Schiefe Aussenwand. Gefährlich?


03.05.2021 kothor 4 206

Hallo zusammen,
Ich habe gerade ein Haus besichtigt, bei welchem eine Aussenwand, sowie die tragenden Balken im Inneren eine Neigung von ca 10-15 Grad haben. Aus den alten Fotos aus 80er scheint es so zu sein, dass die Aussenwand schon immer eine Neigung gehabt hatte, allerdings ist es nicht klar, ob der Winkel gleich geblieben ist oder nicht. Fast alle Schwellen (bis auf eine) die mit der Aussenwand verbunden sind, scheinen noch i.O. zu sein. Sind denn solche Neigungen ok für die Fachwerkhäuser oder muss man sicherheitshalber einen Statiker/Architekt/immerman einladen um die Bausubstanz auszuwerten? Anbei noch ein Foto von dem Problem.

Viele Grüße
Konstantin

noch ein Foto.


03.05.2021 kothor

Hier noch ein Foto von Innen.

Ein Blick vom Fachmann sicher hilfreich


03.05.2021 blauerpaulchen

Hallo,
wir haben selber ein Fachwerkhaus mit Anbau, bei dem das Fachwerk im OG ca. 6 cm auf 2,00 m Höhe aus dem Lot liegt. Gegenüber dem Stall und dem Anbau gibt es aber seit Jahrzehnten bis Jahrhunderten keine Bewegung mehr.
Bei dem Haus, das Du besichtigt hast, scheine sich die Risse hinter der Dachrinne noch weiter zu vergrößern, auch die Ausbesserung mit Putz platzt schon wieder ab. Selbst wenn ein Fachmann das Haus für tragfähig erachtet, würde ich Maßnahmen treffen, die eine weiter Verschiebung verhindern.
so fehlt z. B.: zum Nachbarhaus die Fachwerkwand mit der Strebe im letzten Gefach zur Straße. Ich denke, die Stein/Bruchsteinmauer gehört schon dem Nachbarn.

hi


03.05.2021 kothor

Hallo! Danke für Deine Antwort. Die Bruchsteinmauer gehört noch zu dem Haus. Also, ich nehme an, ich soll einen Architekten einladen, damit er die Tragfähigkeit des Gebälks analysiert...

Nachträgliche Änderungen?


04.05.2021 D.Selle

Hallo,

nach den Fotos zu urteilen scheint es mal erhebliche Änderungen am Haus gegeben zu haben. Ein Blick in die Bauakte oder Archiv könnte weiterhelfen. Könnte , weil der Zierrart evt. auf Umbauten im 19.Jhd. deutet, die Zeit aus der manchmal noch Unterlagen zu finden sind.

Meine Vermutung ist, die Gebäude waren mal komplett Fachwerk. Zwischen den Häusern gab es eine Art Bauwich. Das OG wurde im EG in Stein unterfangen und die Traufwand im Bauwich neu errichtet in Bruchstein um den Zwischenraum zu schließen bzw. mehr Wohnfläche zu bekommen.

Der linke Balken vom "Doppeleckständer" ist jedenfalls mit dem Rehm im EG verklammert, also vermutlich nachträglich hinzugefügt. Wie die Giebelwand in die Seitenwand eingebunden ist , sieht man hier nicht. Ich vermute , der Ständer rechts daneben hat innenseitig noch Zapfenlöcher für ausgebaute Riegel und Streben. Ebenso auch der Deckenbalken der rechts oberhalb von dem deutlich sichtbaren Balken (lt. Innenfoto oberhalb der "Leichtbetonfüllung") verbaut ist. Daraus folgt, das die Giebelwand hier nicht mehr hinreichend in die Seitenwände eingebunden sein könnte und darin eine Ursache für den Schiefstand zu vermuten ist.

Wie ist der sichtbare deckenbalken mit der Giebelwand verbunden?
Es sieht aus, als wäre er nur in das Gefach gelegt. Der rötliche Sandstein scheint die außenwand vom Nachbarhaus zu sein. Die Bruchsteinwand zu ihrem Haus zu gehören. Wi sind die fehlenden Steine geblieben?

Wie erfolgt aktuell die Wasserableitung zwischen den Häusern?

Gruß
Det



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