Alle 10 Fragen von Luminohof

Kappendecke - Hilfe und Statiker gesucht

Bei der Sanierung des zu unserem Vierseithof gehörenden, etwa 100 Jahre alten Waschhauses haben wir eine Frage zu der preußischen Kappendecke. Die Doppel-T-Träger sind in gutem Zustand, 20 cm hoch, 10 cm breit, in Abständen von 1,50 m. Die Kappendecke ist gemauert, ca. 10 c, hoch. Die darüberliegende Schüttung haben wir bereits komplett entfernt. Teilweise war die Decke in den letzten Jahren der Witterung ausgesetzt und ist an der Unterseite grün, generell ist sie aber in so gutem und stabilem Zustand, daß sie eventuell dennoch erhalten werden kann. Angedacht ist eine Schüttung (zB gebundener Blähton) bis zur Oberkante des Trägers, darauf Schwalbenschwanzplatten mit 3,5 cm Beton, darauf Dielung. Ich habe hier aber auch die Enpfehlung gelesen, erst die Zwickel mit 2 cm C 20/25-Beton zu stabilisieren. Andere sagen wiederum, daß jede starre Schicht schädlich sei. Vielleicht bekomme ich hier eine fachliche Einschätzung? Ein mit der Thematik vertrauter Statiker aus der Region wäre sehr willkommen. Vielen Dank! ...

Verschalung Fachwerkhaus

Wir möchten eine Wetterseite mit Fichtenholz verschalen und sind uns aufgrund der widersprüchlichen Angaben hier im Forum über den Aufbau nicht ganz im Klaren. Geplant ist folgender Aufbau: Traglattung aufs Fachwerk, dazwischen 10 cm Hanfmatten, darauf Verschalung (Rauspund, 23 mm, dünne Lattung auf die Stösse). In diversen Beiträgen ist die Rede von einer weiteren Zwischenschicht aus OSB- oder Lehmbauplatten. Das ist ja nun ein gehöriges zusätzliches Gewicht, außerdem ist Rauspund winddicht, so daß man darauf vielleicht verzichten sollte. Wie seht Ihr das? Noch eine Frage: muß die Hanfmatte in den feuchten Lehm gedrückt werden oder genügt es, die Zwischenräume dicht auszufüllen? Vielen Dank für ein paar Hinweise! ...

Betonsockel auf zweischalige Bruchsteinmauer

Wir müssen das Fachwerk über einer ca. 80 cm breiten Bruchsteinmauer neu aufbauen und haben dabei festgestellt, daß die Mauer zweischalig gebaut wurde. In der Mitte sind Bauschutt und Lehm - so war das damals wohl so üblich. Bevor wir das ganze nun mit Beton auffüllen und zur Stabilitätsverbesserung einen Betonsockel mit Bewehrung über die ganze Breite bauen, würde mich doch mal interessieren, warum die Mauern damals so gebaut wurden. Um Spannungen des Bauwerks auszugleichen? Vielleicht ist es besser, die lose Fuge zu belassen wie sie ist? Vielen Dank für Informationen hierüber! Beste Grüße vom 200-jährigen Luminohof (ein Vierseithof bei Meissen) ...

Silikatfarbe auf Kalkfarbe - löst sich ab. Hilfe!

Hallo, ich habe schon im Forum recherchiert, aber nicht das Rechte gefunden. Wir möchten eine Decke neu streichen und haben das Problem, daß da wohl vor Jahren mit Silikatfarbe auf die alte Kalkfarbe gestrichen wurde. Wenn da nun wieder Farbe draufkommt (wir haben es mit Silikatfarbe versucht), lösen sich nach ein paar Stunden bis Tagen Flächen ab bzw gibt es Risse. Das kann man dann abnehmen, spachteln und auf die nächste Fläche warten... Da es auch mit Grundierung nicht klappt, bleibt wohl nur Tapezieren? Ein komplettes Abspachteln der Decke ist jedenfalls ausgeschlossen, da viele Stellen völlig robust an der Decke sitzen. Wir wären für einen guten Rat sehr dankbar! Viele Grüße, Bruckmoser/Seidel ...

Feuchtes kleines Badbiotop

Liebe Community, der Ausbau unserer Ferienwohnung in einem neueren Teil unseres Vierseithofes (dieser Teil ist von 1900 und in Ziegelbauweise errichtet) geht seinem Ende zu. Leinölfarbe auf Lehmwänden konnte gerade noch verhindert werden, andere Fehler wurden leider erst einmal gemacht, aber das ist bei einem so großen Objekt und viel Eigenbau wohl kaum zu vermeiden. Kopfzerbrechen bereitet mir jetzt das Bad. Es hat nur etwa 11 m³ (4 m² Grundfläche) mit einer Ziegelaußenwand von 4 m² und drei Ziegelinnenwänden. Drei der Wände sind zu zwei Drittel mit Kalksteinpolygonalplatten im Flexmörtelbett versehen und bekommen noch einen diffusionsdichten Anstrich mit einer Leinöl-/Tungölmischung. Mein Problem sind nun die restlichen Wände und der Bodenaufbau. Die nicht mit den Natursteinplatten belegten Wände möchte ich mit einem ca. 1 cm starken reinen Lehmputz versehen - mit einer entsprechenden Armierung für die Haftung und ohne organische Bestandteile, damit es nicht zu Schimmelbildung kommt. Darauf dann eine Kalkfarbe (die dann wahrscheinlich jedes Jahr erneuert werden muß). Die Frage ist halt, ob der Lehm dann dauerfeucht ist oder ob man ihn als "Wasserdampfaufnahmefläche" sinnvoll nutzen kann. Beim Boden bin ich gleichermaßen unsicher. Bei einer Ferienwohnung weiß man zwar nie, wieviel geplanscht wird, aber wir tendieren dennoch zu einer Holzdielung (außer einem Spiegel um die Dusche herum), die mit einem lackartigen Öl (Le Tonkinois) praktisch wasserdicht (nicht diffusionsdicht!) gemacht wird, darunter ein paar cm Luft, darunter eine 10 cm starke Hanfmatte zwischen den tragenden Holzbalken, darunter das Gewölbe des ungenutzten ehemaligen Kuhstalls. So sähe man wenigsten, wenn es irgendwo leckt. Über die Dusche soll zudem ein Entfeuchter. In ein oder zwei Jahren soll außerdem die Fassade (Wetterseite) von außen gedämmt werden, dann ist der Taupunkt nicht so weit in der Wand. Wichtig zu wissen ist auch, daß das Bad nicht als Lösung für die Ewigkeit geplant ist, sondern nur mal endlich mit vertretbarem Aufwand fertig werden sollte. In ein paar Jahren kommt sicherlich noch eine Wandheizung in die Wohnung, eine ordentliche Dämmung in den Boden etc. Derzeit geht es mir nur darum, ein vernünftiges Raumklima zu erhalten und vor allem die Holzbalken in Boden und Decke nicht zu schädigen. Für eine Einschätzung der Sinnhaftigkeit dieses Plans wäre ich äußerst dankbar. Lieber lass ich mir jetzt das Fell über die Ohren ziehen als in ein paar Monaten feuchte Balken vorzufinden. Besten Dank! ...

Leinölfarbe auf Lehmstreichputz

Hallo aus Sachsen, nachdem wir inzwischen ein Zimmer mit selbst gemischtem Lehmstreichputz versehen haben, soll eigentlich noch eine Schicht helle Leinölfarbe drauf. Der Putz wäre als Endanstrich an sich zwar durchaus auch geeignet, ist aber ein wenig zu dunkel. Jedenfalls bin ich mir nicht sicher, ob die Leinölfarbe trotz super Qualität (leinölpro) wirklich geeignet ist, denn an anderer Stelle hat sich die Mischung von Leinöl pur auf Lehm zu einer brettharten Angelegenheit verdichtet. Außen ist das zwar ein phantastischer Wetterschutz, aber für innen habe ich optische Bedenken. Nicht, daß das Ganze einen glänzend-dichten Ölsockel ergibt... Wer hat denn mit Leinölfarben im Innenbereich gute Erfahrungen gemacht oder soll ich's einfach drauf ankommen lassen? Grüße ...

Haltbarkeit von Schimmelsporen im Lehm

Grüß Gott aus Sachsen, wir haben letztes Jahr im September noch versucht, eine Innenwand mit Strohlehm zu dämmen, was aber zu spät war, um eine ordentliche Durchtrocknung zu ermöglichen. Als Lehrgeld durften wir daher die ganze recht verschimmelte Dämmung wieder herausholen. Bei guter Durchlüftung und gelegentlichem Wenden ist sie dann zügig getrocknet und wartet jetzt auf einen neuen Einsatz. Der trockene Strohlehm wäre zum Beispiel gut geeignet als locker geschüttete Bodendämmung unter einer Holzdielung. Ich weiß allerdings nicht, ob und wie schnell die Schimmelsporen wieder zum Leben erweckt werden können. Das bevorzugte Einsatzgebiet wäre ein Bad, wo der Lehm doch schnell mal ein wenig feucht werden kann. Reicht es eventuell, ein paar Handvoll Kalk draufzustreuen oder unterzumischen? Vielen Dank für Antworten! ...

Versiegelung von Polygonalplatten

Liebe Community, wir haben im Bad einen Fliesenspiegel aus Naturstein-Polygonalplatten mit relativ breiten Fugen verlegt. Da die Platten auch in der Dusche an der Wand sind, brauchen wir jetzt eine zuverlässige Versiegelung. Trotz langen Googelns bin ich immer noch nicht ganz sicher. Wasserglas ist wohl eher für den nicht besonders spritzwassergefährdeten Bereich. An deutlich härteren Mitteln habe ich eine Nanoversiegelung von Dime und die Lithofin Natursteinversiegelung gefunden. Ich würde mich sehr interessieren, was andere damit für Erfahrungen gesammelt haben oder ob es eine bessere Lösung gibt. Besten Dank! ...

Hohlräume in der Leichtlehmdämmung

Liebe Fachwerkcommunity, mit viel Mühe haben wir vor einigen Wochen eine 10 cm starke Innendämmung (ein Stroh-Lehm-Gemisch mit etwa 500 kg/Kubikmeter) an der Außenwand eines Fachwerkhauses angebracht. Halt gab eine Schilfrohrdämmung, die wir inzwischen zur besseren Belüftung und Trocknung entfernt haben. Die Wand ist bereits passabel getrocknet - so spät im Jahr würde ich es trotzdem nicht mehr machen - und macht insgesamt einen guten Eindruck. Sorgen macht mir jedoch, daß wahrscheinlich aufgrund ungleichmäßiger Einfüllung oder aufgrund des Trocknungsprozesses an einigen Stellen Hohlräume entstanden sind, die zum Teil bis zu 20 cm breit, 10 cm tief und 10 cm hoch sind. Die großen und von der Zimmerseite aus erreichbaren Hohlräume kann man ja gut noch nachträglich mit einer mehr oder weniger trockenen Schüttung ausstopfen. Was aber mit den vielen "Löchern", die sich möglicherweise unerkannt zwischen Schüttung und Fachwerkwand befinden? Kann mir da jemand weiterhelfen? Sind solche Hohlräume denn wirklich so problematisch, wie man es gelegentlich liest? Ich kann mir ja nicht so recht vorstellen, daß ein Schimmelpilz einen größeren Hohlraum gemütlicher findet als andere Stellen in einem sowieso weitgehend aus Luft bestehenden Strohlehmgemisch. Oder dass sich das Tauwasser dort leichter niederschlägt, denn die Luftfeuchtigkeit ist doch potentiell die gleiche... Ich würde mich über Rückmeldungen freuen, Veronica Bruckmoser ...

Lehmdämmung selbst herstellen

Hallo an alle Mitleser, ich lese schon seit geraumer Zeit mit großem Interesse die Beiträge im Forum (nicht zuletzt die herrlichen und oft sehr informativen Streitgespräche und Grantlereien) und hätte jetzt mal selbst eine Frage zur Innendämmung einer Fachwerkaußenwand. Hier scheiden sich ja bekanntlich die Geister und wir hatten uns eigentlich entschieden, Hanfleichtlehmsteine vor die 12-er Wände unseres freigelegten Sichtfachwerks zu setzen. Als wir jedoch zu rechnen begonnen haben und mal eben auf 3300.- Euro (nur für die Steine!) kamen, wurden wir kurzerhand Anhänger der Gar-nicht-dämmen-Fraktion. Da das nun aber doch auch einige anzunehmende Nachteile hat, ist die Dämmfrage inzwischen wieder auf dem Tisch. Was spricht denn nun eigentlich dagegen, sich eine 6-10 cm starke Lehmdämmung wie für die Ausfachungen selbst zu mixen: Lehm aus der alten Grube geholt, gut mit Stroh oder Holzhäcksel untermischt. In Punkto U-Wert und Statik sehe ich kein Problem. Vielleicht ist es doch der Taupunkt, das ist bei Mischungen aber schwer zu berechnen. Und wenn es nicht der Taupunkt ist: Ist denn in den im Handel erhältlichen Lehm/Hanfschäpe-etc.-BigPacks, die ja auch für solche Zwecke gedacht sind, wirklich so etwas Besonderes drin, daß der 100-fache Preis gerechtfertigt ist? Wir sind dankbar für jede überzeugende Kritik an dieser Idee, denn sonst spukt's ja doch nur im Kopf umher... Vielen Dank und viele Grüße, V. Bruckmoser ...