Übersicht der Kommentare von Architekt / Atelier für traditionelles Bauen im Fachwerkhausforum.

Alle 279 Kommentare von Architekt / Atelier für traditionelles Bauen

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Entkopplung

AUFLEGEN DES TRITTSCHALL DÄMMFILZES: WO, WANN?

02.06.2006, zusätzliche Trittschalldämmung heisst im Prinzip eine Entkopplung des begehbaren Bodens von der Unterkonstruktion, um den sog. Körperschall, der sich durch die Konstruktion in Form von Schwingungen fortpflanzt zu unterbrechen. Dies bedeutet, dass Filze und dergl. nur dann wirksam sind, wenn ihre Dämmwirkung nicht durch Nägel oder Schrauben wieder aufgehoben wird. Mit anderen Worten, Dämmfilze unter aufgenagelten oder geschraubten Flächen nützen kaum etwas. Die beste Trittschalldämmung ist mit viel Masse (zwischen den Deckenbalken) Das habt Ihr nun nicht. Wenn Ihr schon einen so aufwendigen mehrschaligen Bodenaufbau wählt, dann würde ich die begehbare Dielung schwimmend verlegen, etwa auf 40mm Dämmplatten mit 35mm dicken Montageleisten. Es gibt auch Systemböden für diesen Zweck, etwa von Pavatex, Gutex, Steico... Am besten mal danach erkundigen. Gutes Gelingen wünscht jh

Abstand zwischen den Scheiben

DOPPELFLÜGELFENSTER - ABSTAND ZW. FENSTERSCHEIBEN?

02.06.2006, Das ist aller richtig, was Herr Hildebrand schreibt. Aber Der Abstand hat schon Einfluss auf die Dämmwirkung. Der Minimalabstand bestimmt sich aus dem Fenstergriff. Je nach Fenstergrösse, Konstruktion etc. setzt bei einem grösseren Abstand als 10 bis 14 cm eine Konvektion in dem Raum zwischen beiden Fenstern ein, die sich nachteilig auf die Dämmung auswirkt. Der ideale Abstand liegt also in diesem Bereich. beste Grüsse, jh

Lehm mit Lehm

Kalputz, Lehmputz, WASauchIMMER auf Lehm - Dämmplatte

01.06.2006, zunächst mal dies: Die Lehmplatte würde ich nicht trocken mit Hohlräumen auf die Wand dübeln, sondern kapillar wirksam vollflächig mit Lehmmörtel ansetzten. Vielleicht ist dies wieder ein Streitpunkt, aber ich halte den kapillaren Feuchtetransport durch die Wandschichten für sehr wichtig, um mögliche Kondensation in Hohlräumen zu vermeiden. Im übrigen schließe auch ich mich der Einschätzung an, dass man bei dem vorhandenen Wandaufbei auf zusätzliche Dämmplatten hätte verzichten können. Die Platten würde ich dann immer mit Lehm verputzen. Gleich zu gleich gesellt sich gern, und die raumklimatischen Vorzüge des Lehms kommen so am besten zur Wirkung. Ist für Selbstbauer auch am angenehmsten zu verarbeiten. Voher vielleicht mal ein Lehmbauseminar besuchen. Gutes Gelingen wünscht jh

Gesamtkonzept

Dachausbau

01.06.2006, Ich finde es etwas schwierig, auf Eure Fragen zu antworten. Es scheint mir ein vernünftiges Gesanmtkonzept zu fehlen, das man bei allen Einzelmassnahmen verfolgen kann. Ein Umbau, eine Sanierung ist mehr als die Summe aller Einzelmassnahmen. Fassadendämmung, Dachdämmung, Umnutzung, Heizung,... hängen voneinander ab und verändern das Raumklima eines Gebäudes mit mitunter schwerwiegenden Folgen. Ich rate, nehmt Euch einen altbau- und fachwerkerfahrenen Architekten, mit dem zusammen Ihr ein gestalterisch ausgewogenes Gesamtkonzept auf der Basis einer vernünftigen, fachwerk- und naturverträglichen Bauweise ausarbeitet. So können weitere teure Fehler vermieden und gestalterische, baurechtliche und energetische Aspekte mit Nutzungswünschen und Geldbeutel zusammenbebracht werden. Das kann man in einem Forum im Rahmen einer Umsonstberatung nicht leisten. Dann kann man über die Detailfragen immer noch ausführlich diskutieren. Viel Erfolg wünscht jh

prinzipiell so

Wärmedämmung mit Flachs bei altem Fachwerkhaus ?

24.05.2006, würde ich es auch machen, wie Klaus Schillberg vorschlägt. Ich würde allerdings ergänzend vorschlagen, die innen vorgesetzte Leichtlehmschale beim aufmauern mit einer sehr leichten Lehmschüttung (Stroh / Flachs)zu hinterfüllen, um einen kapillaren Übergang zur Fachwerkwand zu gewährleisten. In der Praxis bedeutet dies, dass die Innenschale etwas dicker sein muss (mind.1/2 Stein), damit sie beim Hinterfüllen nicht ausweicht. So bekommt man einen sehr homogenen kapillarwirksamen Wandaufbau. Ausserdem die Gefache mit Kalk- oder Lehmmörtel vermauern, und keinesfalls, wie schon geschrieben, mit Zement. Gutes Gelingen wünscht jh

Regionale Hölzer

Nordische Kiefer oder Meranti

30.04.2006, Das sehe ich auch so. Zertifizierungen sind oft Augenwischerei und wiegen Verarbeiter und Verbraucher in Sicherheit. In Wirklichkeit kommen die Hölzer oft aus illegalem Einschlag. Gedankenlos wird so vom deutschen Häuslebauer die Zerstörung von Lebensgrundlagen für Menschen und Natur in der betroffenen Region mitfinanziert. Grundsätzlich gilt, wie schon Klaus Schillberg schrieb, regionale Hölzer zu verwenden. Auch ich kenne viele Jahrzehnte alte Kiefernfenster, die bei guter Pflege (fast) unbegrenzt halten. Bleiben Sie bei Ihren Fenstern aus heimischem Kiefernholz. beste Grüße, jh

Reparatur

Balken kaputt...was nun?

29.04.2006, Ja, das geht. Prinzipiell kann man nur das Balkenende auswechseln. Dafür gibt es eine Reihe anerkannter Reparaturverbindungen. Welche davon für Ihren Fall sinnvoll und am besten anwendbar ist, und wie tief dafür der Balken freigelegt werden muss, ist Sache des Statikers / Zimmermanns vor Ort. Gutes Gelingen jh

Das "Problem" Konrad Fischer

21.04.2006, Lieber Konrad Fischer, manchmal bin ich ein Freund des Ungefähren. Möge der betroffen sein der sich angesprochen fühlt. Es täte mir leid, wenn ich Ihre Euphorie gedämpft haben sollte, das war nicht meine Absicht. Es ist nur so: wer sich weit aus dem Fenster lehnt, darf sich nicht wundern, wenn ihm der Blumentopf auf den Kopf fällt. Lassen Sie uns das nicht weiterführen, sondern lieber an den interessanten letzten Beitrag von Flotian Kurz anknüpfen, der meinem zuvor kam. sonnige Grüsse, jh

Kollektigves Lernen

Das "Problem" Konrad Fischer

21.04.2006, Die Fragen ähneln sich, die Antworten aber entwickeln sich weiter. Kollektives Lernen. Selbst der Fortgeschrittene könnte was davon mitnehmen. Nur mancher verbohrt sich in seine Sicht der Dinge. Immer locker bleiben. jh

traditioneller Dachausbau

nachträgliche Steildachdämmung

21.04.2006, Eine für heutige Ansprüche guter Konstruktionsaufbau ist in der Tat schwierig. Ich erinnere mich an eine heftige Diskussion zu diesem Thema mit Herrn Huth, der vehement gegen eine nachträgliche Unterspannbahn stritt, mit der Begründung, Feuchtigkeit werde damit nur eingeschlossen. (Für den Laien: Unterspannbahn ist die diffusionsoffene Folie zwischen Dämmung und Dachdeckung, Dampfbremse/sperre ist die je nach dem diffusionsdichte Folie zwischen Innenraum und Dämmung) Ich würde das bei einer recht dichten Dachdeckung (wie die angegebenen Braas) durchaus ausprobieren, wenn eine gute Be- und Entlüftung des Raumes zwischen Dämmung und Deckung gewährleistet ist. Traditionell kenne ich Dachausbauten so: Sparschalung unter die Sparren, Schilfmatten und dicken Kalk- oder Lehmputz. Eine sehr bewährte Konstruktion mit rel. viel Masse. Die erreicht aber nicht nach ENEV geforderte Dämmwerte. Wenn die Statik ausreicht könnte man dies vielleicht kombinieren mit einer zusätzlichen Dämmung aus sehr leichtem Strohlehm (habe ich auch schon gesehen, könnte parallel zur Sparschalung eingebracht werden, abhängig von der Dachneigung) oder mir einer Dämmplatte mit Zellstruktur (Hanf ö.ä.). in diesem Falle würde ich auch auf eine Dampfbremse verzichten, denn ein guter dichter Innenputz wirkt als solche. Das wäre aus meiner Sicht eine Weiterentwicklung traditioneller Bauweise. Ich habe zur Zeit ein Projekt, wo wir die gesamten Dachraum auf die beschriebene traditionelle Weise ausbauen, in Kombination mit Wolldämmung. Wie sich das bewährt wird die Zeit zeigen. Ich werde es beobachten. Das Foto zeigt die 1.Putzlage auf den Dachschrägen, die Schilfstruktur ist noch leicht zu erkennen. beste Grüße, jh