Übersicht der Kommentare von Architekt / Atelier für traditionelles Bauen im Fachwerkhausforum.

Alle 279 Kommentare von Architekt / Atelier für traditionelles Bauen

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artefact

Wärmedämmung aus Seegras

21.04.2006, Für Seegrasdämmeung frag doch mal bei artefact, Zentrum für Angepaßte Technik und Internationale Zusammenarbeit, 24960 Glücksburg, Tel 04631-6116-0 nach. Die haben Seegras als Dachdämmung vor etwa 15 Jahren (?) eingebaut, und können sicherlich Ihre Erfahrungen damit bewerten. Das Problem bei Seegras ist der hohe Salzgehalt, der hygroskopisch wirkt. Als Wanddämmung im Fachwerk würde ich das nicht nehmen. Hier kommt es neben einem guten Dämmwert auch noch auf guten Feuchtetransport an. Hier würde ich deswegen immer einen kapillarwirksamen Aufbau wählen, z.B. Leichtlehm. Ist in der Summe auch nicht teurer als der in der Frage angegebene komplizierte und kapillar unwirksame Aufbau. Als Fussbodenaufbau hat sich Blähton bzw. eine Platte aus lehmgebundenem Blähton bewehrt. Aber auch hier bedarf es eines komplexen Aufbaus. Dafür ist eine umfassendere Beratung nötig. beste Grüsse und gutes Gelingen, jh

Der Fachmann

Das "Problem" Konrad Fischer

20.04.2006, Ein Mensch, ein armer Laie bloß, Verspürt doch Weltangst, riesengroß. Die Luft zum Beipiel, wie ihm deucht, Sei scheußlich schon atomverseucht. Der Fachmann aber hat getestet, Die Luft sei längst noch nicht verpestet. Der Laie sagt, er sehe schon, Auch unser Euro schwimmt davon. Der Fachmann aber rechnet listig, Dem widerspreche die Statistik. Der Laie meint, mit Seherblick, Daß zwecklos das Verkehrs-Geflick. Der Fachmann aber lächelt milde, Der Gute sei nicht recht im Bilde. Erst dann, wenn längst sich das ereignet, Was doch der Fachmann streng geleugnet, Wirft der sich in die Brust und klagt: ER habe es ja gleich gesagt! nochmal von Eugen Roth. Mit schmunzelnden Grüssen, jh

Kleinigkeiten

Das "Problem" Konrad Fischer

20.04.2006, Ein Mensch - das trifft man gar nicht selten - Der selbst nichts gilt, läßt auch nichts gelten. Ein Mensch wollt immer Recht behalten: So kams vom Haar- zum Schädelspalten! ... auch von Eugen Rith und ein letztes:

Warnung

Das "Problem" Konrad Fischer

20.04.2006, Ein Mensch, verführt von blindem Zorn, Bläst in das nächste beste Horn. Nun merkt er, nach dem ersten Rasen, Daß er ins falsche Horn geblasen. Zu spät! Der unerwünschte Ton Ist laut in alle Welt entflohn. Wenn schon Moral, dann wär es diese: Daß man am besten gar nicht bliese! Von Eugen Roth und noch eins:

keine Innenschale

2.-Mauerwerk als Innendämmung

19.04.2006, Auch ich würde auf keinen Fall eine Innenschale bauen und schon gar nicht von innen(?) hinterlüften. Wärmere und feuchte Raumluft kondensiert im Hohlraum und erzeugt mehr Feuchtigkeit in der Konstruktion. Mit Sicherheit. Ein alter Keller bleibt ein alter Keller bleibt ein alter Keller... Auch neu geputzt und gestrichen. Massnahmen zur nachhaltigen Gebäudesicherung könnten sein: - Gute Ableitung des Regen- und Oberflächenwassers (ggf. den Raum zwischen den Häusern auf Dachhöhe schliessen, um den Sockelbereich vor Regenwasser zu schützen) - Gute Be- und Entlüftung des Kellers - Wenn aus Nutzungsgründen erforderlich, Sockel- oder Wandheizung. Sonst keine unnützen "Instandsetzungen", rät jh

Frustbewältigung

Ich bin frustriert

19.04.2006, Lieber Markus Bönneken, Ja, dieser Frust ist oft das Brot des Idealisten. Ich heule mit Ihnen. Es tut mitunter fast körperlich weh, solche mutwilligen Zerstörungen mitzuerleben. Die Generationen von Handwerkern, die mit Beil und Säge die Zapfen geschnitten und Löcher gestemmt haben, würden sich im Grabe umdrehen. Würden Sie? Gäbe es nicht auch unter ihnen welche die versuchten, eine schnelle Mark zu machen, um ihre Familien zu ernahren? Den Idealisten von heute bleibt oft nur die Erkenntnis, Sand im Getriebe des immer schnelleren Fortschritts zu sein und die Gewissheit, seine Seele nicht verkauft zu haben. Aber immerhin gibt es ja auch eine Lobby von Leuten mit ähnlichem Anliegen. Aus diesem Grunde bin auch ich Mitglied in diesem Forum und in der IGB. Manchmal gibt es eben auch Positives zu lesen und zu berichten. Oft gehen mir die Zeilen eines sehr prominenten Idealisten für eine bessere Welt durch den Kopf, Imagine von John Lennon: You may say I am a dreamer, but I´m not the only one. I hope some day you will join us and the world will be a better one. mit mitfühlenden abendlichen Grüssen, jh

Kreativ

Späne als Dämmung in der Museumswerft

19.04.2006, Ich finde die Idee des Eigenbaus mit all den in der Frage genannten Argumenten sehr sympatisch und würde eher dazu ermutigen, als aus rechtlichen Gründen abraten. Gleichwohl ist eine technisch einwandfreie Konstruktion nicht einfach vorstellbar, wenn man möglichst alle Anforderungen an guten Dämmwert, Speicherfähigkeit, Feuchtetransport, Brandschutz, Statik, Dauerhaftigkeit...unabhängig von ggf. gesetzlich festgeschriebenen Normwerten berücksichtigen will. Ich würde schrittweise experimentell herangehen (und mit dem Anfall der Späne und der für diese Massnahme verfügbaren Arbeitszeit fortschreiten) und erst mal einen Wandabschnitt machen. Eine Konstruktion mit Packpapier wäre mir zu weich und zu brandgefährdet. Oder braucht eine teure Innenschale (aus Gipskarton ?) Hingegen könnte ich mir eine arbeitskraftintensive Bauweise mit wenig Materialkosten vorstellen, etwa eine Konstruktion mit Leichtlehm (Stampflehm mit Gleitschalung, höhere Dichte an der Schalung, sehr leichte Mischung im Kern, Späne unbehandelt). Details dazu müsste man entwickeln. Wenn sich die Konstruktion bewährt, Aufwand und Kosten vertretbar und das Ergebnis gut ist, so weiter, sonst auf die Erfahrungen aufbauend Alternativen entwickeln. Gutes Gelingen wünscht jh

Kettenreaktion

Putz lose

30.03.2006, Ich fürchte auch, dass das Entfernen loser Putzstellen auf Schilfmattenträger ausufern könnte und schliesslich die gesamte Fläche fällt. kalk(?)Putz auf Schilfmatten ist sehr hochwertig (im Vergleich etwa zu Gipskarton), ihn aber wieder herzustellen ist vergleichsweise aufwendig. Auch ich würde wohl versuchen, ihn zu retten. Wir haben einmal bei historisch wertvollem Kalkputz auf Mauerwerk mit reiner Kalkmilch injiziert und die lose Putzfläche flächig mit einem Brett vorsichtig angedrückt. Ist etwas heikel, kann aber funktionieren. Ob das auf einer Holzschalung funktioniert, wenn der Putzträger Schilf nicht mehr fest sitzt ist zweifelhaft. Versuch machen. Der flächige Andruck mit einer Holzplatte sollte aber gut und sicher abgesteift sein, dass er für ein paar Tage zur Härtung unverschieblich fest sitzt. Versuch macht kluch, jh

Fugenmörtel?

Wie kann ich nachträglich ein horizontale Feuchtigkeitsspeere in mein Bruchsteinmauerwerk einbauen

30.03.2006, @ Konrad Fischer Die abgebildete Probe oben ist doch sicherlich hergestellt, um die Wirksamkeit des Mörtels gegen Feuchtigkeit nachzuweisen, oder? Was ist das für ein Mörtel? fragt jh

Gefache

Wand rausgemacht --> Hält das?

30.03.2006, übernehmen keine Tragende Funktion. Wenn man das Fachwerkgerüst stehen lässt, gibt es keine Bedenken. Wenn das Gerüst jedoch nicht mehr komplett ist (Schwellen, Stiele, Streben sind verrottet und nicht ersetzt worden, wie häufig bei alten Fachwerkhäusern nach "Reparaturen"), mag es durchaus sein, dass Wandstücke unfreiwillig zu tragenden Bauteilen geworden sind. Man muss also prüfen, ob die Fachwerkwand in ihrem Gefüge noch funktioniert. jh