Dämmung Gewölbekeller von oben


05.07.2021 Ditie 2 249

Sehr geehrte Community,

ich bin neu hier und habe mich bereits durch mehrere Artikel gelesen, jedoch keine konkrete Antwort auf meine Fragestellung gefunden. Ich hoffe, Sie können mir helfen.

Wir sind gerade dabei, das Erdgeschoss unseres 1849 erbauten Hauses zu renovieren/sanieren. Leider geht dies nur von Raum zu Raum. Der zu renovierende Raum war früher ein Schlafzimmer, in welchem sich an den Ecken der Außenseiten leider Schimmel gebildet hatte. Mein Vater hat dann eine Holzverkleidung auf den Ecken angebracht. Das Problem war nicht aus der Welt, aber nicht mehr sichtbar. Im Zuge der Renovierung haben wir die Verkleidung nun entfernt und festgestellt, dass die Wände wieder trocken sind (mit einem Feuchtigkeitsmesser gemessen).
Der Fußboden, welcher aus einem Vinylbelag sowie OSB-Platten bestand, haben wir bereits herausgerissen. Auf Anraten eines Freundes, der schon mehrere Häuser renoviert hat, haben wir nun angefangen, die Schüttung, welche aus Sand und Steinen besteht zu entfernen. Dies sollen wir bis zur Freilegung des Gewölbekellers machen. Unser Freund (er ist im Innenausbau tätig) riet uns nun, den Gewölbekeller sowie ein Stück der Wände mit Bitumenschweißbahn versiegeln zu lassen. Allerdings bin ich mir hier unsicher, ob dies wirklich sinnvoll ist, da ein Bruchsteinhaus doch "atmen" muss. Ich hatte im Vorfeld von Schüttungen aus Perlite oder versiegelten Holzspänen (Cemwood) gelesen.

Nun meine Frage: Was können Sie als Bodenaufbau bzw. Schüttung für einen Bruchsteinkeller empfehlen? Zukünftig soll in den Raum ein Büro und im Alter dann wieder ein Schlafzimmer. Als Bodenbelag Klick-Vinyl, darunter dann OSB-Platten und darunter dann...???

Ich danke bereits im Vorfeld.

Ditie

Schüttung entfernen


05.07.2021 Waldkater

ist nicht die beste Idee.

https://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/299456$.cfm

Die liegt da aus einem Grund

Re: Schüttung entfernen



Ich beziehe mich auf den Link den Waldkater genannt hat.
Über die Aussage die Olaf da machte kann man schon diskutieren:
(Zitat) "Das war ein massiver Eingriff in das Tragwerk, das Gewölbe hat 200 Jahre gehalten weil die zwingend erforderliche Auflast vorhanden war." (Zitat Ende)
Dass ein Gewölbe ohne zusätzliche Auflast nicht halten würde ist mir neu. Ein Gewölbe hält schon durch sein Eigengewicht, wenn die Widerlager standfest sind.

Thomas Böhme beschreibt in dem Thread auch meines Erachtens die bessere, weil einfachere und ökonomisch sinnvollere Variante:
(Zitat)"Abhängig von der gesamt möglichen Aufbauhöhe würde ich die vorhandene Füllung vollständig belassen oder nur zum Teil entnehmen. Darauf Geovlies und einen Leichtbeton, wenigstens 10cm stark - waagerecht abgezogen. Darauf eine Sperrbahn ...... an der Wand bis UK Dielung hochgezogen." (Zitat Ende)
Wobei ich statt dem Geovlies gleich die Abdichtfolie/Sperrbahn unter dem Leichtbeton auslegen würde.
Dadurch sackt das Anmachwasser des Betons nicht gleich weg und die Betonplatte liegt anschließend auch schon "im Trockenen".

Es macht keinen Sinn die vorhandene Schüttung/Füllung bis zum Widerlager des Gewölbes zu entfernen, nur um anschließend wieder bis zum Scheitel mit anderem Material zu füllen. Entscheidend ist, dass die Abdichtung unter die (neue) Dämmung kommt. Ob die direkt auf dem Gewölbe liegt, oder erst über dem Scheitel spielt erst mal keine Rolle. Aber, je höher sie in der Fläche liegt, umso weniger hoch muss man sie an den Wänden ziehen. Man spart also an der Abdichtfolie.

(Zitat) "Allerdings bin ich mir hier unsicher, ob dies wirklich sinnvoll ist, da ein Bruchsteinhaus doch "atmen" muss." (Zitat Ende)
Das Haus "atmet" an der Stelle so und so nicht. Es ist wahrscheinlich eher dauerhaft feucht, da von unten und außen die Feuchtigkeit in den Wänden (und evtl. dem Gewölbe) hoch zieht, sofern keine Horizontal- UND Vertikalsperren eingebaut sind. Es geht darum diese, von unten und den Seiten anstehende Feuchtigkeit vom (neuen) Fußboden fern zu halten. Deshalb muss dieser nach unten und den Seiten abgedichtet werden. "Atmen", sprich die Feuchtigkeit raus lassen, muss/sollte nach außen geschehen, nicht nach innen und schon gar nicht unter den Fußboden.

(Zitat) "Als Bodenbelag Klick-Vinyl, darunter dann OSB-Platten und darunter dann...???" Zitat Ende)
Gegenfrage: Warum nicht einen gegossenen Estrich? Evtl. gleich mit energiesparender Fußbodenheizung? (es grüßen die diversen zukünftigen Heizkostenerhöhungen)