ca. Kosten entkerntes Fachwerhaus wieder aufbauen


02.01.2019 Maigo 8 994

Hallo,

spiele mit dem Gedanken mir ein bereits entkerntes Fachwerhaus (120qm Wohnfläche) zu kaufen.
Außenfassade und Fenster sind bereits saniert. Auf wieviel belaufen sich die Sanierungskosten in etwa pro qm?

Vielen Dank!

€1.300 - €1.800



Gern auch mehr.

Rückfrage


03.01.2019 Maigo

Ok, das ist schon mal ein Anhaltspunkt, danke dafür!
Wären Sie auch noch so nett mir mal zu erläutern was Sie da genau hineingerechnet haben und jeweils wieviel? Ich denke mal:
- Wasser
- Strom
- Heizung
- Boden/Wände/Decken
- etc.

Was habe ich vergessen...?

Nein, kann ich nicht



Kann niemand ohne wesentlich mehr Informationen. Aber mit €1.500 / m² hat man eine kalkulatorische Grundlage als Faustformel. Ob mehr oder weniger muss sich am Objekt und Ihren Wünschen orientieren. Wenn die €1.500 das Budget sprengen wäre ich vorsichtig. Was an Eigenleistungen erbracht werden kann, sollte vorsichtig kalkuliert werden. Auch sollten Faktoren wie Bauzeit, Stabilität der Ehe und Nervenkostüm ihren Raum bekommen.

Leseempfehlung



In dem Bereich Lesestoff gibt es die Sektion "Tipps für Hauskäufer".

Dort ist u.a.

Tipps für Hauskäufer von Georg Böttcher. zu finden.

Mehr:
Fachwerk PDF-Sammlung

So über den Daumen.....



...wird es sicherlich in die Hose gehen!
Dazu kommt zu beachten, in welcher region man sich befindet, welch gute Fachhandwerker man dazu findet, welch versierter Architekt einerm da die Planung u.U. erstellt usw. usw.
Wäre gern man bereit, mit ihnen ein persönliches Gespräch zu führen, um einem auszuloten, was da alles so mit hineinfließen muss oder kann.
Habe auch gute kompetente Ansprechpartner, die ihnen sicherlich einen entsprechenden rahmen da mal abstecken können.
Vieles hängt auch von ihrem definierten Anspruch mit ab.

Würde mich freuen, wenn sie mal den Telefonhörer einfach in die Hand nehmen.

FG Udo

Hmm könnte eng werden aber...


04.01.2019 Benny

Wir haben im Februar 2017 angefangen ein Haus Kern zu sanieren und sind im September 2018 eingezogen.Die Wohnfläche beträgt 167 qm auf zwei Etagen und zwei Keller.
Wir haben wirklich restlos alles raus geschmissen.
Dabei haben wir 78 qm3 Bauschutt produziert, plus Tapeten reste, alte Böden, Türen, Fenster,Möbel usw.
1/3 der Haus Ausenfläche an Balken entfernen müssen die wieder vom Zimmermann in Eiche neu eingebaut wurden. Alle böden neu aufgebaut mit ausgleichschüttungen usw, ein kleiner Anbau musste komplett abgerissen werden und musste komplett neu aufgebaut werden inkl. Betonfundament, neue Fenster und Türen sowie Strom, Wasser, Heizung (Infrarot), Kamin auch neu.
Die Außenwände sind mit Stampflehm wieder aufgebaut wurden genauso wie alle Zwischenwände (bis auf eine), darauf wurde mit Lehmputz verputzt und später nur noch mit Lehmfarbe gestrichen.
Wir haben dafür 160k aufgenommen wovon 40k das Haus mit Grundstück schon alleine war.
Baunebenkosten wie Notar haben wir selber gezahlt.
Wir mussten zum Bauende 12k nochmal vom ersparten nehmen und haben drinne alles fertig. Außen die Gefache verputzen und ein Teil der Bodendeckelschalung muss noch gemacht werden was wir auch noch selber zahlen.
Also kommst du bei uns auf 1100 Euro aufgerundet pro qm.
Jetzt kommt aber das große aber,
wir haben 1,5 Jahre bei den Schwiegereltern gelebt um kosten zu sparen, haben beinah sieben Tage die woche gearbeitet(auch nach der Arbeit, wobei ein Teil nur drei Tage die Woche Arbeitet aber was das Prjekt erst möglich gemacht hat) und haben uns in der Zeit eine Woche Urlaub gegönnt, hatten somit keine Freizeit mehr, viel stress und sind Körperlich als auch geistig an unsere Grenzen gegangen.
Wir haben bis jetzt über den Daumen gepeilt 3500 Arbeitstd reingesteckt mit drei guten Freunden.
Es lohnt sich und man kann viel bekommen wenn man 1,5 Jahre auf alles verzichtet.

1100 je qm.....


04.01.2019 anna

Das deckt gerade mal die Materialkosten und ein paar Zuarbeiten..
Rechnet mal die 3500 Arbeitsstunden nur mit 30 € Brutto dazu, wenn ihr dafür Handwerker findet....dann sind das weitere 105 k....und damit deutlich über dem Wert.
Zumal es in diesem Fall wirklich auch mal auf die Größe ankommt ;)
Die Grundkosten für
Heizung, Elektroanschluss, Gas, Internet sind überall erst einmal vorhanden. Das Dach neu decken kostet bei gleicher Grundfläche genausoviel für 1 oder 2 Etagen....macht dann aber einen unterschiedlichen qm Preis je qm Wohnfläche.
Eine denkmalgerechte Haustür kostet für ein Haus mit 100 oder 200 qm im Zweifel das Gleiche...usw.
Mein Lehmbauer sagte, dass man zur Zeit für einen fachgerechten Ausbau eines Dachgeschosses um die 2000 € rechnen muss und bei denkmalgerechter Arbeitsweise im EG auch nicht günstiger dabei weg kommt.
Das Problem sind die galoppierenden Materialpreise und der Mangel an Handwerkern. Beides gemeinsam führt zu einer Verteuerung der Baukosten in ungeahnte Höhen.

Für dein Objekt...
Lass dir belastbare Angebote machen, hole einen altbauerfahrenen Fachmann mit ins Boot und dann überdenke, ob es möglich und tragbar für euch ist.
Bedenke auch, dass du bei einem totalen Neuaufbau die ENEV und alle aktuellen Bauvorschriften einhalten musst, was die ganze Sache weder einfacher noch preiswerter macht.
LG
Anna

Danke...


04.01.2019 Maigo

...für die ausführlichen Antworten!
Werde mal in mich gehen und drüber nachdenken....