Fachwerkwand Dämmung innen + Fliesen


09.08.2016 menetekel | Thüringen 4 398

hallo zusammen,

wir bauen ein ca. 400 jahre altes gebäude aus.
machen fast alles selber. bisher recht erfolgreich.
bisher gabs viele Menschen= noch mehr Meinungen... wir haben viel gelernt.
eine Fachfrage beschäftigt mich gerade:

Eine Außenwand:
160mm Fachwerkbalken mit Lehm aufgefüllt. außenbereich überdacht, quasi keine direkten Wettereinflüsse. dennoch hohe Luftfeuchte. Erdgeschoss. Wandfläche ca 6m2.
innen soll ein Bad entstehen, Dusche & Wanne.
bisherige Idee:
Aufbau von Außen: Wand (160mm) dann Holzständer-vorbau (60mm) dazwischen Holzfaserdämmplatten (auch 60mm)
darauf Lehmträgerplatten und darauf fliesen und telweise Lehmputz.
Wasseranschlüsse etc sitzen seperat.

hier steht sehr viel zu dem Thema:
https://www.u-wert.net/innendaemmung-von-fachwerk/

unter anderem, das das wasser innen verdundstet. dies geht ja wiederum nicht durch fliesen.

1. Frage: überhaupt Lehmputzträgerplatten oder evtl. holz oder was ganz anderes

2. Frage: wie verhält es sich mit dem Wasser? im winter ? kommt das wasser (ausschließlich Luftfeuchte) überhaupt so weit das es innen verdunsten müsste?

Soweit so gut,
es folgen demnächst bestimmt noch mehr fragen...
vielen Dank schon einmal,
felix

Fliesen auf Fachwerkwand



Bei den Verhältnissen kann eine diffusionsdichte Dämmung verwendet werden, XPS, oder ökologisch besser Glasschaumplatten.

Die Fliesen sind ohnehin diffusionsdicht.
Anschlüsse gut abdichten und besser eine feuchtegesteuerte kleine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung installieren, wenn ausreichendes manuelles Lüften nicht gewährleistet werden kann.

Andreas Teich

Kritisch kritisch



@ Andreas Teich

Es handelt sich um Fachwerkkonstruktion und Lehm und da sind deine Materialempfehlungen völlig ungeeignet!
Müssen stets auf massive tragfähige Untergründe aufgeklebt werden und dabei noch mit hochzementären Klebern!
T ö d l i c h!!!!

Ihre Aufbaulöung ist leider sehr sehr kritisch und auf Dauer als bauschaden zu definieren.
Duschbereiche etc. niemals mit Holzweichfaserplatten abdämmen, da diese auf Dauer durchfeuchten.
Auch bei wasserfesten Abdichtungen und da besonders schnell.
Hygroskopische Materialien!

Hier sollte eine genaue vor-Ort-Besichtigung erfolgen und aus meiner fachlichen Sicht nur homogen massiv verbaute Lösung mit Lehmbaustoffen und magnesith gebundenen Heraklithplatten und Fermazcell arbeiten.
Trotzdem muss genau betrachtet und nicht aus der Ferne etwas nur propagiert werden.
Habe bereits viele Bäder in Fachwerkhäusern bis heute mängelfrei ausgebaut.

Bad im Fachwerk



Die von mir genannten wie auch andere Platten müssen immer auf tragfähigen Untergründen befestigt werden.
Wenn der Oberbelag, wie in diesem Fall die Fliesen, diffusionsdicht sind kann auch das darunterliegende Dämmmaterial diffusionsdicht sein.

Wenn die Anschlußbereiche gut abgedichtet sind und die Feuchtigkeit in dem Raum kontrolliert wird kann keine feuchte, warme Luft in kalte Außenbereiche eindringen und dort kondensieren- dies würde in der Tat Schäden verursachen.

In Bädern würde ich im Zweifelsfall Außenwände gut abdichten und dafür ggf Innenwände und Decken diffusionsfähig und mit sorptiven Baustoffen herstellen, um Feuchtigkeit zu puffern.

Alternativ oder zusätzlich mittels Lüftungsanlage feuchte Luft sofort abführen, was die Schadensmöglichkeiten entsprechend reduziert.

Details beachten und erfahrene Handwerker beauftragen hilft natürlich.

Wenn wie hier Schlagregen und sonstige Feuchtigkeit von außen ausgeschlossen werden kann sind die Schadensmöglichkeiten viel geringer.
Andreas Teich

Alternative


10.08.2016 yogumon

Zwischen den Holzständern Zellulose im Nassverfahren (CSO).

Darauf zementgebundene Bauplatten (z.B. Powerpanel H2O), Verbundabdichtung nach allen Regeln der Kunst, Fliesen.