Zwei Preisfragen


04.05.2021 P.D. 4 209

Hallo liebes Forum,

ich spiele derzeit mit zwei Ideen und würde gerne so viele Erfahrungen / Meinungen wie möglich dazu einholen:

Ist ein bisschen Text, wer den nicht lesen will - hier die Kurzfassung:
1) Wie hoch sind die Herstellungskosten für ein neues Fachwerkhaus (nur Rohbau, Dach etc. kein Innenausbau) pro m² GANZ GROB.?
2) Hat jemand Erfahrung, wie viel der Umbau einer Scheune zum Wohnhaus (16*10*10m) kostet, bzw. beim eigenen Projekt gekostet hat?
3) Kann jemanden einen Architekten dafür empfehlen (Referenzen, eigene gute Erfahrungen)

Gleich vorweg - meine Erfahrungen mit Handwerkern sind durchweg katastrophal.... :()

Langfassung:

1) Die erste Idee ist die Erweiterung unseres Hauses, indem die Scheuen daneben sozusagen zum Wohnhaus umgebaut und mit dem Wohnhaus verbunden wird.

Das ist vor allem interessant, weil das Gebäude in diesem Abmaßen ja schon da steht, und eine Baugenehmigung dadurch einfacher wird, und ich den "Charme" einer Scheune auch einfach schön finde. Alles baurechtlich Innenbereich, also sollte das kein Problem sein

Die Scheune ist eher in miserablen Zustand (erst vor fünf Jahren übernommen), schon gut 10.000€ an Material reingesteckt, Hälfte dann doch bis auf das EG / Teile vom OG abtragen lassen, ich komme aber immer mehr zu dem Schluss, dass doch alles bis auf die Mauern im EG runter muss.

Größtenteils sind Eichenbalken, aber auch Birke verbaut. EG ist Sandsteinmauer (teils 60-70cm dick), aber nur auf ca. der Hälfte des Gebäudes auf Hangseite. Andere Seite ist komplett Fachwerk.

Das ist der Stand jetzt bei dem Gebäude. Abstand zu unserem Wohnhaus ist ca. 4-5m

Einige der Balken sind durch langen Wassereintrag morsch und müssen eh weg, andere sind noch völlig OK. Die würde ich gerne wieder verwenden, aber ich denke, das Gebäude müsste auch bei Ausbau ohnehin bis auf die Mauern abgetragen und von da wieder aufgebaut werden.

Das ist auch der Grund für die Überlegung, es gleich als Wohnraum auszubauen. Den Innenausbau würde ich komplett selbst machen, von den Fenstern, Strom, Wasser, Heizung, Treppen, Böden usw.

Ich bräuchte "nur" eben den Rohbau und das Dach.

Nun die Frage: Was sind die Herstellungskosten CIRCA für ein Fachwerkhaus im Vergleich zu einem normalen Haus? Scheuen liegt im Odenwald.

Hat da jemand Erfahrungen, das selber schon gemacht?
Oder kennt einen Architekten, der sich mit Fachwerk, Sandsteinmauern und anderen "alten" Bautechniken und Materialien auskennt? Ich möchte vermeiden, so einen neumodischen Betonklotz neben das Haus zu stellen ;)

Danke schon mal für alle Antworten!

Grob geschätzt


05.05.2021 Methusalem

Mal ganz grob geschätzt:
Ein Rohbau als Fachwerkkonstruktion ist ca. 4x so teuer wie in massiver Bauweise.
Ein Umbau einer Scheune zum Wohnhaus ist ca. 2x so teuer wie ein regulärer Neubau.
Quadratmeterpreise kann ich dir nicht nennen, da diese regional sehr unterschiedlich sind.

Du wirst viel Geld verbrennen....



Selbstverständlich finde ich Deinen Fachwerkansatz schön. Über das AAAber hat Methusalem schon geschrieben.

Nicht jeder Neubau ist ein Betonklotz. Ganz anderer Ansatz:Schau 'mal auf diese Seite:

https://www.nur-holz.com/

Das sind Brettschichtelemente, die auch auf ein bestehendes EG gesetzt werden können. Können vermittels Putzträger verputzt werden, aber eben auch holzverkleidet werden. Der Rohbau steht in einer Woche, und Du hast nicht das Problem, viele Gewerke kombinieren zu müssen. Den kriegst Du komplett aus einer Hand. Der Ausbau ist je nach Ambitionen auch überwiegend selber zu stemmen, und kann sofort beginnen, weil es keine Baufeuchte gibt. Wer innen Holzoptik liebt, hat schon mit der Erstellung des Rohbaues fertige Decken und Wände.

Kommt aus dem Schwarzwald, ist ultraöko und Du hast ein herrliches Raumklima vom ersten Tage an. Wenn ich nicht so viel Altbau am Bein hätte, wäre das genau mein Ding.

Kriegt man auch Preise (Preisfrage!!!), und was für welche (Plüschteddy???), wenn man die Frage ganz anders beantwortet als gedacht?

Also, frohes Recherchieren wünscht

Thomas

P.S. BIRKE? Bist Du Dir sicher?

Nur Holz


07.05.2021 P.D.

Ist definitiv auch interessant,, sieht zumindest auf den Bildern sehr schön aus!

Das mit den Betonbunkern... ja es gibt auch Betonbauten die schön sind, habe mal ein Entwurf von einem Architekten gesehen, wo der 60cm offen porigen Dämmbeton genommen hat und Wände und Decken vor Ort in einem Stück gegossen hat. Der offenporige Beton hat sich dann über die Jahre mit Moos und Gräsern bedeckt und so schön in die Natur eingefügt.. aber frag nicht nach €€€

Das Fachwerk bis 4* so teuer ist... ufff. Klar, die Arbeit die Balken zu bearbeiten, aber dass das so viel teurer wird als zu Mauern... naja, sind ja heuet auch alles Großziegeln (Ich find auch Klinker/Ziegelmauerwerk toll, aber das ist ebenfalls nicht ganz günstig.)
Idealer weise würde ich gerne die noch guten Eichenbalken wieder nutzen. Die sind teils gigantisch, bis 40cm dick und 4m lang, andere sind 10m lang, aber nicht ganz so dick...

Und ja, Birke :) Da ist sogar noch die Rinde dran und ich kenne keinen anderen Baum mit weißer Rinde :p

Spannend,



da habe ich nun wirklich im deutschen Raum zum ersten Mal von Birkenbalken gehört. An und für sich ist die Birke ja mehr Nahrungsmittel als Baumaterial :-)

Das NUR-HOLZ System ist außen architektonisch frei gestaltbar. Wer's unbedingt braucht, kann später sogar ein Fachwerk davorsetzen...das sich dann freilich aber nur selber tragen muss. Muß nur hinsichtlich Dachüberstand und Schwellenauflage von vornherein geplant werden.

Und Innen? Das System bietet neben Wandplatten auch Decken- und Dachplatten. Eine Integration von alten Balken ist möglich, aber natürlich aufwändiger.

Idee: Das EG bleibt ja stehen. Also könnten die Balken nichttragend als Balkenlage im Mauerwerk verankert werden, darauf dann, aufliegend auf der entsprechend vorbereiteten Mauerkrone des EG, wird mit der Deckenplatte (bzw. Boden 1.OG) in NUR-HOLZ weitergebaut.

Grüße

Thomas