält auch eingedrungenes Wasser/getauten Schnee aus der Dämmung. Das stimmt schon. Auf der anderen Seite geben Hersteller wie Gutex für ihre HWF-Unterdeckplatten an, dass sie angeblich regen- und hageldicht sind und sogar ein über Monate ungedecktes Dach erlauben. Wenn diese Eigenschaften nicht an den Haaren herbeigezogen sind, stellt sich die Frage, ob ihnen dann ab und zu ein bisschen Feuchtigkeit überhaupt etwas ausmacht. Ich schätze, dass es im Jahr durchschnittlich 4-5 Mal vorkommt, dass etwas Regen oder Schnee in die Tenne geweht wird. Viele Grüße Tilman