Lehmwickel selber herstellen


07.01.2019 Mark Reumann 3 973

Hallo zusammen,

wir haben ein altes Fachwerkhaus Baujahr 1839. Leider mussten Teile der alten Lehmwickeldecke weichen, da Balken auszutauschen waren. Wir würden die Decke gerne wieder herstellen wie sie war. Die alten Staken sind unbrauchbar, da vermodert, gebrochen, zerfressen (Kombination aus früheren Feuchte-/ Wasserschäden). Die alten Staken bestanden aus allerlei Holzarten jeglicher Form und Stärke und hatten bis zu 115 cm Länge. Auflager waren an die Deckenbalken genagelte Leisten. Welches Holz eignet sich zur Wiederherstellung der Lehmwickel?

Über eine Antwort und eventuell auch Tipps zur Herstellung der Lehmwickel freue ich mich.

Viele Grüße

Mark

Hartholz


07.01.2019 Jan

Hallo, bei mir waren die paar ausgebauten Stacken aus Eiche, sehr grob behauhen.
Ich würde, dafür auch wieder Hartholz, Eiche oder Robinie nehmen. Für die Strohwickel brauchen sie Langstroh leider gibt es das nicht zu kaufen.
Da hilft nur selber schneiden, leider sind die heutigen Getreidesorten alle auf kurze Halme gezüchtet. Aber vielleicht findet ihr einen Bauernhof, der noch ältere Sorten anbaut, Roggen ist besser als Weizen.
Viel Erfolg.

@ Jan



Nun ja, man sagt zwar immer, was ,man vorfinde,t sollte man auch wieder so einbauen oder herrichten, aber dabei scheiden sich mittlerweile die Geister.
Ich hatte vpor zwei Jahren ein BV in DD in einem Schloß und auch da wollte man hoch wissenschaftlich herangehen.
Ich musste mir dabei wirklich das Schmunzeln verdrücken.
Ich nutze ganz einfach irgendwelche Holz"rester" aus dem baulichen Rückbau (Bretter) oder spalte Dachlatten auf, die ich dann natürlich mit einer selbst entwickelten Technologie mit genau den Materialien umwickle, die es im Bestand gab.
Aber eben modern, zeitorientiert und leistungsgerecht.
In Lehmbauseminaren gebe ich die dann auch gern weiter.

Also kein Hexenwerk und auch keine direkte Wissenschaft.

Doch warum wollen sie die Naßlehmtechnik wählen, die eine enorme Trocknungszeit benötigt, ehe die Kernfeuchte heraus ist und nicht auf moderne Trockenlehmausfachungen greifen, wie Lehmsteine etc., wo die Ergebnisse viel effektiver und auch qualitativ besser sind?

Bin gern bereit, mich mit ihnen darüber mal zu verständigen..

FG Udo Mühle

Vielen Dank ...


08.01.2019 Mark Reumann

für die schnellen Antworten und Tipps. Eichenstaken kann man bei einem Lehmhersteller kaufen, sind aber ziemlich teuer. Hartholz wurde in unserem Haus früher nur rudimentär für Staken verwendet, sehr grobes und rohes Holz.
Ich werde dann wohl eher in Richtung Restholz gehen. Wir möchten das mit den Lehmwicheln gerne mal ausprobieren. Wenn es zu schwierig ist, dann eher Schwartendecke mit Strohlehm von oben aufgetragen und dann von unten auf Schilfrohr verputzen. Wegen der Trocknungszeiten würden wir eh erst bei entsprechendem Wetter anfangen. Über Schalung und Lehmsteine + Schüttung ließe sich auch nachdenken.
Herr Mühle, ich werde mich mal bei Ihnen melden.

Besten Gruß

Mark