Fachwerk Sanierung Bodenplatte


12.01.2022 PhilundAlina 11 405

Hallo zusammen,
auch wir haben das Glück ein, von den Voreigentümern mit vielen innovativen Sanierungsmaßnahmen gespicktes, Fachwerkhaus unser Eigen nennen zu dürfen.
Das Erdgeschoss wurde nach und nach immer weiter aufgeschüttet und mit neuen „Bodenplatten“ versehen, sodass im aktuellen Stand OKFF deutlich über der Schwelle liegt (siehe Foto 1). Diese Schwelle sowie alle innenliegenden Stützen (die nach wie vor bis auf eine der unteren Fussbodenlagen reichen) sind dementsprechend in diesen Bereichen verrottet. Zur Analyse haben wir in Teilbereichen die Aufbauten komplett bis zum „gewachsenen Boden“ abgetragen und um die Abgrabungstiefe einschätzen zu können einen Meterriss im Bestand angezeichnet (siehe Foto 2).
Unser Plan ist nun die Aufschüttungen komplett abzutragen und eine neue „vernünftige“ Bodenplatte herzustellen, sodass OKFF EG auf OK Innenhof liegt (siehe Foto 1). Dazu müssten allerdings auch die nicht wirklich vorhandenen Fundamente (siehe Foto 2) erneuert werden. Zu allem Übel steht die Giebelwand an der Grenze zum Nachbar, sodass wir im Besten Fall alle Arbeiten nur von unserer Seite aus ausführen sollten.
Daraus entstehen bei uns folgende Fragen:
- Ist dieser Aufwand überhaupt angemessen?
- Wie lassen sich die Fundamente (insbesondere an der Grenze) im Bestand ausführen ohne bei der Abdichtung zu starke Einbußen in Kauf zu nehmen?
- Im Forum werden immer wieder „einfachere“ Formen der Bodenplatte angesprochen und über die Abdichtung generell diskutiert wäre dies hier eventuell eine Option?
Ich bin sehr gespannt auf Ihr Feedback!
Beste Grüße,
Phil Aswerus

Ansicht von Innen


12.01.2022 PhilundAlina

mit Meterriss

Ansicht von Innenecke


12.01.2022 PhilundAlina

Es handelt sich um die im ersten Bild links liegende Innenecke die auf der Grenze liegt.
Von innen wurde vor das Fachwerk gemauert und der Zwischenraum mit Mineralwolle und z.b. Cola-Dosen gefüllt.

Oh oh oh


12.01.2022 peter1993

Das sieht nicht gut aus würde alles rausschaffrn, ausschlachen, dann eine neue beton Platte unter Schwelle Gießen oder Balken Decke Aufbau, je nach dem, und eigentlich muss auch die komplette innenwandschale raus, und einen vernünftigen Aufbau mit holzfaser dämmung oder Lehm steinen, das ist eine Menge Arbeit

Moin


13.01.2022 1zelner

Moin, moin

tja....ich erkenne eine recht dunkle Eingangstüre mit Oberlichtern; zwei kleine Fensterchen zum Hof und zwei Dachluken.

Da würde ich mich erst mal mit einer Kanne Tee (oder Flasche Wein) in den Hof setzen und mal überlegen, wie das Haus eigentlich hinterher aussehen soll, wie die Raumnutzung geplant ist, wie viel Licht ihr so braucht, damit es so wird, wie ihr leben wollt.

Dann muss geklärt werden, wie es denn mit den Raumhöhen aussieht. Sind die ok oder muss man sich stets bücken, wenn man durch eine Tür gehen will.

Dann ist zu klären, wie die Haustechnik aussehen soll, wie gut/schlecht die Dämmung sein darf/kann.

Wenn das dann alles einigermaßen klar ist, ist zu überlegen, ob die Raumhöhen stören, ob man eventuell verschiedene Ebenen haben kann (oder die Räume generell zu niedrig sind.

Der aufgerissene Boden sieht in seiner Schichtung nicht so aus, als ob er nun unbedingt raus müsste und wenn man ihn raus nimmt, ist das nicht nur viel Arbeit und Dreck, sondern man muss auch vorsichtig sein, damit das Gebäude später nicht absackt, reißt, etc.

Ob ich die Innensteine rausnehmen würde, ist noch die große Frage, da ja wohl auch nicht ganz klar ist, welche Wand hier was trägt.

Wenn ihr euch das nicht zutraut oder auch nicht so richtig vorstellen könnt, wie es mal werden soll, würde ich auf jeden Fall mal einen (befreundeten) Architekten befragen. Das kostet vielleicht etwas Kleingeld, aber kann wirklich hilfreich sein - dieser muss ja gar nicht den ganzen Bau überwachen und bis ins Detail beplanen.

Wenn die Balken zum Teil abgefault sind, würde ich versuchen, diese von außen zu ersetzen und eine Sperrung mit einbauen, damit die Reparaturhölzer nicht gleich wieder verrotten.

Meiner Meinung nach lohnt es nicht, so ein Haus völlig zu zerlegen und umzubauen und wieder zusammen zu bauen. Das ist in etwa so, als würde man einen VW Golf zerlegen und neu aufbauen - ein riesen Projekt, was sich wirtschaftlich nicht lohnt (schließlich ist ein Golf kein Porsche) - nur bei so einem Haus viel größer und teurer.

Mein Rat wäre also: versucht mit vernünftigem Aufwand (max. 200 Stunden Arbeit, 20 k€ Kosten) die Böden und das Gebälk so zu trimmen, dass man drauf aufbauen kann und drin wohnen mag. Der Innenausbau wird noch teuer genug und kostet noch genug Zeit, Geld und Nerven.

Tengen


14.01.2022 Jedlitschka Julieta

Stimmt kann Mann das laut sagen
Ich habe ein frage ich such ein Zimmermann Order ein Meister Fur unsere siehst aus als alles Zimmermann Beruf ist fast kein zu finden…..

Gehst mir so Order jeder
Falls jemand Vice kann ruhig anrufen Order schreiben 01604640935

Mit freundlichen Grüßen Julieta Jedlitschka

RE



Guten Tag,
ich denke, dass die Ratschläge zur allgemeinen Herangehensweise von 1zelner grundsätzlich taugen.
Zu Ihren Fragen:
1.: Wenn das Fachwerk so geschädigt ist, dass es A nicht mehr trägt, oder B es absehbar ist, dass es nicht mehr tragen wird, muss es instand gesetzt werden. Um diesen Aufwand kommen Sie wohl nicht herum. Sollten die Fundamente, also die historischen Streifenfundamente unter den Wänden nicht mehr tragfähig sein müssen auch diese erneuert werden. Auch um diesen Aufwand können Sie nicht umhin kommen. Zur Durchführung der Instandsetzungsarbeiten muss Sie Ihr Nachbar auf sein Grundstück lassen, wenn das Haus grenzständig errichtet wurde.
Nun haben Sie ein innen liegendes Mauerwerk und das ist mit Sicherheit nicht zum Spaß eingebaut worden, warum aber gilt es heraus zu finden!
Und Sie haben mehrere Lagen Betonplatte welche höher liegen als OK Schwelle. Vielleicht ist der Beton gegen die Schwelle gegossen worden, vielleicht gibt es eine Trennschicht. Vom Schreibtisch aus würde ich sagen, der Beton muss raus, und dann ein geeigneter Bodenaufbau mitsamt Abdichtung eingebaut werden, sodass keine Feuchtigkeit von Innen bzw. unten die Schwelle und Wand, sowie den Fußboden Ihres Hauses gefährden kann. Ich vermute auch um diesen Aufwand kommen Sie nicht herum.
2. Frage: Einbuße bei der Abdichtung? Gibt es nicht. Wenn die Schwelle neu kommt, wenn die Fundamente neu kommen kann eine einwandfreie Abdichtung eingebaut werden.
3. Frage: Bodenplatte:
Eine Bodenplatte meint eine Betonplatte. Eine Einfache Form der Bodenplatte gibt es nicht. Genannt werden z.B. Möglichkeiten eine Abdichtung zu montieren ohne eine Bodenplatte zu gießen, um darauf dann den weiteren Bodenaufbau zu realisieren. Möglich scheint das bei Ihnen (vom Schreibtisch aus), ob das auch sinnvoll ist, hängt ganz von ab...

Gruß Jakob Spohn

Warum Innenschale aus KS-Steinen



Jakob Spohn schrieb: "Nun haben Sie ein innen liegendes Mauerwerk und das ist mit Sicherheit nicht zum Spaß eingebaut worden, ...." (Zitat Ende)
Und da es auch noch mit sehr druckfesten Kalksandsteinen gemauert ist, kommt mir auch genau das in den Sinn. Diese Innenschale könnte dafür "verantwortlich sein", dass das Haus noch so steht wie es steht.

Gruß,
KH

Detail I


17.01.2022 PhilundAlina

Hallo zusammen,
zunächst einmal vielen Dank für die ausführenden Anmerkungen, es ist wirklich beeindruckend wie intensiv sich mit den einzelnen Beiträgen auseinandergesetzt wird!

Eine Grundrissplanung haben wir selbstverständlich zuvor angefertigt, auch aus diesem Grund wäre es wünschenswert die bestehende Bodenplatte zu entfernen, um angenehme lichte Höhen in den Räumen zu erreichen.

Wir gehen ebenfalls davon aus, dass das innenliegende KS-Mauerwerk tragend ist. Ich bin aktuell in Gesprächen mit Bauunternehmern, einen Statiker und Energieberater habe ich bereits. Aktuell ist der Plan die Grenzmauer abschnittsweise (1,25m pro Feld) abzufangen. Die Fachwerkwand zum Hof würde ich abstützen um die Fundamente, wenn nötig, in einem durch betonieren zu können.

Ich habe anbei zwei Details zu diesen Situationen. Hofseitig soll der Sockel der Fachwerkwand erhöht werden damit die neue Schwelle geschützter ist. Als erste Variante überlege ich hier eine Wandheizung zu installieren, muss diesen Aufbau aber noch mit dem Energieberater durchsprechen (Ist gerade im Urlaub).

Der Wandaufbau der grenzseitigen Wand bereitet mir noch Kopfschmerzen, da ich nicht weiß wie ich hier am sinnvollsten dämmen soll und ich auch noch prüfen muss wie hoch das Gelände nachbarseitig liegt. Auch hier wurde innenseitig vor ein Sichtmauerwerk aus Klinker (da Wetterseite) vorgemauert. Der Zwischenraum wurde mit Styropor-Platten gefüllt, zumindest lässt sich das an der ein oder anderen Stelle erahnen. Hier wäre die gezeichnete Variante eine Einblasdämmung mit all ihren Nachteilen (nur ~ 6CM Fuge = Dämmung) und Unwägbarkeiten (Durchgängigkeit der Fuge nicht einsehbar / Dichtheit der Außenschale fragwürdig / Feuchteresistente Sockeldämmung wie einbringen?) und ich auch nicht weiß, wie ich zuvor das Styropor aus dem Zwischenraum bekomme. Da die Wand als Brandwand ausgeführt werden muss ist meines Erachtens Steinwolle das einzige Material was hier in Frage kommen würde, oder? Als alternative Wandaufbauten fallen mir nur folgende Möglichkeiten ein:
- Wärme-Dämm-Verbundsystem mit Steinwolle
- Innendämmung

Ausserdem ist es mir noch ein Rätsel wie ich die Abdichtungen dann um die Ecke bekommen, aber alles zu seiner Zeit…

Mit den Nachbarn verstehen wir uns ganz gut und wir werden in dieser Woche nochmal ein Gespräch suchen.

Besten Gruß
PA

Detail II


17.01.2022 PhilundAlina

Grenzwand

Also,


18.01.2022 Olaf Bernhardt

dann wollen wir hoffen, dass die KS-Schale nicht komplett so vermauert ist wie auf dem Bild unter dem Fenster, wenn die durchgehend so vermauert ist, ist sie den Zement nicht Wert der sie zusammenhält

Guter Hinweis


18.01.2022 PhilundAlina

Werden wir prüfen. Im linken Bereich wurden nur die Gefache des innenliegenden Fachwerks ausgemauert daher hoffe ich, dass die Grenzwand sauber gemauert wurde.
Gruß
PA