Übersicht der Kommentare von Architekturbüro Kornmayer im Fachwerkhausforum.

Alle 2380 Kommentare von Architekturbüro Kornmayer

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Fußboden - mal ein anderes Problem

17.08.2017, Der Balken ist zu hoch bzw. zu hoch eingebaut. Dielen raus und aufschütten ist hinsichtlich der Tragfähigkeit des Unterbaus nicht immer machbar und ist ebenso – und das darf ich als Hesse sagen – allenfalls hessisches Gebastel. Seitliches Anschrauben und OSB Drüberplanken zählt ebenso dazu. Ein frischer Fehler wird nur kaschiert anstatt ihn zu beheben. Das ist keine richtige Vorgehensweise. Der Balken sollte oberkantengleich eingesetzt werden. Steinwolle hat in der Kellerdecke nichts verloren. Euer Haus – von der Geschosshöhe ausgehend – scheint älter zu sein als die Fensterformate und die Ausbesserungen glauben machen wollen. Hier muss die Substanz grundliegend betrachtet werden um bereits vorhanden (kaschierte) Schäden zu entdecken oder ausschließen zu können. Im Moment scheint einiges entkernt und die Substanz sichtbar zu sein. Heizungsleitungen, Stromführung, Klebebatzen und Deckenbalken sprechen für das zuvor angesprochene Gebastel. Einfach zumachen oder Gipskarton drüber verschiebt nur die Problematik um ein paar Jahre. Eine Holzbalkendecke über einem alten Keller muss man sich genau ansehen. Gibt es weitere Schäden, ist der Keller sehr feucht und warum? Ist der sichtbare Deckenbalken verkleidet und wie sieht es darunter aus? Die Heizungsleitungen ... Gruß aus Wiesbaden, Christoph Kornmayer

16.08.2017, wie wurden die Abflussrohre geprüft? Innen sieht das klar nach Feuchtigkeit aus, ob das nun Kondensat ist, oder durchdringt müsste man vor Ort ansehen. Je nachdem kommt ein Sanierputz oder ein reiner Kalkputz in Frage. Gruß, Christoph Kornmayer

Fenstereinbau in Bauschaum

08.06.2017, Mal abgesehen davon, dass ich kein Kunststofffenster eingebaut hätte: Ich kenne viele Fälle wo es gut ging, aber auch einige in denen es nicht funktionierte. Es gibt viele Faktoren die Einfluss nehmen: Ein weniger beheiztes Schlafzimmer mit zeitweise hoher Luftfeuchtigkeit ist anders zu beurteilen wie ein gut geheiztes Esszimmer oder Bad. Das generelle Lüftungsverhalten des Bewohners kann ebenso Einfluss nehmen wie eine Himmelsrichtung der Wand. Das Problem ist in der Regel ein Winterproblem und liegt in Fuge und Wand. Eine Fachwerkwand diesen Alters ist durchweg aus Materialien hergestellt, die in der Wand ausgefallenes Kondensat abtransportieren können. In der Wand selbst ist das aufgrund der großen Fläche keine kriegsentscheidende Menge. Der PU-Schaum besitzt diese Vorzüge nicht und es ist möglich, dass ausgefallenes Kondensat im PU-Schaum deutlich länger verbleibt als im Rest der Wand. Ein Kontakt zum Holz ist dann möglich. Feuchtigkeit kann dann erst wieder entweichen, wenn das Kondensat erneut in die Dampfphase übergeht. Je nach verwendetem Produkt kann dieses durch Hydrolyse altern. Die Hersteller geben in der Regel an, dass PU-Schaum 2% Feuchtigkeit aufnehmen kann, aber je nach Temperaturgefälle kann sich das ändern. 2 % klingt nicht viel, das entspricht einem Schnapsglas auf einen Liter. Je nach Abstand zwischen Fenster und Bauteil sind hier aber einige Liter verschäumt. Die Frage ist jetzt: Was tun? Leider kann man hier nicht zwischen einer ehrlichen oder einer beschönigenden Antwort wählen, da ja alles auch funktionieren kann. Also raus kratzen und durch Flachs/Hanf ersetzen oder drin lassen und ertüchtigen? Egal wie man sich entscheidet.: Wichtig ist, dass auf der Außenseite der Wand eine Verleistung angebracht ist, die sicher vor Schlagregen schützt und den Dampfdurchgang nicht behindert. Egal ob Fachwerk oder nicht: Auf der Innenseite dampfdicht abkleben und entweder verputzen oder so verleisten, dass das Dichtband nicht verletzt wird. Wenn das nicht gemacht wird läuft das Wasser möglicherweise außen unter der Verleistung raus. Gruß aus WIesbaden, Christoph Kornmayer

Architektenkosten für Bauanfrage und Nutzungsänderung

24.05.2017, Sehe ich auch so, da kommt es auf den exakten Wortlaut an. Eine Bauanfrage gibt es in Hessen schon mal gar nicht. Es gibt eine Bauvoranfrage und die führt zu einem Bauvorbescheid der 3 Jahre gültig ist (§ 66 HBO). Für die Nutzungsänderung gilt § 54 wie bereits erwähnt. Wortlaut des Angebotes nochmal genau studieren, ansonsten: Pacta sunt servanda. Gruß aus Wiesbaden, Christoph Kornmayer

Heilung und Ampeln

Architektenkosten für Bauanfrage und Nutzungsänderung

24.05.2017, Eine Bauvoranfrage hättet Ihr tatsächlich in diesem Umfang selbst stellen können. Normalerweise sollten alle entstehenden Kosten vor Beauftragung offen liegen. Egal ob pauschal beauftragt oder nach Honorarordnung. Wenn schriftlich nichts vereinbart war, auf alle Fälle nochmal darüber in Frieden reden und darlegen lassen wie die Kosten zustande kamen und was nun noch folgt. Die eigentliche Arbeit liegt im folgenden Bauantrag. Hier müssen alle Flächen des Anwesens klar nach Art und Maß der Nutzung dargestellt werden. Bei einer Umnutzung von Scheune zu Veranstaltungssaal ist zunächst das Ganze baurechtlich festzuzurren, die Stellplätze sind nachzuweisen, der Brandschutz redet hier ein Wort mit, die Wärmeschutzverordnung muss wohl beachtet werden und in eurem Falle wird das Gebäude, wenn ich es richtig gesehen habe, in der Denkmalliste geführt. Also auch ein Gang zur Unteren Denkmalschutzbehörde des ladadi wird nötig werden. In einigen Fällen wurden Gebäude nicht genehmigt umgenutzt und können im Nachhinein eine Genehmigung erhalten, wenn bau-, nachbarschafts-, brandschutz-, (wenn es außerhalb der geschlossenen Ortschaft liegt) naturschutz-, und denkmalrechtlich nichts dagegen spricht, also eine Genehmigungsfähigkeit noch immer vorliegt. Das ist dann eine Art "Heilung". Wenn die genehmigende Behörde einem gewogen ist, können andere Absprachen stattfinden. Fallstricke lauern da trotzdem. Wenn man über die Straße geht soll man nach den Autos schauen und nicht nur nach den Ampeln. Gruß aus Wiesbaden, Christoph Kornmayer

Wanddurchbruch Außenwand Statikfragen

18.05.2017, Nein, zunächst Ihren Planer, nicht das Bauunternehmen direkt. Wenn Sie einen genehmigten Bauantrag vorliegen haben muss in der Folge durch den Planer eine Baubeginnsanzeige gestellt werden, bei der Statik und Wärmeschutzberechnung vorliegen muss. Dann erst geht es an das Bauunternehmen. Nach Abschluss des Rohbaus muss Ihr Planer, der Statiker und der Wärmeschützer der Bauaufsicht die Fertigstellung gemäß der Genehmigung bestätigen und das Ganze nochmals später mit der kompletten Fertigstellung. Wenn diese Anzeigen nicht getätigt werden wird die Baugenehmigung nach Ablauf der auf der Baugenehmigung genannten Frist verfallen und die Genehmigung wandert wahrscheinlich in den amtlichen Schredder. Trotz der Genehmigung wäre so ein Schwarzbau entstanden.

Fensteraustausch Streif Fertighaus 1978

29.03.2017, Halo Peter, wenn es sich noch um die Originalfenster handelt ist hier über die altersgemäß zu erwartenden Undichtigkeiten zumindest ein gewisser "Mindestluftwechsel" zu erwarten. Das ist bei Streif-Häusern aus diesen Jahren nicht das schlechteste. Wie Pope bereits ansprach führt eine neue Verglasung höchstwahrscheinlich dazu, dass die Wand im Winter kälter wird als die Fenster, was bei nicht ausreichender Lüftung zu Kondensatausfall führen kann. Je nach Wandaufbau vermute ich eine hinterlüftete Fassade, die auf Funktionstüchtigkeit überprüft werden sollte um sicherzustellen, dass nach außen diffundierende Feuchtigkeit auch sicher abgeführt wird. Gelegentlich konnte ich beobachten, dass die Zuluftöffnungen verschlossen waren. Auch bei einer Instandsetzung / Neuaufbau der Fassade sollte darauf geachtet werden wieder eine Hinterlüftung zu verbauen. Vielleicht gibts Du mal oben rechts in der Suche "Streif Fertighaus" ein. Unterhalb der Werbeeinblendungen könnten Artikel mit ähnlichen Zusammenhang zu finden sein. Gruß aus Wiesbaden, Christoph Kornmayer

Sachverständiger Fachwerkhaus

29.03.2017, Hallo Jessica, Idstein ist immer wieder interessant. Während rings herum alles bereits "ausverkauft" ist tauchen hier immer wieder unverhofft (und oft leider unter der Hand) Häuser zum Verkauf auf. Die Medaille "Weitestgehend saniert" kann leider zwei Seiten haben - nein drei: gut gemacht, schlecht gemacht oder gut gemeint. Solange man noch sehen kann was der Voreigentümer hergestellt hat, kann man darauf schließen in welchen Qualitäten gearbeitet wurde. Wenn es sich um eine Scheune handelt oder ein Dachgeschoss ausgebaut wurde lohnt auch eine baurechtliche kurze Überprüfung, ebenso im Stadtbereich ein Blick in die Gestaltungssatzung / Anruf bei der unteren Denkmalschutzbehörde um zu erfahren ob alles abgestimmt wurde. Neben der Betrachtung des Gebäudezustandes sollte man sich in Idstein auch etwas genauer mit der Lage beschäftigen. Während die Anwesen im Bereich Borngasse / Weiherwiese oftmals in einem Lehm-/Kiesgebiet gründen, befinden sich höher liegende Gebäude manchmal bereits auf dem hier von Bänderschiefer zu Sandstein wechselnden Taunuskamm. Nasse Füße im Keller können unterschiedliche Ursachen haben, mit denen man evt. Leben muss. Das ein oder andere Gebäude in Idstein habe ich schon entkernt gesehen, gerne kann ich mir das bei Gelegenheit einmal vor Ort anschauen, Gruß aus Wiesbaden, Christoph Kornmayer

Abdichtung Bruchsteinwand in einem Kriechkeller

07.02.2017, Das hilft ja nun nicht wirklich weiter. Als erstes muss man sich mal die Gesamtsituation außen anschauen um möglicherweise der Ursache auf die Spur zu kommen. Da helfen auch keine Bilder wirklich weiter. Zunächst müssen "hausgemachte" Ursachen ausgeschlossen werden, Regenwasserableitungen geprüft werden etc. Bei Bedarf kann ich mir das mal vor Ort ansehen um eine Vorgehensweise vorzuschlagen. Gruß aus Wiesbaden, Christoph Kornmayer

Gaupenmaße und Platzierung?

07.02.2017, .... und in der Regel handelt es sich dabei um einen Genehmigungs- mindestens aber anzeigepflichtigen Eingriff. Gruß us Wiesbaden, Christoph Kornmayer