Untergrund für Kalkputz vorbereiten


14.10.2021 Phil_Alb 4 227

Hallo zusammen,

Wir sind gerade dabei eine Wohnung im Haus zu sanieren.
Beim entfernen der Tapeten kamen uns je nach Wand gleich Spachtelmasse und teilweise kleinere Unterputzstücke mit runter. Die Wände haben einige Risse unter der Tapete gebildet.
Aufbau der Wände von außen nach Innen ist je nach Wand unterschiedlich
Dämmputz, Fachwerk mit Bruchsteinen und Lehm, Zementputz, Alte Farbe, Goldband o.ä.
Dämmputz, , Lochtiegel, Zementputz, Alte Farbe, Goldband o.ä
Innenwände
Fachwerk, Zementputz, Alte Farbe, Goldband o.ä
Rigips, Spachtelmasse

Wandfläche ca. 150 qm

Jetzt stellt sich für uns die Frage wie wir hier am Besten vorgehen um den Untergrund Für Kalkputz vorzubereiten.
Möglichkeit 1 alles Alte runter bis auf das Fachwerk / Lochziegel und komplett neu aufbauen mit Putzträger, Kalk-Unterputz, Armierungsgewebe, Kalkglätte
Möglichkeit 2 lose Teile runter, alte Farbreste abwaschen etc. und den Rest lassen wie er ist. Dann Untergrund ausgiebig grundieren, Unterputz 15 mm inkl. Armierungsgewebe und Kalkglätte aufbringen.

Wie würden die Spezialisten vorgehen?

Wie würden die Spezialisten vorgehen?



Kommt drauf an welche Art von Spezialisten du fragst... ;-)
Die Einen würden gleich Tabula rasa machen, sprich, den alten Kram komplett runter nehmen und von Grund auf neu aufbauen (deine Möglichkeit 1), die Anderen nur "dünn drüber gehen" (Möglichkeit 2). Es ist halt eine Kostenfrage und wieviel Aufwand man betreiben will. Ich würde die erste Option vorziehen, weil ich Flickschusterei nicht mag. Du siehst ja selbst was nach ein paar Jahren passiert, wenn man solche x-mal "überarbeitete" Wände "mal schnell" tapezieren will.....

Also kein Patentrezept


15.10.2021 Phil_Alb

Die Kosten sind ja nahezu identisch.
In beiden Fällen würden wir den Kalkputz komplett neu aufbauen. Sprich Untergrund aufrauen, 15mm Kalkputz mit Gewebe und Feinputz drüber.
Nur der Aufwand ist eben enorm.

Re: Also kein Patentrezept



Genau. Im Altbau gibts, wenn man es richtig machen will, keine Patentrezepte, weil jeder Altbau anders ist.
Siehe deine beschriebenen Wände, die wird es wahrscheinlich so kaum ein zweites Mal geben.
Was schon mal nicht geht ist, auf Rigips-Platten 15 - 20 mm Kalkputz aufzuziehen. Damit bringt man zu viel Feuchtigkeit in die Platte ein, der Karton löst sich mit samt dem Putz ab.
Ebenfalls suboptimal ist, einen Kalkputz auf einen Gipsputz aufzuziehen. Kalkputz ist härter als Gipsputz. Das könnte dazu führen dass sich der Kalkputz im Laufe der Zeit vom Gipsputz löst und hohl stellt. Ein anderes Risiko ist das "Ettringittreiben". Eine chem. Reaktion des Gipses in alkalischem Milieu (Kalk), bei der der Gipsputz unter dem Kalkputz aufquillt und sich dadurch der Kalkputz löst. Das kann man zwar auch verhindern, indem man den Gipsputz absperrt, aber dann hättest du eine weitere "Zutat" zum Konglomerat an deinen Wänden.
Ich bleibe bei meiner Meinung, für mich ist sowas Flickschusterei. die einem irgendwann wieder auf die Füße fällt. Meistens dann, wenn man es gar nicht brauchen kann.

GKB ist klar


20.10.2021 Phil_Alb

Bei Gipskarton ist klar. Da würde ich nach der Untergrundvorbereitung nur noch mit einer Kalkglätte drüber.
Die anderen Wände sehen mir eher nach Zement wie Gips aus.
An den Fachwerkwänden ist der Putz vollständig runter und nach Rücksprache mit dem Restaurator wird es dort auch Lehmputz werden.
Kalkputz kommt auf die Wände die geziegelt oder mit Leichtbeton ausgemauert sind. Hier ist auch der Putz Bombenfest.



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