Übersicht der Kommentare von Rudolf Dangl / radia-therm im Fachwerkhausforum.

Alle 38 Kommentare von Rudolf Dangl / radia-therm

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Elektro-Zentralheizung und Heizleisten

Fachwerk dämmen bei Heizleisten? Und wenn ja, wie?

12.08.2006, Nur zur Frage: 5) Kurzfristig möglich und finanzierbar wäre eine Elektro-Zentralheizung in Verbindung mit Heizleisten. Die Elektro-Zentralheizung würde dann langfristig ersetzt. Hat irgendjemand hier Erfahrung mit dieser Kombination? Kann uns jemand seine Erfahrungswerte mit einem der Hersteller berichten und etwas zu den Betriebskosten sagen? Für die Funktion von Heizleisten ist es unerheblich, auf welche Art Sie das Heizwasser erwärmen. Natürlich funtioniert ein Elektro-Kessel genauso wie ein anderer. Sind mit Betriebskosten Energiekosten gemeint? Technisch gesehen sind die Elektro-Kessel die unaufwändigsten, die so gut wie keine Wartung benötigen, also die geringsten Kosten für den Betrieb verursachen. Die Energiekosten ergeben sich aus dem Energiebedarf des Hauses bei dem gewünschten Nutzungsverhalten und dem kWh-Preis (hier ist auch die 100%ige Umsetzung der elektrischen Energie in Wärme einzukalkulieren). Rudolf Dangl von radia-therm
12.08.2006, Ich schreibe direkt zum zitierten Text: "Ich bin auch der Meinung, dass meine Wand nicht "strahlt". Zumindest keine Wärme... :o). Wenn ich da ranfasse im Winter, ist sie trotzdem kühl. Der Trick ist wohl einfach, dass die Wärme gleichmäßiger verteilt wird im Raum und nicht wie bei normalen Heizkörpern nur punktuell. Und es stimmt auch, dass wir mit 21 Grad Celsius es wirklich warm haben (und das sage ich, als immer frierende Frau)." Zunächst: Alles "strahlt", auch deine Wand. Das würde sie nur am absoluten Nullpunkt -- minus 273 Komma irgendetwas Grad -- nicht tun, sonst je wärmer, je stärker. Wenn wir an einem Sommerabend an einer Steinwand vorbeigehen, auf die den ganzen Tag die Sonne schien, werden wir es von ihr her irgendwie warm spüren, greifen wir mit der Hand drauf, wird sie sich erstaunlich kühl anfühlen und wir werden uns wundern, wieso wir uns warm angestrahlt fühlen. Genauso mit der Hand nicht spürbar strahlen deine mit Heizleisten oberflächlich leicht erwärmten Wände. Deshalb fühlst du dich als sonst ständig frierende schon bei 21° Lufttemperatur schon sehr wohl. Die Oberflächentemperatur unseres Körpers beträgt ca. 30°, und die meiste von unserem Körper erzeugte Überschusswärme wird über Strahlung abgeben. Daher reagieren wird auf die durchnittliche Temperatur unserer Umschließungsflächen sehr empfindlich -- besonders Frauen und vor allem im Nacken-Schulterbereich. Wenn hier zuviel Wärme wegen zu niedriger Oberflächentemperatur der gegenüberliegenden Flächen abgeht, wird die fehlende Wärme durch leichte Muskelanspannungen erzeugt, was aber mit der Zeit zu Verspannungen führt und zum Gefühl "zu frieren", obwohl es sonst nicht wirklich kalt ist. Mit den relativ wärmeren Umschließungsflächen (wie sie auch Heizleisten erzeugen) spürt der Körper keinen übermäßigen Wärmeverlust mehr, er steht in einem angenehmen Strahlungsgleichgewicht, die Muskeln können sich entspannen und wir Menschen, besonders die Frauen, "frieren" nicht mehr -- obwohl die Lufttemperatur niedriger ist als bei einer Luftheizung. Im Übrigen ist die senkrechte Temperaturverteilung zwischen Boden und Decke sehr gleichmäßig, während sie bei Heizkörpern auch schon einmal 30° erreichen kann (man würde es nicht glauben). Mit einer gleichmäßigeren Verteilung hat das nicht wirklich etwas zu tun, obwohl die natürlich auch gegeben und vorteilhaft ist. "Also dass sich die Wände aufheizen (woher auch, bei einer Vorlauftemperatur unter 50 Grad...), das ist echter Blödsinn..." Blödsinn ist es (Gott sei Dank) nicht. Die Wandoberflächentemperatur beträgt bei einem konventionell beheizten Haus im Winter ca. 15°. Mit Heizleisten wird sie (vor allem im unteren wichtigen Bereich) angehoben, auf mehr als 20°, vielleicht auch um 30°. Bei der großen Fläche reicht das. Das geht auch schon mit 50° Vorlauftemperatur, hängt natürlich auch von der Bausubstanz ab. Mit der Hand spürt man da nicht wirklich viel, wenn man es nicht bewusst wahrnehmen will, und vor allem kann man normal nicht vergleichen (gibt es doch nie beide Systeme nebeneinander eingebaut). Aber mit Infrarotthermometern lässt sich das leicht nachprüfen. "Zu den Heizkosten vorher/nachher kann ich leider nichts sagen, da unser Haus noch nicht dicht ist und da auch einiges Flöten geht. Ich denke, sie sind eher hoch, aber das liegt auch daran, dass wir zum Teil noch alte Fenster drin haben (meine Mama mit Massa-Fertighaus braucht deutlich weniger, aber so ist das halt, wenn man in nem Karton wohnt)." Bei Heizkostenvergleichen muss man immer vorsichtig sein, was man vergleicht. Generell ist zu sagen, dass ein Haus bei einem bestimmten Temperaturniveau einen bestimmten Wärmeabfluss hat, der ersetzt werden muss (Heizlast). Wird die zugeführte Wärme wirksamer in Wärmeempfinden umgesetzt, ergeben sich daraus zwangsläufig Einsparmöglichkeiten. Wie Eisenschink schreibt, hatten in einer Reihenhaussiedlung diejenigen, die Heizleisten anstatt Heizkörpern bei sonst identischer (Öl-)Heizanlage einbauen ließen, einen um 25-40% niedrigeren Jahresheizölverbrauch (vermutlich ohne zu frieren oder in dicken Pullovern herumzurennen). Diese Werten werden von anderen Objekten bestätigt. In den USA wurden die ersten base-boards (wie die Heizleisten dort heißen) konventionell ausgelegt (auf Basis der kalorischen Wärmeabgabe), mit dem Ergebnis, dass sie überdimensioniert waren und ein erst Korrekturfaktor von 25% die Auslegung stimmig machte. "Ich habe früher auch dies und das von bestimmten Leuten hier im Forum mal überdacht... Zum Thema nicht dämmen (wir haben gedämmt micht Schilfrohrmatten und Lehm) und von wegen wenn man die alten einfachverglasten Fenster drin lässt und im Winter die Sonne scheint würde sie den Raum erwärmen (durch die Lehmwände und die Scheiben) - das halte ich echt für quatsch. Welche Kraft hat denn eine Sonne im Winter... (ok, vieleicht im Skigebiet, aber da wohne ich halt nunmal net). Einmal war jemand hier, der hatte das ganze Haus gedämmt und das Arbeitszimmer auf der Südseite (oder West, weiß nimmer genau) versuchshalber nicht und er würde es nie wieder tun weil er gemeint hat, es sei das unangenehmste Raumklima im ganzen Haus..." Dazu kann ich nichts sagen. Damit habe ich mich zu wenig beschäftigt. "Meine ehrliche Meinung: Diese Heizleisten würde ich immer wieder in ein Haus installieren lassen, also wenn ich noch einmal bauen würde, dann wäre das auf jeden Fall auf meiner Wunschliste." Das klingt nachvollziehbar. Grüße Rudolf Dangl von radia-therm

Hallo Herr Schleifer,

Alternative zur Wandheizung

12.08.2006, Vielleicht kann ich etwas zur Klärung des Sachverhalts beitragen: Zitat: "Sie plädieren für eine gleichmässig warmen massereichen Baukörper, heben dann aber die angeblich schnelle Reaktion einer Heizleiste hervor, die dann aber gar nicht von Nöten ist." Ein massereicher Baukörper wirkt als (Wärme-)Speicher. Einen Speicher kann man füllen und leeren. Bei einem großen Speicher werden Zu- und Abflüsse nur vergleichsweise langsam quasi zu Niveauänderungen führen (wir können Wärme zur Veranschaulichung als körperlose Flüssigkeit betrachten, die wir in einen Behälter füllen). Was passiert jetzt durch eine Heizleiste: erwärmte Luft steigt an der Wandoberfläche empor und wegen ihrer höheren Temperatur gibt sie Wärme an diese ab. Dadurch steigt deren Temperatur. Was geschieht nun mit dieser Wärme in der der/den obersten Mölekülschicht/en? Die etwas höhere Temperatur bedeutet einmal eine etwas erhöhte Wärmeabstrahlung in den Raum, wofür ein Teil der aufgenommen Wärmeenergie verbraucht wird. Ein anderer Teil wird in das Innere des kühleren Wandmaterials geleitet, noch ein Teil wird ev. adsorbiertes Wasser zum Verdunsten bringen. Das sind die drei relevanten Hauptwirkungen. Je nach den Eigenschaften des Wandmaterials werden die Anteile unterschiedlich ausfallen. Fest steht jedenfalls, dass der auslösende Prozess die Temperaturerhöhung der Wandoberfläche darstellt. Wäre die Wand aus Kupfer, so würde die Wärme sehr schnell ins Innere geleitet und außen wäre nichts zu spüren. Die schlechte Wärmeleitung des Wandmaterials bewirkt dass die Ableitung nach innen deutlich verzögert ist und die Wärme zunächst in der Oberflächenschicht bleibt, von der sie auch entsprechend abstrahlen kann. Je schlechter die Wärmeleitung, desto höher wird die Oberflächentemperatur, d.h. auch umso schneller wird die Wärmestrahlung spürbar. Nachdem vergleichsweise wenig Wandmaterial aufgewärmt werden muss, geht das schnell und wird eben schnell spürbar. Bei [bau-]feuchten Wänden geht anfänglich allerdings noch sehr viel Wärme für die Verdunstung auf und da kann es schon eine Zeit dauern. Sind speichermassereiche Wände einmal aufgeladen, ist die Reaktionsschnelligkeit in der Tat ohne Bedeutung, weil die Temperaturänderung nur langsam erfolgen. Bei speichermassefreien Wänden hingegen, wenn sie schlecht Wärme leiten, erfolgt die Oberflächentemperaturerhöhung sehr rasch, klingt aber auch schnell wieder ab, sobald die Wärmezufuhr endet. Eine Speichermasse bewirkt nur eine Verzögerung und ein Nachlaufen sowie eine Glättung des Temperaturverlaufes. Heizleisten wirken jedenfalls bei beiden Bauformen, wenn auch zeitlich ein wenig anders. Zitat:"Auch das mit warm werdenden wenigen Zentimetern oder gar Mikrometern ist für mich nicht einsichtig: es stellt sich immer bei einem gleichförmigen Baustoff auf Dauer ein gleichmässiges Gefälle von Innen/Warm zu Außen/Kalt alt ein, Innenwände spielen hier gar keine Rolle, da sie auf Innentemperatur aufgeheizt sind (egal welches Heizsystem zum Einsatz kommt." Nun, bei Heizleisten haben wir folgende Temperaturverteilung: Am wärmsten ist zunächst die wandnahe Prozessluft (die allerdings die Decke wegen des sinkenden Auftriebs gar nicht mehr erreicht bzw. erreichen soll), gefolgt von der Wandoberfläche. Dort wird Wärme teilweise ins Material geleitet, teilweise strahlt es in den Raum, wo es kältere Oberflächen (Innenwände, Möbel etc.) erwärmt, die wiederum die Raumluft (Wärmeübergang und Konvektion) erwärmen, wodurch aber oben und unten nur minimale Temperaturunterschiede entstehen. Das gleichmäßige und höhere Temperaturniveau der Umschließungsflächen empfinden wir normalerweise als sehr angenehm. Bei einer Luftheizung (Heizkörper u.a.) wird zunächst die gesamte Raumluft erwärmt, die sich zum einen deutlich schichtet und auch Wärme über materiellen Kontakt an die angrenzenden Flächen abgibt (strahlen tut sie ja nicht). Natürlich sind die Oberflächen immer kälter als die Raumluft, vor allem die Außenwände, durch die die Wärme nach außen abfließt. Diese Verteilung, kühlere Umschließungsflächen bei wärmerer Atemluft, wird meist als nicht so optimal empfunden. Nachdem unser Körper ca. 30° Oberflächentemperatur aufweist (an der Kleidung etwas weniger) und wir über Strahlung ungefähr die Hälfte unserer Überschusswärme abgeben (müssen), spielen die Unterschiede in der Temperaturverteilung zwischen Wand und Atemluft etc. für unser Wohlgefühl eine viel größere Rolle als gemeinhin wahrgenommen. Rudolf Dangl von radia-therm

Liebe Annette,

24er Mauerwerk mit Heizleisten?

12.08.2006, deine Ausführungen sind zwar pointiert geschrieben und geben verständliche erste Eindrücke wieder, einer genaueren inhaltlichen Überprüfung würden die meisten aber nicht standhalten. (Ich gehe gern darauf ein, wenn es jemanden interessiert.) Rudolf Dangl von radia-therm

Eine kleine, aber feine Zahl:

24er Mauerwerk mit Heizleisten?

12.08.2006, 1%Punkt weniger Feuchtigkeit in der Wand bedeutet ca. 10% mehr Wärmewiderstand (ausführliche Messungen der TU Wien schon vor etwa 20 Jahren). Wenn ich also die Wand mit Hilfe einer Heizung schonend entfeuchte, wird sie quasi deutlich dicker (im Sinne des Wärmedurchgangs). Dann kann man sich fragen, was man dann noch dämmen will (wo doch die gängigen sog. Dämmstoffe in der Praxis mit der Zeit feuchter werden und ihre Wirkung verlieren, die sie ohnehin nur bei materiegebundenem Wärmetransport haben, aber nur sehr eingeschränkt bei materieungebundener Wärmestrahlung wie etwa den Sonnenstrahlen). Rudolf Dangl von radia-therm

Kombi-Heizung für Pellets und Holz?

12.08.2006, Man kann ja auch bei den Herstellern solcher Kessel fragen, die sollte das eigentlich (auch) wissen.

Kein Problem

Erfahrungen mit D.I.E. Heizleisten (.com)?

12.08.2006, verspätet noch eine Bemerkung: im eingebauten Zustand liegen Vor- und Rücklauftemperatur ziemlich nahe bei einander, mit leicht zunehmender Spreizung. Die mittlere Temperatur (oben und unten) ist immer die Gleiche, sinnvollerweise wird man das obere Rohr als Vorlauf und das untere als Rücklauf schalten. Dann wird die Luft unten minimal weniger und darüber minimal mehr erwärmt. In Summe bleibt es gleich. Rudolf Dangl von radia-therm

@ Steffen Gerhard

Wärmeverlust bei einer Wandheizung

11.08.2006, Kurze Korrektur: "Finde ihr Beispiel mit den "öffentlichen Gebäuden" nicht gerade praxisgerecht. Sie verbinden mit dem Begriff Temperierung ihre spezielle Heizleiste. In meiner Ausführung habe ich eher auf die Hüllfächentemperierung angespielt." Für Hüllflächentemperierung gibt es mehrere technische Ausführungsformen, wobei Heizleisten nur eine davon sind, und auch nicht im Speziellen meine. Das Beispiel eines "öffentlichen Gebäudes" habe ich von einem Installateur und Fachschullehrer. Ich hatte das Thema deshalb angesprochen, weil viele Leute meinen, für Strahlungswärme (insbesondere mittel Heizleisten) bedürfe es speicherfähiger Wände. "Zumindest vertritt der bereits erwähnte Planer Hr. Stretz die Meinung, dass für die Hüllfächentemperierung eine speicherfähige Wand benötigt wird - vor allem wenn man eine gewisse Wirtschaftlichkeit erzielen will." Hier würde mich interessieren, warum Hüllflächentemperierung in einem Holzhaus, das eben keine "Speichermasse" aufweist, nicht funktionieren sollte (wenn auch ein bisschen anders). Rudolf Dangl von radia-therm