Fuge zwischen Schwelle und Sandsteinsockel?


08.10.2020 Floyd1516 9 233

Guten Tag,
Ich erstelle gerade privat auf dem eigenen Grundstück ein neues Nebengebäude mit Werkstatt, Garten- und Fahrradschuppen. Natürlich ganz traditionell in Fachwerk aus Holz und Lehm :)
Nun hätte ich zwischen Sandsteinsockel und Schwelle am liebsten eine schmale Luftschicht zwecks konstruktivem Holzschutz. Das ließe sich sicher auch problemlos realisieren, aber gleichzeitig hätte ich die Fuge auch gerne Winddicht.
Es wird zwar kein beheiztes Gebäude aber dennoch soll im Winter per Holzofen etwas eingeheizt werden können und daher soll der Wind dann doch nicht so ganz ungebremst durch die Fuge ziehen.
Ich freue mich sehr auf eure Tipps und Ratschläge zu meiner Zwickmühle.
Liebe Grüße aus dem Frankenland
Roland Polster

Ganz traditionell


09.10.2020 Pope

gab es keinen Luftspalt zwischen Sockel und Schwellbalken. Der sollte so aufgelegt sein, dass er etwas über den Sockel drüber reicht, damit in die Fuge dazwischen kein Wasser eindringen kann, optional wurde die überstehende Sockelkante abgeschrägt ( falls der Balken doch zurückspringt) und eine Wassernase an der Balkenunterseite eingestemmt.
Wichtiger konstruktiver Holzschutz im Fachwerkbau ist ein ausreichender Dachüberstand, der die Schlagregenbelastung minimiert.
Welches Holz soll verwendet werden, macht das eine Zimmermannsfirma ?

Es gibt mittlerweile...



...sehr gute Alternativen, die eine verbesserte Langlebigkeit bzw. Bauteilerhaltung gewähren.
Wir legen unter die Hölzer seit Jahren Kokosfaserstreifen und erreichen dadurch eine thermische Entkopplung der Hölzer bei massiv angrenzenden Bauteilen. Desweiteren bleiben die Auflagerfugen belüftet. Verrottungsfest ist es zudem auch.

FG Udo

Vielen Dank...


14.10.2020 Floyd1516

... für eure hilfreichen Antworten. Ich bin (ursprünglich) selbst gelernter Zimmerer, aber habe damals leider nie ein richtiges Fachwerkhaus gebaut :( Auf jeden Fall baue ich dieses jetzt komplett selbst und versuche meine Wissenslücken dabei zu schließen. Dieses Fachwerkgebäude entsteht auf jeden Fall aus Leidenschaft mit Geduld und Spucke aus knapp 200 Zapfen + Zapfenlöcher, schrägen Eck- bzw. Druckblättern, Schwalbenschwanzkämmen und "allem" was die Zimmereikunst eben so hergibt. In alle Balken werden übrigens auch die traditionellen Schriftzeichen des Zimmerers eingestemmt. Aber nun zurück zu meiner eigentlichen Problematik. Die Schwelle (aus leider nur Kiefer) sitzt bei mir mittig auf dem Sockel was sich auch nicht mehr ändern lässt, da die Hälfte der Wände bereits fertig abgebunden sind. Aus optischen Gründen möchte ich ein abschrägen des Sandsteinsockels bis unter die Schwelle ebenfalls vermeiden. Der ist ja auch nur 20cm breit. Jedenfalls habe ich nun aus euren Antworten die folgenden Idee entwickelt (siehe Bild). Hier wird der besagte Kokosfaserstreifen unter der Schwelle platziert und zusätzlich ein abgeschrägtes Kantholz (etwas in die Schwelle eingeklinkt) vorgesetzt. Ich dachte mir es wäre praktisch, da das vorgesetzte Kantholz im Zweifel irdendwann auch mal einfach wäre zu ersetzen. Allerdings sei noch erwähnt das ich auch auf jeden Fall einen vernünftigen Dachüberstand einplane. Ich freue mich erneut auf eure konstruktive Kritik :)
Viele Grüße und noch einmal Danke
Roland Polster

Rein technisch funktionierts


14.10.2020 Pope

aber was ich in Deinem Eröffnungsbeitrag und in Deiner jetzigen Antwort herausgelesen habe ist, dass Du traditionell, handwerklich anspruchsvoll und ästhetisch am Original arbeiten willst. Das deckt sich für mich nicht mit Deinem Entwurf. Gibst Du preis, warum ein Anschrägen des Sockels, welches einer historischen Bauweise entsprechen würde, aus optischen Gründen nicht in Frage kommt ?

Oder noch schöner


15.10.2020 Methusalem

wie hier aus dem vollen Stein herausgearbeitet.

Ziegel


15.10.2020 Methusalem

Mit Ziegel

Anschrägen des Sockels


18.10.2020 Floyd1516

Leute! ...der Beitrag "Rein technisch funtionierts" von Pope hat meinen Entwurf wieder über den Haufen geworfen. Die entscheidende Frage: "Weshalb für mich ein Anschrägen des Sockels aus optischen Gründen nicht infrage kommt?", kann ich nämlich nicht beantworten. Und das liegt daran, dass es völliger Unsinn ist und ich da einfach auf dem Holzweg war. Vielen Dank an Pope für den entscheidenden Gedanken und Impuls. Mit anderen Worten heißt das jetzt, dass ich mich dazu entschieden habe den Sockel an der Außenseite abzuschrägen. Ich denke eine 45° schräge von ca. 4cm tiefe sollte in etwa passen (oder?) denn dann stünde die Schwelle einen Zentimeter über die Abschrägung über. Ich werde auf jeden Fall noch Bilder von der späteren Ausführung hier einfügen.
Viele Grüße
Roland Polster

Anschrägen


18.10.2020 Pope

paßt so. Viel Erfolgt !

...und der Kokos...



...kommt in Betracht und zum Einsatz!