Silo zu Pelletbunker ausbauen


17.01.2022 Tilman 11 211

Dass das Silo in der Tenne der ideale Pelletbunker wird, war schon bei Hauskauf damals klar. Dieses Jahr wird das Projekt Heizung in Angriff genommen und ich stehe vor einigen Fragen:

Die Wände wurden mit einem Zementputz verputzt. Zwischen dem Putz und unzähligen Kalkschichten ist eine für mich undefinierbare schwarze Schicht, etwa 2-3mm dick. Ich tippe mal auf Bitumen oder irgendeine andere feuchtigkeitssperrende Beschichtung.

Was wäre die sinnvollste Lösung, um die Wände glatt und feuchtigkeitssperrend zu kriegen? Die gleichen Materialien, wie man sie auch für Kellerwände nutzen würde? Der Boden des Silos liegt ungefähr einen halben Meter unter Erdniveau. Ob die sichtbaren Feuchtigkeitsschäden auch daraus resultieren, kann man wohl nicht so genau sagen, da in dem Silo frisch gemähtes Gras gelagert wurde, was auch Feuchtigkeit von innen bedeutet.

Der zweite Punkt, über den ich grübele, ist die Decke. Dem Schornsteinfeger reicht zwar doppelter Gipskarton zur Erfüllung von F90 aber bei Stürmen kommt es immer wieder mal vor, dass ein paar Dachpfannen abgedeckt werden und es dann hineinregnet, bis man das Dach wieder ausgebessert hat. Die Gipskartonplatten müssten daher zumindest oberflächlich komplett versiegelt werden. Lieber wäre mir jedoch irgendwas solideres.

Ich habe hier mal einige weitere Fotos vom Silo hochgeladen, damit man sich einen besseren Eindruck verschaffen kann: https://www.hausen8.de/unveroeffentlicht/pelletbunker

Viele Grüße
Tilman

Kurze Frage


17.01.2022 Methusalem

Woher rührt die F90 Anforderung? Habe letztes Jahr einen Pelletbunker selber gebaut. Ohne Anforderungen.

F90 Grundlage


17.01.2022 Tilman

Das gibt die Landesfeuerungsverordung basieren auf der Musterfeuerungsverordnung für Lagerräume mit einer Kapazität von mindestens 6,5 Tonnen vor.

Abgesehen davon schlafe ich auch besser, wenn ich weiß, dass die Feuerwehr zumindest theoretisch zeitlich in der Lage ist, einen Pelletbrand zu löschen, bevor die ganze Tenne abfackelt. ;)

Viele Grüße
Tilman

Verständnisfrage



Ich kenne Pelletbunker bisher nur mit trichterförmigem Boden, damit auch die letzten Pellets noch in die Fördereinheit rutschen. Wie wird denn die Entnahme in deinem Silo umgesetzt?
Mit anderen Worten: Wäre es ein Option einen solchen "Trichter" aus den extrem glatten und wasserfesten Siebdruck-Platten in das Silo zu bauen? Mit etwas Abstand zu den Wänden hätte sich das Feuchtigkeitproblem so erledigt.

Gruß,
KH

Pelletbunker


21.01.2022 Tilman

Hallo Karl-Heinz,

Wenn von unten entnommen wird, muss der Bunker in der Regel entweder zwei gegenüberliegende Rutschen haben oder trichterförmig sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit einer Entnahme von oben mittels Maulwurf (eine Saugsonde, die selbständig willkürlich auf den Pellets umher fährt) oder einer zentralen Entnahme von unten mit einem sich drehenden Schieber, der die Pellets zur Mitte schaufelt.

In unserem Fall baue ich zwei Rutschen ein und entnehme im Kanal mit 5 Saugsonden. Ursprünglich wollte ich einen komplett geschlossenen Bunker aus Gebälk mit Siebdruckplatten bauen, doch bei der komplett geschlossenen Variante komme ich auf Siebdruckplatten für über 3500 Euro während bei der offenen Version nur Siebdruckplatten für knapp über 1000 Euro fällig werden.

Ich muss zwar nicht unbedingt sparen aber es muss auch nicht sein, Geld unnötig zum Fenster rausschmeißen, zumal die geschlossene Version auch nicht weniger Arbeit bedeutet. Anbei noch mein Plan, soweit er im CAD steht.

Viele Grüße
Tilman

Alternative zu Siebdruckplatten



Aha, ok, verstehe. Es stimmt schon Siebdruckplatten sind schweineteuer. Alternativ könntest du die senkrechten Wände auch aus OSB- oder Seekieferplatten bauen. Die sind wesentlich günstiger und in der Senkrechten müssen sie ja nicht so glatt sein. Wenn du die langen Pfosten des schrägen Bodens bis Oberkante des Behälters verlängerst und mit ein paar "Abstandhalter" gegen die Silowand abstützt, brauchen die Platten auch nicht so dick/stabil sein. Zumal sie nur den seitlichen Druck der Pelletfüllung aushalten müssen.
Ich hätte halt Bedenken wegen der Feuchtigkeit. Pellets sind hygroskopisch. Wenn die mehr als die "normale" Luftfeuchtigkeit abkriegen, verklumpen sie recht schnell.....sagte mir ein befreundeter Heizungsbauer, der deswegen öfters mal gerufen wird. (besser gesagt, er wird gerufen, weil "die Heizung nicht mehr geht"....)
Wenn du in das Silo eine völlig geschlossene "Kiste" baust, mit abgedichteten oder verleimten Stoßfugen, wäre das Risiko feuchter Silowände definitiv und endgültig ausgeschlossen. Zumal das Silo selbst (auch unter dem Bunker), so noch belüftet werden kann. Nachteil dieser Konstruktion: Es geht etwas Speichervolumen verloren.

Gruß,
KH

Andere Idee



Du könntest auch für die beiden Schrägen als "tragende Elemente" die billigeren Seekieferplatten (od. OSB) bauen und darauf als glatte Oberfläche nur 4-5 mm dicke Betoplan-Platten (= Siebdruck) spaxen. Dann bräuchtest du nicht die teuren dicken Siebdruckplatten kaufen.

Gruß,
KH

Bedenken


21.01.2022 Tilman

Die Bedenken hatte ich anfangs auch aber das Silo würde ich in jedem Fall abdichten wollen, denn wenn auf dem unteren halben Meter Feuchtigkeit durchdrückt, gammeln mir die Balken ebenso weg, wie die Pellets. Oberhalb der Rampen ist das eh alles kein Problem mehr, da alle vier Wände des Silos keine Außenwände sind und somit keiner Witterung ausgesetzt sind.

Dünne Siebdruckplatten sind gar nicht so viel günstiger, als dass es sich lohnt, dünne Siebdruckplatten auf billigen OSB-Platten zu verlegen. Das hatte ich schon ausgerechnet.

Viele Grüße
Tilman

Bitumensanierung


21.01.2022 Tilman

Immerhin ein Produkt zur Sanierung von bitumierten Wänden habe ich mittlerweile gefunden. Den Produkteigenschaften nach erfüllt es eigentlich alle Anforderungen: https://www.de.weber/bautenschutz-moertelsysteme/sanierung-alter-bitumenabdichtungen

Viele Grüße
Tilman

Re: Bitumensanierung



Meiner Meinung nach sind die Produkte von Weber-SaintGobain ganz gut. Allerdings habe ich keine Erfahrung mit deren Abdichtungsmittel. Dazu kann vielleicht noch wer anderes etwas schreiben.

Auf dem ersten Foto sieht man dass die Silowände und-boden weiß sind. Sind die gestrichen? Hält darauf (und allem was darunter ist) die neue Abdichtungsschicht dauerhaft? Nicht dass sich die Abdichtung von den alten Schichten abdrückt, hohl stellt und Risse bekommt, weil sich die Feuchtigkeit dann dahinter staut.

Die Bedenken, dass die Balken verrotten teile ich nicht, wenn sie auf dem Boden trocken, sprich, mit etwas Abstand zum Boden, z. B. auf kurzen U-Stahl-Stücken (U nach unten), o. ä., liegen würden. Dann bekämen sie nur die Luftfeuchtigkeit ab.

Gruß,
KH

Silowände


21.01.2022 Tilman

Die Wände sind einfach gekalkt worden. Das haftet natürlich nicht richtig auf dem Bitumen und lässt sich ganz einfach in großen Platten abspachteln. Vermutlich habe ich das in weniger als einer halben Stunde von den Wänden runter.

Auch wenn das Zeug von Weber nicht gerade günstig ist, gefällt mir die Methode besser. Kleide ich den Bunker komplett aus, gibt es keine Möglichkeit, diese Hohlräume zu kontrollieren. Mal völlig unabhängig von der Wahrscheinlichkeit könnte sich dort unbemerkt Schimmel ausbreiten und wenn die Beschichtung defekt ist, könnten die Balken unteralb des Bodenniveaus einer gewissen Gefährdung durch Feuchtigkeit ausgesetzt sein. Belüftet wären diese Hohlräume überdies auch nicht, weil das Silo F90 entsprechen muss.

Viele Grüße
Tilman

F90...



Ach ja, ich vergaß, da ist ja noch das Thema F90.....
D. h., du musst einen F90-tauglichen "Deckel" auf das Silo, oder den kompletten Bunker in F90 bauen.
Dann ist wohl tatsächlich die Abdichtung der Wände die einfachere Variante.

Hast du schon mal über eine Folienabdichtung nachgedacht? Z. B. könntest du die Wände und Boden mit einer Teichfolie auskleiden. D. h., die Folie als eine Art Sack zusammenkleben und einfach mit Dachlatten am oberen Rand des Silos fest klemmen. So hat sich ein Bekannter von mir seine alte, undichte Güllegrube zu einer Zisterne umgebaut. Er hält so das Wasser drin, du in deinem Fall dann draußen. Du könntest so auch den Übergang vom Trichter zu den Wänden flexibel/elastisch abdichten, indem du einen Folienstreifen von der Folie an den Wänden auf die Schrägen klebst, damit keine Pellets und/oder Staub "durch rutschen", falls sich die ganze Konstruktion mal bewegen sollte.

Gruß,
KH