Neue Dielen auf Alte Dielen verlegen?


09.01.2019 Seppel 20 1002

Hallo, ich bin ganz neu hier und habe gleich eine für mich wichtige Frage.

Wir haben ein ca 100 Jahre altes Haus gekauft. Der Wohnräume sind alle im Erdgeschoss und ca 3/4 mit alter Dielung versehen. Der Gutachter versicherte, das diese alte Dielung noch sehr gut erhalten ist. Sie knarrt nicht und beim darüber laufen bewegt sich überhaupt nichts. Er meinte im Zuge der Wärmedämmung von unten, die "Alte" Dielung zu belassen und "Neue" Dielenbretter aufzuschrauben.
Meine Frage, was muss man beachten und ist diese Vorgehensweise sinnvoll.
Über eine Antwort von Ihnen freuen wir uns sehr.

"das diese alte Dielung noch sehr gut erhalten ist.."


09.01.2019 Pope

und warum soll dann neue drübergeschraubt werden? Die Dielung kann abgeschliffen und neu geölt werden. Ist ein Keller unter dem EG?

Der Boden soll ausgeglichen werden...


09.01.2019 Seppel

Leider ist kein Keller unter der Dielung, desswegen soll die "doppelte" Dielung auch der Wärmeisolierung dienen.
Nun ist auch noch der Boden leicht schräg und soll durch diese zweite Dielung in waage gebracht werden. Was muss ich da beachten, oder kann ich einfach die neue Dielung drauf schrauben?

ja oder Nein



Man KANN es machen … ob es allerdings wirklich sinnvoll ist … das bleibt fraglich …

Abschleifen … einölen … dabei ist schon mal gespart … 

Florian Kurz

Kann man machen,


09.01.2019 Pope

nur ist dann der Boden ja immer noch schräg. Wie groß ist denn das Gefälle ? Gibt es für die Senkung eine Ursache? Was sagt denn der Gutachter dazu? Der Wärmedämmeffekt allerdings ist durch eine Lage Dielen marginal. Eine Wärmedämmmaßnahme sollte in ein Gesamtkonzept eingebunden sein. Dazu kann ein altbauerfahrener Planer mit ins Boot genommen werden. Unter dem Menüpunkt " Marktplatz" findet sich auch das Branchenbuch von Fachwerk de.

schräg … gerade … 



Hallo

ist das ein Qualitätsmerkmal wenn etwas "gerade" ist … ?

https://www.hotelschiefeshausulm.de


Florian Kurz

Herr Kurz,


09.01.2019 Pope

für Sie und auch für mich vielleicht nicht, aber des Menschen Wille ist ja bekanntlich sein Himmelreich.

Unterboden schräg gebaut?


10.01.2019 Seppel

Die alte Dielung wurde warscheinlich schon so schräg eingebaut. Der Höhenunterschied ist ca 3-4 cm auf einer Länge von ca 6 Meter. die Dielung ist sehr fest und stabil. Es gibt keine Feuchtigkeit auch an den Kanten zur Wand nicht. Der Gutachter meinte da die Dielung nicht mehr so schön aussieht und der Umstand das kein Keller unter dem Erdgeschoss ist, wäre es Sinnvoller neue Dielung mit Ausgleichung der Höhe aufzuschrauben.
Der Aufwand dieser Sanierung soll allerdings auch nicht ins bodenlose gehen und so fanden wir die Idee recht gut neue Dielung quer zur Alten zu verlegen. Aber ich möchte da auch nichts falsch machen und suche Rat, was ich da unbedingt beachten muss.

So jedenfalls nicht


10.01.2019 Tilman

So würde ich es jedenfalls nicht machen. Die zweite Dielenlage bringt so gut wie nichts an Wärme. Ob man ein so geringes Gefälle unbedingt ausgleichen muss, ist meiner Ansicht nach auch fraglich. Ein altes Haus ist selten gerade, doch das macht mitunter seinen Charme aus. Und selbst wenn man dem schrägen Boden schon nichts abgewinnen kann, wäre es zumindest schade um die alten Dielen.

Eine Wärmedämmung wäre darüber hinaus auf der kalten Seite angebrachter, also an der Kellerdecke. In einem Dielenboden gibt es viel zu viel Luftbewegung, als dass ich hier an der Warmseite irgend etwas dämmen wollte. Dafür wäre mir das Risiko eines Eintrags von Kondensfeuchtigkeit zu hoch.

Erstmal Klarheit schaffen


10.01.2019 Verstand statt "neue Fachlichkeit"

- meinte der Fachmensch vielleicht einen Höhenausgleich im Zuge einer Dämmung? Also ein Aufbau, der eine Dämmschicht (Schüttung) mit - dann waagerecht verlegter - Unterkonstruktion vorsieht? Der Ratschlag, auf eine bestehende Dielung schlicht neue Dielung "draufzuschrauben" wäre nämlich erkennbar weder zur Wärmedämmung noch zur Feuchtigkeitsabdichtung geeignet...

- wirklich interessant wäre, was sich UNTER der bisherigen Dielung befindet. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit findet man dort eine Unterkonstruktion aus Holz... und Hohlräume dazwischen. Eben diese Hohlräume können ggf. zur Wärmedämmung genutzt werden, bestenfalls durch nachträglich eingebrachte (eingeblasene?) Dämmstoffe.

Mal so als Denkanregung: Wenn dort "nur" ein 4 cm tiefer Hohlraum wäre, und dieser mit Perlite verfüllt würde... reduziert sich laut U-Wert-Rechner den Wärmedurchgang auf ein Drittel (der Rechner schimpft nicht einmal über Kondensationsfeuchte). Das ist natürlich weit weg von den Anforderungen der "Verordnung zur Rettung des Weltklimas auf deutschem Boden" - sog. EnEV. Aber... Es lebe das Provisorium!

Vielleicht also mal ein Dielenbrett rausnehmen und nachgucken (bzw. mit einer Kabelkamera durch ein kleines Löchlein ausspionieren) und danach nochmal Gedanken machen.

P.S.: (Zusatzfrage) stört die Neigung der Dielung überhaupt? Ich habe soeben ein Zimmer mit 5,20 m Breite "nur" auf einen Höhenunterschied von 2,5 cm reduziert... man sieht rein gar nichts und hat minimalen Zusatzaufwand beim Aufstellen der Möbel.

Danke für die Beiträge


10.01.2019 Seppel

Nun werde ich wohl doch noch mal die Sache mit dem draufschrauben überlegen und vor Ort alls noch mal "beleuchten".
Euch allen vorerst vielen Dank für die Denkanstöße.

Also liegt...



die alte Dielung mehr oder weniger direkt auf Deutschland, nur etwas Luft dazwischen?

Da würde ich mehr machen als nur etwas drüberschrauben. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß Lagerhölzer Schaden genommen haben. Keinerlei Dämmung... Ihr Spezialist ist da etwas speziell.

Eines verstehe ich nicht: "Er meinte im Zuge der Wärmedämmung von unten, die "Alte" Dielung zu belassen und "Neue" Dielenbretter aufzuschrauben." Wie will er denn von unten dämmen, wenn denn kein Keller da ist, und die alte Dielung drinnen bleiben soll? Telekinetische Dämmstoffportation?

Ich würde die alte Dielung aufnehmen (ggf., falls herausragende Qualität, schonend zur Wiederverlegung) und einen wärmegedämmten und feuchteabgesperrten Aufbau ausführen). Ist mehr Arbeit, wird sich aber auf Ihr Wohngefühl positiv auswirken. Und sie bauen nicht auf Sand...

Stell doch 'mal ein Foto von der alten Dielung ein.

Grüße

Thomas

Dämmung mit Thermo Hanf Jute


12.01.2019 Seppel

Leider kann ich noch keine Fotos schicken. Wir sind dabei das Haus zu kaufen und werden Ende Januar die Schlüssel erhalten.
Eine andere Variante ziehen wir in Betracht. Da ab der alten Dielung ca 7 cm nach oben bis Türschwelle, und Heizungsrohre Platz ist, auf die alte Dielung eine Dämmung mit Thermo Hanf-Jute zu bringen und darauf die neue Dielung.

Grundgütiger!



Was soll das? Thermohanfjutetrallala, das ist doch kein Müsli!

Ob die Lagerhölzer unter der alten Dielung noch brauchbar sind? Bissel Ökodämmung drauf, dann ist alles gut. Bis die Pilze wachsen.

Was jetzt noch steht, lässt sich sehr leicht totsanieren. Aber wenn man gern 2x baut, nur zu. Du bist offenbar nicht in der Lage zu beschreiben, was jetzt überhaupt da ist. Wie kann man Dir dann raten?

Sucht Euch einen sanierungserfahrenen Architekten statt wahllos im Baustoffsortiment zu stochern. Der derzeitige Spezialist scheint ein Totalausfall zu sein, wenn er Euch mit solchen Fragen allein lässt.

Grüße

Thomas

Danke für den Ratschlag


13.01.2019 Seppel

das werden wir berücksichtigen. Vielen Dank.

Sehr gut …



Thomas … 

Ich bin ja nicht oft deiner Meinung … aber da hast du sehr recht!

"stochern im Sortiment" … das trifft es

Florian Kurz

Danke,


13.01.2019 Seppel

für eure Meinungen.
Ich bin da auf diesem Gebiet ein Anfänger! Desswegen bin ich hier! Ich suche Antworten, Meinungen und Ratschläge. Hoffe das sie mich in meinen anstehenden Entscheidungen weiter bringen und helfen.

Du kannst...



...gerne später 'mal genauer beschreiben, was überhaupt unter den Dielen ist. Ohne Bestandsaufnahme ist kein Ratschlag möglich.

Bis dahin viel Erfolg.

Grüße

Thomas

Vermutungen und Mutmaßungen....



...werden eh keinen Lösungsansatz bringen.
Man muss die Situation durch öffnen der Konstruktion erlangen und erst dann kann man sich zu einem Lösungsweg bewegen.
Organische Materialien als Dämm- und Ausgleichsschichten sind eh sehr fragwürdig und sollten vor stetiger Feuchteeinwirkung geschützt werden, damit keine Fäulnisprozesse oder gar noch gravierender Pilz- oder Hausschwammkulturen entstehen.

Sie sind aus Dresden?
Dann könnte man sich ja zur Thematikbesprechung mal persönlich treffen und die Sache analysieren.
Fachleute zur Thematik können wir einige auffahren..

FG Udo Mühle

Lese ich das richtig,


14.01.2019 Boris Leuthold

dass der Abstand Türschwelle-Oberkante zum Fußboden-Oberkante 7 cm beträgt, und Fußboden insgesamt 7 cm Gefälle hat, wobei an der Türschwelle der tiefste Punkt liegt? Das finde ich sehr merkwürdig. Als Nicht-Experte rätsel ich da, dass im Untergrund etwas nachgegeben haben könnte und man die Dielen einfach hinterhergenagelt hat damit sie sich fest anfühlen.
Grundsätzlich glaube ich aber dass es ein lösbares Problem sein dürfte, man mit einer Endoskopkamera etwas Erhellenes sehen könnte und schlussendlich auch ein gutes Ergebnis hinbekommen wird - den richtigen Berater vorausgesetzt (er sollte die Bausubstanz mehr lieben als die EneV).

Das ist nicht merkwürdig,



...sondern garnicht ungewöhnlich. Innenwände wurden oft weniger gut gegründet, und so könnte sich die Auflagewand im Inneren oder halt das Fundament, also wohl an der Tür, mehr gesenkt haben.