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Fassade, verputztes Fachwerkhaus

Bin seit einem Jahr Eigentümer eines verputzten Fachwerkhauses von 1732. Bis jetzt konnte ich keinerlei Belege dafür finden, dass es jemals Sichtfachwerk gehabt hätte, das älteste Foto davon ist von 1911 und es ist vollflächig verputzt. An der nördlichen Giebelseite ist der Verputz stark beschädigt und fällt in quadtrametergrossen Fladen ab. In das haus wurde 30 Jahre lang nichts mehr investiert und davor, zu DDR-Zeiten war es auch nicht besser. Nun konnte ich den besten Verputzer/Stukkateur der ganzen Gegend dort (Raum Südthüringen, Itzgrundfranken, Heldburg) gewinnen, mir die Giebelseite neu zu verputzen. Er hat in seinem Kostenvoranschlag vor, auf die nach Abschlagen des alten, maroden Putzes freiliegenden Balken zuerst Bitumenbahnen (Dachpappe) aufzubringen, dann einen Putzträger und darauf dann vollflächig den neuen, diffusionsoffenen Verputz. Alles in Einklang und Einverständnis mit dem zuständigen Stadtplanungsarchitekten und dem Denkmalamt. Nun lese ich im besten mir bekannten Fachwerkhaus-Buch "W. Lenze, Fachwerkhäuser restaurieren, sanieren, modernisieren", dass der Versuch, Balken mit diffusionsdichten Materialien wie Bitumen und Teerpappe zu "schützen", in der Praxis nur ins Unglück führt, da die Balken dann zu faulen und modern beginnen werden, da im Holz sitzende Feuchtigkeit nicht mehr nach aussen abtrocknen kann. Die Frage lautet: Soll ich dem Verputzer das mit der Teerpappe wohl besser ausreden? Wenn es hinterher zwar schön aussieht, aber unter dem Verputz das Haus wegmodert, habe ich nicht lange Freude daran und ruiniere mir obendrein das Haus. Bitte um Rat, Grüsse Stefan ...