Luftdichte Anschlüsse


25.11.2021 Lamarc 3 270

Wir haben ein Fachwerk samt nicht so ganz historischem(1930-1940) Anbau.
Im Anbau befindet sich Büro, Garage, Bad und Heizungsraum. Das ganze ist nicht gedämmt. In der Garage musste in Folge eines Wasserschadens nun ein Teil des Dachs(Balken, Schalung, Bitumenbahn) getauscht werden. Das Dach liegt jetzt quasi nur so auf der Ausenwand auf. Das hält soweit und gut aber in den Feldern zwischen den Balken kann ich jetzt natürlich das Tageslicht bestaunen. Vorher waren diese Zwischenräume mit Ziegeln gemauert - die schadfreien Felder sind auch weiterhin in der Art vorhanden. Die anderen Räume sind natürlich auch so ausgeführt. In Zukunft muss ich hier energetisch ran und da ist natürlich gut schonmal in der Garage zu üben. Siehe Bild anbei bezüglich Wandquerschnitt. Nun zur Frage da sich das Internet weitestgehend ausschweigt:

Ich wollte den Raum zwischen den Balken schonmal mit Lehm/Innendämmung ausführen. Sagen wir man füllt zur Ausenseite hin schonmal mit Lehm aus und Bringt dann 40-60mm Holzfaser da ein und überputzt das ganze dann wieder mit Lehm. Unvermeidlicherweise werden die Deckenbalken arbeiten - und ungünstig dazu kommt natürlich die dampfsperrende Bitumenbahn als Dachhaut.

Wie würdet ihr das ausführen?
Macht es Sinn da dann doch mit Klebebändern(zwecks Luftdichtigkeit) zu arbeiten? und kann man die mit Lehm überputzen?
Auf nem österreichischen Youtube konnte man ne Variante mit in Lehm eingeschlämmte Flachs/Hanfstreifen sehen die dem Video folgend extreme Reisfestigkeiten erreichen - jemand Erfahrung damit?

Noch ein Wort zu späteren weiterarbeit. Die Garage benutze ich jetzt zum erproben - wenn es in so einem engen und komplizierten Detail funktioniert wird der Rest auch klappen(soweit die Idee). Geplant sind aber noch Aufdachdämmung(beim Bitumenflachdach ja Ideal weil die Dampfsperre schon da ist) sowie Innendämmung der bewohnten Räume. Dort brauche ich das gleiche Anschlussdetail ja dann wieder und dort kommt es dann auch drauf an da die Räume voll beheizt sind. Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen. Alle Infos im Netz und bei Herstellern zeigen solche Details nie. Oder man landet bei Isover aber da machste dann halt alles einmal in Folie/Klebeband - Das würde ich gern vermeiden. Ihr seid meine letzte Hoffnung ..

Garage abdichten


26.11.2021 Tilman

Ganz unabhängig von der korrekten Vorgehenseise zur Abdichtung ist die Garage der denkbar schlechteste Raum, um das auszuprobieren. Bis vor wenigen Jahrzehnten hat man Garagen viel zu luftdicht gebaut und sich dann gewundert, warum die Autos im Zeitraffer dahingerostet sind. Dass man heute überwiegend Carports baut, liegt nicht an der Sparsamkeit, sondern weil man festgestellt hat, dass ein Dach über dem Auto zwar vor Regen und Schnee schützt, ein schlecht belüfteter Raum jedoch den Verfall fördert.

Insbesondere im Winter kommt massenweise Wasser mit dem Auto in die Garage. Dazu noch eine ordentliche Portion Salz. Eine schlechte Belüftung und etwas wärmere Temperaturen schaffen dann die idealen Korrosionsbedingungen.

Viele Grüße
Tilman

Erläuterung


26.11.2021 Marcel Langner

Das ist hier alles nicht gegeben. Im Winter parkt hier ein Oldtimer. Der wird in der nassen Jahrszeit nicht bewegt. Die Garage hat keine nennenswerten Feuchteeinträge. Da die Garage nicht freisteht gibt es hier auch andere Randbedingungen. So sind 2 der Wände im temperiert da auf der anderen Seite beheizt ist. Hygrometer bescheinigt bisher auch fantastische Feuchtewerte - Schimmeln tut dort nix.

Die Garage ist deshalb ein guter Ort um zu starten da man ohne in die bewohnten Räume einzugreifen bereits die verschiedenen Verarbeitungstechniken üben kann. Ziel ist natürlich schon das ich die Änderungen an der Bauphysik entsprechend überwache - was in ner Garage natürlich auch leichter ist als in Wohnräumen.

Da ich mich genötigt sehe das zu erklären - der alte "Wasserschade" rührt primär von Tauwasser. Im alten Dach war ein Lichtschacht mit Wellkunstoffplatten. Die Vorbesitzer haben dann von Innen die Decke voll verkleidet. An dem Wellzeug ist natürlich massenweise Tauwasser angefallen das früher halt verdunstet oder abgetropft ist - durch die Verkleidung dann aber innen bis zum Fußpunkt runtergelaufen ist und dort dann die Dachkonstruktion verrotten konnte. All das ist jetzt abgestellt. Die Decke liegt innen offen damit ggf anfallendes Kondensat auch wieder weg kann

Re: Luftdichte Anschlüsse



"Ich wollte den Raum zwischen den Balken schonmal mit Lehm/Innendämmung ausführen. Sagen wir man füllt zur Ausenseite hin schonmal mit Lehm aus und Bringt dann 40-60mm Holzfaser da ein und überputzt das ganze dann wieder mit Lehm. Unvermeidlicherweise werden die Deckenbalken arbeiten"
Du kannst seitlich an die Dachsparren und gegen die Dachschalung statt einer Dreikantleiste ein Stück Hanfseil oder schmales Kalfaterband so antackern, dass es anschließend vom Fugenmörtel der Lehmsteine umschlossen wird. Das Seil, bzw. das Kalfaterband verschließen den Riss, der durch das Schrumpfen und Quellen der Balken entsteht. Zusätzlich kannst du die HWF-Platten "stramm" zwischen die Sparren einpassen, damit sie noch zusätzlich abdichten. Luftdicht wird das zwar nicht, aber winddicht.



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