Aufsteigendes Sickerwasser in altem Fachwerkhaus


25.06.2021 Mischa 7 312

Hallo, ich habe kürzlich ein altes Fachwerkhaus erworben. Problem: zunehmend aufsteigendes Sickerwasser im Keller (Mauerwerk vermutlich auf Stein gemauerter Lehmstein, aufliegende Bodenplatte).

Bei starkem Regen steht das Wasser jetzt allerdings fast Kniehoch im Keller. Nachdem ich jetzt viele Beiträge über mögliche Sanierungsmaßnahmen gelesen habe (Vertikalverdichtung, Dränung etc.) stellt sich mir die Frage, ob man nicht einfach abwarten kann, bis das Wasser wieder abfließt, schließlich scheint diese Bauweise ja eine altbewährte Methode seit 100 Jahren zu sein...
Oder muss man sich Gedanken machen, ob aufsteigende Feuchtigekeit das Mauerwerk/Fachwerk darüber auf Dauer schädigen kann.


Bitte um eure Meinung! Danke

???



Die Aussagen "zunehmend aufsteigendes Sickerwasser im Keller" vs. "steht das Wasser jetzt allerdings fast Kniehoch", und "jetzt allerdings fast Kniehoch" vs. "....scheint diese Bauweise......seit 100 Jahren zu sein" passen irgendwie nicht richtig zusammen. Kommt der knietiefe Wassereinruch seit "jetzt", sprich seit neuestem, oder schon seit 100 Jahren?
Was heißt "Mauerwerk vermutlich auf Stein gemauerter Lehmstein"? Das Fundament ist Stein, darüber Lehmstein? Stehen die Lehmsteine knietief im Wasser? Ohne sich aufzulösen???
Und was bedeutet: "aufliegende Bodenplatte"?
Entschuldige, aber ich glaube du musst dich etwas genauer ausdrücken, wenn du eine halbwegs genaue Beurteilung haben willst. Aussagekräftige Fotos helfen auch viel.

Gruß,
KH

Wasser im Keller ..



..bei Regen läßt eher vermuten , daß der Wasserablauf am Haus gestört ist , zB. durch "zerdrückte" Grundrohre;

Also evtl . vorhandene Abwasserpläne sichten , das Rohr freilegen und evtl erneuern , graben macht da klüger !

Sind nur so Erfahrungswerte ..

Ergänzend dazu...



...also zur Ursachenforschung, solltest Du einen Pumpensumpf am tiefsten Punkt anlegen. Das geht schnell und sichert trockne Füsse...

Grüße

Thomas

Doch Grundwasser?


29.06.2021 Mischa

Hallo zusammen, danke für eure Anregungen.
Ich konnte mir jetzt einen ersten Eindruck von dem Keller verschaffen: Das Natursteinmauerwerk reicht bis auf den Boden, vermutlich dann doch eher Kalkstein (...@KH). Die aufgelegte Bodenplatte ist leicht abschüssig. Entlang der Mauer verläuft eine Rinne, die sich durch den ganzen Keller zieht und am tiefsten Punkt der Bodenplatte in einem, leider mit aufgelegten Backsteinen verbauten, Abfluß mündet.

Quasi direkt neben dem Abluß quillt klares Wasser aus Boden/Übergang Bodenplatte/Mauerwerk und soweit ich sehen konnte auch durch die unteren 2 Ritzen der Mauersteine über eine Fläche von ca 40-50 Quadratzentimenter, also recht lokalisierbar.

Mittels einer kleinen Pumpe wird das eindringende Wasser derzeit nach starken Regenfällen weg in die Kanalisation gepumpt. Wie geschrieben, war das in der Vergangenheit immer mal wieder der Fall, jedoch noch nie in diesem Ausmaß. Es ist nur diese eine Wand sehr feucht, durch die das Wasser eindringt. Auch aussen am Boden sieht man Moos, der Putz blättert, aber auch nur an dieser Wand, ab. Es gibt anscheinend einige Quellen in dieser Gegend in leicht ansteigendem Gelände. Möglicherweise ist es dann doch das Grundwasser, das aufgrund der starken Regenfälle nur an dieser Hausseite eindringt?

Ich überlege, erst mal den Abfluß freizulegen, um zu sehen, ob dieser verstopft oder das Rohr kaputt ist (-danke auch für diesen Hinweis). Allerdings weiss niemand so recht, wohin das Abflussrohr führt. Vermutlich unter den Bodenplatte des nicht unterkellerten Teil des Hauses in..... ? die Kanalisation?

Die Idee mit dem Pumpensumpf scheint mir plausibel, aber auch das stellt sich die Frage nach dem Ablußrohr.

Würdet ihr erst mal schauen, wieweit man mit dem Ablußrohr kommt? Die Bodenplatte hat allerdings eine Länge von ca 10 Metern... müsste man die aufreißen?
Oder ist es schlau, gleich einen Sachverständigen hinzuziehen, der dann auch gleich den Zustand des Mauerwerks begutachtet? Was genau macht der dann? Probebohrungen, um zu sehen, was mit dem Rohr ist?

Was meint ihr zu einer Vertikalabdichtung? Ist eine Abdichtung an der feuchten "Hangseite" ausreichend? Oder muss die um das ganze Haus gezogen werden?

Mach Dir besser erstmal...



...selber Gedanken. Einen SV kannst Du rufen, wenn Du nicht weiter kommst.

Dem zugesetzten Abfluss würde ich auf die Sprünge helfen.

Daß es eine Rinne gibt, belegt ja, daß das Problem nicht neu ist.

Grüße

Thomas

ja, aber


29.06.2021 Mischa

Hallo Thomas,
ja, schon,...aber auch wenn der Abfluß frei wäre, so bestünde doch nach wie vor die "offene Wunde" mit dem eindringenden Wasser....wie wenn man eine Art Quelle im Haus hätte. ich kann aber nicht absehen, wie schädlich sich die, nach wie vor hohe Feuchtigkeit, auf Dauer für die Mauern auswirken würde.

Don't panic ;-)



Hallo Mischa,

wie Thomas schon schrieb, auf Grund der Tatsache dass entlang der Wand schon eine Rinne in die Bodenplatte quasi eingebaut wurde (nehme ich jetzt mal an), zeugt doch davon dass da zumindest so lange wie die Bodenplatte alt ist, fließendes Wasser im Keller ist.
Solange es die Fugen nicht ausspült oder das Pflaster/Erdreich vorm Haus nicht absackt, weils unterspült ist, was man sehen kann, macht es der Kellerwand nix. Steine gehen nicht kaputt nur weil sie nass sind. Solange sie keinen Frost abbekommen und vom Eis gesprengt werden. Aber das dürfte im einem Keller wohl eher nicht der Fall sein.
Von daher, mach dich deswegen nicht verrückt, es gibt noch mehr Häuser mit einer Quelle im Keller.
Das einzige Manko dabei ist, dass du den Keller wohl ohne mehr als erheblichen Aufwand nicht trocken bekommst. Sprich, als "Lager" nur eingeschränkt nutzen kannst. Dafür bleiben da die Kartoffeln immer frisch und die Getränke schön kühl... ;-)
Zum evtl. defekten Kanalrohr: Es gibt viele Kanalreinigungsfirmen die Kameras haben, mit denen sie in die Rohre rein fahren, um Verstopfungen und/oder Undichtigkeiten/Beschädigungen zu lokalisieren.
Bei so einer Kamerafahrt können die Firmen auch die Verlegerichtung es Rohres sehen/feststellen.
So eine Untersuchung ist meistens gar nicht so teuer. Wenn du selbst nicht mit einer Rohrreinigungsspirale, o. ä., ins Rohr rein kommst um so mal zu "fühlen", wo, bzw. ob eine Verstopfung vorliegt, dann hole so eine Firma, bevor du auf Verdacht anfängst den Boden aufzuhacken und an dem Rohr entlang zu graben. Vergleiche aber unbedingt vorher die Preise der Rohrreinigungsfirmen! Da gibt es einige schwarze Schafe drunter.
Wenn eine Reparatur des Abflussrohrs nicht, oder nur mit erheblichem Aufwand machbar ist, kannst du immer noch einen Pumpensumpf graben, eine Tauchpumpe mit Schwimmerschalter rein hängen und den Pumpenschlauch durch ein kleines Loch in der Wand nach draußen verlegen. Mit dem Wasser könntest du z. B. eine Zisterne, oder eine Tank füllen. Z. B. zur Gartenbewässerung, o. ä. Welcher Aufwand (inkl. Folgekosten) größer ist, musst du selbst abschätzen/recherchieren.

Gruß,
KH