Beratung zu Anstrich Fassade und Fugenerneuerung (Nadelholz + Wetterseite)


28.06.2020 Klassen 8 250

Guten Tag liebe Forenmitglieder,

ich bitte Sie um einen Tipp zu unserem Fachwerk. Das Haus war vor 30 Jahren noch verputzt und hat anschließend eine Fachwerk Fassade aus Nadelholz (Brettschichtholz) erhalten. Wir haben es vor 2 Jahren gekauft und es fehlen ein paar wertvolle Details wie Holzart und welcher Anstrich verwendet wurde. Die Wetterseite ist dem Wetter tatsächlich ausgesetzt, da es keine Verkleidung hat und das Dach zur anderen Seite liegt.

Meine Fragen mit der Bitte um einen Ratschlag:

1) Verkleidung
Ich vermute, es ist besser die Wetterseite zu verkleiden. Wieso verkleiden viele Besitzer nur den Giebel und nicht die komplette Seite? Vermutlich ist besser die komplette Seite dann zu verkleiden aufgrund Thema Nr. 2 unten, oder?

2) Fugen
Wie sie den Bildern entnehmen können, hat man auf der Wetterseite die Fugen mit einer Dreikantleiste ausgelegt, dahinter befindet sich Fugenmörtel und davor mit vermutlich Silikon etc. ausgespritzt. Die Dreikantleisten gammeln nun weg, wenn ich hinter schaue. Das Fachwerk selber scheint keinen Schaden genommen zu haben, soweit ich es mit Schraubenzieher und abklopfen bis dato gesehen habe.

Ich bin mir nicht sicher, was ich tun soll?
a) Dreikantleisten mit neuen Leisten ersetzen und wie Fuge bilden?
b) Dreikant und Silikon raus und richtige Fuge aus einer Art Mörtel erstellen?

3) Anstrich
Nachdem ich mit Brennspiritus 1 min. über eine Stelle gerieben habe, hat sich der Anstrich nicht verändert. Daher gehe ich davon aus, dass es auf Basis von Öl oder Alkydharzlasur bestrichen worden ist. Einige Stellen sind noch gut intakt. Diese würde ich gerne erneuern, wenn ich schon dabei bin. An vielen Stellen blättert der alte Anstrich ab. Diesen würde ich abkratzen und erneuern. Daher würde ich für die komplette Fassade das gleiche Material verwenden, wenn es möglich ist, sprich den intakten Teil ebenfalls gleich auffrischen.

Was wäre die beste Lösung? Leinöl Basis? Zudem wurde mir die Firma remmers empfohlen mit der 3in1 Holzschutzlasur. Damit hätte man Imprägnierung, Grundierung und Lasur. Und Osmo ist mir auch noch positiv aufgefallen.

Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Zeit und ein paar Tipps.

Mit vielen Grüßen
Gerhard Klassen

Dreikantleiste


28.06.2020 Klassen

Hier sieht man die offene Fuge.

Fachwerk


28.06.2020 Klassen

Hier sieht man, wie die Fugen ansonsten aussehen.

ich unke mal


28.06.2020 unke

dass das ein davor gebasteltes Fachwerk Fake ist oder sein soll.

Was Unke unkt


28.06.2020 Pope

vermute ich auch. Vielleicht sogar mit Luft zur Ursprungswand. Sind das Belüftungsschlitze, die im Sockel auf dem 1. Bild links neben dem Wagenrad in der Verblenderreihe unterhalb der "Schwelle" zu sehen sind ?
Es wird sich um Verblender handeln, wie stark wird das Fake-Fachwerk sein? Und ist es unmittelbar auf die alte Putzwand gesetzt ? Und ist dies verputztes Fachwerk drunter oder eine Steinwand ?
Mit Leinöl (farbe) kannst Du nur arbeiten, wenn die Balken bis aufs rohe Holz runtergeschliffen sind. Die Fugen würde ich mit Kalkmörtel fest ausfugen.

Oh Oh Oh


29.06.2020 Heiko

Hallo, Aber mein erster eindruck ist nicht gut. Sieht mir sehr nach Pfusch aus. Erstens gehört da kein Silikon oder sonstiges hin ,zweitens sollte man mit Kalkmörtel vermauern und drittens ist der Holzanstrich auch nicht gerad geeignet. Ich bevorzuge dort reines Leioel das wird nie Abblättern und lässt das Holz Atmen hat sich seid Jahrhunderten bewährt.

Antworten


30.06.2020 Klassen

ja, ist ein Fachwerk Fake (Verblendung).

ja, es sind Belüftungsschlitze. Es wurde dahinter noch 4 cm Mineralwolle ergänzt zwischen Fachwerk und alter Steinwand (Gitterziegel).

Die Hölzer sind 12x12cm. Klinkersteine 5cm (Sparverblender).

Nichts des zu Trotz


30.06.2020 Heiko

Wird das gesamte Gefache inkl. Steinen arbeiten (Kalt-Warm, Nass-Trocken)
Deshalb ist es Wichtig die richtigen Materialien zu verwenden,Sprich- Kalkmötel,Leinoelfarbe ect...

… grübel … grübel … 



Guter Mann … da ist guter Rat teuer … allerdings auch wohl notwendig …

Sie haben eine sogenannte Verkleidung vor Ihrem Haus … und Sie können nicht sehen, wie es hinter der FakeFassade an den originalen Wänden aussieht … 

Ist das ursprüngliche Haus ein Fachwerk oder ein Massivhaus?

Vermutlich schaut der Zwischenraum und die Fakebalken im Inneren nicht so "intakt" aus, wie die Vorderseite … ich glaube sogar, dass das Problem nicht die Aussenansicht dieser Fassade ist, sondern das, was man NICHT sieht … 

Wie schon erwähnt, sind die Fugen aus zu hartem zementären Mörtel, die Fugen Stein-Holz sollten NIE mit Silicon bearbeitet sein … die Balken sollten weder SCHWARZ noch deckend gestrichen sein … etc. pp.

Holznägel von aussen … hhhmmm … auch nicht so der Hit … 

hhmmm … wo soll man da anfangen … und wie gehts dann weiter … ?

• ist es ratsam nur die Front aufzuhübschen … und das Kernproblem ausser acht lassen … 
• sollte man mal ein Gemach im unteren Bereich öffnen um nachzusehen, was und ob schon Schäden aufgetreten sind … und wie feucht der gesamte untere Bereich schon ist … (die etwas dunkleren Verfärbungen über dem "Fake-Schwellholz" deuten darauf hin … 


Lieber Herr Klassen … da sollten Sie mal nachgrübeln … 

der Aufbau ist nicht sehr problemlos … 

Für alle derartige Sanierungsarbeiten von A bis Z empfehle ich eher ein ordentliches Gesamtkonzept als ein digitales Frage-Antwort Stückwerk

Gutes Gelingen

Florian Kurz