Aluminiumtapete bzw. Lackfarbe entfernen


06.11.2019 wandstreichlerin 8 178

Hallo in die Runde,

eine Frage zum Entfernen alter Wandbeschichtungen in Form von Aluminiumtapeten und Lackfarbe.

Um einen Quadratmeter Aluminiumtapete von der Wand zu schälen habe ich 6 Stunden gebraucht.
Einritzen, wässern, nichts hat's einfacher gemacht.
Ich vermute, dass die Tapete mit Latexkleister angepappt wurde.
Hat hier wer Aluminiumtapeten schon mal erfolgreicher abbekommen als ich?
Wenn ja, was ist das Geheimnis?

Ich habe im Forum keine Antwort zu Aluminiumtapeten abmachen entdecken können.
Zu meinem zweiten Thema habe ich diverse Antworten gefunden, allerdings alle schon ein paar Jahre her, deswegen möchte ich die Frage mit stellen, falls es inzwischen neue Erkenntnisse gibt:

Im Flur und 2 Räumen befindet sich Lackfarbe im unteren Wandbereich.
Der Putz darunter scheint teilweise noch ganz in Ordnung.
Allerdings gibt es eine Stelle, wo ich einen weissen Schleier sehe, den ich nicht richtig interpretieren kann.

So oder so sollte dieser Lackkram sicherlich ab von den Wänden:
um im Schleierbereich den Putz darunter besser beurteilen zu können und überall, um malern (Kalk- oder Lehmfarbe?) oder vielleicht sogar erst noch einen Feinputz auflegen zu können.

Ich vermute, dass meine Wände mit Kalk- oder Kalkzementputz verputzt sind und habe neben Spachteln zum Abschaben noch eine Heißluftpistole hier oder könnte auch eine Soda- oder Natronlauge ansetzen.
Ich bin mir aber unsicher, ob das clevere Ideen sind oder ob da was dagegen spricht..

Also, all Ihr Menschen mit mehr Erfahrungswissen als ich, wie würdet Ihr mit solchen Wänden umgehen?

Ein Bild habe ich angehängt, bin aber Neuling hier und hoffe, dass das mit dem upload und der Sichtbarkeit klappt.

Wenn


06.11.2019 Mario

dem stundenlangen Kratzen kein meditativer Mehrwert zukommt, würde ich das mit Maschinenkraft in einer Lage abnehmen. Da ist dann zwar alles weg was nur fast lose war, aber das bekommt man schnell wieder gerichtet, zumal dünnlagige Farbaufträge auf einer einheitlich egalisierten Fläche auch vortrefflicher wirken. Hier ist dann ein Bausauger am besten mit "Klopffilter" und ein in der Drehzahl regelbarer Winkelschleifer mit Hartmetallscheibe angezeigt. Für behutsame "Restaurationen" kann man auch noch die Strappotechnik anwenden. Hier wird ein spannungsreicher Bindemittelleim auf zu entfernenden Beschichtung auf getragen. Die beim trocknen entstehende Oberflächenspannung führt dann zum "abblättern" der Farbe.

Die "weißen Flecke" werfen wohl ausblühende Mauersalze sein. Zumeist sind die Baustoffe da auch feuchter.

Strappotechnik


06.11.2019 Mario

*

Alternative


06.11.2019 Tilman

Alternativ kannst Du Dir eine Schleifgiraffe besorgen. Wir haben damit in sämtlichen Zimmern unseres Hauses die Leimfarbe vom Putz geschliffen. Wenn man die Schleifgiraffe an einen guten Sauger mit Filterrüttler anschließt, bleibt die Bude sogar erstaunlich sauber. Als Schleifmittel hat sich bei uns Festool Granat mit 40er Korn bestens bewährt.

Viele Grüße
Tilman

Strappotechnik! Schleifgiraffe. Heißluft, Natron oder andere selbst hergestellte Laugen bei Lackfarbe auf Putz?


07.11.2019 wandstreichlerin

Danke Euch beiden, Mario und Tilman, für Eure Empfehlungen zu mechanischen Entfernungsmethoden und der Strappotechnik.

Spannungsreicher Bindemittelleim - kannst Du da ein Beispiel für nennen, Mario?

Bei den Schleifgiraffen gibt es ja eine unglaubliche Preisspanne, habe ich gerade gesehen.
Hat wer gute Erfahrungen mit einem Gerät aus dem unteren Preissegment sammeln können?
Oder kann wer Gebrauchtgeräte empfehlen, wenn sie bezahlbar zu bekommen sind?

Und haben Menschen noch Erfahrungswerte und Gedanken zum Ablösen mit Heißluft oder selbst hergestellten Laugen, z.B. aus Soda oder Natron für den Zweck?

Aluminiumtapete


07.11.2019 wandstreichlerin

Und hat eventuell jemensch noch weitere Tipps, um die Aluminiumtapete zu entfernen?

Wegfräsen ist ja meistens schon eher Staubintensiv und wer weiß welche Giftstoffe in den alten Schichten stecken..
.
Mir kam der Gedanke, ob es vielleicht einen Versuch wert wäre, irgendwo einen alten ollen Hobel aufzutreiben und zu versuchen, Lackfarbe und Aluminiumfolie möglicherweise von der Wand gehobelt zu bekommen.
Ist das total abstrus oder hat wer sowas schon einmal versucht? Mit welchem Ergebnis?

Erfahrung bei mir


07.11.2019 Methusalem

Bei mir war in der Küche ein sog. Ölsockel. Nach vergeblichen Versuchen mit Heißluft und Elektroschaber bin ich zu Flex mit Fächerscheibe (+Staubmaske) übergegangen. Trotzdem sehr sehr Zeitaufwändig.
Im Treppenhaus habe ich den vorhandenen dunkelbraunen Ölsockel mitsamt der restlichen Flächen einfach mit Kreidezeit Sumpfkalkfarbe überggerollt (2mal) und es hält und deckt perfekt.

Aluminiumtapete und Lackfarbe


09.11.2019 wandstreichlerin

da hat sich ja sehr schnell eine klare Antwort zum Umgang mit der Lackfarbe heraus kristallisiert.
Danke allen dafür.
Somit also die abrasive Methode und falls der Putz unter der Lackfarbe Wandweise intakt ist, vielleicht auch einfach nur mit Sumpfkalkfarbe rüber.
(Womit sollte ich in dem Fall am besten alte Dübellöcher verspachteln?)

Ich würde mich noch über Aufklärung, was spannungsreicher Bindemittelleim ist (konkrete Beispiele?) freuen.
Ich fände es spannend, die Strappotechnik einmal praktisch auszuprobieren.

Falls hier im Forum wer noch explizit Erfahrung mit alten Metalltapeten gemacht haben sollte, würde ich mich auch über eine weitere Erfahrungs-mit-teilung dazu freuen.

Danke Euch dafür, dass ich mich meinen problematischeren Wandbelägen nun besser gewachsen fühle - also, ran an die Arbeit!

erste Erfahrung mit Wandfräsen


15.11.2019 wandstreichlerin

vorab noch ein Kommentar aus dem Bekanntenkreis zum Ablaugen von Ölfarbe:
"..das mit dem "Abblättern" haben wir mit Lauge probiert - und sind gescheitert.
Die haben für die Ewigkeit gestrichen,...."

Ich schätze mich glücklich, dass ich gestern am Objekt kennenlernen durfte, wie das Ganze mit einer Wandfräse funktioniert:
Das Tempo, in dem die Lackfarbe und auch die Alutapete von der Wand waren, hat mich beeindruckt.
Klar war es (laut und) staubig, trotz Saugvorrichtung.
Und ja, die Wand ist jetzt relativ uneben - muss halt ordentlich weiter verarbeitet werden.
Die Basis dafür ist nun gut gegeben.
Ich bin jedenfalls sehr froh, den Putz jetzt nicht vom blanken Mauerwerk ausgehend komplett neu aufbauen zu müssen und die Wand so befreit vor mir zu haben und dass das Ganze so schnell ging.

Auf dem Foto seht Ihr zum Vergleich nochmals die Wand im jetzt abgeschliffenen Zustand, welche bei meiner Eingangsfrage rechts unten im Bild zu sehen ist.

Mein Fazit aus Laienperspektive dazu:
Absauger und Fräse sind Geräte, die laut sind und relativ viel Strom bei der Arbeit ziehen und das Ganze ist trotz zumindest meines Saugers eine staubige Angelegenheit.
Dafür bin ich vor der Verzweiflung des händisch nicht enden wollenden Abkratzens der beiden Problemwandbeläge bewahrt worden.
Die Arbeit war so dermaßen viel schneller erledigt - darüber bin ich sehr dankbar.
Ich vermute, dass der Mehreinsatz an externer Energie für Sauger und Fräse durch das ressourcenschonend eingesparte Baumaterial für die weiteren Schritte mehr als wett gemacht wird. Hoffentlich.

Ich würde also, wenn solche Wandbelagsarten entfernt werden müssen, nach dieser Erfahrung auch das nächste Mal bevorzugt wieder mit Wandfräse/Wandschleifer arbeiten wollen.

Marios zweiten Tipp mit der behutsameren Strappotechnik habe ich allerdings noch nicht ausprobiert.
Falls weitere Leute hier im Forum damit gute Erfahrung gemacht haben, würde ich mich freuen, wenn sie darüber kurz noch ergänzend berichten würden.

Damit scheint mir das Thema umfassend betrachtet - also ran an die nächsten Wände!