Aussendämmung Fachwerkgiebel (Wetterseite)


31.08.2020 Albrecht 17 262

Hallo Zusammen,
Ich will demnächst die vorhandene Eternitfassade (Eternit auf Fachwerk) durch eine Deckelschalung (Lärche) ersetzen. Denke dabei über eine Dämmung nach (Giebel = Wetterseite). Empfohlen wurde mir Rockwool. Alternative wäre wohl eine Weichfaserplatte. Mache ich was falsch wenn ich Rockwool nehme?
Wie wäre der korrekte Wandaufbau? Fachwerk/Hinterlüftung,/Dämmung/Deckelschalung? (Vorgehängte Fassade).
Möchte halt nicht, dass das Fachwerk Schaden nimmt. Kann mir jemand aus der Fachwerk-Community was dazu sagen?

Fachwerkdämmung


31.08.2020 Pope

Entweder oben rechts unter der Lupe mal suchen oder den Link anschauen. Da gibts bereits dutzende Beiträge. Ich würde wegen des höheren Hitzeschutzes auf Holzfaser zurückgreifen. Zwischen Fachwerk und Dämmung keine Hinterlüftung, sonst wäre ja die Dämmung wirkungslos. https://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/.../fachwerk-aussendaemmung- schalung-241788.html

Danke für die Info


31.08.2020 Albrecht

Hallo,
Danke für die schnelle Antwort.
Ja, ich hatte es schon befürchtet, hätte es halt dazu schreiben sollen, dass ich natürlich schon stundenlang gegoogelt habe (auch die Community-Beiträge). Ich konnte mal wenigstens keine klare Empfehlung daraus ablesen. Es gibt Beiträge mindestens aus dem Jahre 2011. Super interessant wäre z.B. gewesen, wenn jemand aus Erfahrung dazu was hätte sagen können.
Und ja, Sie haben Recht, die Hinterlüftung kommt natürlich nach der Dämmung.
Danke!

Aussendämmung Fachwerkgiebel (Wetterseite)


31.08.2020 Albrecht

Hallo,
schön, dass Du noch mal nachfragst.
Zu deinen Fragen:
ich bin erst wieder am Wochenende Zuhause, kann dann noch mal nachmessen, aber, der Dachüberstand wurde schon mal verlängert, wird ganz bestimmt ausreichen für alle Arten von Dämmung. Der sonstige Aufbau besteht aus ausgemauertem Fachwerk (Bimsstein). Innen dann halt Lehmputz, weiter nichts.
Eine wesentliche Frage für mich ist, ob ich Rockwool oder Weichfaserplatten nehmen sollte. Gibt da ja wohl schon Unterschiede (nicht nur im Preis ;-) sondern auch Verhalten bei Feuchtigkeit, Taupunkt usw..). Ich möchte unbedingt verhindern, dass die Wand Schaden nimmt und würde solange ich nicht sicher bin, dann lieber überhaupt nichts dämmen. Denn der Giebel hat so schon auch 120 Jahre ohne Dämmung überlebt.
Bin unsicher.

Wie gesagt


31.08.2020 Pope

ich würde auf Mineralwolle verzichten. Die Gefahr, aufgrund fehlender Sorptionsfähigkeit Schäden zu provozieren, ist mir persönlich zu hoch. Nochwas als Hintergrundinfo:
https://www.ubakus.de/aussendaemmung-auf-fachwerk/

KEIN Rockwool!!


31.08.2020 Faktum

Noch mal ganz deutlich: Rockwool ist hier absolut fehl am Platz! Holzfaserplatten sind ok, die Mineralwolle kann aber total verschimmeln. Im Fachwerkhaus hat sie nichts zu suchen!

Danke


01.09.2020 Albrecht

Hallo,
Danke für den Link, der ist sehr hilfreich.

Habe mich für Holzfaserdämmplatten entschieden.

Gruß,
Albrecht

Mehrere Möglichkeiten!



Die Lösungsfindung hängt von mehreren Faktoren ab.
Eine nachhaltige Dämmung macht schon Sinn.
MiWo oder ähnliches würde ich auch ganz schnell aus dem Kopf verbannen.
Holzweichfaser als Plattenware oder auch geblasen ist eine gute Wahl.
Doch auch Zellulose wäre eine alternative Sache.
Desweiteren hängt es davon ab, was du für Dachüberstände hast und die Dämmstärke sollte schon eine sinnhaftige Stärke haben.
Dazu kommt dann die Winddichtungsbahn, die Konterlattung und deine Holzverschalungsstärke.
Schau mal auf mein Profil, da siehst du eine weitere Dämmvariante.
Mit Hanfplatten.
Zu Fragen stehe ich dir auch gern weiterhin parat.

FG Udo

Mehrere Möglichkeiten


02.09.2020 Albrecht

Hallo Udo,
besten Dank für die Info. Habe mir die Projekte auf deiner Homepage angeschaut. Gefällt mir gut. Was die Dämmung angeht, da habe ich jetzt schon Holzfaserplatten bestellt, Hanf wäre sicher auch gut gewesen.
Noch mal Danke für den Hinweis.
Hoffe, dass ich Dich bei Bedarf noch mal "anfunken" darf. Bin erst ca. 10 Jahre dabei und renoviere/restauriere mein Elternhaus, es gibt aber immer noch einiges zu tun.
Gruß,
Albrecht

Holzfaserplatten ?


02.09.2020 Pope

wie willst Du denn den Dämmaufbau konstruktiv umsetzen ? Ist Dein Fachwerk, also Ausfachung und Balkenwerk so bündig, dass Du hohlraumfrei verlegen kannst?

Aussendämmung


03.09.2020 Bruno Kipf

Wir haben ein altes Fachwerkhaus mit Innendämmung saniert, anders ging's nicht (Denkmalgeschützt). Seit längerem bin ich daran alles über Hanfbeton/Hanfkalk zusammen zu tragen und das ist auch eine Möglichkeit eine gute Dämmung zu erreichen. Nur muss man die Austrocknung (mehrere Wochen) bedenken!
Aber Holzfaserdämmplatten können auch direkt verputzt werden ohne das ganze mit Eternit zu zu machen. Bin kein Fachmann aber diffusionsoffen ist einfach schon der Hammer (ist bei uns so). Bei uns alles mit Holzfasermatten isoliert. Würde nun Hanf nehmen (viel bessere Ökobilanz).

Zustand Giebel


04.09.2020 Albrecht

Hallo pope,
ich habe gerade mal ein paar Bilder von dem Giebel gemacht. Meiner Ansicht nach ist Fachwerk und Ausfachung schon in Ordnung, d.h. es gibt keine großen Hohlräume. Hätte die Hoffnung, dass sich die Holzfaserplatten etwas elastisch sind und sich da recht bündig anlegen. Habe ein Bild von dem Giebel im angebauten Wintergarten gemacht. Dort haben wir die Eternitplatten schon entfernt.

Hanf


04.09.2020 Albrecht

Hallo Bruno,
besten Dank für die Info.
Ja,, Hanf wäre sicher auch super gewesen, habe aber die Holzfaserplatten jetzt schon bestellt. Ich werde das nicht verputzen sondern Lärche-Deckelschalung anbringen.
Gruß

Bild vom Giebel


04.09.2020 Albrecht

Hier noch die Gesamtansicht von dem Giebel...

dämmstärke


04.09.2020 Pope

welche Platten hast Du genommen ? Sind die mit Nut und Feder oder stumpf? Ich würde die trotzdem zusätzlich zum Schrauben auch noch in Lehm kleben, mit der Zahnkelle aufkämmen einlegen, ausrichten und verschrauben. Nicht vergessen den Balkenverlauf auf die Platten zu übertragen, damit zu später weißt, wo Du die UK verschrauben kannst, die würde ich nämlich nicht nur in die Platten verschrauben.

Noch zu beachten!



Wenn sie ihre Holzweichfaserdämmung aufbringen wollen, sollten alte zementäre Putze und dichte Farbanstriche grob entfernt werden.
Anschließend ist ein kompletter lehmiger Putzausgleich über die gesamte Fäche aufzutragen und planeben abzuziehen und durchtrocknen zu lassen.
Danach wird mit einem Lehmunterputzz aufgekämmt, um die Holzweichwaserplatten satt einzubetten und parziell mechanisch befestigen.
Unterseitig ist ein Austellbrett anzubringen und dies sollte die Grundschwelle mind. 5 cm unterschreiten.
Dies ist deshalb notwendig, da sonst durch die Dämmebene gerade diese untere Konstruktionsfuge noch kälter bleibt und sich da sehr schnell weitere Bauschäden entwickeln, wenn da nicht schon Schadbilder am Holz da sind.

Noch zu beachten?


07.09.2020 Albrecht

Hallo Udo,
bin nicht früher dazu gekommen, hier zu antworten. Sorry.
Kann es sein, dass Du von einer Innendämmung schreibst? Das man Außen komplett erst mit Lehm verputzt, habe ich so nicht nicht gehört/gelesen.
Bei mir geht es um Aussendämmung mit Hinterlüftung.
Grüße

Nein....



....ich habe schon von der Außendämmung es betrachtet.
Es geht um einen homogenen hygroskopisch funktionierenden Aufbau.
Viele machen es leider nicht so, doch wir haben es uns über Jahre so erarbeitet und sind da mit vielen Herstellern und Gutachtern im positiven Konsens.
Zu weiteren Fragen kannst du mich gern einmal mobil anrufen.

Hinterlüftung bitte aber nur auf der Dämmebene, nicht darunter!!!