Muss ich die Bodenplatte abdichten und wenn ja mit welchem Produkt, wenn direkt darauf eine Dielung gelegt wird?


22.11.2018 Dankward | Burgenlandkreis 7 219

Grüß' Sie,
wir sind gerade dabei unser ca. 200 Jahre altes Häuschen zu Sanieren.
In einer der letzten "Modernisierungen" wurden im EG (ohne Keller) die alten Dielen herausgerissen und Laminat verlegt.
Leider wurde der Boden für das Laminat wie folgt aufgebaut: Bodenplatte (ca. 17cm Bewährt), Bitumenschweißbahn, ca. 4cm Estrich.

Folgenden Aufbau habe ich vor:
Ich möchte den Estrich und die Bitumenbahn heraus reißen, Dann auf die Bodenplatte Quarzsand zur Nivellierung verteilen und abziehen, darauf Holzweichfaserplatten mit Entsprechender Druckfestigkeit legen. Zwischen die Weichfaserplatten kommen Latten auf die, die Dielung geschraubt wird.

Wegen der Bodenhöhe zu anderen Räumen kann ich den Bodenaufbau von 5cm nicht auf dem vorhanden Estrich vornehmen.

Nun meine Frage:
In dem einen Raum, in dem ich den Estrich und die Bitumenbahn schon Runter habe wirkt die Bodenplatte absolut trocken. Benötige ich eine Abdichtung auf der Bodenplatte, obwohl der spätere Bodenaufbau Diffusionsoffen ist ?
Und wenn ich eine solche Benötige, welche würden Sie mir empfehlen, Bitumenbahn möchte ich nicht wegen der möglichen Ausgasung und dem dann fehlenden Estrich als "Filter". MB 2K von Remmers und Bauharz von PCI wirken interessant sind allerdings recht Teuer (ca. 600€ für 40m²), PE- oder andere Folien sehe ich kritisch da eine ständige mechanische Beanspruchung auf der Dichtebene statt findet.
Gerne würde ich auf ein biologisches System zurückgreifen.

Ich hoffe ich habe mein Anliegen klar beschreiben können. Für Informationen und neue Anregungen wäre ich Dankbar.

Mit den Besten Grüßen

Dankward

Das wird...



...eine Pilzzucht.

Unter dem Button "Lesestoff" findet sich die "Sondersammlung Georg Böttcher".

Hier finden Sie alles Wissenswerte.

Grüße

Thomas

Na dann hoffentlich für Boviste....


23.11.2018 Dankward

Besten Dank für Ihre Antwort, wenn sie mir auch nur wenig weiterhilft.
ich habe mir viele Beiträge sowie die drei Teile über Fußbodensanierung des Herrn Böttcher durchgelesen.
Und bin für die dort erhaltenen Information sehr Dankbar.
Nur scheine ich das ein oder andere nicht zu verstehen bzw. für mein Problem transponieren zu können.

Er empfiehlt in einigen Beiträgen mineralische Dichtschlämme, soweit ich es verstehe lässt diese jedoch Wasserdampf aus dem Erdreich hindurch (Diffusionsoffen). Alle anderen, in der Frage genannten Systeme nicht. Da ich keine Staunässe sondern nur diffundierende Nässe zu erwarten habe frage ich mich ob die Dichtschlämme, bei einem nach oben offenem Aufbau wie Dielung notwendig ist oder ob ich dann noch eine Folie aufbringen muß die dampfdicht ist. -oder liege ich hier gänzlich falsch?!?

Wie wäre im Detail Ihre Empfehlung für den Fußbodenaufbau mit Berücksichtigung darauf, daß ich die Dielen nicht auf den bestehenden Estrich legen kann, da ich ansonsten gegenüber dem Flur und einem anderem Raum in dem ich den alten Boden erhalten möchte zu hoch komme.

Besten Dank vorab

Mit den besten Grüßen
Dankward

Wieviel...



...Aufbauhöhe gibt es denn nun oberhalb der Bitumenbahn? 40mm+Laminat+X?

Die Bitumenbahn würde ich drinlassen, wenn deren Verbau jüngeren Datums ist. Mit dem "Argument", kein Bitumen zu mögen, kann ich nichts anfangen. Insofern die Verlegung korrekt erfolgte, haben Sie da eine hochwertige Sperrschicht. Wenn nicht, könnte eine Bahn Gefitas PE 3/300 verlegt werden, an der Wand hochgezogen bis UK Dielung.

Darauf Holzweichfaserplatte höherer Rohdichte (0,25) wie steico base 2x20mm mit zwischenliegenden Lagerhölzern, auf die eine Dielung geschraubt wird. Da der Lastabtrag flächig über die HWPl erfolgt, genügt eine 20-22-- starke Dielung.

Nachteil der ganzen Geschichte: Suboptimale Dämmung. Aber für mehr Dämmung müsste der Unterbeton 'raus.

Grüße

Thomas

Diffusionsoffene Dichtschlämme


23.11.2018 Pope

es dürfte rein physikalisch kein Wasserdampf aus dem Boden durch die Dichtschlämme diffundieren, dazu fehlt das nötige Dampfdruckgefälle, da Wasserdampf vom wärmeren Bauteil auf die kältere Seite "wandert". Dazu allerdings müßte die Feuchtigkeit aus dem Boden ja erst mal unter der Dichtschlämme vom flüssigen in den gasförmigen Zustand gelangen, also verdunsten. Das entscheidendere ist, dass durch die Dichtschlämme der Kapillartransport aus dem Erdreich unterbrochen wird.

Kondensat...



...bildet sich auf der kälteren Seite. Wasserdampf aber wandert dahin, wo er kann - deshalb "diffusionsoffen". Es wird also der aufsteigenden dampfförmigen Erdfeuchte keine hinreichende Sperre entgegengesetzt. Darauf liegt dann organisches Material.... Die Dämmung fällt bauhöhebedingt eher mickrig aus.

Ich würde Holzweichfaserplatten nicht auf mineralische Dichtschlämmen legen. Unter einer mineralischen Nivellierschüttung mag eine Dichtschlämme genügen, hier wohl eher nicht. Gerade bei Unterbauten, die sich naturgemäß der Kontrolle entziehen, ist Experimentierfreude fehl am Platz.

Grüße

Thomas

Entschuldigt...


05.12.2018 Dankward

... meine späte Rückmeldung. Es waren ein paar andere Arbeiten mit Termindruck dazwischen gekommen.
Nur kurz zum Abschluss:
Ich werde der Empfehlung mit der Gefitas Bahn folgen.
Auf die PE-Folie werde ich dann den oben beschriebenen Aufbau mit HWP und Dielen vornehmen.

Besten Dank nochmals an die beiden, die hier auf meine Frage geantwortet haben.

Grüße aus dem Burgenlandkreis
Dankward

Eine alternative Überlegung



Hallo Dankward,

hast du schon darüber nachgedacht, Trockenestrich zu verwenden? Das hätte den Vorteil, dass du eine geringe Aufbauhöhe hättest und bereits kaschierte Holzfaser auf dem Estrichelement. Anstatt der Nivellierung mit Sand könntest du, nach Abhängigkeit der Höhe, auch Fermacell Nivelliermasse oder die Ausgleichsschüttung verwenden.
Weitere Infos findest du auch hier:
1. Dieser Planer hilft dir bei der Auswahl:
https://www.bodenplaner.com
2. Diese PDF gibt Anleitungen, Übersicht und Informationen:
https://www.fermacell.de/de/docs/fermacell_PuV_Bodensysteme_D.pdf

Viel Erfolg bei dem Projekt!